(Foto: Maren Blaschke)

Education

Familienkonzert – Ein gefährlicher Besuch

Das Märchen von der Steinsuppe, das Jörg Iwer in Musik gesetzt hat, ist Hochspannung pur: Was tun, wenn der Wolf an die Tür klopft, um bei dir Steinsuppe zu kochen? »Mh, Steinsuppe? Noch nie was davon gehört …« Die Neugier siegt: Also Tür auf und immer schön die Nerven bewahren! Und wie bei jeder guten Fabel geht es auch hier um ein zutiefst menschliches Thema: um Misstrauen, Vertrauen und soziale Kompetenz.

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Raphael Haeger Leitung

Lilian Genn Moderation

Jörg Iwer

Steinsuppe Uraufführung

Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren

Termine und Karten

Sa, 08. Okt 2016, 15:00 Uhr

Kammermusiksaal

So, 09. Okt 2016, 11:00 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Was tun, wenn der Wolf an die Tür klopft, um bei dir Steinsuppe zu kochen? »Mh, Steinsuppe? Noch nie was davon gehört …« Die Neugier siegt: Also Tür auf und immer schön die Nerven bewahren! Mal gucken, was passiert – und wer glaubt schon an die Märchen vom bösen Wolf? Außerdem gibt’s noch die wachsamen Nachbarn, die sich sorgen und mit Verbesserungsvorschlägen für das Rezept vorbeikommen. Ob der Abend am Ende gemütlich werden wird? Das wird sich in dieser Geschichte mit Musik von Jörg Iwer nach und nach zeigen.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Steinsuppe

Ein Konzertstück für Kinder von Jörg Iwer

Was ist eigentlich eine Fabel?

Max ist ein Angsthase. Julia ist bärenstark und Georg läuft herum wie ein eitler Gockel. Solche Sätze sind in unserer Sprache ganz normal, aber findet ihr es nicht merkwürdig, dass wir uns mit Tieren vergleichen? Nun, genau genommen ist es umgekehrt, denn schon vor Tausenden von Jahren hat man Tiere mit Menschen verglichen und ihnen menschliche Eigenschaften zugeordnet.

Ein Grieche namens Äsop, der vor über 2500 Jahren lebte, gilt als der Erfinder der Fabel. Das Wort ist vom lateinischen fabula abgeleitet und bedeutet Erzählung. Es meint allerdings eine besondere Art der Erzählung, die nicht von Menschen handelt, sondern von Tieren, die sich aber wie Menschen verhalten. Alle Fabeltiere haben feste Eigenschaften: Der Bär ist stark, der Hase mal ängstlich, mal vorlaut, der Gockel eitel, der Wolf ist durchtrieben, der Fuchs hinterlistig, die Gans geschwätzig und der Hund gutmütig. Diese Eigenschaften helfen dabei, eine Fabel richtig zu verstehen, denn aus diesen Geschichten soll man etwas lernen, nämlich die Moral.

Eine sehr berühmte Fabel ist Der Hase und der Igel. Die beiden ungleichen Tiere treten in einem Wettrennen gegeneinander an und jedes Mal gewinnt der Igel. Dem vorlauten Hasen, der sich für viel schneller hält, ist das unerklärlich und er fordert den Igel immer aufs Neue heraus. Dieser ist jedoch sehr schlau: Er läuft beim Start nur kurz los, um sich dann zu verstecken. Am Ziel wartet dafür seine Frau, die ihrem Mann zum Verwechseln ähnlich sieht, sodass der Hase sie für seinen Gegner hält. Am Ende der Fabel bricht der Hase vor Erschöpfung zusammen. Und die Moral von der Geschichte? Das clevere Köpfchen siegt über den vorlauten Kraftprotz!

Ein zwielichtiger Koch

Da Fabeln nicht nur lehrreich sind, sondern auch fabelhafte Unterhaltung bieten, schreiben einige Schriftsteller auch heute noch Erzählungen dieser Art. So wie die Französin Anaïs Vaugelade, die sich die Geschichte von der Steinsuppe ausgedacht hat – eine besonders spannende Fabel, bei der es vor allem um Vertrauen gegenüber Fremden geht …

In einer kalten Winternacht,
da ist die Henne aufgewacht.
Es ist ein Gast vor ihrem Haus,
gar skeptisch späht die Henne raus –
oh Schreck, es ist ein Wolfsgesicht!
Dem bösen Wolf, dem traut sie nicht.
Doch als der Wolf sagt, er sei alt,
er sei nicht fähig zu Gewalt,
und habe nur noch einen Zahn,
mit dem er Suppe essen kann,
da bittet sie ihn doch herein,
den Wolf mit seinem Suppenstein.

