(Foto: Monika Rittershaus)

Education

Kinderoper mit Simon Rattle und den Vokalhelden

Gemeinsam singen, Lust am Musikmachen wecken – das ist das Ziel des Vokalhelden-Projekts unseres Education-Programms. Hierzu wurden überall in Berlin Vokalhelden-Chöre für Kinder und Jugendliche gegründet. Unter Leitung von Simon Rattle präsentieren sie nun Zum Mond und zurück, eine neue Kinderoper von Andrew Norman – ein fantasievoller junge Komponist, der nach eigenen Worten überraschende Handlungsverläufe liebt, wie man sie von Fernsehserien und Videospielen kennt.

Gesangssolisten und Mitglieder der Berliner Philharmoniker und jugendliche Instrumentalisten, Vokalhelden-Kinder- und Jugendchor, Vokalhelden-Projektchor mit Jugendlichen und Erwachsenen

Sir Simon Rattle Dirigent

Simon Halsey Einstudierung

Ela Baumann Regie

Andrew Norman

Zum Mond und zurück – Uraufführung, Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker gemeinsam mit dem London Symphony Orchestra und der Los Angeles Philharmonic Association. Das Werk ist Teil einer Reihe von Kompositionsaufträgen für Kinderopern, die unter der künstlerischen Leitung von Sir Simon Rattle und Simon Halsey stehen.

Termine und Karten

Sa, 17. Jun 2017, 15:00 Uhr

Philharmonie

So, 18. Jun 2017, 11:00 Uhr

Philharmonie

Live in der Digital Concert Hall zur Übertragung

Programm

Nach der Beteiligung an den Aufführungen der Kinderopern Was lauert da im Labyrinth von Jonathan Dove (2015) und Die beiden Musikanten von Peter Maxwell Davies (2016) steht gegen Ende dieser Spielzeit ein weiteres großes Vokalhelden-Chorprojekt auf dem Plan, bei dem neben den Vokalhelden-Kinderchören auch Jugend- und Erwachsenenchöre bei einem gemeinsamen Konzert mit den Berliner Philharmonikern und jugendlichen Instrumentalisten unter der Leitung von Sir Simon Rattle mitwirken werden: Die Premiere eines neuen musikdramatischen Werks eigens für dieses Vokalhelden-Projekt des US-amerikanischen Komponisten Andrew Norman, der 1979 in eine Familie eingefleischter Star-Wars-Fans hineingeboren wurde: »Wir sahen es jedes Wochenende, jahrelang – ernsthaft ...«

Fasziniert von John Williams’ bekannter Filmmusik, beschloss Norman schon in jungen Jahren, Komponist zu werden, was tatsächlich unter einem guten Stern stand, da der Absolvent der Thornton School of Music an der University of Southern California und der Yale School of Music mit Kompositionspreisen schier überhäuft wurde: »Er ist ein wunderbarer Orchestrator und seine Fantasie ist wirklich außergewöhnlich«, lautete das Urteil des Pianisten und Dirigenten Jeffrey Kahane, der im Dezember 2015 Normans Klavierkonzert Split mit dem von James Gaffigan dirigierten New York Philharmonic uraufgeführt hat. Seine neue Oper Zum Mond und zurück komponiert er in der für ihn typischen Arbeitsweise: »Ich ziehe mich für sechs Monate in meine Höhle zurück und komme dann mit der vollständig fertigen Partitur wieder heraus«, sagt er (wobei er mit »Höhle« die umgebaute Garage neben seinem Haus in El Sereno nordöstlich von Los Angeles meint). Natürlich spielt das neue Stück Zum Mond und zurück in den Weiten des Weltraums.

