Bitte beachten Sie: Das Konzert fällt heute aus und wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Kammermusik

Das Konzert wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben!

Leider kann das heutige Konzert der Blechbläser der Berliner Philharmoniker aufgrund mehrerer Krankheitsfälle im Ensemble nicht stattfinden und muss auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Ein neuer Termin wird schnellstmöglich bekannt gegeben. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit oder werden an der Konzertkasse zurückgenommen. Wir bitten um Verständnis.

Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker:

Sarah Willis Horn

Christhard Gössling, Olaf Ott, Thomas Leyendecker, Jesper Busk Sørensen Posaune

Alexander von Puttkamer Tuba

Jan Schlichte Schlagzeug

Werke von William Byrd, John Dowland, Johann Sebastian Bach, Anton Bruckner, Gustav Mahler, Malcolm Arnold, Werner Pirchner und Christian Mühlbacher

Termine und Karten

Bitte beachten Sie: Das Konzert fällt heute aus und wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

So, 23. Apr 2017, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie Q: Prisma Kammermusik

Programm

Weich, rund, brillant – das ist der typische Sound, den das Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker auszeichnet. Die Formation kann sich rühmen, eines der ältesten Kammermusikensembles des Orchesters zu sein, dessen Anfänge bis in die 1950er-Jahre zurückgehen. Ursprünglich ein Oktett von vier Trompeten und vier Posaunen kam im Laufe der Jahre noch jeweils eine Trompete und Posaune sowie Waldhorn und Tuba hinzu. Diese besondere Besetzung, die sich aus der speziellen Konstellation der Philharmoniker ergibt, macht die Formation innerhalb der großen Menge deutscher Blechbläserensembles einzigartig. Hinzu kommt die Raffinesse in der Programmgestaltung. Denn immer wenn das Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker ein Konzert gibt, ist eines sicher: Das Programm bietet ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Musikepochen und zeigt die stilistische Vielfalt des Ensembles.

So auch an diesem Abend, der den musikalischen Bogen von der Renaissance bis zur Neuen Musik spannt. Mit Werken von William Byrd und John Dowland erinnern die Bläser an die Musizierkunst des Elisabethanischen Zeitalters und des englischen Frühbarock. Einen weiteren wichtigen Baustein des Programms bildet die Musik Johann Sebastian Bachs, dem sich die Musiker besonders verbunden fühlen. Hinzu kommen Bearbeitungen symphonischer Werke von Anton Bruckner und Gustav Mahler sowie zeitgenössische Kompositionen von Malcolm Arnold, Werner Pirchner und Christian Mühlbacher. Das Besondere an diesem Konzert: Das Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker erhält Unterstützung von Jan Schlichte, ihrem Kollegen von der Schlagzeuggruppe.

Über die Musik

Barocke Klangpracht und jazzige »Close Harmony«

Eine abwechslungsreiche musikalische Reise durch das Blechbläser-Repertoire

Tiefgründige Sakralklänge, affirmative Militärfanfaren und schmissige Bigband-Sounds: Die Blechblasinstrumente spielen in den unterschiedlichsten Musikgenres eine exponierte Rolle.Bei kaum einer Instrumentengruppe dürfte die klangliche Vielfalt so groß sein wie bei ihnen, vereint die Instrumentenfamilie doch Klangerzeuger recht unterschiedlichen Charakters. Da wäre zunächst die Trompete, die aufgrund ihrer durchdringenden Strahlkraft frühzeitig zum idealen Repräsentationsinstrument avancierte: Traditionell mit Jagd und Krieg, Siegesverkündigung und Gotteslob verbunden, wurde allein schon ihr Ton als pure Affirmation empfunden. Im Barockzeitalter diente die Trompete dann auch vor allem der klanglichen Prachtentfaltung – kein Wunder, dass Hector Berlioz in seiner kapitalen Instrumentationslehre ihren Klang als »edel und glänzend« beschrieb. Er eigne »sich zum Ausdruck kriegerischen Gepräges, zum Wut- und Rachegeschrei ebenso gut wie zu Triumphgesängen, und kann alle tatkräftigen, stolzen und großartigen Gefühle, wie auch die meisten tragischen Akzente wiedergeben.« Allerdings, schrieb der französische Romantiker in seinem Grand traité d’instrumentation et d’orchestration modernes weiter, habe man die Trompete, »trotz ihrer stolzen, durch Vornehmheit ausgezeichneten Klangfarbe«, in der jüngeren Vergangenheit wie sonst nur wenige Instrumente »herabgewürdigt«. Denn obwohl sie bisweilen an markanten Höhepunkten im Orchester habe auftrumpfen dürfen, seien ihre Fähigkeiten lange Zeit sträflich vernachlässigt worden: »Bis zu Beethoven und Weber haben alle Tonsetzer, Mozart nicht ausgenommen, ihren Gebrauch auf die niedrige Sphäre bloßer Füllstimmen oder auf zwei bis drei rhythmische Formeln beschränkt […]«, was sich nun glücklicherweise geändert hätte.