Zu kochen fängt er auch gleich an.
»Ob man ihm wirklich trauen kann«,
fragt sich die Henne ängstlich still,
»oder ob er mich fressen will?«

In Wasser kocht der Wolf den Stein.
»Soll denn nicht Sellerie mit rein?
Das schmeckt doch sonst ganz sicher fad!«
Der Wolf befolgt der Henne Rat.

Noch ein Gast tritt zur Tür herein,
es ist von nebenan das Schwein.
Als das den grauen Koch erblickt,
es kurz ganz fürchterlich erschrickt.
Doch auch das Schwein fasst nun Vertrauen,
gleich möchtʼ es in den Topf reinschauen,
und tut dann noch Zucchini rein,
erst so wird Steinsuppe recht fein.

Und ehʼ die Henne sich versieht,
dasselbe fünfmal noch geschieht:
Da kommen Ente, Pferd und Schaf,
auch Hund und Ziege bringen brav
Gemüsearten für die Suppe,
und am Ende sitzt die Gruppe
mit dem Wolfskoch froh beim Essen –
Angst und Argwohn sind vergessen.

Doch plötzlich zieht der Wolf ein Messer
zum Entsetzen aller Esser,
die fast einen Schock erleiden –
puh! – er will den Stein nur schneiden!
»Noch nicht durch, der dicke Stein.«
Der Wolf packt seine Sachen ein.
Den Stein, den hat er mitgenommen.
Wird er wohl jemals wiederkommen?

»Iwerview« und was man in seiner Musik hören kann (ein Interview mit Jörg Iwer)

Nachdem er die Schule beendet hatte, studierte der in Essen geborene Jörg Iwer Chorleitung, Dirigieren und Komposition. Dabei wurde er ein so guter Musiker, dass er anschließend viele große Orchester in der ganzen Welt dirigieren durfte. Neben der Arbeit als Dirigent komponiert Jörg Iwer viel, er hat sogar Opern geschrieben. Aber er interessiert sich nicht nur für klassische Musik, sondern er arbeitet auch gerne mit Pop- und Rockmusikern zusammen. Und den größten Spaß hat er, wenn er für Kinder komponiert, denn »da kann man seiner Fantasie so richtig freien Lauf lassen, albern und ausgelassen sein!«, sagt er. Wir haben Jörg Iwer ein paar Fragen zu seinem Konzertstück für Kinder Steinsuppe gestellt:

Lieber Herr Iwer, haben Sie eigentlich Angst vor dem (bösen) Wolf?Angst hatte ich eigentlich nur als Kind, abends im Wald. Tiere mag ich! Als ich bei einer Wanderung einmal fünf Wölfe direkt vor meiner Nase entlanglaufen sah, war ich eher freudig erregt. Sie haben mich angesehen, aufmerksam, aber nicht feindselig. Dann drehten sie sich ruhig um und verschwanden wieder. Gut, ins Haus lassen würde ich sie vielleicht nur, wenn ich wirklich sicher sein könnte, dass sie nur noch einen Zahn haben, aber dann: warum nicht?

Welches der Steinsuppe-Tiere könnten Sie selbst sein?
Ich glaube, ich wäre der alte Wolf! Erstens wegen der Zahnprobleme. Zweitens, weil ich auch nicht mehr sooo jung bin und mir gut vorstellen kann, wie mühsam es ist, einen Stein durch die kalte Winternacht zu schleppen. Und drittens, weil ich Sympathie (oder ist es Mitleid?) für den Ausgestoßenen empfinde.

Die Handlung in der Geschichte von der Steinsuppe ist ja sehr spannend. Wo hört man das in Ihrer Musik?
Oh ja! Spannend ist es gleich am Anfang, wenn die Henne nicht sicher ist, ob sie dem Wolf trauen kann, oder auch in dem Moment, wenn der Wolf nach einem Kessel fragt. Ein wenig gruselig wird es sogar, als er das Messer zückt. Die Spannung entsteht, weil der Wolf eine zwielichtige Gestalt ist – er könnte ehrlich und harmlos, aber auch verlogen und gefährlich sein. Deshalb hat er in der Musik zwei Gesichter, in der Zweistimmigkeit aus Tuba (seine »harmlose« Seite) und Posaune (seine »gefährliche« Seite).