Geschäftig arbeiten viele Experten daran, eine wundersame Rakete für die Reise zum Mond startklar zu machen. Endlich ist es soweit: Die Rakete fliegt und fliegt tatsächlich mit Erdlingen an Bord und landet mit einer Bruchlandung auf dem Mond. Die Mondbewohner sind zuerst erstaunt über die fremden Lebewesen, doch nach und nach zeigen sich doch Missverständnisse. Erst die Liebe bringt die Wendung und ermöglicht Versöhnung und gegenseitigen Respekt.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Zum Mond und zurück

Eine Science-Fiction-Oper für Menschen jeden Alters von Andrew Norman

Lieber Papa,
ich hoffe, die Schuhfabrik läuft weiterhin gut und Mama ist gesund? Lange hast du nichts von mir gehört, denn ich war recht beschäftigt mit zahlreichen Filmprojekten. Stell dir vor, kürzlich habe ich mit den Kindern einen Film gesehen und bin doch tatsächlich dabei eingeschlafen. Aber das Tolle daran war, dass ich einen Traum hatte, der einen noch viel besseren Filmstoff hergibt! In dem Traum bin ich (als Kameramann) mit einigen Forschern um Professor Barbenfouilles in einer Rakete zum Mond geflogen. Die Landung war ziemlich hart und dadurch hat das Fahrwerk Schaden genommen. Wir fürchteten, nie wieder zur Erde zurückfliegen zu können. Doch zunächst hatte ich eine magische Begegnung – und du weißt ja, wie sehr ich alles Magische liebe! Eine Mondbewohnerin sang ein trauriges Lied in einer merkwürdigen Sprache und als ich versehentlich ein Geräusch machte, schreckte sie zusammen. Ich konnte sie aber mit meinem Blumentrick zum Lächeln bringen. Das Eis war gebrochen. Zum Glück – und wenig später haben wir uns dann gegenseitig Wörter beigebracht: ich ihr aus unserer Sprache und sie mir aus der Sprache der Mondbewohner. Damit du einen Eindruck bekommst, wie anders die Mondsprache klingt, hier die ersten drei Wörter, die Eoa, so hieß die Mondbewohnerin, mir beigebracht hat:
ii ae = ich
ae ou = du
ii ae ou = wir

Schnell musste ich allerdings noch ein weiteres Wort lernen: uai = Monster! Es gibt auf dem Mond nämlich ein Monster, vor dem die Bewohner schreckliche Angst haben, weil es fürchterliche Schreie ausstößt, die für sie unerträglich sind. Ich habe selbst erlebt, wie viel Furcht das Monster erregt. Eoa und ich platzten in eine große Versammlung hinein, bei der die Mondkönigin Ieoaoa gerade die fremden Forscher, also meine Reisegefährten, argwöhnisch beäugte. Eoa erklärte ihr, dass ich kein Feind, sondern ein Freund sei, und auch die Forscher ohne feindselige Absichten gekommen seien. Wir Erdlinge versprachen daraufhin bei der Bekämpfung des Monsters zu helfen. So kam es, dass die Mondbewohner ein rauschendes Willkommensfest für uns veranstalteten und uns magische Stäbe schenkten, wie sie die Mondmenschen selbst immer bei sich tragen. Plötzlich aber brach Panik aus, denn in der Ferne schrie das Monster. Die Ereignisse überschlugen sich, und als die Mondmenschen feststellten, dass das Kind Ioe fehlte, begannen wir alle zu suchen. Professor Barbenfouilles und Micromegas entdeckten den Stab von Ioe und – sie wussten nicht, dass sie das nicht durften – nahmen ihn in die Hand. Als die Mondmenschen das sahen, wurden sie wütend, sie beschuldigten uns Menschen, für das Unglück verantwortlich zu sein und nahmen uns die Stäbe wieder weg. Mit einem Mal tauchte das Monster auf, und ohne zu zögern griffen wir Erdlinge zu den einzigen Waffen, die uns geblieben waren: unseren Regenschirmen! Und glaube es, oder nicht, das Monster ließ sich von den Schirmen in die Flucht schlagen und Ioe war gerettet.

