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Familienkonzert – Elefantastische Abenteuer!

Familienkonzert – Elefantastische Abenteuer!

Babar, der liebenswürdige Elefant mit Vorliebe für das urbane Leben, begeistert seit 1931 als Held der französischen Kinderbuchreihe von Jean de Brunhoff Generationen von Kindern. Die Geschichte von Babars Hochzeitsreise in einem Heißluftballon, die so ganz anders verläuft als ursprünglich geplant, hat der amerikanische Komponist Raphael Mostel in Musik gesetzt, begleitet von einer farbenfrohen Slideshow, die auf den berühmten ursprünglichen Illustrationen basiert – Stipendiaten der Orchester-Akademie bescheren ihrem großen und kleinen Publikum damit ein musikalisches Abenteuer der besonderen Art.

Stipendiaten der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker

Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Gäste

Stanley Dodds Leitung

Hans-Jürgen Schatz Erzähler

Raphael Mostel Komposition, Produktionskonzept und Slideshow

Babar auf Reisen auf Grundlage des Bilderbuchs Le Voyage de Babar von Jean de Brunhoff (Text und Illustrationen, 1932) Deutsche Erstaufführung

Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren

Termine und Karten

So, 26. Feb. 2017 11 Uhr

Kammermusiksaal

So, 26. Feb. 2017 15 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Nach Babars weltberühmten Abenteuern, die ihn in die große Stadt und zurück in den Urwald führten – wo er zum König gekrönt worden war und seine Cousine Celeste zu seiner Königin gemacht hatte – gehen die beiden nun endlich auf Hochzeitsreise. Was eigentlich eine entspannte Ballonfahrt werden sollte, wird mehr und mehr zu einem gefährlichen Abenteuer, das der amerikanische Komponist Raphael Mostel vertont hat! Wie gut, dass Babar nicht nur bei den Berliner Philharmonikern gute Freunde hat …

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Wer ist eigentlich Babar?

Er ist grau, hat große Ohren und einen langen Rüssel – Babar ist ein Elefant! Doch er ist nicht irgendein Elefant, sondern einer der berühmtesten auf der ganzen Welt. Warum, wollt ihr wissen? Ihr werdet es heute selbst erleben: Babar ist nicht nur der König der Elefanten, sondern auch ein richtiger Abenteurer, der euch mit auf eine spannende Reise nimmt.

Die Geschichten von Babar hat sich vor über 75 Jahren eine französische Mutter namens Cécile für ihre Söhne ausgedacht. Céciles Mann, Jean de Brunhoff, war eigentlich Maler, doch als er sah, wie sehr die Babar-Geschichten die Kinder begeisterten, kam ihm die Idee, richtige Bücher daraus zu machen. Er schrieb Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten auf und malte zahlreiche Bilder dazu. Das Buch wurde sofort zu einem riesigen Erfolg, sodass Jean beschloss, noch weitere Babar-Geschichten herauszugeben. Als nächstes folgte Babar auf Reisen und anschließend erschienen noch weitere fünf Bücher über den abenteuerhungrigen Elefanten. Leider starb Jean de Brunhoff mit nur 37 Jahren an einer Lungenkrankheit.

Laurent, Jeans ältester Sohn, war wie seine beiden Brüder mit den Geschichten von Babar aufgewachsen und liebte sie sehr. Deshalb lag es ihm ganz besonders am Herzen, die Kinderbuchreihe seines Vaters fortzusetzen. Als Erwachsener zog Laurent von Frankreich nach Amerika. Dort hat er bis heute weitere zehn Babar-Bücher geschrieben und illustriert (das bedeutet, er hat auch die Bilder zu den Geschichten gemalt). In der Zwischenzeit ist Babar immer berühmter geworden, seine Abenteuer wurden sogar für Fernsehen und Kino verfilmt!

