(Foto: Martin Walz)

Education

Familienkonzert – Weihnachtliches Konzert

Ho, Ho, Horn!

Alle Jahre wieder: Hornistin Sarah Willis moderiert das traditionelle Familienweihnachtskonzert des Education-Programms der Berliner Philharmoniker. In diesem Jahr stellt sie ihr eigenes Instrument, das Horn, vor und präsentiert gemeinsam mit ihren Kollegen von der philharmonischen Horngruppe ein buntes Programm voller schöner, lustiger, überraschender und natürlich weihnachtlicher Musik.

Hornisten der Berliner Philharmoniker

Franz Schindlbeck Perkussion

Sarah Willis Moderation und Konzeption

Ho, Ho, Horn!

Empfohlen für Kinder ab 5 Jahren

Termine und Karten

Sa, 03. Dez 2016, 15:00 Uhr

Philharmonie

So, 04. Dez 2016, 11:00 Uhr

Philharmonie

Live in der Digital Concert Hall zur Übertragung

Programm

Wir kennen diesen Moment, den E.T.A. Hoffmanns Nussknacker und Mausekönig beschreibt und auf den schon unzählige Kinder gewartet haben: »Ein heller Schein streifte an der Wand hin […]. In dem Augenblick ging es mit silberhellem Ton: ›Klingling, klingling‹, die Türen sprangen auf, und solch ein Glanz strahlte aus dem großen Zimmer, dass die Kinder mit lautem Ausruf: ›Ach! – Ach!‹ wie erstarrt auf der Schwelle stehenblieben.« Für die passende musikalische Einstimmung zur Weihnachtszeit sorgt das traditionelle Adventsfamilienkonzert des Education-Programms der Berliner Philharmoniker mit Sarah Willis: Wie jedes Jahr stellt die philharmonische Hornistin eine Instrumentengruppe vor, die schöne, lustige, überraschende und natürlich auch weihnachtliche Musik spielt. Dabei ist sie dieses Mal in eigener Sache unterwegs, da nun – ganz nach dem Motto Ho, Ho, Horn! – ihr eigenes Instrument im Vordergrund steht, dessen weicher, warmer und runder Klang tiefer als der der Trompete ausfällt und höher ist als der Klang von Posaune und Tuba. Das Horn wurde von Komponisten unterschiedlichster Zeiten als Attribut der Jagd, als ein Klangsymbol für Wald und Natur sowie als musikalische Chiffre für romantische Ferne und Einsamkeit verwendet. Mit seinem messingfarben schillernden Korpus stand es allerdings auch immer wieder für sakrale Klangpracht. Ganz in diesem Sinne wird man sich auf ein in jeder Hinsicht glanzvolles Konzert einstellen können – mit Sarah Willis und Kollegen, den Hornisten der Berliner Philharmoniker, sowie mit weiteren Berliner Musikerinnen und Musikern.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

»Ho, Ho, Horn«

Weihnachtliche Musik mit den philharmonischen Hornisten

Was ist eigentlich »Ho, ho, ho«?

Mama: Na, wie war es heute in der Schule?

Emma: Och, ganz okay. Im Chor haben wir jetzt angefangen, Weihnachtslieder zu üben.

Mama: Wie schön, da freue ich mich auf eure Aufführung!

Emma: Sag mal, weißt du, was dieses »Ho« heißt?

Mama: »Ho«? Was denn für ein »Ho«?

Emma: Na dieses »Ho, ho, ho« und so weiter.

Mama: Ach so, jetzt weiß ich, was du meinst! Na, das ist das Lachen vom Weihnachtsmann!

Emma: Hä? Wieso lacht der denn so komisch?

Mama: Hm, ich glaube, das liegt daran, dass der Weihnachtsmann einen groooßen Bauch hat. Und »ho, ho, ho« klingt doch viel mehr nach einem runden Weihnachtsmannbauch als »hi, hi, hi«, findest du nicht?

Emma: Doch, stimmt. Und wo wohnt denn der Weihnachtsmann eigentlich? Leben da auch Engel?