Die Mondmenschen waren sehr glücklich, als wir ihnen die Schirme schenkten. Zum Dank gaben sie uns ihre magischen Stäbe, mit denen wir das Raketenfahrwerk reparieren konnten. Zu gern hätte ich nun Eoa zur Erde mitgenommen, aber sie sagte, sie müsste auf dem Mond bleiben. Ich bin jedoch sicher, dass ich sie beim Start noch allein dort unten sitzen sehen habe – mit meiner Blume in der Hand.

Was für eine Traumreise, findest Du nicht auch, Papa? Ich werde einen großartigen Film daraus machen!

Alles Liebe
Georges

P.S.: Die Kinder lassen euch herzlich grüßen und tragen jetzt immer einen Regenschirm bei sich – für alle Fälle!

Was man in der Oper Zum Mond und zurück hören kann

Auf der Reise Zum Mond und zurück treffen zwei Welten aufeinander und beide haben eigene (Musik-)Sprachen: Die aufgeregten Forscher von der Erde – sie sprechen, aber singen nicht – werden von einer Musik begleitet, die ein bisschen »wissenschaftlich« streng ist, weil ihr Rhythmus sich ständig wiederholt. Mit ihren kurzen hüpfenden Tönen (das nennt man in der Musiksprache »staccato«) klingt sie aber auch lustig und ein wenig tollpatschig. Diese Musik hört ihr, wenn Professor Barbenfouilles und Georges miteinander sprechen, während sie den perfekten Ort zum Filmen suchen, aber auch dann, wenn Nostradamus seine Spur legt, die ihn zurück zur Rakete führen soll.

Die Mondsprache klingt schon deshalb ganz anders, weil in ihr nur Vokale, also die Laute a, e, i, o und u vorkommen. Das macht sie weicher und melodischer als die Sprache der Erdbewohner, und in der Oper wird sie immer gesungen. Kein Wunder also, dass die Mondkönigin einen richtigen Schreck bekommt, als Professor Barbenfouilles zum ersten Mal etwas zu ihr sagt – die Erdensprache klingt für sie völlig fremd! Untereinander verstehen sich die Mondmenschen hingegen bestens. Innerhalb kürzester Zeit versammeln sich alle, wenn der Ruf einer Mondfrau erklingt, der wie ein Echo von einer anderen Mondfrau und einem Mondmann wiederholt wird. Wenn ihr genau hinhört, werdet ihr diesen Ruf im Verlauf der Oper oft hören.

Eine besondere Rolle spielen in diesem Musiktheaterstück die Kinder: Jedes von ihnen hat einen »magischen Stab«, nämlich den Boomwhacker, mit dem man, abhängig von seiner Länge, jeweils einen bestimmten Ton erzeugen kann. So hat jedes Kind seinen eigenen Ton, und wenn alle ihre »magischen Stäbe« hintereinander in der richtigen Reihenfolge spielen, erklingt eine Tonleiter. Ist sie vollständig, wissen die Mondbewohner, dass alle Kinder da sind.

Eine weitere Hauptrolle spielt natürlich das schreckliche Monster. Seine Schreie klingen fürchterlich schief und schräg. Um diese erschreckende Wirkung zu erzeugen, werden sehr viele Töne gleichzeitig gespielt, die eng beieinander liegen. Das nennen die Musikfachleute »Cluster«, was übersetzt »Haufen« heißt. Die Tonhaufen werden von einem grummeligen »Tremolo« begleitet, was so viel bedeutet wie »Zittern«. Dabei zittern nicht nur die Töne, sondern auch diejenigen, die sich beim Hören gruseln. In der Aufregung um das verschwundene Kind könnt ihr noch ein anderes interessantes Instrument hören, das eigentlich nichts anderes ist, als ein biegsames Plastikrohr. Man nennt diese Rohre Heulschläuche (oder auch Whirlies) und wenn man sie über dem Kopf kreisen lässt, erzeugt die durchströmende Luft heulende Geräusche, die ebenfalls unheimlich wirken können.