Elefantastische Abenteuer

»Babar«, hört der Elefantenkönig es hinter sich rufen. Er dreht sich um und entdeckt seinen kleinen Cousin Arthur. »Arthur, wie schön, dich zu sehen, was gibt es denn?« »Ich war gerade bei dem Käfig, in den ihr Rataxes und das andere gemeine Nashorn gesperrt habt und stell dir vor, ich habe ihnen eine lange Nase gedreht!« Arthur kichert aufgeregt. »Aber Arthur, hast du denn nicht aus deinem ersten dummen Streich gelernt, dass man Nashörner nicht ärgert? Wir mussten Krieg gegen die Nashörner führen, weil du ihrem Anführer einen Feuerwerkskörper an den Schwanz gebunden hattest – ein wirklich dummer Streich, wie du jetzt eigentlich wissen solltest!« Arthur guckt betreten zu Boden. »Ja, ja, du hast ja recht …«, murmelt er. »Babar, du hast mir noch gar nicht erzählt, was alles passiert ist, seitdem du mit Celeste nach der Hochzeit in dem Heißluftballon weggeflogen bist.« Babar nimmt Arthur auf den Schoß und beginnt zu berichten: »Nun, Celeste und ich wollten in die Flitterwochen fliegen, und zuerst war alles ganz himmlisch dort im Ballon, er schwebte ganz sanft und lautlos durch die milde Luft. Doch plötzlich erfasste uns ein Sturm und wir mussten auf einer Insel bruchlanden. Du wirst es nicht glauben, aber um wieder von der Insel wegzukommen, sind Celeste und ich auf dem Rücken eines riesigen Wals durch die Wellen des Meeres geritten! Doch nachdem uns der Wal für eine kurze Pause auf einem Riff absetzte, hat er uns einfach dort vergessen. Erst als ein großer Dampfer vorbeikam, wurden wir von Menschen gerettet. Wir waren sehr erleichtert. Erst später merkten wir, dass es gar keine freundlichen Menschen waren, die uns gerettet hatten. Der gemeine Kapitän verkaufte uns an den noch gemeineren Fernando, der uns in seinen Zirkus brachte. Dort musste ich vor den lachenden Zuschauern Trompete spielen und meine arme, liebe Celeste wurde gezwungen zu tanzen. Das war eine sehr schwere Zeit für uns. Eines Tages aber wollte es der glückliche Zufall, dass der Zirkus in genau die Stadt zog, in der die alte Dame lebt, die mich als kleinen Jungen bei sich aufgenommen und großgezogen hat. Ich war ihr noch immer so dankbar, dass ich mit Celeste zusammen des Nachts aus dem Zirkus ausgebrochen bin, um sie zu besuchen. Sie hat sich unheimlich über unseren Besuch gefreut und uns in ihr Haus eingeladen, wo wir endlich wieder lecker essen und ruhig schlafen konnten. Die Tage mit ihr waren toll, wir waren sogar mit ihr in den Bergen zum Ski fahren und haben uns prächtig amüsiert. Dann sind wir alle zusammen hierher zurückgeflogen, denn ich habe mein Land, meinen Urwald mit den Vögeln und vor allem natürlich euch, meine Familie, sehr vermisst. Doch als wir ankamen, mussten wir mit Entsetzen feststellen, dass das Land verwüstet war, weil ein kleiner frecher Elefantenjunge einem Nashorn einen dummen Streich gespielt hat …« »Ist ja schon gut, Babar, ich glaube, ich hab es jetzt verstanden – keine Feuerwerkskörper mehr, Elefantenehrenwort!«

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Gullivers Reisen: EinfantastischesAbenteuer für Groß und Klein!Unser englischer Reiseführer Gulliver nimmt Sie mit auf eine Bootsreise an Orte mit exotischen Namen: Erster Halt ist Liliput mit der vorgelagerten Insel Blefuscu, hier ist alles klein und beschaulich, doch Vorsicht, lassen Sie sich nicht von den herumflitzenden Zwergen in Beschlag nehmen, Sie kommen sonst so schnell nicht wieder weiter! Ein Tipp: Zeigen Sie sich stets diplomatisch! Zweite Station ist Brobdingnag, das Land der Riesen. Besonders in den ländlichen Gebieten werden Sie freundlichen Menschen begegnen. Anschlussreisen sind möglich – bitte fragen Sie uns nach weiteren Angeboten!