Hat Ihnen eine bestimmte Szene besondere Freude beim Komponieren bereitet?
Ja, nämlich die Szene, in der alle gemeinsam essen, weil ich auch gerne mit Freunden oder für sie koche und mit ihnen zusammen esse. Aber es macht natürlich außerdem viel Spaß, die Motive aller Tiere – wie in einem Suppentopf – miteinander zu vermischen.

Jedes Tier hat in Ihrer Komposition also ein eigenes Motiv?

Ja genau, und ein dazugehöriges Instrument als »Stimme«. Die Zuordnung entstand so: Ich wohne auf dem Land, wo eine Menge Tiere leben – Enten und Hühner hinter dem Haus, die Nachbarin hat Hunde und Pferde, ein Freund hält Schafe und Ziegen, auch Schweine gibt es und Wölfe leben in den umliegenden Wäldern. Ich habe versucht, das Instrument für jedes Tier so zu wählen, dass der Klang der echten Tierstimme am ähnlichsten ist. Die Henne »spricht« durch die Oboe, die Ziege durch die Flöte, die Ente durch die Klarinette(n), das Pferd durchs Fagott, das Schwein durchs Horn und das Schaf durch die Bratsche. Die restlichen Instrumente erzeugen die Stimmung der Umgebung und begleiten die Erzählung.

Angenommen, es gäbe wie beim Kochen auch ein Rezept für ein gutes Musikstück, welche Zutat dürfte da für Sie auf gar keinen Fall fehlen?
Hintergründiger Humor – und davon möglichst nicht zu wenig!

Rezept für ein gutes Musikstück

Zutaten:
1,5 kg Töne
750 ml Klangfarbe
300 g Rhythmen
150 ml Dynamik
75 g Artikulation
mind. 5 Pfund Fantasie
mind. 3 EL Liebe

Nach Belieben für die verschiedenen Geschmacksrichtungen:
2 EL Anmut
2 Prisen Eleganz
1 TL (hintergründiger) Humor
1 Prise Dramatik bzw. Spannung
½ Prise Verrücktheit

    Man nehme ein Drittel der Töne und vermenge sie in einem großen Topf. Unter ständigem Rühren kurz aufkochen, bis alle Töne gar sind.

    Sobald sich die Masse gar anhört, forme man aus jeweils einer Handvoll Töne 25 kurze Tonfolgen. Diese sollten so geformt sein, dass sie unterschiedlich sind. Sie können aber Ähnlichkeiten aufweisen.

    Jeder dieser Tonfolgen mischt man nun nacheinander jeweils ein Drittel der Klangfarbe (beliebige Auswahl aus allen Instrumenten und deren Kombinationen), Rhythmen (hier kräftig variieren), Dynamik (man nutze sämtliche Zwischenstufen) und Artikulationbei (gern kreativ). Man hat nun 25 verschiedene Motive.

    Man verbinde die Motive nun nach Belieben unter Hinzugabe von Liebe (reichlich) und einem Teil der Fantasie sowie der Wahlzutaten solange miteinander, bis sie etwa 8 Melodienergeben, die je eine eigene Geschmacksrichtung haben.

    Gegebenenfalls würze man Melodien mit einer Prise Dramatik, Anmut, Eleganz, Verrücktheit oder Humor nach. Hat man Probleme, das richtige Maß an Fantasie zu finden, Melodien über Nacht an einem warmen Ort gehen lassen, damit die Töne ihre ganze Kraft entfalten können.

    Nun füge man als Begleitung unter Zuhilfenahme der restlichen Fantasie die übrigen Zutaten so zusammen, dass eine harmonische Masse entsteht. Wenn nötig, die Dosis von Dynamik und Artikulation anpassen, auch Luftblasen (Pausen) können effektvoll sein! Die Musik ist fertig, wenn der Gesamtklang von gutem Geschmack ist und die einzelnen Zutaten sich auf anregende Weise herausschmecken lassen. Guten Appetit beim Musikgenuss!