Zum Glück geht es in der Oper Zum Mond und zurück aber nicht nur um Angst, sondern auch um Freundschaft. Es ist kein Zufall, dass Georges der einzige Erdling ist, der auch singt! Eoa bekommt bei ihrer ersten Begegnung Angst, weil Georges ihr so fremd ist. Aber dadurch, dass er ihre Sprache imitiert, also ihr nachsingt, fasst sie Vertrauen. Mit der Zeit lernen beide durch Vor- und Nachsingen die Sprache des jeweils anderen, und so werden auch musikalisch aus dem anfänglichen »ich und du« ein »wir«.

Andrew Norman: Komponieren ist eine Reise!

Andrew Norman wurde vor 37 Jahren in Amerika geboren. Während viele Kinder in seiner Schule später Feuerwehrmänner, Ärztinnen oder Astronauten werden wollten, hatte er eigentlich immer nur Musik im Kopf: »Seit ich denken kann, habe ich Musik gemacht«, erzählt Andrew. »Schon als Kind, habe ich immer am Klavier gesessen und das gespielt, was mir Spaß machte, anstatt das, was ich hätte üben sollen. Als ich dann etwas älter war, habe ich in verschiedenen Orchestern gespielt und angefangen, Stücke für Freunde zu komponieren – ich habe nie darüber nachgedacht, dass ich Komponist werden wollte – es passierte wie von selbst, denn ich hatte einfach Lust darauf.«

Nach der Schule hat Andrew an einer Universität in der »Hollywood-Stadt« Los Angeles studiert, wo er auch heute noch lebt, wenn er nicht gerade durch die Welt fliegt, um bei Aufführungen seiner Werke dabei zu sein oder Preise für seine Kompositionen entgegen zu nehmen. Andrew ist sehr erfolgreich und hat schon viele Stücke für kleine Ensembles, aber auch für große Orchester und Gesang geschrieben. Wie wird man so erfolgreich als Komponist, gibt es da ein Geheimnis? »Nein«, meint Andrew, »ein Geheimnis gibt es da nicht. Komponieren ist eigentlich sogar harte Arbeit, und oft fühle ich mich, als hätte ich von all dem gar keine Ahnung. Aber ich schreibe trotzdem und hoffe einfach, dass ich eines Tages, wenn ich viel älter bin, zu dem Komponisten werde, der ich immer sein wollte. Komponieren ist eine lebenslange Reise und ich bin gerade erst gestartet!«

Andrew komponiert aber nicht nur für weltberühmte Künstler und Orchester, sondern oft auch für Kinder und Jugendliche – das ist ihm sehr wichtig. »Egal, ob ich für die New Yorker Philharmoniker oder für die Berliner Vokalhelden schreibe«, erzählt er, » ich überlege mir immer, was das Besondere an den Musikern ist, für die ich komponiere. Ich frage mich, was ihnen Freude machen, was spannend oder eine Herausforderung sein könnte, und auf diese Weise versuche ich immer das Beste aus ihnen heraus zu kitzeln. Und natürlich sollen alle Beteiligten dabei Spaß haben!«

Die Geschichte Vom Mond und zurück hat Andrew sofort fasziniert, denn »im Grunde fürchtet sich jeder vor irgendetwas. Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie aufzeigt, wie man damit umgehen kann, wenn man Angst vor Menschen hat, die einem fremd sind«. Dass es leicht zu Missverständnissen kommt, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht, weiß auch Andrew. Als Komponist spricht er schließlich mit seiner Musik eine ganz eigene »Sprache«. »Ich werde eigentlich andauernd missverstanden!«, erklärt er. »Aber das gehört zum Leben dazu. Wenn zum Beispiel irgendwo auf der Welt ein neues, dem Publikum fremdes Werk von mir gespielt wird, gehe ich das Risiko ein, dass meine Gedanken falsch ausgelegt werden, aber gleichzeitig – und das ist toll! – besteht auch immer die Chance, dass ich mit meiner Musik Menschen erreiche, denen ich sonst im Leben nie begegnet wäre.«

Mit Muffins auf den Mars? – Was ist eigentlich ein Sience-Fiction?

