Musikfest Berlin

Die Münchner Philharmoniker und Valery Gergiev

Schärfer können Gegensätze kaum aufeinander treffen. Hier der Ausbruch der Gewalt und des Schmerzes in Dmitri Schostakowitschs Vierter Symphonie, dort die vollkommene spirituelle Versenkung in der Dritten Symphonie von Schostakowitschs Schülerin Galina Ustwolskaja. Valery Gergiev leitet in diesem Gastspiel beim Musikfest Berlin die Münchner Philharmoniker, deren Chefdirigent er seit einem Jahr ist.

Münchner Philharmoniker

Valery Gergiev Dirigent

Alexei Petrenko Sprecher

Galina Ustwolskaja

Symphonie Nr. 3 »Jesus, Messias, errette uns!« für Sprecher und Orchester

Dmitri Schostakowitsch

Symphonie Nr. 4 c-Moll op. 43

Einführungsveranstaltung mit dem »Quartett der Kritiker«

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele/Musikfest Berlin

Termine und Karten

Di, 06. Sep 2016, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 18:30 Uhr

Live in der Digital Concert Hall zur Übertragung

Veranstalter/Kartenverkauf

Berliner Festspiele

Schaperstraße 24
10719 Berlin

Tel: +49 (30) 254 89 100

Fax: +49 (30) 254 89 230

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Programm

Schärfer können Gegensätze kaum aufeinander treffen. Hier der Ausbruch der Gewalt und des Schmerzes, der Aufschrei des Protests und der beißenden Anklage, dort die vollkommene spirituelle Versenkung in die Konfigurationen der Musik, die aus der Komposition und der Aufführung eines Werkes einen rituellen Akt machen. Diesseitiger, aggressiver als Schostakowitsch in seiner Vierten kann man nicht komponieren, dennoch enden alle Sätze leise, morendo, ersterbend. Seiner einstigen Schülerin Galina Ustwolskaja dienten Betrachtungen eines leidgeprüften Reichenauer Mönchs und Gelehrten als Leitlinie zur Klangfindung. Sie bezieht die Werkeigenschaften aus dem Gebet: die Konzentration auf wenige wesentliche Gedanken, die Ehrlichkeit, die klanglich nichts schönt, und ein Verhältnis zur Zeit, das sich nicht zur Eile treiben lässt. Als Valery Gergiev die Uraufführung von Ustwolskajas Dritter Symphonie 1995 in Amsterdam dirigierte, verließ die Komponistin zum ersten Mal ihre Heimatstadt St. Petersburg für eine längere Auslandsreise, um die Premiere erleben zu können. Schon damals kombinierte Gergiev Ustwolskajas Dritte mit Schostakowitschs Vierter. Beide, die Komponistin und der Dirigent, waren sich über die kommunizierenden Röhren zwischen den äußerlich so konträren Werken vollkommen im Klaren.

Musikfest Berlin 2016

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