Von ganz anderem Klangcharakter ist die Posaune, über die Felix Mendelssohn Bartholdy gesagt haben soll, sie sei zu heilig, um häufig eingesetzt zu werden. Der Posaunenton fällt im Vergleich zu dem der Trompete weicher und etwas leiser aus. Zusammen mit der menschlichen Stimme ergibt er ein äußerst homogenes Klangbild, weshalb dem Instrument in der Kirchenmusik von jeher eine besondere Bedeutung zukam. Berlioz beschrieb sie als »das wahre Oberhaupt jener Familie von Blasinstrumenten, welche ich als Epische bezeichnet habe [Hörner, Trompeten und Posaunen]. Sie besitzt im höchsten Grade Adel und Großartigkeit; sie hat alle ernsten und kräftigen Klanglaute erhabener Poesie, von den religiösen, imposanten und ruhigen Akzenten bis zu den tobenden Ausbrüchen einer Orgie. Dem Willen eines Meisters gehorchend können die Posaunen wie ein Priesterchor singen, oder drohen, dumpf seufzen, einen düsteren Grabgesang oder eine hehre Ruhmeshymne anstimmen, in erschütterndes Geschrei ausbrechen und ihre furchtbaren Rufe zur Erweckung der Toten oder zum Tode der Lebendigen erschallen lassen.« Nicht umsonst führt die Bibel in der Offenbarung des Johannes die Posaunen als Heroldsinstrumente Gottes an.

Im vereinigten Blechbläserensemble gibt es noch zwei weitere wichtige Vertreter, nämlich zum einen das Horn, dessen voller und warmer Ton nicht nur die Romantiker begeisterte. Ein für seine brillanten Orchestrierungen bekannter Komponist wie Richard Strauss schwärmte, es sei »immer von besonders hervorleuchtender Wirkung«. Hector Berlioz beschrieb es als »schwermütiges Instrument, trotz seiner so oft erwähnten fröhlichen Jagdfanfaren.« Letztere würden ihren beschwingten Charakter nämlich nur dann entfalten, wenn man sie auf wirklichen Jagdhörnern spiele – auf »jenen musikalisch dürftigen Instrumenten, deren kreischender, aufdringlicher Ton sich von der keuschen und zurückhaltenden Stimme des Horns wesentlich unterscheidet.« Als jüngstes Mitglied der Blechbläserfamilie ist schließlich noch die Tuba anzuführen, die als »Kontrabass der Harmonie-Musik« (Berlioz) für ein kraftvolles und wohlklingendes Bassfundament sorgt. »Man kann sich keinen Begriff von der Wirkung einer größeren Anzahl von Basstuben in starken Militärmusikchören machen«, so der französische Komponist. »Das klingt wie Posaune und Orgel zugleich«.