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Sonderangebot: 7.000 € pro Passagier. Teilverpflegung »paleo«: Kokosnüsse, Greifvogeleier, Schlangensteak, zwischendurch Heilfasten. Start und Ziel ist die alte Kalifenstadt Bagdad. Freizeitangebote: Walbeobachtung, Besuch eines Adlerhorsts, Paragliding.

Ein Abenteuer auf Tonleitern

Welche Art von Musik eignet sich wohl am besten für die Vertonung einer Bilderbuchgeschichte? Das fragte sich auch der amerikanische Komponist Raphael Mostel, als er beauftragt wurde, Musik zu Babar auf Reisen zu schreiben. Mostel hatte zuvor schon allerhand abenteuerliche Stücke komponiert, denn er interessiert sich nicht nur für Klassik sondern auch für die Klänge ferner Länder wie beispielsweise die aus Tibet in Asien, wo Musik häufig bei rituellen Zeremonien eingesetzt wird. Die Instrumente, die dort benutzt werden, sind teilweise ganz anders als diejenigen, die man in Amerika und in Deutschland kennt. Auch in Babar auf Reisen wird ein ganz besonderes Instrument aus einem fernen Land verwendet, nämlich der Regenmacher. Ihn könnt ihr in der Urwaldszene hören, begleitet von vielen exotischen Vogelpfeifen.

Als Mostel die Geschichte von Babar las und sich die Bilder dazu ansah, kam er auf die Idee, auch mit seiner Musik die Erzählung nachzuzeichnen. Anstelle von Pinsel und Farbe verwendete Mostel bestimmte musikalische Formen und wiedererkennbare melodische Bewegungen. Die melodische Folge, die ihr am häufigsten und am leichtesten hören könnt, ist die Tonleiter. Die einfachste Tonleiter kann jeder auf dem Klavier spielen. Dazu muss man nur die weißen Tasten eine nach der anderen herunterdrücken. Das geht sowohl aufwärts als auch abwärts, sodass eine die Melodie einer Tonleiter entweder auf- oder absteigt. Genau das ist in Babar auf Reisen an vielen Stellen zu hören, zum Beispiel in dem Moment, wenn der Ballon in die Luft aufsteigt. Da klettert auch die Musik in kleinen Tonleiterabschnitten immer weiter hinauf. Und als der Sturm – den werdet ihr leicht erkennen, denn hier erschallt das Donnerblech! – den Ballon abstürzen lässt, da sausen auch die Tonleitern abwärts.

Eine besondere Form der Tonleiter, bei der keine Lücken zwischen den Tönen zu hören sind, ist das Glissando. Das kann vor allem die Posaune ganz ausgezeichnet, wie ihr in der Szene hören könnt, wenn der riesige Wal im Ozean auf- und abtaucht.

Natürlich gibt es in Mostels Komposition noch viel mehr zu entdecken als nur Tonleitern: Da trötet der Dampfer und das Auto hupt fröhlich, Celestes Träume werden auf himmlische Art von der Celesta begleitet und Fernando schimpft mit Trillerpfeife sowie mit viel Schlagzeug-Aufruhr über das Verschwinden der Elefanten!

Instrumentenlexikon

Klarinette und Bassklarinette

Die Klarinette gehört innerhalb der Holzbläserfamilie zu den Rohrblattinstrumenten. Auf ihr Mundstück wird ein Blatt aus Schilfrohr gelegt und dort mit einer Schnur oder einer Art Schnalle befestigt. Beim Anblasen schwingt dieses Blatt und versetzt wiederum die Luft im Instrument in Schwingung, so entsteht der Ton. Die Klarinette besteht meistens aus schwarzem Hartholz und ist geformt wie ein gerades Rohr mit einem Schalltrichter am Ende. Ziemlich kompliziert sieht das Klappensystem aus, das aus verschiedenen Metallen hergestellt ist.