Mama: Vermutlich, aber so genau weiß das keiner. Viele glauben, der Weihnachtsmann wohnt am Nordpol und wenn man ihm einen Brief schreibt, kann man ihn an H0H 0H0 Nordpol adressieren – siehst du, mit den Nullen in der Postleitzahl ergibt sich wieder ...

Emma: … HOHOHO!

Mama: Genau! Aber hier in Deutschland kann man Briefe auch nach Himmelpfort schicken.

Emma: Und warum lacht der Weihnachtsmann immer? Was findet er denn so lustig?

Mama: Er lacht viel, weil er ein freundlicher, gut gelaunter Mann ist, der allen Kindern Geschenke bringt. Weihnachten ist schließlich ein fröhliches Fest und Schenken macht Spaß.

Emma: Hm. Und die Engel lachen dann mit ihm?

Mama: Wie kommst du denn auf die Engel?

Emma: Na, in dem Lied, das wir heute im Chor gesungen haben, heißt es »Engel haben Himmelslieder auf den Feldern angestimmt. Echo hallt vom Berge wider, dass es jedes Ohr vernimmt«.

Mama: Ja, das Lied kenne ich, aber darin kommt doch der Weihnachtsmann gar nicht vor, oder doch?

Emma: Nein, eben, darum wundere ich mich ja! Aber eins steht fest: Der Weihnachtsmann und die Engel müssen wirklich viel Spaß haben. – Ich hab’s! Bestimmt erzählt der Weihnachtsmann den Engeln einen Witz nach dem anderen, und dann lachen sie alle laut im Chor!

Mama: Wie kommst du denn darauf?

Emma: Na, hör doch mal, wie das Lied weitergeht: »Glooo-ho-ho-ho-ho-hooo, ho-ho-ho-ho-hooo, ho-ho-ho-ho-hoo-ria in excelsis Deeee-hooo.«

Horngeschichten

Was haben Klaus Wallendorf, ein Schaf und eine Kuh gemeinsam? Richtig, alle haben mindestens ein Horn! Und weil die Menschen schon vor mehreren 1000 Jahren entdeckt haben, dass man auf Tierhörnern von Schafen, Ziegen oder Kühen Musik machen kann, heißt auch das Instrument aus Metall, das sich im Laufe der Zeit daraus entwickelt hat und das beim heutigen Konzert eine wichtige Rolle spielt, Horn. Während die frühen Hörner alle recht klein waren, haben Hirten in den Bergen vor etwa 500 Jahren das Alphorn erfunden. Das ist ein vier Meter langes gerades Holzrohr mit einem Schalltrichter am Ende. Das Tolle an so einem großen Instrument ist, dass man es im Gebirge kilometerweit hören kann. Auf diese Weise können sich die Alphornspieler über große Entfernungen hinweg mit bestimmten Signalen wichtige Dinge mitteilen, zum Beispiel, dass ein Gewitter aufzieht. Überhaupt ist das Horn ein wichtiges Signalinstrument. Vielleicht habt ihr schon mal das Logo der Deutschen Post gesehen. Da thront auf gelbem Grund ein sogenanntes Posthorn. Schon im Mittelalter hatten Boten ein Horn bei sich, in das sie bliesen, um ihre Ankunft und Abreise anzukündigen. So wurde das Instrument zum Markenzeichen der Post. Übrigens benutzten die Fahrer von Postkutschen ihre Hörner auch ganz frech als Hupe, um schneller voranzukommen. Neben den Postboten gab es in dieser Zeit noch andere Berufsgruppen, die Hörner gebrauchten: zum Beispiel die Nachtwächter. Diese bliesen das Horn als Alarmsignal, um bei einer Gefahr den Besitzer eines Hauses zu warnen. Oder auch Turmbläser, die zu jeder Stunde ein Signal vom Turm herabbliesen, weil damals nicht alle Menschen Uhren besaßen. Und bis heute dient das Jagdhorn den Jägern dazu, sich im Wald untereinander zu verständigen und auch anderen ihre Anwesenheit zu signalisieren.

