(Foto: Marco Borggreve)

Kammermusik

Mark Padmore Tenor

Kristijan Bezuidenhout Hammerklavier

Franz Schubert

Winterreise D 911

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Programm

Franz Schuberts Winterreise nach Gedichten von Wilhelm Müller gehört zur Königsdisziplin des Liedgesangs: »Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus ...« Mit dieser Feststellung des Verlorenseins beginnt der Zyklus und das Gefühl des Fremdseins, des Unbehaustseins, des nicht Angenommenwerdens drückt sich in jedem Wort, jedem Ton der 24 Lieder aus – und in dem Bild des Winters mit seiner unerbittlichen Kälte, seinem starren Eis und seiner Einsamkeit. Am Anfang steht der Abschied von einer vertrauten und anfänglich auch verheißungsvoll erscheinenden Liebebeziehung; der Protagonist macht sich auf eine winterliche Wanderschaft, die ihn immer mehr in die Isolation treibt.

Für den Sänger gilt es, der einheitlich depressiven Grundstimmung, die den gesamten Zyklus prägt, in jedem einzelnen der Lieder eine eigene Facette abzugewinnen. »Die Winterreise hat diesen gnadenlosen Blick auf die Welt wie sie tatsächlich ist, oftmals grausam und einsam. Gleichzeitig ist sie aber auch die Geschichte eines Außenseiters, ähnlich eines Charakters von Samuel Beckett, jemand der außerhalb des Lebens steht«, meint Mark Padmore, in dieser Saison Artist in Residence. Daher sei für ihn – so der Tenor – die Winterreise der Matthäus-Passion oder der Oper King Lear ähnlich.

Padmore, der bereits mit einer Reihe namhafter Pianisten wie Graham Johnson, Julius Drake, Roger Vignoles, Imogen Cooper und Till Fellner zusammengearbeitet hat, tritt an diesem Abend mit Kristian Bezuidenhout auf. »Ich schätze an Kristian nicht nur seine große pianistische Musikalität, sondern auch sein wunderbares Gefühl für die Dichtung«, verriet der Tenor in einem Interview. »Er besitzt eine großartige Sensibilität für den Text und die Art, wie er in Musik umgesetzt wurde.« Kristian Bezuidenhout fühlt sich nicht nur auf dem modernen Flügel, sondern auch auf dem historischen Hammerklavier zu Hause. An diesem Abend setzt sich der Pianist an das historische Tasteninstrument, und so bieten die beiden Künstler ihrem Publikum die Gelegenheit, den Liederzyklus in einer Art zu hören, wie er zu Schuberts Zeiten geklungen haben könnte.

(Foto: Marco Borggreve)