Kammermusik

Philharmonisches Klavierdebüt: Anna Vinnitskaya

Ihr Spiel ist virtuos, energiegeladen, klanggewaltig – Anna Vinnitskaya gilt als Naturereignis am Klavier. Die aus einer russischen Musikerfamilie stammende Pianistin, Erste Preisträgerin des renommierten Concours Musical Reine Elisabeth in Brüssel, gibt mit diesem Konzert ihr Debüt im Rahmen der Stiftung Berliner Philharmoniker. Auf das Programm ihres Klavierabends hat sie neben Sergej Prokofjews herausfordernde Klaviersonate Nr. 4 auch Préludes von Claude Debussy und Frédéric Chopin gesetzt.

Anna Vinnitskaya Klavier

Sergej Prokofjew

Klaviersonate Nr. 4 c-Moll op. 29

Claude Debussy

Préludes: Des Pas sur la neige (Heft I)

Claude Debussy

Préludes: Ce qu’a vu le vent d’ouest (Heft I)

Claude Debussy

Préludes: La Fille aux cheveux de lin (Heft I)

Claude Debussy

Préludes: La Terrasse des audiences du clair de lune (Heft II)

Claude Debussy

Préludes: Feux d’artifice (Heft II)

Claude Debussy

L'Isle joyeuse

Frédéric Chopin

24 Préludes op. 28

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Mi, 18. Okt 2017, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie U

Programm

Mit den 1839 auf Mallorca vollendeten Préludes op. 28, an denen er drei Jahre lang gearbeitet hatte, beschritt Frédéric Chopin musikalisches Neuland. Zwar hatten vor ihm schon andere Komponisten das Präludium als eigenständige pianistische Miniatur etabliert, dennoch blieben entsprechende Werke dem Gestus des freien, quasi improvisatorischen Spielens verhaftet. Chopin hingegen schuf mit seinen Préludes, deren tonaler Bauplan der Organisation der Tonarten im Quintenzirkel entspricht, einen Zyklus von 24 in sich abgeschlossenen Charakterstücken, die sich dennoch zu einer größeren musikalischen Einheit zusammenfügen. Ohne Zweifel war Chopins Opus 28 richtungsweisend für vergleichbare Kompositionen wie etwa die zwischen 1909 und 1912 entstandenen, von ihrem Komponisten in zwei Bänden zusammengefassten Préludes von Claude Debussy – eine Sammlung von programmatisch betitelten Charakterstücken, die deutlich zeigen, welche Entwicklung die pianistische Gattung des Prélude seit den Tagen Chopins durchlaufen hatte.

Anna Vinnitskaya hat für ihren Klavierabend im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie sowohl die Préludes op. 28 von Chopin als auch eine Auswahl jener von Debussy auf das Programm gesetzt. Seitdem sie bei renommierten Klavierwettbewerben wie den Concours Reine Elisabeth in Brüssel mit Ersten Preisen bedacht wurde, gastiert die 1983 in Noworossijsk geborene, in Rostow am Don und Hamburg ausgebildete Pianistin seit nunmehr einem Jahrzehnt in den bedeutendsten Musikzentren rund um den Globus. Ihre Einspielung auf Tonträger wurden darüber hinaus mehrfach mit Preisen bedacht, darunter zwei Mal der prestigeträchtige Diapason d’Or. Zu Beginn ihres Klavierabends interpretiert sie mit der 1917 entstandenen Klaviersonate c-Moll op. 29 von Sergej Prokofjew außerdem Musik eines Komponisten, dessen enorme Anforderungen an seine Interpreten jene »formidable Technik« voraussetzen, die ein englischer Kritiker Anna Vinnitskaya im Zusammenhang mit ihrer Einspielung von Prokofjews Zweitem Klavierkonzert bescheinigte.

(Foto: Marco Borggreve)