Anja: Puh, so viele Hausaufgaben heute … Und in zwei Wochen muss ich auch noch ein Buch im Deutschunterricht vorstellen … Sag mal, bist du nicht sogar schon kommende Woche dran mit deiner Buchvorstellung?

Leonie: Doch, ich hab meins auch schon gelesen. Und ehrlich gesagt, ich fand es ziemlich cool!

Anja: Worum geht es denn?

Leonie: Es ist ein Buch von Jules Verne, einem Franzosen. Der hat sich überlegt, was passieren würde, wenn Menschen zum Mond fliegen könnten.

Anja: Hä? Aber es sind doch längst Menschen zum Mond geflogen. Unser Nachbar hat einmal erzählt, dass 1969, im Jahr seiner Geburt, die ersten Astronauten den Mond betreten haben.

Leonie: Ja, klar, aber dieser Jules Verne hat das Buch doch schon vor 150 Jahren geschrieben! Damals konnte man eben noch lange nicht ins Weltall fliegen, weil die Wissenschaftler noch keine Raketen bauen konnten. In dem Buch wird aber genau beschrieben, wie das geht. So etwas nennt man Science-Fiction.

Anja: Seins Fikschen?!

Leonie: Nein, Science-Fiction ist eigentlich ein englisches Wort. »Science« heißt Wissenschaft und »fiction« bedeutet, dass es erfunden ist. Jules Verne war eben kein echter Wissenschaftler, sondern hat sich nur ausgedacht, wie es wäre, wenn man mit einer Rakete zum Mond fliegen und dort Mondbewohner treffen würde. Kennst du vielleicht den Film E. T., der Außerirdische? Das ist auch »Science-Fiction«, nur, dass in der Geschichte nicht die Menschen ins All fliegen, sondern der schrumpelige Außerirdische in seinem Raumschiff auf der Erde landet. Ein bisschen gruselig …

Anja: Das ist doch alles Quatsch, es gibt gar keine Menschen auf dem Mond und auch keine Außerirdischen!

Leonie: Naja, auf dem Mond gibt es wirklich keine Menschen. Aber die meisten richtigen Wissenschaftler sind sich ziemlich sicher, dass es irgendwo im Weltall Planeten gibt, wo –ähnlich wie auf der Erde – Lebewesen existieren. Und jetzt stell dir doch mal vor, es klingelt an deiner Tür und vor dir steht ein Außerirdischer, der irgendwie fremd aussieht und deine Sprache nicht spricht!

Anja: Haha! So ähnlich war das im Mai, als meine Austauschschülerin Mara hier ankam – als ich die Tür öffnete, stand da dieses braungebrannte Mädchen aus Peru neben meiner Mutter und schaute mich nur stumm an, weil es kein Deutsch verstand.

Leonie: Vielleicht hatte Mara Angst vor dir, du siehst für sie ja auch ganz blass aus! Und was hast du dann gemacht?

Anja: Ich habe sie angelächelt und sie mit in mein Zimmer genommen. Als sie meinen Nagellack entdeckt hat, haben wir uns gegenseitig die Nägel lackiert. Außerdem konnte mir Mara super Flechtfrisuren zeigen! Ach ja, ich habe ihr natürlich zuerst einen von den Muffins gegeben, die ich extra für sie gebacken hatte. Und davon wollte sie gleich noch mehr haben.

Leonie: Hätte Kolumbus doch nur Muffins dabei gehabt, als er aufgebrochen ist, um Indien zu entdecken!

Anja: Wie kommst du denn jetzt auf Kolumbus? Ich dachte, der hat Südamerika entdeckt und nicht Indien?

Leonie: Ja, er wollte eigentlich nach Indien segeln, aber damals vor über 500 Jahren, waren große Teile der Welt noch unentdeckt, weshalb gab es auch noch keine guten Landkarten gab. Und da hat er sich halt verfahren. So kam es, dass er in Amerika gelandet ist.

Anja: Und warum hätte er Muffins dabei haben sollen?

