Richard Strauss (Foto: ABPh)

Kammermusik

Der philharmonische Diskurs

Daniel Ender und Christoph Stölzl im Gespräch

In der zweiten Folge unserer Gesprächsreihe Der philharmonische Diskurs geht es am Beispiel von Richard Strauss um das Verhältnis von Biografie und Selbstinszenierung. Der Komponist erscheint als frühe Ausgabe eines Popstars, der seine pure Existenz zum Event stilisierte. Doch was ist »echte« Lebensgeschichte – und was bloße Inszenierung? Der Strauss-Spezialist Daniel Ender und der Kunsthistoriker, Musikliebhaber und Allroundgelehrte Christoph Stölzl gehen dieser Frage nach.

Daniel Ender im Gespräch mit

Christoph Stölzl

Stipendiaten der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker spielen Werke von Richard Strauss

Teil 2: The making of … Richard Strauss – Zum Verhältnis von Biografie und Selbstinszenierung

Daniel Ender im Gespräch mit, Christoph Stölzl , Stipendiaten der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker spielen Werke von Richard Strauss

Termine und Karten

Di, 13. Dez 2016, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal Ausstellungsfoyer

Programm

Richard Strauss hat in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts eine Ausnahmestellung errungen, die er nicht nur seiner kompositorischen Kreativität verdankt. Wie kaum ein anderer verstand er es, sowohl auf aktuelle Strömungen der Zeit zu reagieren als auch seine Person und sein Werk gezielt in Szene zu setzen. Strauss war ein Meister der Selbstinszenierung und ein begnadeter Netzwerker, der sich virtuos der Massenmedien bediente.

Über mehrere Jahrzehnte waren die Tageszeitungen voll mit allen möglichen Details seines Lebens und Schaffens: Von seinen sensationellen Kompositionen über pikante Gerüchte aus seinem Privatleben bis hin zu aufsehenerregenden Einzelheiten über Geldgeschäfte und Vertragsbedingungen. Vieles davon hat er selbst in die Welt gesetzt, um ein bestimmtes Bild von sich zu kreieren. Strauss erscheint als frühe Ausgabe eines Popstars, der seine pure Existenz zum Event stilisierte. Doch was ist »echte« Lebensgeschichte – und was bloße Inszenierung? Lässt sich bei einer Künstlerfigur des 20. Jahrhunderts überhaupt noch zwischen dem »privaten« und »öffentlichen« Leben unterscheiden? Wann wird aus der Selbstinszenierung eines Künstlers ein Teil seiner Biografie?

Der Strauss-Spezialist Daniel Ender ist promovierter Musikwissenschaftler, arbeitet für die Alban-Berg-Stiftung, unterrichtet an der Musikuniversität Wien und schreibt regelmäßig für die Tageszeitung Der Standard (Wien) sowie die Neue Zürcher Zeitung. Mit ihm spricht der Kunsthistoriker, Musikliebhaber und Allroundgelehrte Christoph Stölzl.

Richard Strauss (Foto: ABPh)