Bereits im Mittelalter wurden Hörner aus Metall hergestellt und ab dem 17. Jahrhundert gab es ein gebogenes Horn, das dem von Sarah recht ähnlich sah, und das zum Musizieren im Orchester genutzt wurde. Es hatte zwar auch schon ein Mundstück, um die Tonerzeugung leichter zu machen, allerdings noch keine Ventile wie das moderne Horn. Daher konnte man auf diesem wie auf den noch älteren Hörnern nur sogenannte Naturtöne erzeugen. Noch einmal 100 Jahre später entdeckte ein Dresdner Hornist, dass man beim Spielen seine Hand in den Schalltrichter stecken und damit die Tonhöhe verändern kann. Diese sogenannte Stopftechnik verwenden Hornisten auch heute noch. Von da an war es möglich, auf dem Horn auf einfachere Weise mehr Töne und damit kompliziertere Stücke zu spielen. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte in dieser Zeit gleich vier Konzerte für Horn und Orchester! Die letzte große Entwicklung im Hornbau brachte dann die Erfindung der Ventile. Das heutige Ventilhorn ist sehr vielseitig und man kann richtig virtuose Musik auf ihm spielen. Doch auch der beste Hornspieler (selbst ein Berliner Philharmoniker) kennt die Tücken dieses Instruments – nicht umsonst wird das Horn scherzhaft als »Glücksspirale« bezeichnet. Manchmal passiert es nämlich, dass ein ganz anderer Ton erklingt als der vorgesehene oder – noch schlimmer – ein Kiekser! Aber das gehört für alle Hornisten nun einmal zum Berufsrisiko.

Ho, ho, Horn hoch zwei!

Liebe Sarah, lieber Klaus, ihr spielt beide Horn, wolltet ihr denn nie ein anderes Instrument lernen?

Sarah: Das Horn ist für mich einfach das schönste Instrument von allen! Allein wie es aussieht mit den vielen glänzenden Bögen und Zügen. Wunderschön, findet ihr nicht? Und wie herrlich es klingt: so dunkel, warm und sahnig! Mein Lehrer in der Schule meinte, ich solle doch Flöte oder Klarinette lernen. Das sind zwar auch schöne Instrumente, aber ich war abenteuerlustig und mir stand der Sinn nach etwas Aufregendem. Der Lehrer sagte: »Wir haben hier noch ein Horn, aber das ist mehr was für Jungs.« Ich habe es trotzdem sofort ausprobiert und war vom ersten Ton an total verliebt. Ab sofort wollte ich nichts anders mehr, als Horn spielen.

Klaus: Ich aber wollte eigentlich gern Schlagzeug spielen. Als ich im Kindergarten war, hatte mir mein Großvater eine Spielzeugtrommel geschenkt, mit der ich bei Umzügen immer vor allen anderen Kindern trommelnd herlaufen durfte. Später, auf dem Gymnasium in Düsseldorf, gab es zwei Waldhörner von der Musikschule und erst da habe ich – eigentlich nur aus Sympathie für meinen Musiklehrer – unbedingt Horn lernen wollen.

Was gefällt euch am Hornspielen besonders gut?

Sarah: Das Horn hat eine ganz besondere Rolle im Orchester. Wir gehören zur Blechbläserfamilie und gemeinsam mit unseren »Geschwistern«, den Trompeten, Posaunen und der Tuba, dürfen wir oft so richtig kräftig in unsere Instrumente blasen. Das wird dann mitunter ganz schön laut. Aber wir bilden auch eine ganz wichtige Verbindung zwischen den Blechbläsern und den Holzbläsern, denn mit ihnen zusammen können wir genauso gut auch wunderbar zart spielen. Hörner sind eben sehr vielfältig!

Klaus: Mir gefällt besonders der runde, weiche Klang des Horns, und dass man auch die Star Wars-Musik darauf blasen kann.