Leonie: Na, für die Menschen, die er für Indianer hielt! Die standen ja auch vor Kolumbus und seinen Leuten – wie du und Mara – ohne sich in einer gemeinsamen Sprache unterhalten zu können. Mit Muffins wären die Spanier und die Ureinwohner Amerikas vielleicht Freunde geworden, statt blutige Kriege zu führen.

Anja: Ok, ich verstehe.

Leonie: Was jetzt?

Anja: Na, wenn ich das nächste Mal eine Reise ins Unbekannte antrete – ob nun zum Mars oder zum Rückaustausch nach Peru –, dann stecke ich auf alle Fälle Muffins als Gastgeschenk ein und lächle einfach freundlich. Hey, wie wäre es, wenn die Muffins lebendig wären und selbst lächeln und vielleicht auch gleich noch alle fremden Sprachen übersetzen könnten? Das wäre richtig cool!

Leonie: Haha, DAS ist jetzt aber wirklich Science-Fiction!

Susanne Ziese

Biografie

Ela Baumann studierte an der Salzburger Universität »Mozarteum« Musik und Tanz. Als Regisseurin, Choreografin und Librettistin arbeitete sie an Opernhäusern wie der Wiener Staatsoper, dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, der Vlaamse Opera Antwerpen und der Opéra nationale de Lorraine. Weitere Engagements führten die Österreicherin ans John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, an die Philharmonie Luxemburg, ans Festspielhaus Baden-Baden, an die Elbphilharmonie Hamburg sowie zum Lucerne Festival. Mit großer Leidenschaft kreiert Ela Baumann Musik- und Tanztheater für ein junges Publikum. Ihre Stücke erhielten mehrfach Auszeichnungen wie den »Junge Ohren Preis«, den »YEAH ! Young EARopean Award« und den YAMA-Publikumspreis. In Peter Maxwell Davies Kinderoper Die beiden Musikanten, die in den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker Mitte Juni 2016 zu erleben war, führte Ela Baumann Regie.

Mário Melo Costa studierte Bildhauerei in Lissabon und Venedig; außerdem ließ er sich an der Kodak-Filmakademie in Paris sowie im Rahmen des Advanced Cinematography Course von Rudolfo Denevi in Kuba zum Kameramann und Videodesigner ausbilden. Costa erstellte Animationsfilme und Videoinstallationen für verschiedene Musikprojekte, bei denen Ela Bauman Regie führte (u. a. in Peter Maxwell Davies Kinderoper Die beiden Musikanten, die Sir Simon Rattle Mitte Juni 2016 in der Philharmonie dirigierte) sowie die musikalische Erzählung Mausemärchen und Riesengeschichte von Elisabeth Naske am Grand Théâtre de Luxembourg und der Gesellschaft für Musik Wien. Mário Melo Costa, der für zahlreiche Filmprojekte Auszeichnungen erhielt, erarbeitete Videoinstallationen für Opernproduktionen im Almada Auditorium Lissabon, für die Studios der Vlaamse Opera in Gent und Rotterdam sowie am Grand Théâtre de Luxembourg. Er unterrichtete an der portugiesischen Escola Superior de Artes e Design Matosinhos.

Der gebürtige Franzose Christophe Linéré bezeichnet sich selbst als »Stoff-Former«. 1995 zog der Kostümbildner, Schauspieler und Tänzer nach Berlin, wo er ein Volontariat an der Deutschen Oper durchlief. Seitdem arbeitet Christophe Linéré für verschiedene internationale Tanz-, Theater- und Filmproduktionen. Auf der Bühne hat Christophe Linéré in diversen großen und kleinen Produktionen als Darsteller, Schauspieler und Tänzer mitgewirkt. So war er u. a. in Strawinskys The Rake’s Progress und in Tschaikowskys Eugen Onegin an der Staatsoper Unter den Linden zu erleben sowie in Glucks Alceste am Teatro Real in Madrid. In Peter Maxwell Davies Kinderoper Die beiden Musikanten, die als großes Vokalhelden-Projekt den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker Mitte Juni 2016 zu erleben war, sorgte Christophe Linéré für Kostüme und Ausstattung.