Sagt man nicht immer »Der Ton macht die Musik«? – Pustekuchen, es sind vielmehr Zutaten nötig, um Musik zu komponieren! Was wären denn Töne ohne Rhythmus, ohne Harmonien, ohne Klangfarben und ohne Fantasie? Eben einfach nur Töne, so wie ein Stein einfach nur ein Stein ist. Erst zusammen mit anderen Zutaten wird Musik zu einem wahren Genuss. Doch DAS EINE Rezept für Musik gibt es nicht, so wie es ja auch nicht DAS EINE Rezept für Suppe gibt. Andere Länder, andere Suppen. Das gilt auch für die Musik: Je nach Art der Zutaten entstehen ganz verschiedene Musikarten. Ein türkischer Musiker könnte andere Instrumente benutzen als ein brasilianischer und ein chinesischer Komponist würde Harmonien verwenden, auf die ein Franzose möglicherweise niemals käme. Das Tolle ist, dass man Zutaten verschiedener Länder und Stile miteinander mischen kann. Das haben Komponisten schon vor mehreren hundert Jahren entdeckt. Wolfgang Amadeus Mozart etwa war so begeistert von der Musik der Türken, dass er manches eigene Stück – wie seinen Türkischen Marsch– mit Zutaten dieser fremden Musik »gewürzt« hat.

Instrumentenlexikon

Das Orchester

Gemeinsam kochen und essen macht Spaß. Auch das Musizieren ist dann besonders schön, wenn man nicht allein spielt, sondern mit anderen zusammen – beispielsweise in einem Orchester!

Das Wort Orchester stammt aus dem Griechischen und bezeichnet ursprünglich einen Tanzplatz. Vor über 2000 Jahren, als in Griechenland die ersten Theater – ohne Dach unter freiem Himmel – gebaut wurden, war die Bühne ein runder oder halbrunder Platz, den man die orchestra nannte. Hier standen die Schauspieler und der Chor, der singend und tanzend die Handlungen der Theaterstücke begleitete.

Die halbrunde Form erkennt man auch heute noch bei den meisten Orchesteraufstellungen auf der Bühne. Dabei sind die einzelnen Stimmgruppen, also die Streicher, Holzbläser, Blechbläser, Hörner, das Schlagwerk und zusätzliche Instrumente wie Harfe, Celesta oder Klavier meist in dieser Weise angeordnet:

Schlagwerk

Hörner

Blechbläser

Holzbläser

Zusatz-instrumente

Dirigent

Wer sitzt wo?

Hast du schon einmal ein Orchesterkonzert besucht? Kannst du (deine Eltern dürfen helfen) mit einer Linie die Smileys (oder was Maren hier zeichnet) mit ihrem jeweiligen Instrument verbinden? [Dieser Satz ist etwas unglücklich formuliert, mir fällt nur nix besseres ein. Muss ich vielleicht nochmal ändern. ki]

Symphonieorchester wie die Berliner Philharmoniker gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert. Bis heute hat sich die Anzahl der Musiker und auch die Zusammensetzung immer wieder verändert. So sind Bassklarinette und Tuba sind erst seit gut 100 Jahren im Orchester zu finden. Dafür war früher oft ein Cembalo mit von der Partie. Das sieht man heute nur noch selten, nämlich dann, wenn ein Orchester – in diesem Fall ein kleines Kammerorchester – die sogenannte Alte Musik aus der Zeit des Barock spielt. Manche moderne Komponisten haben Werke für riesengroße Orchester mit vielen Sonderinstrumenten geschrieben. Für Gustav Mahlers Sechste Symphonie zum Beispiel braucht man über 100 Musiker und viele verschiedene Schlaginstrumente, darunter eine große, extra für dieses Stück konstruierte Holzkiste, auf die der Schlagzeuger voller Wucht mit einen großen Hammer schlägt – ganz schön beeindruckend!

Neben den Symphonieorchestern gibt es auch andere Arten wie reine Streich-, Blas- oder Zupforchester.