Die große Schwester der »normalen« Klarinette ist die Bassklarinette. Sie ist so groß und schwer, dass man sie– ähnlich wie das Cello – mit einem Stachel auf den Boden stellen muss. Der S-Bogen, auf dem das Mundstück sitzt, die Klappen und der Trichter sind meist aus Metall, während das Rohr aus gemacht Holz ist, damit das Instrument schön klingt. Auf der Bassklarinette kann man herrlich tiefe Töne hervorbringen und dabei sowohl ganz leise als auch richtig laut spielen.

Fagott

Das Fagott ist wie die Klarinette ein Holzblasinstrument, allerdings wird es – wie auch die Oboe – mit einem Doppelrohrblatt gespielt. Das Zurechtschnitzen dieser Rohre (so nennt man das Doppelrohrblatt verkürzt) ist eine echte Wissenschaft, die Fagottisten und Oboisten verbringen viel Zeit damit, ihren Rohren den perfekten Klang zu verleihen. Das Fagott hat eine ganz besondere Bauweise, der es auch seinen Namen verdankt: Das italienische Wort fagotto bedeutet »Bündel« und tatsächlich stecken beim Fagott zwei schmale Rohrteile mit zahlreichen daran angebrachten Klappen nebeneinander »gebündelt« in einem Fußstück, Stiefel genannt. Erstmals wurde ein solches »Bündel« im 17. Jahrhundert zusammengesetzt. Der Schalltrichter des Fagotts – meist ist er mit einem weißen Ring verziert und somit gut sichtbar – ragt beim Spielen hoch in die Luft. Dabei wird das große Instrument etwas schräg seitlich neben dem Körper gehalten. Die Verbindung zwischen dem Doppelrohrblatt und dem Fagott bildet der S-Bogen aus Metall. Mit dem Fagott kann man unglaublich tiefe und sehr schöne Töne hervorbringen, aber auch schnelle Läufe spielen. Eine berühmte Fagottmelodie ist die des Großvaters aus Sergej Prokofjews Peter und der Wolf.

Kornett

Das Kornett sieht auf den ersten Blick aus wie eine Trompete, gehört wie diese zu den Blechblasinstrumenten und wird ebenfalls mit einem Kesselmundstück gespielt. Trotzdem zählt man das Kornett zu den Horninstrumenten. Doch was unterscheidet das Kornett von der Trompete? Erst einmal ist das Instrument um einiges jünger als die Trompete, denn das Kornett wurde erst vor knapp 200 Jahren erfunden. Sein Erfinder wollte ein Posthorn mit Ventilen bauen, so erklärt sich auch der Name, denn Kornett heißt übersetzt »Hörnchen«. Es klingt ein bisschen weicher als eine Trompete, und das liegt daran, dass das gewundene Metallrohr zum Schalltrichter hin viel stärker auseinanderstrebt als bei der Trompete. Aus diesem Grund zählt das Kornett offiziell zu den Hörnern. Man nennt diese Rohrform »konisch«. Heute sieht man das Kornett nur selten im Orchester, dafür aber öfter als Lerninstrument für Kinder, denn es ist etwas leichter zu spielen als eine Trompete.