Sarah, du hast ja schon an allen möglichen Orten der Welt Horn gespielt – sogar mit einem Elefanten! Was war denn dein aufregendstes Horn-Abenteuer auf diesen Reisen?

Sarah: Ich habe schon sooo viele schöne Erlebnisse mit dem Horn gehabt, denn – und das ist das Tollste an unserem Beruf als Musiker – wir reisen um die ganze Welt und dürfen überall für Menschen Musik machen. Und natürlich auch für Tiere! Die Elefanten aus dem Berliner Zoo zum Beispiel sind ein super Publikum: Bei schöner Hornmusik tröten sie fröhlich durch ihre Rüssel zurück. Auch Papageien habe ich schon etwas vorgespielt, sie haben zu meinem Konzert laut gekrächzt und versucht mitzusingen. Einmal war ich auf den Galapagosinseln, wo ich den Seelöwen, die gemütlich in der Sonne lagen, ein Ständchen gab. Allerdings wusste ich nicht, dass sie allesamt Weibchen waren, und als das Männchen mein Horn hörte, dachte es, ich wolle ihm seine Frauen ausspannen. Sofort stürmte es aus dem Meer ans Ufer und ich musste ganz schnell wegrennen – also Vorsicht, wenn ihr für Seelöwen spielt!

Klaus, du bist ja bei den Philharmonikern berühmt für deine Späße. Was war denn das Lustigste, das dir je mit deinem Horn passiert ist?

Klaus: Hmm … Ich bin einmal mit dem Horn, das ich (zum letzten Mal in meinem Leben!) nur in ein dünnes Lederetui gehüllt hatte, am Bahnhof Wannsee in eine Drehtür geraten. Das Horn verhakte sich dabei in der Tür. Als ich es später in einem Hotel in Frankfurt wieder auspackte, fielen mir lauter zerdellte Einzelteile entgegen! Ich musste es sofort reparieren lassen, denn am Abend fand ein Konzert statt. Das hat zum Glück geklappt. Als ich hinterher mit dem Nachtzug nach Wien weitergefahren bin, habe ich das Horn in seiner dünnen Hülle vermeintlich sicher auf der Gepäckablage verstaut. Doch während ich friedlich schlief, wuchtete ein Mitreisender – bestimmt nicht mit Absicht – seinen schweren Koffer auf mein Horn und so musste ich es in Wien gleich wieder zusammenflicken lassen. Noch auf der Bühne sah das Horn dann aus wie nach einem Duell mit einer Tuba! Lustig war das damals natürlich nicht, aber heute kann ich über die Doppelpanne schmunzeln.

Wenn ein Kind Horn lernen möchte, welche Insider-Tipps würdet ihr ihm mit auf den Weg geben?

Sarah: Ich finde, wer Lust hat, Horn zu spielen, sollte einfach hineinpusten und schauen, ob es Spaß macht! Wenn man dann richtig anfängt Horn zu spielen – Glückwunsch, es ist das schönste Instrument der Welt! –, muss man zwar viel üben, aber ich würde jedem raten, auch am Anfang gleich mit anderen zusammen zu spielen, weil Musik so am allerschönsten ist!

Zur Musik

Heute könnt ihr erleben, wie vielseitig das Horn ist – man kann fast jede Musik auf ihm spielen!

Das Stück Rendezvous de la chasse von Gioacchino Rossini zum Beispiel ist eine ganz typische Hornmusik. Der französische Titel heißt übersetzt »Treffen zur Jagd« und was ihr am Anfang hört, sind die Signale eines Jagdhorns, wie sie sich der Italiener Rossini vorgestellt hat – vermutlich, als er gerade vor einer saftigen Keule saß, denn der Komponist war berühmt dafür, dass er sehr gern und sehr viel aß!