William Byrd

Spätestens im 19. Jahrhundert kam man auf die Idee, die verschiedenen Blechblasinstrumente zu eigenen Ensembles zu vereinen, wobei das entsprechende Repertoire allerdings erst von den 1950er-Jahren an vornehmlich durch das legendäre Philip Jones Brass Ensemble erweitert wurde, das zahlreiche neue Werke und Arrangements bekannter Stücke in Auftrag gab – u. a. bei Komponisten und Arrangeuren wie Raymond Premru, Elgar Howarth, John Iveson, Stephen Dogson, Jan Koetsier, John McCabe und Victor Ewald. Dieser Tradition folgend, haben es sich auch die Blechbläser der Berliner Philharmoniker zur Aufgabe gemacht, die Klangkultur ihrer Instrumente im Ensemble zu pflegen und die farbenreiche Musik für diese Besetzung einem entdeckungsfreudigen Publikum zu präsentieren. Die Programmpalette reicht dabei von Stücken der Renaissance bis zum gehobenen Entertainment, wobei am Anfang dieser vielseitigen musikalischen Reise William Byrds The Earl of Oxford’s March steht. Ein perfekter Opener, der im Arrangement des Trompeters Elgar Howarth erklingt, der seinerseits im Philip Jones Brass Quintett spielte. Byrd, der als Mitglied der Chapel Royal zahlreiche Dedikationsmusiken für einflussreiche Adlige komponierte, widmete das dem englischen »style« verpflichtete Werk aus Dankbarkeit dem Herzog von Oxford, der ihn besonders gefördert hatte.

Henry Purcell

Mit der Suite aus der Semi-opera The Fairy Queen von Henry Purcell (im Arrangement von Eric Crees, dem Ersten Posaunisten im Orchester des Royal Opera House, Covent Garden) bleibt es zunächst britisch. Allerdings spielte Purcell mit zahlreichen Tänzen nach französischem Vorbild auf den »goût français« an, der mit der Rückkehr von Charles II. aus dem französischen auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals Konjunktur hatte. Seine Schauspielmusik folgt einer anonymen Adaption von Shakespeares A Midsummer Night’s Dream, aus der Purcell eine abwechslungsreiche Revue aus Liedern, Tänzen und spektakulären Bühnenszenen machte, deren Zwischenteile wie eine reguläre Oper abliefen. »In Kürze«, hieß es im Januar 1692 im Gentleman’s Journal, »werden wir eine neue Opera haben, welche uns allerhand Ergötzung verspricht; Herr Purcell, welcher der Köstlichkeit und Schönheit des italienischen Gusto die Grazie und Heiterkeit des französischen zugesellt, componieret die Musik dazu.«

In der Ankündigung wurde nicht zu viel versprochen, denn die Uraufführung von The Fairy Queen am 2. Mai 1692 im Londoner Dorset Garden Theatre überbot alles bisher Dagewesene: Das Publikum bekam ein einzigartiges Spektakel zu sehen, bei dem man neben Drachen, Flugmaschinen und Feuerwerk auch Fontänen präsentierte, die das Wasser zwölf Fuß – mehr als dreieinhalb Meter – hoch warfen. In den aufwendigen Bühnenbildern mit Treppenaufgängen, Statuen und Zypressenhainen agierten über 100 Akteure; nicht umsonst verschlang die Produktion die seinerzeit abenteuerliche Summe von 3000 Pfund Sterling, was in etwa dem Jahreseinkommen eines Lords entsprach. Zu den Kuriositäten der Musikgeschichte gehört, dass die Partitur dieser Semi-opera nach ihrer Wiederaufnahme im Folgejahr (in stark revidierter Fassung) verschwand, so dass man im Jahr 1701 sogar 20 Guineen Finderlohn aussetzte – ohne Erfolg. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand sich das Manuskript in der Bibliothek der Royal Academy of Music wieder an, sodass das Werk 1903 von der Purcell-Gesellschaft veröffentlicht werden konnte.