Posaune und Bassposaune

Wie das Kornett und die Trompete gehört auch die Posaune zu den Blechblasinstrumenten. Die Tenorposaune, so heißt die am häufigsten gespielte Posaune, ist ungefähr doppelt so lang wie die Trompete und klingt genau eine Oktave tiefer. Allerdings hat die Posaune keine Ventile, sondern einen sogenannten Zug, der die Funktion der Ventile übernimmt. Mit seiner Hilfe kann man jeden Ton spielen. Es gibt insgesamt sieben Zugpositionen, bei denen die beiden u-förmigen Posaunenrohrteile immer weiter auseinandergezogen werden, sodass die Töne immer tiefer nach unten steigen. Die tiefsten Töne kann man auf der Bassposaune spielen. Dazu ist ihr Rohr etwas breiter und der Trichter größer. Mit so einem Posaunenzug lassen sich übrigens toll Glissandi spielen, wie ihr heute hören werdet. Aber Achtung! Zieht man den Zug einer Posaune zu weit heraus, hält man plötzlich zwei Rohrteile in der Hand.

Viola und Violoncello

Die beiden Streichinstrumente im heutigen Konzert sind die Viola (auch Bratsche) und das Violoncello. Sie übernehmen innerhalb der Streichergruppe eines Orchesters die Mittelstimmen, denn die hohen Partien werden von den Violinen und die ganz tiefen von den Kontrabässen gespielt.

Die Viola und das Cello bestehen jeweils aus einem Holzkorpus, der ähnlich wie eine 8 geformt ist. In diesem Korpus könnt ihr die sogenannten f-Löcher entdecken, die den Schall, der sich im Korpus bildet, herauslässt. Der Schall entsteht beim Streichen oder Zupfen der über den Korpus, das Griffbrett und einen Holzsteg gespannten vier Saiten. Sobald sie schwingen, entsteht ein Ton. Die Höhe der einzelnen Saiten lässt sich mithilfe der Stimmwirbel unterhalb der Schnecke verändern. Die Schnecke ist natürlich keine lebendige, sondern eine liebevoll aus Holz geschnitzte. Überhaupt ist das Bauen von Streichinstrumenten eine wahre Kunst, die viel Zeit und Sorgfalt erfordert, was diese Instrumente mitunter sehr teuer macht. Das gilt auch für die Herstellung eines guten Bogens aus einem edlen Holz für die Stange und Pferdehaaren für die Bespannung. Dem Frosch wiederum wird kein Haar gekrümmt, denn von ihm erhielt man nur den Namen für den Griff des Bogens.

Klavier

Jeder kennt es, aber ganz genau betrachtet ist das Klavier schon ein merkwürdiges Ding: Es ist ein Tasteninstrument, denn per Tastendruck wird eine Mechanik bewegt, die kleine Hämmerchen auf die Saiten schlagen lässt – also handelt es sich eigentlich auch gleichzeitig um ein Schlag- und um ein Saiteninstrument. Wer viel Platz zu Hause hat, stellt sich einen großen Konzertflügel ins Wohnzimmer – der kann dann bis zu 600 kg wiegen! Aber auch auf dem kleineren Klavier, mit senkrecht verlaufenden Saiten, kann man genauso schön spielen. Die meisten Klaviere haben 88 Tasten; pro Oktave sieben weiße für die Stammtöne und fünf etwas kürzere schwarze für die dazwischenliegenden Halbtöne.

Celesta

Die Celesta ist ein wahres Überraschungsinstrument, denn von außen sieht es aus wie ein Klavier: ein Kasten, oben eine Tastatur und unten ein Pedal. Aber wenn man es spielt, dann klingt es kein bisschen wie ein Klavier, sondern wie ein Glockenspiel! Und weil die Töne so süß und schön klingen, die von einer Celesta hervorgebracht werden, bekam sie ihren Namen: Im Französischen heißt céleste nämlich »himmlisch«. Das Innere einer Celesta sieht ziemlich kompliziert aus: Hier befinden sich Stahlplatten, die mit kleinen Hämmerchen angeschlagen werden, wenn man die Tasten der Klaviatur drückt. Damit der Klang weicher wird, sind die Hämmerchen mit Filz überzogen und unter den Stahlplatten sogenannte Resonatoren angebracht. Das sind Holzkästen, durch die der Ton verstärkt wird, damit er auch laut genug ist. Eine sehr berühmte Musik, in der ihr eine Celesta hören könnt, ist der Tanz der Zuckerfee in Peter Tschaikowskys Ballett Der Nussknacker.

