Kammermusik

Philharmonischer Salon mit Rufus Beck und dem Scharoun Ensemble Berlin

Unter dem Titel Philharmonisches Diner – Louise Wolff und Wilhelm Furtwängler widmet sich der Philharmonische Salon von Götz Teutsch zum vierten und letzten Mal der Konzertagentur Wolff. Es geht um die 1920er- und die erste Hälfte der 1930er-Jahre bis zu der von den Nationalsozialisten erzwungenen Liquidierung des Unternehmens. Es ist die Ära von Wilhelm Furtwängler, dessen Verhalten während der Zeit der Diktatur unterschiedlich bewertet wurde. Mit dabei: das Scharoun Ensemble Berlin und Rufus Beck, der u. a. Texte von Edith Stargardt-Wolff, Thomas Mann und Klaus Lang liest.

Rufus Beck Sprecher

Scharoun Ensemble Berlin

Cordelia Höfer Klavier

Götz Teutsch Programmgestaltung

Philharmonisches Diner – Louise Wolff und Wilhelm Furtwängler

Musik von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Wilhelm Furtwängler und Paul Hindemith

Texte von Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Yehudi Menuhin, Edith Stargardt-Wolff, Wolfgang Stresemann, Berta Geißmar u. a.

Termine und Karten

Programm

Nachdem Wilhelm Furtwängler die Leitung der Berliner Philharmoniker übernommen hatte, begann er umgehend damit, das Jahrzehnte lang von Tradition und Spätromantik dominierte Repertoire des Orchesters zu erneuern: Schon im zweiten Konzert seiner ersten Saison am 22./23. Oktober 1922 präsentierte er Skrjabins Poème de l’extase, knapp zwei Monate später folgten Schönbergs Fünf Orchesterstücke op. 16 und am 7. Januar 1924 ging mit »Klängen von einer nicht gekannten Härte«(Deutsche Allgemeine Zeitung) eine denkwürdige Aufführung von Strawinskys Sacre über die Bühne, die in einem allgemeinen Tumult endete. Der Mythos, der Furtwänglers Konzerte mit den Berliner Philharmonikern noch heute umgibt, gründete sich allerdings auf seine Deutungen der Werke von Beethoven, Brahms und Bruckner, der beiden letzten Schubert-Symphonien sowie ausgewählter Kompositionen von Bach, Haydn, Mozart, Schumann und Strauss: Altbekanntes klang in seiner Lesart so gegenwärtig und neu, dass kein Geringerer als Hans Heinz Stuckenschmidt resümierte: »Es gab niemals auch nur einen Augenblick des Vorhersehbaren.«

Unter dem Titel Philharmonisches Diner – Louise Wolff und Wilhelm Furtwängler widmet sich der Philharmonische Salon von Götz Teutsch in diesem vierten und letzten Teil über die Konzertagentur Wolff den 1920er-Jahren und der ersten Hälfte der 1930er-Jahre bis zu der von den Nationalsozialisten erzwungenen Liquidierung des Unternehmens. Es ist die Ära Furtwängler, dessen Verhalten während der Zeit der Diktatur unterschiedlich bewertet wurde. Das Scharoun Ensemble Berlin spielt Werke von Beethoven, Hindemith, Reger, Strauss – und Furtwängler (der Maestro verstand sich selbst als Komponist, der auch dirigierte). Rufus Beck liest Texte von Edith Stargardt-Wolff, Thomas Mann, Klaus Lang, Henrik Holm und anderen.

Über die Musik

In Paradisum

Wilhelm Furtwängler, Louise Wolff und die Berliner Philharmoniker

Wer ihn nicht schätzt, kennt ihn nicht, und wer ihn nicht schätzt, obwohl er ihn kennt, hat keine Ahnung von Musik. Wilhelm Furtwängler wurde schon in seinen ersten Karrierejahren zu den führenden Dirigenten Deutschlands und dann auch bald der ganzen klassischen Welt gezählt; als er 1954 starb, umgab seinen Namen – trotz politischer Anfechtungen – eine unvergleichliche, undurchdringliche Aureole; heute gilt er als einer der größten Dirigenten der Geschichte, als Künstler, der mit der Kraft eines Naturereignisses den Boden musikalischer Interpretation aufgewühlt und vertieft hat wie vor ihm Beethoven die Gattung der Symphonie – ein Mann von singulärem Rang, dessen Können und Wirken uns mit Ehrfurcht erfüllt. Zu »verstehen« ist er nicht. Das haben Wunder so an sich ...