Aber das Horn kann nicht nur munter zur Jagd blasen, sondern auch ganz stimmungsvolle, romantische Töne hervorbringen. Besonders schön ist das im Vorspiel zu der Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck zu hören. Das Märchen, in dem sich die beiden Geschwister im dunklen Wald verlaufen und von der bösen Hexe gefangen werden, kennt ihr bestimmt alle. Zum Glück können die Kinder die Hexe überlisten und alles geht gut aus. Viele Komponisten möchten gern schon in der Ouvertüre – also der Einleitung zu einer Oper – ein wenig von der Handlung in Tönen erzählen. Und was ist bei einem Märchen, das im Wald spielt, passender als ein Quartett aus Waldhörnern? Das dachte sich offenbar auch Humperdinck, denn am Anfang seiner Märchenoper blasen zuerst vier Hörner ganz allein und dann kommt das restliche Orchester hinzu. Die friedliche Horn-Melodie ist der Abendsegen. Weil Hänsel und Gretel sich hoffnungslos im Wald verirrt haben, müssen sie dort übernachten, die beiden bekommen Angst und fürchten sich. Da kommt das Sandmännchen und streut ihnen Sand in die Augen, damit sie sich beruhigen und einschlafen. Hänsel und Gretel singen ein wunderschönes Nachtgebet, eben den Abendsegen.

Natürlich sollt ihr euch im Konzert weder fürchten, noch einschlummern und deshalb hat Klaus extra für euch ein spannendes Horn-Medley aus Weihnachtsliedern vorbereitet. Ein Medley ist eine Art Puzzle aus lauter verschiedenen Liedern, die zu einem einzigen Musikstück zusammengesetzt werden. Mal schauen, ob ihr die einzelnen Weihnachtslieder darin wiedererkennt!

Wenn ihr bei einer Schlittenfahrt (englisch Sleigh Ride) nur an zarte goldene Glöckchen denkt, dann werdet ihr staunen, wie schwungvoll so eine Rutschpartie sein kann, wenn Hörner sie spielen! Überhaupt kann man mit dem Horn auch sehr fetzige, moderne Musik aufführen. Der Amerikaner Joshua Davis ist Jazzmusiker und Komponist. Für das »Ho, ho, Hornkonzert« hat er Teile aus einem ganz berühmten Stück aufgepeppt, das man ziemlich oft zu Weihnachten hört: Peter Tschaikowskys BallettDer Nussknacker. Es handelt von dem Mädchen Clara, das zu Weihnachten träumt, wie der Nussknacker zusammen mit Zinnsoldaten gegen einen Mauskönig kämpft und sich am Ende in einen Prinzen verwandet. Mit ihm reist Clara ins Land der Süßigkeiten, wo die Zuckerfee ein Fest auf ihrem Schloss veranstaltet. Am Ende erwacht Clara aus ihrem Traum, aber die zauberhaften Eindrücke der tanzenden Spielzeuge bleiben. Ob die Hörner in Joshuas Version des Nussknackers genauso traumhaft und tänzerisch klingen? Lasst euch überraschen!

Von vorn!

Hans hat diesmal viel geübt,
damit er heute nicht betrübt
den neuen Aushilfsdirigentʼ,
den das Orchester noch nicht kennt.
Brahms steht auf dem Probenplan,
Hans weiß, dass er sein Solo kann.
Nun geht es los, das Tutti sitzt,
doch wer kommt da denn angeflitzt?
»Herr Dirigent, das vierte Horn!«

Der klopft nur ab und sagt: »Von vorn.«

Noch einmal hebt er seinen Stock
und Hans setzt an, doch dann der Schock:
Ein Kiekser dringt aus seinem Horn!
Der Dirigent verlangt: »Von vorn!«

Diesmal gelingtʼs, das Solo naht,
das Hans so oft geübt schon hat.
Konzentration, nun geht es los –
warum klingt es so matt denn bloß?
Der Dämpfer steckt ja noch im Horn!
Schon heißt es nachdrücklich: »Von vorn!«

Jetzt reißt sich Hans zusammen und
beginnt sein Solo voll und rund,
»Luft sparen, Hans, du schaffst das schon«,
denkt er und trifft – den falschen Ton!
Da faucht die Stimme voller Zorn:
»Ein letztes Mal: VON VORN, VON VORN!«