Schlaginstrumente

Heute werdet ihr eine Menge Trommeln hören: eine große Basstrommel, die kleine Paartrommel, die man Bongos nennt, die hohe, einer schmalen Tonne ähnliche Conga und verschiedene Tom-Toms, die eine zylindrische Form haben, also wie ein Zylinderhut, bloß ohne die Krempe. All diese Trommeln bestehen aus einem Resonanzkörper, der mit einem Fell bespannt ist. Wenn man auf dieses schlägt – mit der Hand oder einem Schlägel – schwingt es und die Trommel klingt. Da man das Fell auch als Membran bezeichnet, heißen diese Instrumente Membranofone oder Fellklinger.

Idiofone oder Selbstklinger werden Instrumente genannt, die als Ganzes schwingen, damit ein Klang erzeugt wird. Sie bestehen meist aus Holz oder Metall und werden mit mindestens einem Schlägel gespielt. Das größte Idiofon, das ihr heute seht, ist das Marimbafon. Das sieht zunächst aus wie ein Xylofon, hat aber zusätzlich unter den hölzernen Klangstäben lange Resonanzröhren aus Metall. Dadurch klingt der Marimba-Ton lauter. Auch das dreieckige Triangel, das tellerförmige Becken und der Holzblock gehören zu den Selbstklingern.

Die dritte Gruppe der Schlaginstrumente sind diejenigen, die man gegeneinanderschlägt, so Bei den Klappern, die aus zwei schmalen Holzbrettern bestehen geschieht das mit großem Schwung.. Im Sportunterricht werden sie beim Laufen oft für das Startsignal benutzt.

Bei Babar auf Reisen kommen ein paar ganz besondere Idiofone zum Einsatz, zum Beispiel die Trillerpfeife, Vogelpfeifen, eine Hupe und einen Regenmacher. Dieses spannende Instrument stammt ursprünglich aus Chile in Südamerika, wo es oft sehr trocken ist, weil es nur selten regnet. Bei einer chilenischen Regenzeremonie soll der Regenmacher mit seinem regenähnlichen Geräusch den echten Regen anregen. Das Instrument bestand ursprünglich aus einem Stab aus Kaktusholz (heute gibt es sie auch aus anderem Holz oder Plastik). Die Stacheln des Kaktus werden nach innen getrieben, sodass die in den hohlen Innenraum ragen und man sich beim Anfassen außen nicht sticht. Dann werden Kieselsteinchen in das Rohr gefüllt. Wenn diese nun beim Drehen des Stabs von einem Ende zum anderen fallen, rollen sie an all den Kaktusstacheln vorbei und dabei entsteht das regenähnliche Geräusch – ein toller Effekt!

Ein anderes Schlaginstrument kann einen ganz schön erschrecken: das Donnerblech! Es besteht aus einem großen Metallblech mit Griffen für die Hände. Während man es an den Griffen festhält, schüttelt man es und beim Verbiegen des Metalls entstehen Geräusche, die einem echten Donnergrollen zum Verwechseln ähnlich klingen. Möchte man nun auch noch das Heulen des Windes dazu nachahmen, bieten sich die auch Heulschläuche genannten Whirlies an. Dabei handelt es sich um biegsame Schläuche aus Kunststoff, die man schnell über dem Kopf in der Luft kreisen lässt, wobei die durchströmende Luft im Rohr ein heulendes Geräusch erzeugt.

