Kammermusik

Klavierabend mit Igor Levit I

Neunundneunzig Variationen über drei Themen – Knapper lässt sich das Programm der beiden Klavierabende von Igor Levit nicht beschreiben. Den Anfang machen an diesem Abend Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen, jener Gipfelpunkt barocker Veränderungskunst, die der Leipziger Thomaskantor für den befreundeten Reichsgrafen Hermann Carl von Keyserlingk schrieb. Dieser litt unter Schlaflosigkeit und ließ sich – so die Überlieferung – Bachs Kompositionen nachts von seinem Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg vorspielen.

Igor Levit Klavier

Johann Sebastian Bach

Goldberg-Variationen BWV 988

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Programm

Neunundneunzig Variationen über drei Themen – Knapper lässt sich das Programm der beiden Klavierabende von Igor Levit nicht beschreiben. Der deutsch-russische Pianist, der im Dezember 2013 erstmals als Gast der Stiftung Berliner Philharmoniker einen Klavierabend gab und anschließend vom Kritiker des Tagesspiegel als »Hypnotiseur, Zauber und Zeremonienmeister, ein Löwenbändiger« gefeiert wurde, widmet sich nun in zwei Konzerten, drei großen Variations-Zyklen des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Den Anfang machen an diesem Abend Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen, jener Gipfelpunkt barocker Veränderungskunst, die der Leipziger Thomaskantor für den befreundeten Reichsgrafen Hermann Carl von Keyserlingk schrieb. Dieser litt unter Schlaflosigkeit und ließ sich – so die Überlieferung – Bachs Kompositionen nachts von seinem Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg vorspielen.

Ausgehend von dem Bassmodell einer schlichten liedhaften Arie kreiert Bach in den 30 folgenden Variationen einen musikalischen Kosmos, der die gesamte Kompositionskunst der damaligen Zeit bündelt und überhöht: Variation, Tanz, Kontrapunkt, Quodlibet – und bei aller formalen Strenge und Konstruktion bleibt vor allem eines: betörend schöne Musik. Alle Pianisten von Rang müssen sich an diesem Werk messen lassen. Igor Levit empfindet es als Geschenk seines Berufs, sich mental und emotional mit solch einem Werk auseinandersetzen zu dürfen. Dessen Interpretation sei wie eine Reise: »Im Idealfall beginnt man als Person A und wohin auch immer diese Reise geht, wenn am Schluss das Thema, dieses ›heilige‹ Thema, in unveränderter Form wieder erklingt, begegnet man ihm als Person B. Das ist ein enormer Weg und eine einmalige Erfahrung.«

(c) Felix Broede