Kammermusik

Vocalconsort Berlin: Musik in Zeiten der Reformation

Martin Luther hielt die Musik für ein »herrlich und göttlich Geschenck«, das die Menschen »fröhlich mache«. Zum 500. Jahrestag der Reformation präsentiert das Vocalconsort Berlin unter der Leitung von Marcus Creed protestantische Kirchenmusik des 16. und 17. Jahrhunderts. Einen Kontrapunkt zu ausgewählten Kompositionen von Heinrich Schütz, Hans Leo Hassler, Johann Hermann Schein, Samuel Scheidt und Johann Walter bilden Auszüge aus Werken des von Luther verehrten franco-flämischen Komponisten Josquin des Prez.

Vocalconsort Berlin

Marcus Creed Dirigent

Konzert zum Reformationstag

Geistliche Chormusik mit Werken von Josquin des Prez, Johann Walter, Hans Leo Hassler, Samuel Scheidt, Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Di, 31. Okt 2017, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie V

Programm

Ohne Martin Luther wäre die abendländische Musikgeschichte anders verlaufen. Schon während seiner Eisenacher Schulzeit war der spätere Reformator in Musiktheorie unterrichtet worden und hatte im Chor der Georgenkirche gesungen. Und auch an der Erfurter Universität studierte Luther die Technik des Kontrapunkts. Praktische Erfahrungen sammelte er als Lautenspieler sowie als Sänger. Dass er über eine ebenso klangvolle wie schöne Stimme verfügt haben muss, lässt sich dem Zeugnis des Nürnberger Meistersingers Hans Sachs entnehmen: Er nannte Luther in späteren Jahren die »Wittenbergische Nachtigall«. Vor allem war Luther aber von der pädagogischen Kraft der Musik überzeugt, sei sie doch ein »herrlich und göttlich Geschenck«, das die Menschen »fröhlich mache«. Dass praktische Musikausübung nicht nur in Erziehung und Ausbildung eine wichtige Rolle spielen solle, sondern auch im Gottesdienst, war Luthers Überzeugung. Die seinerzeit übliche Praxis, dass »allein der Chor der Pfaffen und Schüler singt«, kritisierte Luther 1523.

Fortan machte er sich daran, die Kirchenmusik zu reformieren: In seiner Schrift Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes forderte Luther 1526 Teile der lateinischen Messe durch deutschsprachige, musikalisch eingängige Lieder zu ersetzen, um die Gemeinde stärker einzubinden. Doch auch außerhalb der Kirche nahm die Musik einen zentralen Stellenwert bei der Verbreitung von Luthers Lehren ein: Gemeinsamer Gesang wurde gleichsam zum Markenzeichen des Protestantismus. Daran erinnerte noch Heinrich Heine, als er Luthers Choral »Ein feste Burg ist unser Gott« einmal als die »Marseillaise der Reformation« bezeichnete.

Termingerecht zum 500. Jahrestag der Reformation präsentiert das Vocalconsort Berlin unter der Leitung von Marcus Creed protestantische Kirchenmusik des 16. und 17. Jahrhunderts; einen Kontrapunkt zu ausgewählten Kompositionen von Heinrich Schütz, Hans Leo Hassler, Johann Hermann Schein, Samuel Scheidt und Johann Walter bilden Auszüge aus Werken des von Luther verehrten franco-flämischen Komponisten Josquin des Prez.

(Foto: Hans Scherhofer)