Kurz erklärt

Das Wort Glissando bedeutet wörtlich übersetzt »gleitend« und genau das soll auch mit dem Ton geschehen, wenn der Komponist ein Glissando vorschreibt. Der Spieler soll möglichst ohne Lücken über mehrere Töne hinweggleiten, entweder nach oben oder nach unten, mitunter aber auch im Zickzack. Das geht besonders gut mit der Stimme – ihr könnt es selbst ausprobieren, seufzt einfach einmal gaaanz lang! Aber auf Posaunen und Streichinstrumenten kann man diesen Effekt sehr gut erzeugen, da es möglich ist, problemlos zwischen den Tönen »durchzurutschen«. Ein Klavier hingegen hat nur die durch die Tasten festgelegten Töne, sodass bei einem Glissando – das spielt der Pianist mit dem Daumen oder auch mit der ganzen Hand, indem er mit Schwung die Tastatur entlangstreicht – immer kleine Lücken bleiben.

Susanne Ziese

Biografie

Raphael Mostel glaubt, dass Musik etwas Magisches haben sollte und diese Magie dann entsteht, wenn es gelingt, die Fantasie der großen und kleinen Hörer zu beflügeln. In seiner Heimat ist Raphael vor allem aufgrund seiner außerordentlichen musikalischen Vielseitigkeit bekannt. Die Bandbreite des in New York lebenden Komponisten, dessen Werke u. a. im New Yorker Metropolitan Museum of Art und im Lincoln Center aufgeführt wurden, reicht nämlich von Musik für klassische Besetzungen bis hin zu Stücken für tibetanische Klangschalen, die er mit dem Ensemble »New Music for Old Instruments« zu Gehör bringt. Neben seiner Tätigkeit als Komponist schreibt Raphael Mostel Konzertkritiken und Texte über Musik für die New York Times sowie für Zeitschriften wie Opera Today und Playbill Arts. Er hält Vorlesungen an Universitäten wie der Brown University, Princeton, und der New York University sowie am American Center of Tokyo. Mit Babar auf Reisen hat sich Raphael Mostel einen Herzenswunsch erfüllt, nämlich auf der Grundlage des Kinderbuch-Klassikers ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk zu schaffen. Es ermöglicht Kindern, intuitiv die Freude an der Musik zu erfahren und gleichzeitig das grundlegende klassische »Vokabular« kennenzulernen. Raphael selbst meint, es sei ihm am wichtigsten, dem Publikum mit seiner Musik mindestens ein Lächeln zu entlocken.

Eigentlich war es klar, dass Hans-Jürgen Schatz einmal als Schauspieler Karriere machen würde: Schon als Kind nahm er das von seinem Vater gebastelte Kasperle-Theater mit in die Schule, um seine Mitschüler zu unterhalten. Ab seinem 13. Lebensjahr zeigte der gebürtige Berliner dann großes Interesse am Theatergeschehen seiner Heimatstadt, mit 15 Jahren jobbte er als freier Mitarbeiter beim RIAS (einem Radiosender, den es heute nicht mehr gibt). Nach dem Abitur begann Hans-Jürgen Schatz Publizistik und Germanistik zu studieren, bis sein Leben eine völlig andere Wendung nahm: Die Schauspielerin Gabriele Schramm hatte sein Talent erkannt und schickte ihn, ohne dass er eine Stunde Schauspielunterricht genommen hätte, zu seinem ersten Casting. Er gewann es mit Bravour und übernahm die männliche Hauptrolle in dem Spielfilm Flamme empor von 1978. Seitdem wirkte er in zahlreichen Theaterinszenierungen mit sowie in Kino- und Fernsehfilmen (Heimat, Der Fahnder und Salto Postale). Hans-Jürgen Schatz als Rezitator schon mehrfach in den Konzerten der Berliner Philharmoniker auf, zuletzt im Rahmen zweier Familienkonzerte Mitte Februar 2016; zudem arbeitete er auch mit vielen anderen berühmten Musikerinnen und Musikern. 1999 wurde ihm für die Einspielung von Paddington Bärs erstem Konzert der Deutsche Schallplattenpreis »ECHO Klassik« verliehen.

