Kammermusik

Concerto Melante: Musik in Zeiten der Reformation

Dieses Konzert widmet das aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehende Ensemble Concerto Melante dem großen Reformator Martin Luther. Er hat mit seinen protestantischen Ideen nicht nur die Theologie, sondern auch die geistliche Musik verändert. Der schlichte, in deutscher Sprache gesungene Choral rückte in den Mittelpunkt des Gottesdiensts und diente gleichzeitig den Komponisten jener Zeit als musikalische Basis für großartige geistliche Konzerte und Kantaten.

Concerto Melante auf historischen Instrumenten

Raimar Orlovsky Violine und Leitung

Gerlinde Sämann Sopran

Alex Potter Countertenor

David Munderloh Tenor

Dominik Wörner Bassbariton

Mitglieder des Vocalconsort Berlin

Christoph Wolff Moderation

500 Jahre Reformation − »Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort«

Dieterich Buxtehude

Kantate »Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort« BuxWV 27

Dieterich Buxtehude

Kantate »All solch dein Güt’ wir preisen« BuxWV 3

Johann Hermann Schein

Geistliches Konzert »Komm heilger Geist, Herre Gott, wir preisen Dich« aus Opella Nova

Dietrich Becker

Sonate für Streicher à 4 in d

Georg Philipp Telemann

»Ein feste Burg ist unser Gott«, Motette TWV 8:7

Franz Tunder

Geistliches Konzert »Ein feste Burg ist unser Gott«

Franz Tunder

Sinfonia für Streicher à 5 in c

Johann Pachelbel

Kantate »Christ lag in Todesbanden«

Johann Sebastian Bach

Kantate »Christ lag in Todesbanden« BWV 4

Johann Walter

Choräle

Termine und Karten

Verkaufshinweise

So, 22. Okt 2017, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie R

Programm

Es waren die Liebe zur Musik und ein außergewöhnliches Sprachtalent, die Martin Luther zum Begründer des deutschen evangelischen Kirchenlieds werden ließen. Anders als Huldrych Zwingli oder Johannes Calvin pries er die Schönheit der »Musica«: »Weil sie ein Geschenk Gottes und nicht der Menschen ist. Weil sie die Seelen fröhlich macht, Weil sie den Teufel verjagt, Weil sie unschuldige Freude weckt. Darüber vergehen die Zornanwandlungen, die Begierden, der Hochmut. Ich gebe der Musik den ersten Platz nach der Theologie. Das ergibt sich aus dem Beispiel Davids und aller Propheten, weil sie all das Ihre in Metren und Gesängen überliefert haben. Weil sie in der Zeit des Friedens herrscht. Haltet also aus, und es wird bei den Menschen nach uns besser mit dieser Kunst stehen, weil sie im Frieden leben« (Über die Musik, 1530).

Zu Luthers bekanntesten Kirchenliedern gehört der 1529 erstmals erschienene Choral »Ein feste Burg ist unser Gott«, der bald zu einem klingenden Symbol der kirchlichen Erneuerung wurde. Noch Heinrich Heine bezeichnete das Stück in seiner 1833/1834 entstandenen Schrift zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland als »Marseiller Hymne der Reformation«. 2017 jährt sich zum 500. Mal der Tag, an dem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll – die Tür war so etwas wie das »schwarze Brett« der Universität. Dem besonderen Jubiläum widmet das Ensemble Concerto Melante dieses Konzert.

Auf dem Programm stehen Kantaten, Choräle, Motetten sowie Instrumentalwerke von Dieterich Buxtehude, Johann Hermann Schein, Diederich Becker, Georg Philipp Telemann, Franz Tunder, Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach und Johann Walter. Durch den von Raimar Orlovsky geleiteten Abend führt Christoph Wolff, emeritierter Professor der Musikwissenschaft an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) und ehemaliger Direktor des Leipziger Bach-Archivs, dessen Buchveröffentlichungen u. a. über Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach zu den Standardwerken der Musikliteratur zählen.

(Foto: Alessandro Cappone)