Mit rotem Kopf bläst Hans erneut,
das Solo, das sich querstellt heut.
Mit wildester Entschlossenheit
spielt Hans es voller Innigkeit.
Auf einmal ist er ganz allein,
da müsste doch Begleitung sein?
Was hat der Dirigent gemacht,
oder hat Brahms das so erdacht?
Nein, die Kollegen, ganz betört,
habʼn samt und sonders aufgehört,
verzaubert von der Klangmagie –
so schön blies Hans fürwahr noch nie!
Als Hans setzt staunend ab sein Horn,
erschalltʼs aus aller Mund: »Von vorn!«

Kurz erklärt

Signal

Das Wort Signal ist vom lateinischen Begriff signum abgeleitet und bedeutet Zeichen. Signale sind Botschaften, die in verschiedener Form übermittelt werden können. Zum Beispiel der Startschuss in einem Wettrennen ist ein Signal, denn er übermittelt die Botschaft: »Loslaufen!« Auch die Sirene der Feuerwehr, das Martinshorn, ist ein Signal, das den Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern sagt: »Achtung, aus dem Weg, Notfall!« Ihr habt doch bestimmt schon einmal einem Verkehrspolizisten zugesehen, oder? Mit seinen Händen und Armen gibt er Zeichen, die den Autofahrern signalisieren, ob sie fahren können oder anhalten müssen. Signale also nicht immer zu hören, manchmal bestehen sie auch aus Gesten. Ist nun also auch ein Brief ein Signal, weil er eine Botschaft übermittelt? Nein, denn das Besondere an einem Signal ist, dass es ganz ohne Worte, also sprachlos funktioniert. Deshalb muss auch immer ganz klar sein, wie ein bestimmtes Signal aussieht oder klingt und was es bedeutet, bevor man es benutzt. Wenn nämlich der Verkehrspolizist einfach nur wild mit den Armen wedeln und dabei laut lachen würde, wüsste niemand, was er damit sagen will; und dann gäbe es sicher ein Verkehrschaos!

Naturtöne

Als Naturtöne werden diejenigen Töne bezeichnet, die man auf einem Blasinstrument erzeugen kann, ohne ein Ventil, Tonlöcher oder – wie bei der Posaune – einen Zug zu benutzen. Am besten stellt ihr euch hierzu einen Gartenschlauch vor mit einem Mundstück am einen und einem einfachen Trichter am anderen Ende. Jawohl, auch auf einem Gartenschlauch kann man Musik machen! Wenn man nun unterschiedlich stark in den Schlauch hineinbläst, erklingen jeweils verschiedene Töne, allerdings nicht in der Reihenfolge einer Tonleiter. Das sind die Naturtöne. Sie entstehen ganz »natürlich«, jedoch ist das ein sehr komplizierter physikalischer Prozess. Nur soviel: Die Luft im Schlauch schwingt unterschiedlich schnell in einer Art Wellenform, aus der die Töne entstehen. Sind die Wellen kurz, erklingt ein höherer Ton und sind sie lang, dann hört ihr einen tieferen.

Ventil

Das Ventil ist die Lösung, um bei einem Blasinstrument die Naturtonreihe zu einer richtigen Tonleiter zu erweitern, also die Lücken zwischen den Naturtönen zu füllen. So können die Blechbläser auch richtig schwierige Melodien spielen! Das Wort Ventil kommt vom lateinischen ventus und das bedeutet Wind, denn hier geht es um die Luft. Wenn das Ventil heruntergedrückt wird, schiebt es sich so in das Rohr des Instruments, dass der Strom der hineingeblasenen Luft umgeleitet wird, und sich dadurch der Ton verändert. Bei manchen Blechblasinstrumenten kann man auch zwei Ventile gleichzeitig drücken, dann entsteht wieder ein anderer Ton, da der Luftfluss gleich doppelt umgeleitet wird.

Vielleicht kannst Du da auch einen Illu klauen ….

O Tannenbaum, O Tannenbaum

O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Wie grün sind deine Blätter.
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
Nein auch im Winter wenn es schneit.
O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Wie grün sind deine Blätter!