Johann Sebastian Bach, John Dowland und Anton Bruckner

Im Programm folgen drei Sätze aus Johann Sebastian Bachs Englischer Suite BWV 808 im Blechbläserarrangement des niederländischen Komponisten und Dirigenten Jan Koetsier: das brillante Prélude, das mit unwiderstehlich vorwärts perlenden 3/8-Takt zum eigenständigen Charakterstück gerät, die introvertierte Sarabande mit elegisch absinkendem Thema sowie die zierliche Gavotte. Nach vier Stücken aus John Dowlands zweitem Madrigalbuch Booke of Songs or Ayres aus dem Jahr 1600 (arrangiert von Olaf Ott, dem Soloposaunisten der Berliner Philharmoniker) setzen die philharmonischen Blechbläser anschließend ihr heutiges Konzert mit Anton Bruckners siebenstimmiger Motette Ave Maria in der Version von Hans Peter Gaiswinkler fort. In ihr entwickelt sich die chromatisch geschärfte Musik zunächst im wechselchörigen Stil einer Antifon, bevor die gemischten Stimmen in mehreren Steigerungswellen orchestrale Strahlkraft entfalten. Bruckner, der schon früh als Stifts- und Domorganist im Kloster St. Florian sowie in Linz in eine kirchliche Aufführungspraxis eingebunden war, orientierte sich in diesem Werk weniger am entsprechenden Repertoire der Wiener Klassik, als vor allem an den damals noch weitgehend unbekannten Kompositionen der alten römischen und venezianischen Schulen. Den raffinierten Umgang mit den unterschiedlichen Stimmregistern dürfte er an den mehrchörigen Schöpfungen von Palestrina, Gabrieli und Caldara intensiv studiert haben.

Dmitri Schostakowitsch

Mit vier Sätzen aus der insgesamt achtsätzigen Suite für Variété-Orchester Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch wenden sich die Blechbläser der Berliner Philharmoniker schließlich einem fast schon populären Werk zu, dessen unzutreffender Titel »Jazz Suite Nr. 2« noch immer nicht aus dem kollektiven Bewusstsein verbannt werden konnte. Denn selbst viele Jahre, nachdem der Klavierauszug von Schostakowitschs tatsächlicher Jazz-Suite Nr. 2 (Scherzo, Wiegenlied und Serenade) aus den Untiefen russischer Archive gehoben wurde, findet sich kaum ein CD-Cover, auf dem die irrtümliche Zuordnung richtiggestellt würde. Dabei konnte man sich schon immer die Frage stellen, was die von Schostakowitsch verwendete Besetzung in diesem Werk mit einem Jazzorchester zu tun haben sollte – sieht man einmal vom Einsatz der wenigen Bigband-typischen Instrumente ab. Das hartnäckige Festhalten an der falschen Werkbezeichnung dürfte mit der großen Popularität des Walzers Nr. 2 zusammenhängen, der in Filmen wie Stanley Kubricks Eyes Wide Shut und Lars von Triers Nymphomaniac als klingende Hintergrundfolie diente. Bei der Folge von Tänzen, die möglicherweise gar nicht vom Komponisten selbst, sondern von dem mit ihm befreundeten Musikwissenschaftler und Komponisten Lewon Atowmjan zu einer Suite für Variété-Orchester zusammengestellt wurden, handelt es sich um ein stimmungsvolles Potpourri aus verschiedenen Ballett- und Filmmusiken Schostakowitschs: Der Marsch stammt aus der Musik zu dem Film Korzinkinas Abenteuer (alternativer Titel: Ein Billett V. Zone) op. 59, einem halbstündigen Slapstick-Streifen, der 1940 im Stil Charlie Chaplins gedreht wurde. Der berühmte Walzer war ursprünglich in Michail Kalatosows Film Die erste Staffel zu hören, der weitgehend den schlichten Aussagen und der dogmatischen Ästhetik des sozialistischen Realismus verpflichtet ist. Der Tanz wiederum entstammt der musikalischen Begleitung zu Alexander Fainzimmers Streifen Die Stechfliege op. 97, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Ethel Lilian Voynich, der seinerzeit in der Sowjetunion populär war: eine romantische Abenteuergeschichte um einen italienischen Revolutionär im 19. Jahrhundert mit ausgeprägt antikatholischer Zielrichtung (1955);nur der Ursprung der Kleinen Polka konnte bis heute nicht geklärt werden.