Kurz erklärt

Motiv
Als Motiv bezeichnet man in der Musik eine Folge von Tönen, also eine kurze Melodie, die eine besondere Bedeutung für ein Musikstück hat. Man kann sich Motive als kleine Bausteine aus Tönen vorstellen, mit denen man ein Musikstück baut. Das Wort Motiv kommt vom lateinischen movere, das heißt bewegen. Motive bewegen sich innerhalb einer Komposition, sie tauchen mehrmals auf. Dabei sollte man sie, auch wenn sie hier und da etwas verändert erscheinen, im besten Fall immer wiedererkennen können. Bestimmt kennt ihr alle das Lied »Hänschen klein«. Gleich die ersten drei Töne (»Häns–chen klein«) bilden ein Motiv. Wenn ihr nun noch ein Stückchen weitersingt (»ging al–lein«), merkt ihr vielleicht, dass ihr das gleiche Motiv singt, nur etwas tiefer. Dann folgt eine neue Melodie (»in die wei–te Welt hi–nein«) und direkt danach erklingt was? – Genau, wieder das doppelte Hänschen-Motiv. Singt ihr nun die erste Strophe bis zum Schluss weiter, hört ihr, dass das Motiv auch am Ende noch zweimal eingebaut ist. Es taucht also ganze sechs Mal in einer Strophe auf und ist damit das Hauptmotiv, also der wichtigste Baustein des Liedes.

Dynamik
Das Wort Dynamik stammt aus dem Griechischen und bedeutet Kraft. Wenn man in der Musik von Dynamik spricht, meint man damit die Lautstärke: Spielt man einen Ton mit wenig Kraft, ist er leise, spielt man ihn mit viel Kraft, ist er laut. Dynamische Angaben sind in den Noten meist italienisch und als Abkürzungen gedruckt:

pp (sprich: pianissimo) = sehr leise
p (piano) = leise
mp (mezzopiano) = halb leise (lauter als leise)
mf (mezzoforte) = halb laut (leiser als laut)
f (forte) = laut
ff (fortissimo) = sehr laut

Die verschiedenen Lautstärkestufen kann man durch ein crescendo (zunehmend) bzw. decrescendo (abnehmend) miteinander verbinden. Die Abkürzungen hierfür sind cresc. und decresc. (das heißt manchmal auch diminuendo (dim.)) oder auch solche Gabeln, die zeigen, wie lang man lauter oder leiser werden soll: < >. [Bitte Gabeln einfügen]
Man kann übrigens theoretisch beliebig viele »p«s und »f«s aneinanderreihen, wenn man möchte, dass ein Spieler extrem leise oder extrem laut spielt. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass jedes Instrument seine Grenzen hat – einen Oboisten könntet ihr zum Beispiel sehr ärgern, wenn ihr ihm pppppp in die Noten schreiben würde: Es ist nämlich sehr schwer, auf einer Oboe extrem leise zu spielen!

Artikulation

Wenn wir sprechen, bemühen wir uns meist, Buchstaben, Silben und Wörter mit Lippen und Zunge so deutlich wie möglich zu formen, denn wenn wir nuscheln, wird uns keiner verstehen. Das nennt man artikulieren. Auch in der Musik unterscheidet man verschiedene Arten, Töne durch ein Instrument (oder mit der Stimme beim Singen) zu formen: Man kann sie so eng wie möglich aneinanderbinden (legato [hier wären zwei Noten mit Bindebogen schön]), oder ganz kurz und abgehackt spielen (staccato [dito mit Punkten]). Wenn man Töne nicht aneinanderbindet, aber auch nicht kurz und abgehackt, sondern etwas breiter spielt, nennt man das non legato (nicht gebunden). Wie die unterschiedlichen Artikulationen eine Melodie verändern, könnt ihr leicht ausprobieren, indem ihr euer Lieblingslied einmal ganz legato, einmal ganz staccato und einmal non legato singt.

Susanne Ziese

Biografie

Schon im Alter von vier Jahren wünschte sich Raphael Haeger ein Schlagzeug. Allerdings musizierte er auch gerne auf anderen Instrumenten, vor allem auf dem Klavier, das er als Jugendlicher in mehreren Jazzbands spielte, für die er auch Arrangements schrieb. Nach seinem Schulabschluss entschied er sich dann für das Schlagzeugstudium. Bevor Raphael Haeger im September 2004 Mitglied der Berliner Philharmoniker wurde, war er elf Jahre lang Schlagzeuger am Nationaltheater Mannheim, hatte zwei Jazzkonzertreihen als Künstlerischer Leiter betreut und 2002 als Pianist eine CD mit eigenen Jazzkompositionen veröffentlicht. Außerdem ist er Mitglied des philharmonischen Ensembles Bolero Berlin. Inzwischen hat er neben seinem Schlagzeuger-Beruf ein weiteres Studium als Orchesterdirigent abgeschlossen und leitete von 2011 bis 2015 das Leipziger Universitätsorchester. Bei der Stiftung Berliner Philharmoniker übernahm Raphael Haeger seit 2013 die Vorproben für einige Projekte, darunter Benjamin Brittens Noye’s Fludde und das jährliche Berliner Schulorchestertreffen. Im Januar dieses Jahres dirigierte er außerdem die Begleitmusik zum Stummfilm Der Rosenkavalier.