Sophia Burgos studierte in New York an der Eastman School of Music (Bachelor) sowie am Bard College Conservatory of Music (Master). Meisterkurse sowie weiterer Unterricht bei Barbara Hannigan rundeten ihre Ausbildung ab. In der Spielzeit 2015/2016 gab die Sopranistin ihr europäisches Operndebüt in der Titelpartie von François Paris’ Maria Republica an der Angers Nantes Opéra. Sophia Burgos gastierte in dieser Spielzeit im Münchner Prinzregententheater, wo sie gemeinsam mit dem von Teodor Currentzis dirigierten Mahler Chamber Orchestra Claude Viviers Lonely Child zur Aufführung brachte. Weitere Engagements führten sie zu den Bregenzer Festspielen, wo sie in einer Produktion von Zesses Seglias Oper To The Lighthouse die Rolle der Lily Briscoe übernahm sowie zum Het Gelders Orkest, in deren Konzerten Dickinson-Lieder von Robin de Raafs auf dem Programm standen. Als gesuchte Interpretin neuer Musik arbeitete Sophia Burgos mit Komponisten wie George Crumb, Osvaldo Golijov, Matthias Pintscher und André Previn zusammen. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker ist die Sängerin nun erstmals zu erleben.

Iwona Sobotka studierte Gesang an den Musikhochschulen in Warschau und Madrid. Internationale Aufmerksamkeit erregte sie als Grand-Prix-Siegerin des Königin-Elisabeth-Musikwettbewerbs in Belgien. Seitdem ist sie in renommierten Konzertsälen wie dem Wiener Konzerthaus, der Pariser Salle Pleyel, der Londoner Royal Albert Hall, dem Palais de Beaux Arts in Brüssel und in der Suntory Hall in Tokio aufgetreten und war zudem an der Pariser Nationaloper, an der Komischen Oper Berlin, am Opernhaus Perm (Russland) und an der Podlaska-Oper in Bialystok (Polen) zu erleben. Konzertengagements führten die Sopranistin u. a. zum Londoner Royal Philharmonic Orchestra, zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und zum Orchestre Philharmonique du Luxemburg. Iwona Sobotka ist weithin bekannt für ihre Interpretationen des polnischen Vokalrepertoires. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker war die Sängerin zuletzt Mitte Juni 2016 in Peter Maxwell Davies Kinderoper Die beiden Musikanten zu erleben. Dirigent war Sir Simon Rattle.

Peter Tantsits studierte Violine und Gesang an der Yale School of Music sowie am Oberlin Conservatory in Ohio. Der amerikanische Tenor debütierte 2008 an der Mailänder Scala und widmet sich insbesondere dem modernen und zeitgenössischen Repertoire sowie den hohen Tenorpartien von Rameau, Britten, Strawinsky, Ravel, Janáček, Berg und Strauss. In den vergangenen Spielzeiten war Peter Tantsits u. a. am Baseler Theater, im Concertgebouw Amsterdam sowie an der Bayerischen Staatsoper zu erleben. Hinzu kamen Auftritte bei den Wiener Festwochen, dem Glyndebourne Opera Festival, dem Aldeburgh Festival und dem Beijing International Music Festival. Peter Tantsits gastierte u. a. beim New York Philharmonic Orchestra, beim London Symphony Orchestra, bei den Münchner Philharmonikern sowie beim MDR Sinfonieorchester. Hierbei arbeitete er mit Dirigenten wie Alan Gilbert, Emmanuelle Haïm, Kristjan Järvi, Lorin Maazel, Kirill Petrenko und Leonard Slatkin zusammen. In Konzerten der Berliner Philharmoniker war Peter Tantsits zuletzt im April 2017 als Spoletta in einer konzertanten Aufführung von Puccinis Oper Tosca zu erleben, Dirigent war Sir Simon Rattle.

