Berliner Philharmoniker

Sir Simon Rattle Dirigent

Lang Lang Klavier

Richard Strauss

Don Juan op. 20

Béla Bartók

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 Sz 95

Lang Lang Klavier

Johannes Brahms

Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Termine und Karten

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Programm

Er könne sich nicht daran erinnern, jemals einen Pianisten erlebt zu haben, der Béla Bartóks Zweites Klavierkonzert »so außerordentlich präzise« spiele und außerdem noch über »die technischen Reserven« verfüge, um die Musik dieses alle Grenzen des pianistisch überhaupt Möglichen auslotenden Werks zugleich auch »zum Tanzen zu bringen«, bekennt Sir Simon Rattle. Die Rede ist von Lang Lang, dem 1982 in Shenyang geborenen Senkrechtstarter unter den Klaviervirtuosen der jüngeren Generation. Als er im Mai 2004 mit einem Soloabend in der Klavierreihe der Stiftung Berliner Philharmoniker sein philharmonisches Debüt gab, hatte Lang Lang mit Einspielungen von Klavierkonzerten Tschaikowskys und Mendelssohns bereits seine erste auf CD gebrannte künstlerische Visitenkarte hinterlegt und sich Konzertsäle wie die New Yorker Carnegie Hall erobert. Sein charismatisches Spiel, das schon früh eine erstaunliche Breitenwirkung entwickelte, legte es nahe, das erste Zusammentreffen mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon in das Waldbühnenkonzert zum Ende der Spielzeit 2003/2004 zu verlegen. Die künstlerische Freundschaft zwischen dem chinesischen Ausnahmepianisten und den Berliner Philharmonikern wurde durch Lang Langs Ernennung zum Pianist in Residence der Saison 2009/2010 gefestigt. Mit welchem künstlerischen Verantwortungsbewusstsein er zu Werke geht, zeigt sich schon allein darin, dass er sich auf seine Interpretation von Bartóks Zweitem Klavierkonzert nicht weniger als sieben Jahre lang vorbereitet hatte. 2013 spielte er dieses Werk – gekoppelt mit dem Klavierkonzert Nr. 3 von Sergej Prokofjew – dann mit Sir Simon und den Berliner Philharmonikern auf CD ein. In diesen Konzerten erklingt vor Bartóks Zweitem Klavierkonzert Richard Strauss’ 1889 uraufgeführte Symphonische Dichtung Don Juan – eine in allen nur denkbaren orchestralen Farben schillernde musikalische Reverenz an die erotischen Abenteuer jenes legendären spanischen Lebemanns und Schürzenjägers, dem u. a. Mozart mit seiner Oper Don Giovanni einen Ehrenplatz in der Geschichte des Musiktheaters gesichert hat. Strauss’ Tondichtung basiert auf einem Fragment gebliebenen dramatischen Gedicht von Nikolaus Lenau und vertont keine Handlung, sondern bündelt mit rein orchestralen Mitteln widersprüchliche Aspekte der legendären Figur. Im zweiten Konzertteil widmen sich die Philharmoniker und ihr Chefdirigent dann der Vierten und damit zugleich letzten Symphonie von Johannes Brahms. Das in Ausdruck und Konstruktion wohl strengste aller seiner Orchesterwerke erlebte schon wenige Wochen nach der Uraufführung mit dem Komponisten selbst am Pult seine erste Aufführung durch die Berliner Philharmoniker am 1. Februar 1886 unter der Leitung des Brahms-Freundes Joseph Joachim.

(c) Robert Ascroft/Sony Classical