Bundesjugenorchester (Foto: Picasa)

Das Bundesjugendorchester spielt Brittens »War Requiem«

Im Bundesjugendorchester versammeln sich hochbegabte Nachwuchsmusiker im Alter von 14 bis 19 Jahren. In diesem Konzert interpretiert der Klangkörper, für den die Berliner Philharmoniker 2013 eine Patenschaft übernahmen, Benjamin Brittens War Requiem – ein gewaltiges, ergreifendes Plädoyer für die Völkerverständigung. Passend hierzu finden in dieser Aufführung Solisten und Chöre aus Deutschland, England, Frankreich und Polen zusammen.

Bundesjugendorchester

Orchestre Français des Jeunes

Thomas Neuhoff Dirigent

Daniel Spaw

Banu Böke Sopran

James Gilchrist Tenor

Erik Sohn Bariton

Chor des Bach-Vereins Köln e.V.

Polski Narodowy Chór Młodzieżowy Chor

Agnieszka Franków-Żelazny Chor-Einstudierung

Köln-Bonner Kinderprojektchor

Thomas Neuhoff Chor-Einstudierung

Coventry Cathedral Girls' Choir Mädchenchor

Kerry Beaumont Chor-Einstudierung

Benjamin Britten

War Requiem für Soli, großen Chor, Kinderchor, großes Orchester und Kammerorchester

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

Genau ein Jahrzehnt ist es her, dass es sich die Berliner Philharmoniker zur Aufgabe gemacht haben, regelmäßig einige der besten Jugendorchester aus aller Welt nach Berlin einzuladen. Das Bundesjugendorchester war seitdem bereits mehrfach zu Gast im Scharoun-Bau; 2013 übernahmen die Berliner Philharmoniker dann eine bis heute bestehende Patenschaft für das traditionsreiche Nachwuchsorchester. Seine rund 100 Mitglieder sind zwischen 14 und 19 Jahre alt. Die professionelle Ausbildung zum Berufsmusiker haben die meisten von ihnen daher erst noch vor sich – wenn sie sich denn überhaupt für eine solche entscheiden. Denn die Absicht, eine Musikerlaufbahn einzuschlagen, ist keineswegs Voraussetzung für die Aufnahme in das Orchester. Hohes technisches Können, Liebe zur Musik und der Wunsch, ein Teamplayer zu sein, reichen aus, um Teil eines Klangkörpers zu werden, dem Sir Simon Rattle 2015 ins Gästebuch schrieb: »You are sensationally good!« Doch nicht nur deshalb tut man gut daran, keines der Berliner Gastspiele des Bundesjugendorchesters zu versäumen: Aufgrund der eng gesteckten Altersgrenzen ist die personelle Besetzung dieses durch ansteckend vitale Interpretationen begeisternden Klangkörpers einer ständigen Fluktuation unterworfen – wodurch jedes seiner Konzerte auch für das Publikum zu einem »einmaligen« Erlebnis im doppelten Wortsinn wird. Auf dem Programm des Konzerts, welches das Bundesjungendorchester auf Einladung der Berliner Philharmoniker in dieser Saison gibt, steht mit Benjamin Brittens 1962 uraufgeführtem War Requiem ein singuläres Werk der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts: Das mit drei Gesangssolisten, einem Knabenchor, einem gemischten Chor, einem Kammerorchester und einem Symphonieorchester groß besetzte Werk stellt nämlich nichts weniger dar, als einen hoch komplexen, dabei unmittelbar anrührenden musikalischen Beitrag zum europäischen Gedanken der Völkerverständigung – und wer könnte für diesen besser einstehen, als ein Orchester junger, von einem international besetzten Vokaltrio unterstützter Musiker?

Bundesjugenorchester (Foto: Picasa)