Mathias Kusche wurde 1967 in Berlin geboren. Seine Ausbildung erhielt er an der Schauspiel- und Medienakademie Berlin. Außerdem studierte er Gesang und Tanz und ließ sich bei Gabrielle Scharnitzky in der Stella-Adler-Technik ausbilden, die es ermöglicht, durch Text- und Figurenanalyse in kurzer Zeit einen Charakter zu erfassen. Er ist regelmäßig in Theater-, Fernseh- und Musicalproduktionen zu sehen. Der 1961 in Hamburg geborene Schauspieler Nils Willers wurde in Berlin am Kreuzberger Ratibortheater von Harald Klenk, Ute Wohlgemuth und Jan Geerd Buss ausgebildet. 1986 legte er die paritätische Schauspielprüfung ab und arbeitet seitdem weltweit als Schauspieler, Regisseur, Autor, Lichtdesigner und Theaterproduzent. Martin Radecke, Jahrgang 1986, besuchte ab 2009 die Europäische Theaterschule Bruneck in Südtirol. 2012 absolvierte er seine Bühnenreifeprüfung vor der Paritätischen Prüfungskommission der österreichischen Theaterunternehmenverbände in Wien. Er ist überwiegend am Theater tätig und trat als Mitwirkender diverser Kurzfilme in Erscheinung. Michael Hase, 1963 in Dresden geboren,ließ sich an der Theaterhochschule »Hans Otto« in Leipzig zum Schauspieler ausbilden. Es folgten Suzuki-Körpertraining für Schauspieler, Schauspiel- und Rollenarbeit am Institut für Schauspiel, Film-, Fernsehberufe in Berlin. Er arbeitet als freier Schauspieler für Theater- und Fernsehproduktionen. Florian Hackspiel, schloss sein Schauspielstudium an der Kunstuniversität Graz ab. Seitdem ist der 1983 geborene Innsbrucker als freischaffender Schauspieler und Regisseur tätig. David N. Koch besuchte die Theaterakademie seiner Heimatstadt Köln (Diplom: 2007) und erhielt eine musikalische Ausbildung (u. a. Gesang, Klavier und Songwriting). Der 1982 geborene Schauspieler ist auch als freier Autor für Fernsehproduktionen tätig, schreibt und produziert Kurzfilme und führt Regie.

Das Vocalconsort Berlin, zu deren Mitgliedern Aurélie Franck, Anna-Luise Oppelt, Matthias Jahrmärker und Jakob Ahles zählen, wurde 2003 gegründet. Zu den festen künstlerischen Partnern der Formation gehören Daniel Reuss, Folkert Uhde und Sasha Waltz. Der jüngste der drei Profichöre Berlins ist neben der Compagnie Sasha Waltz & Guests und der Akademie für Alte Musik Berlin eines der drei Residenzensembles des Radialsystem V in Berlin. Wandlungsfähig in Besetzung und Repertoire, dabei aber stets stilsicher und von beeindruckender Homogenität, konnte das Vocalconsort Berlin Erfolge auf ganz unterschiedlichen Gebieten feiern: von Monteverdis L’Orfeo unter der Leitung René Jacobs über Haydns Jahreszeiten (Dirigent: Christopher Moulds) und Bernsteins A Quiet Place (Dirigent: Kent Nagano) bis hin zu Peter Ruzickas … Inseln, Randlos … unter Leitung des Komponisten. Das Vocalconsort Berlin ist regelmäßig in den Musikmetropolen und auf den großen Festivals Europas präsent. Es arbeitete u. a. mit Marcus Creed, Ottavio Dantone, Iván Fischer, Pablo Heras-Casado, Jos van Immerseel, Vladimir Jurowski und Christoph Rousset zusammen. Für die Aufnahme des zweiten Buchs von Gesualdos Sacrae Cantiones, dirigiert von James Wood, erhielt das Vocalconsort Berlin 2013 den ECHO-Klassik-Preis.

(Foto: Monika Rittershaus)

Die Vokalhelden der Berliner Philharmoniker

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