Lilian Genn kommt aus Österreich. Nach ihrem Musikstudium in Wien merkte sie, dass sie sich ganz besonders für das Thema Musik und Körper interessierte und schloss daraufhin noch eine Ausbildung als Bewegungspädagogin an. Inzwischen arbeitet sie im gesamten deutschsprachigen Raum als Musikvermittlerin und hat für ihre Arbeit bereits mehrere Auszeichnungen erhalten. Musikvermittler sind Menschen, die darauf spezialisiert sind, Kindern und Erwachsenen, die bisher keinen oder nur wenig Kontakt mit klassischer Musik hatten, auf spielerische Weise einen leichteren Zugang zu verschaffen. Besonders wichtig für Lilian ist, dass alle Beteiligten dabei großen Spaß haben und Lust auf mehr bekommen. Deshalb wirkt sie selbst bei vielen Produktionen auch als Darstellerin mit (zum Beispiel als Kommissarin Flunke zusammen mit den »Schurken«) Lilian wünscht sich, dass das Publikum von Konzerten und Musiktheaterstücken innerlich berührt und neugierig auf neue Erfahrungen gemacht wird.

Schon als Kind lernte Sigrid Reisenberger mehrere Instrumente. Ihre Begeisterung für Musik, Tanz und Schauspiel führten sie nach Abschluss der Schule an die Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst in ihrer Heimat Österreich, wo sie Musik und Bewegungspädagogik studierte. Nach Beendigung ihrer Ausbildung arbeitete sie 20 Jahre als Tänzerin, Schauspielerin, Komponistin, Regisseurin und Choreografin. Inzwischen widmet sie sich in der Zusammenarbeit mit Menschen, die Stücke auf die Bühne bringen möchten sowie als Schauspiellehrerin, verstärkt der Frage, was genau eine Aufführung zum Blühen bringt. Für sie gelangt durch Musik die Poesie ganz direkt in die Herzen der Menschen. Es entstehen Bilder und Gefühle, die alle Beteiligten – egal ob Künstler oder Publikum, Kinder oder Erwachsene – miteinander in Kontakt bringen.

Die Berliner Philharmoniker

Das erste Konzert des »Berliner Philharmonischen Orchesters« fand am 17. Oktober 1882 in der Alten Philharmonie statt. Die Berliner Philharmoniker, die heute zu den besten Orchestern der Welt gezählt werden, gibt es also schon seit 134 Jahren! Die Musikerinnen und Musiker kommen aus 28 Nationen und sind allesamt herausragende Instrumentalisten. Chefdirigenten waren u. a. Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan und Claudio Abbado; heute ist Sir Simon Rattle der Künstlerische Leiter des Orchesters. Die Musikerinnen und Musiker haben jede Menge zu tun: Sie spielen nicht nur pro Saison an die 100 Orchesterkonzerten in der Berliner Philharmonie, sondern gehen auch regelmäßig auf Reisen, um in den berühmtesten Konzertsälen der Welt zu gastieren. Außerdem treten die meisten Mitglieder der Berliner Philharmoniker regelmäßig in kleinen Besetzungen auf, im Berliner Kammermusiksaal sowie an anderen Orten der Welt. Einige Orchestermitglieder unterrichten als Professoren an Musikhochschulen oder als Dozenten an der eigenen Orchester-Akademie, denn wer etwas Besonderes kann, sollte es schließlich nicht für sich behalten! Bei den Konzerten des philharmonischen Education-Programms dürfen die Streicher, Bläser und Schlagzeuger des Orchesters natürlich auch nicht fehlen, und nicht nur dort, schließlich müssen die Programme der verschiedenen Projekte auch einstudiert und betreut werden.

(Foto: Maren Blaschke)

Familienkonzerte der Berliner Philharmoniker

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