Kammermusik

Leif Ove Andsnes Klavier

Jean Sibelius

Die Birke op. 75 Nr. 4

Jean Sibelius

Impromptu op. 97 Nr. 5

Jean Sibelius

Rondino II op. 68 Nr. 2

Jean Sibelius

Der Hirt op. 58 Nr. 4

Jean Sibelius

Romance op. 24 Nr. 9

Jörg Widmann

Idyll & Abgrund – Sechs Schubert-Reminiszenzen für Klavier

Franz Schubert

Drei Klavierstücke D 946

Ludwig van Beethoven

Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2 »Der Sturm«

Frédéric Chopin

Nocturne H-Dur op. 62 Nr. 1

Frédéric Chopin

Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

Dass die Gattung der Klavierballade auf Frédéric Chopin zurückgeht, steht außer Frage. Ob ein seit Anfang der 1830er Jahre im französischen Exil lebender Landsmann des Komponisten – der polnische Dichter Adam Mickiewicz – mit seinen 1822 erschienenen Balladen und Romanzen Einfluss die Entstehung der Klavierballade nahm, ist indes noch nicht bewiesen. Auf jeden Fall aber gehörte Mickiewicz zu jenen Freunden des Komponisten, die ihm geraten haben »ein größeres Werk zu unternehmen und seine Kraft nicht mit Kleinigkeiten zu zersplittern«. Mit seiner Übersiedelung nach Paris war Chopin vorerst tatsächlich vor allem als Komponist pianistischer Kleinformen wie Nocturne, Etüde oder Walzer in Erscheinung getreten.

Dass er an seiner 1836 veröffentlichten Klavierballade Nr. 1 dann über einen Zeitraum von vier Jahren feilte, zeigt deutlich, welche Bedeutung Chopin diesem neuartigen Projekt beimaß. Gleichzeitig besteht kein Zweifel daran, dass er in dieses Werk auch Elemente jener pianistischen Miniaturen integrierte, an deren musikalischer Emanzipation ihm besonders gelegen war. Den musikalischen Verbindungslinien, die zwischen dem traumverlorenen Nocturne op. 62 Nr. 1 und der Ballade Nr. 1 von Chopin bestehen, spürt mit Leif Ove Andsnes ein ehemaliger Pianist in Residence der Berliner Philharmoniker nach – und ruft im Rahmen einer überaus spannenden Programmgestaltung auch Musik von Franz Schubert auf den Plan, ohne deren Vorbild Chopins kompositorische Grenzüberschreitungen kaum denkbar sind.

Eine Brücke in die Gegenwart schlägt Andsnes mit seiner Interpretation einer Schumann-Hommage aus der Feder des 1973 geborenen Jörg Widmann. Außerdem auf dem Programm: Klavierstücke von Jean Sibelius und Ludwig van Beethovens Klaviersonate op. 32 Nr.2 – ein Werk, dessen Musik vermutlich von William Shakespeares 1611 uraufgeführtem Theaterstück Der Sturm inspiriert ist und das u. a. als dreisätzig angelegte Klavierballade avant la lettre gehört werden kann.

(Foto: Chris Aadland)