O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat schon zur Winterszeit
Ein Baum von dir mich hoch erfreut!
O Tannenbaum, O Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen.

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
Gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit,
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Dein Kleid will mich was lehren.

Volksweise

Biografie

Die Hornisten der Berliner Philharmoniker sind – so Klaus Wallendorf – in erster Linie eine »dienstlich-konzertante« Gruppe. »Im Orchester sind die Hörner so etwas wie die klangliche Verbindung zwischen Holz- und Blechbläsern; schmettern und verstärken bei diesen kräftig mit und säuseln und verschmelzen sich mit jenen und sind also sozusagen im Wald wie in der Schmiede zu Hause.« Von Zeit zu Zeit kann man die Musiker allerdings auch mit eigenen, äußerst vielseitigen und unterhaltsamen Programmen erleben. Außer in der Berliner Philharmonie sind die philharmonischen Hornisten bereits in ganz Europa sowie in den USA und in Japan aufgetreten. Zurzeit gibt es bei den Berliner Philharmonikern sieben fest angestellte Hornspieler, von den fünf im heutigen Konzert mitwirken: Stefan de Leval Jezierski, Paolo Mendes, Georg Schreckenberger, Fergus McWilliam und Sarah Willis. Unterstützt werden sie von ihrem ehemaligen Kollegen Klaus Wallendorf, der seit kurzem pensioniert ist, aber anlässlich seiner Verabschiedung von Orchester zum Hauspoeten auf Lebenszeit berufen wurde. (Mal sehen, ob das Publikum eine Kostprobe seiner Dichtkunst erhält.) Außerdem sind auch noch die zwei Stipendiaten der philharmonischen Orchester-Akademie mit von der Partie, Ivo Dudler und Anaís María Romero Blánquez. Junge Hornisten können nämlich nicht früh genug damit anfangen, hornistische Weihnachtsmusik kennenzulernen und zu studieren.

Sarah Willlis hat die Berliner Philharmoniker zum ersten Mal als Studentin erlebt, als sie mit Freunden aus den USA Berlin besuchte und Gelegenheit hatte, eine Probe zu erleben. Natürlich träumte sie schon damals davon, irgendwann einmal Mitglied dieses Orchesters zu werden – ein Traum, der sich dank fleißigem Üben im September 2001 erfüllt hat. Seitdem ist Sarah nicht nur in verschiedenen Kammermusikgruppen des Orchesters aktiv, sondern auch eine echte Expertin für Familienkonzerte geworden:

Möchtet ihr mehr über die Hornisten der Berliner Philharmoniker erfahren? Folgt ihnen auf Facebook! www.facebook.com/berlinphilhorns

Franz Schindlbecks Lieblingsinstrument ist eigentlich die E-Gitarre. Schlagzeuger wurde er nur, weil ihn »das Instrument im Alter von fünf Jahren ausgesucht hat«, wie er einmal scherzhaft sagte. Als er allerdings ersten Unterricht bekam, wurde ihm sehr schnell klar, dass sein Herz doch mehr für das Schlagzeug schlägt und er Berufsmusiker werden wollte. Jetzt ist Franz Schindlbeck schon über 20 Jahre ein Berliner Philharmoniker: »Am schwierigsten finde ich es, im Orchester zu sitzen und nicht mitzuspielen, weil in meinen Noten Pausen stehen«. Allerdings spielt Franz nicht nur klassische Musik, sondern auch gerne Jazz oder Rock auf dem Drumset in einer Band, mit Kleiner Trommel (Snare Drum), Großer Trommel (Bass Drum), Toms, Hi-Hat sowie verschiedenen anderen Becken. In kleineren Besetzungen ist er auf zahlreichen Jazzfestivals aufgetreten. Da kann man kaum glauben, dass Stille Nacht, Heilige Nacht das Lieblings-Weihnachtslied von Franz ist …

(Foto: Martin Walz)

Familienkonzerte der Berliner Philharmoniker

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