Werner Pirchner und Samuel Barber

Um eine Originalkomposition für Blechbläser und Schlagzeug handelt es sich bei der 1986 entstandenen Firewater-Music des Österreichers Werner Pirchner, ebenso bei Samuel Barbers düsteren Mutations from Bach – einem Werk, das für vier Hörner, drei Trompeten, drei Posaunen, Tuba und Pauken gesetzt ist. Barber verarbeitete in dem Stück den Choral »Christe, du Lamm Gottes«, der in vier unterschiedlichen Versionen erklingt: Nach der ältesten Fassung von Joachim Decker aus dem Jahr 1604 folgt die Bearbeitung Johann Sebastian Bachs aus der Kantate »Du wahrer Gott und Davids Sohn« BWV 23. Die dritte Variante mit gestopfter Trompete stammt von Barber selbst, bevor das Werk mit der Wiederholung der alten Version Deckers ausklingt.

Gustav Mahler, Christian Mühlbacher und Joshua Davies

Nach dem feierlichen vierten Satz Urlicht aus Gustav Mahlers Zweiter Symphonie, der in den Worten des Komponisten für »die rührende Stimme des naiven Glaubens« steht, wird der Abend der Blechbläser der Berliner Philharmoniker schließlich mit Christian Mühlbachers Minimal Music for 12&1 sowie mit der South American Tango Suite von Joshua Davies abgerundet. Letzteres Stück greift zwei Werke der Tango-Legenden Anselmo Aieta und Ángel Villoldo auf. Natürlich ist auch ein Stück von Astor Piazzolla vertreten, nämlich der von Nostalgie, Heimweh und Trauer durchwehte Tango Adiós Nonino, den Piazzolla 1959 in New York komponierte.

Harald Hodeige

Biografie

Das Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker ist eine der am längsten zusammen spielenden philharmonischen Kammermusikgruppen. Das gemeinsame Interesse an solistischer Kammermusik gilt den Mitgliedern als Äquivalent zur täglichen Orchesterarbeit. Mitte der 1950er-Jahre gegründet, wurde das Oktett aus vier Trompeten und vier Posaunen später durch eine Tuba, ein Waldhorn sowie je eine weitere Trompete und Posaune erweitert. In der Anfangszeit konzentrierte sich das Ensemble, das sich durch eine nuancenreiche Blastechnik und die aufgrund ihrer Klangschönheit bevorzugten deutschen Instrumente auszeichnet, auf Werke der Renaissance und des Barock; später wurden dem Repertoire auch Auftragskompositionen hinzugefügt. So komponierte Hans Werner Henze die Sonata per otto ottoni (1983) und Dieter Siebert das elfstimmige Rondo für Blech (1992) für das Ensemble. Inzwischen haben die Künstler zudem auch Bearbeitungen popularmusikalischer und klassischer Werke sowie Jazzarrangements in ihr Programm aufgenommen. Eine überaus erfolgreiche Konzerttätigkeit führt die philharmonischen Blechbläser in viele europäische Musikmetropolen und auf Tourneen bis nach Japan. Regelmäßig gastiert die Formation bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Zermatt Festival und dem Schleswig-Holstein Musik Festival.

Jan Schlichte, 1972 in Frankfurt am Main geboren, fand über das Klavierspiel den Weg zum Schlagzeug. Von 1991 an studierte er in seiner Heimatstadt und später an der Musikhochschule in Trossingen. Dort wurde er von Franz Lang und Rainer Seegers, dem Pauker der Berliner Philharmoniker, unterrichtet, der neben Franz Schindlbeck auch sein Lehrer an der philharmonischen Orchester-Akademie war. Umfassende Orchestererfahrung sammelte Jan Schlichte u. a. in der Jungen Deutschen Philharmonie und im Rundfunkorchester des Südwestfunks. Seit September 1998 gehört er den Berliner Philharmonikern an. Sein besonderes Interesse an der zeitgenössischen Kammermusik für Klavier und Schlagzeug führte nach Konzerten auf verschiedenen Festivals zur Gründung des philharmonischen Ensembles KlangArt Berlin, das sich zum Ziel gesetzt hat, Neue und Neueste Musik zur Aufführung zu bringen. Außerdem musiziert Jan Schlichte im Kammerensemble für Neue Musik Berlin und mit dem Scharoun Ensemble. Als Dozent war er an einem musikpädagogischen Projekt in Venezuela beteiligt.

(Foto: Peter Adamik)