Dass Stanley Dodds Musiker wurde, verdankt er seiner Mutter. Die suchte nämlich nach einer sinnvollen Beschäftigung für ihr lebhaftes Kind, und da sie eine gute Geigenlehrerin kannte, schickte sie den damals Vierjährigen zum Unterricht. Bereut hat das der Sohn australisch-chinesischer Eltern nie – trotz des vielen Übens. Dennoch sagt er: »Das Schönste an meinem Beruf sind die Konzerte«. Doch bis man die richtig spielen oder dirigieren kann, muss man viel lernen: So studierte Stanley Dodds von 1988 an bei Gunars Larsens am Luzerner Konservatorium, wo er das Lehr- und Konzertreifediplom ablegte. Seine Ausbildung vollendete er bei Rainer Sonne an der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker, bevor er 1994 Mitglied des Orchesters wurde. Wie viele seiner Kollegen wollte er allerdings auch dirigieren, weshalb er zahlreiche Kurse bei Jorma Panula belegte. Das ist einer der bedeutendsten Dirigentenerzieher, die es je gab. Andere prägende Impulse erhielt er von den Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker Claudio Abbado und Sir Simon Rattle. So kam es, dass Stanley Dodds seit der Spielzeit 2014/2015 das Sinfonie Orchester Berlin leitet und zudem ein gefragter Dirigent für Ensembles und Kammerorchester aus den Reihen der Berliner Philharmoniker ist. Seit 2012 arbeitet er mit dem Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern und ist künstlerischer Leiter des Neubrandenburger Jugendorchestertreffens. Außerdem gastiert er bei vielen anderen Orchestern (u. a. Orchestre Philharmonique Luxembourg, Melbourne Symphony Orchestra, Jenaer Philharmonie) und assistiert Sir Simon Rattle immer wieder mal bei der Vorbereitung von Aufführungen der Berliner Philharmoniker.

Das erste Konzert des »Berliner Philharmonischen Orchesters« fand am 17. Oktober 1882 in der Alten Philharmonie statt. Die Berliner Philharmoniker, die heute zu den besten Orchestern der Welt gezählt werden, gibt es also schon seit fast 135 Jahren! Die Musikerinnen und Musiker kommen aus vielen verschiedenen Ländern und sind allesamt herausragende Instrumentalisten. Chefdirigenten waren u. a. Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan und Claudio Abbado; heute ist Sir Simon Rattle der Künstlerische Leiter des Orchesters. Die Musikerinnen und Musiker haben viel zu tun: Sie spielen nicht nur in den zahlreichen Orchesterkonzerten in der Berliner Philharmonie, sondern gehen auch regelmäßig auf Reisen, um in den berühmtesten Konzertsälen der Welt zu gastieren. Außerdem treten die meisten Mitglieder der Berliner Philharmoniker regelmäßig in kleinen Besetzungen auf, im Berliner Kammermusiksaal sowie an anderen Orten der Welt. Bei den Konzerten des philharmonischen Education-Programms dürfen die Streicher, Bläser und Schlagzeuger des Orchesters natürlich auch nicht fehlen – schließlich müssen die Programme der verschiedenen Projekte auch einstudiert und betreut werden. Damit ihnen nicht langweilig wird, unterrichten viele Philharmoniker als Professoren an Musikhochschulen oder als Dozenten an der eigenen Orchester-Akademie; wer etwas Besonderes kann, sollte es schließlich nicht für sich behalten! In der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker werden sehr begabte junge Musikerinnen und Musiker von Mitgliedern der Philharmoniker zwei Jahre lang für die Arbeit in einem Orchester ausgebildet. Zu diesem Studium gehört auch, dass die Stipendiaten regelmäßig an den großen Konzerten des Orchesters beteiligt sind und außerdem sehr viel Kammermusik in kleineren Ensembles spielen. Man kann sich leicht vorstellen, wie begehrt diese Ausbildungsplätze sind, und dass sich Instrumentalisten aus aller Welt dafür bewerben. Nicht jeder besteht daher die Aufnahmeprüfung …

(c) Jan von Holleben

Familienkonzerte der Berliner Philharmoniker

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