Aber wie kam es, dass dieser Meteor ausgerechnet auf das kleine Berlin stürzte, dass der große Grübler und Verkünder letzter Wahrheiten ausgerechnet die schrille, schnelllebige und krachend bunte deutsche Metropole zum Mekka der Musik erhob, und das für alle Zeit? Weil er am Nollendorfplatz in Schöneberg geboren wurde? Wohl kaum. Berliner wird man nicht durch Geburt, sondern durch Bekenntnis. Und just daran hat es Wilhelm Furtwängler stets fehlen lassen, er verspürte nie eine besondere emotionale Nähe zu dieser Stadt. Seine Heimat lag anderswo: in Baden, auf einem Erbhof namens »Furtwängle«, wo die Familie väterlicherseits seit Jahrhunderten lebte. Doch blieb Wilhelm Furtwängler deswegen keine provinzielle Erscheinung wie etwa der Schwarzwälder Philosoph Martin Heidegger; vielmehr hatte er dank seiner Mutter auch norddeutsches, großstädtisches Blut in den Adern. Diese doppelte Erbschaft ermöglichte es ihm, aus einer ungeheuren Tiefe zu schöpfen und zugleich die Musikmetropolen Europas und Amerikas zu erobern. Er wollte sich nicht mit reiner Kontemplation begnügen, auch nicht mit bloßer Komposition, sondern strebte nach öffentlichen Erfolgen, nach Ruhm und Bewunderung.

Der Drang in die Öffentlichkeit zeigte sich früh und verstärkte sich im Lauf der Jahre mehr und mehr. Er führte Furtwängler unweigerlich nach Berlin. Ihm war klar, dass es im europäischen Musikleben nur zwei Städte gab, die ihn als Dirigenten an die internationale Spitze bringen konnten: Berlin und Wien. Die Engagements in Breslau, Zürich, München und Straßburg, dann Lübeck, Mannheim und Frankfurt betrachtete der junge Dirigent von Anbeginn nur als Zwischenstationen, als bestenfalls nützliche Trainingsrunden auf dem Weg zum Gipfel. Er werde, so verkündete er schon frühzeitig im Kreise der Konzertagentin Louise Wolff, sicher einmal Nachfolger des von ihm verehrten Arthur Nikisch werden, des Chefs der Berliner Philharmoniker. Doch zunächst waren es das Wiener Tonkünstler-Orchester und die Berliner Lindenoper, die ihn unter Vertrag nahmen. Aber er hatte einen Fuß in der Tür, und das Entree musste früher oder später erfolgen.

Aber nicht einmal das Genie steigt mir nichts, dir nichts, sozusagen über Nacht auf den Olymp. Dazu bedarf es noch anderer Fähigkeiten, und die besaß Furtwängler ebenfalls. Allerdings verleugnete er sein Streben nach der Macht. »Ich machte Karriere, weil ich ungeschickt und schüchtern war«, behauptete er gern. »Meine Kollegen hielten mich für ungefährlich. Als sie merkten, dass ich es nicht war, war es viel zu spät.« Zweifellos, er war ein schlechter Schüler gewesen, bildete sich lebenslänglich viel darauf ein, nie ein Examen gemacht zu haben; er erschien als menschenscheu, was durch eine gewisse Flegelhaftigkeit ausgeglichen wurde, und in Gesellschaft machte er schon wegen seiner nachlässigen Kleidung eine schlechte Figur – an narzißtischem Ehrgeiz fehlte es ihm jedoch genauso wenig wie an strategischem Geschick. Das blieb auch den Kollegen nicht verborgen. Schon Arthur Nikisch hatte sich auf seine alten Tage Gedanken gemacht, ob ihn dieser Heißsporn nicht irgendwann beiseite schieben werde. Als Nikisch 1922 unvermutet starb, läuteten in den Wohnstuben der Berliner Dirigenten alle Alarmglocken. Furtwängler ante portas? Von wegen, er war schon drin! Nicht in der Wohnstube, sondern in der Philharmonie. Bruno Walter, ebenfalls Berliner und auf die Position erpicht, vertraute im März beunruhigt einem Briefpartner an: »Furtwängler nun sitzt seit Nikischs Tod in Berlin und setzt Himmel, Hölle und noch eine Anzahl anderer Sphären in Bewegung, um die Stelle zu erhalten.«

Die Alarmglocken schellten also, und Louise Wolff hätte jetzt eigentlich hören müssen, was die Stunde geschlagen hatte. Als Chefin der Konzertagentur Wolff & Sachs, die sie seit dem Tode ihres Gatten Hermann Wolff leitete, stand ihr das Vorschlagsrecht zu. Doch sei es, dass ihre freundschaftlichen Gefühle für Bruno Walter nicht ganz so stark waren, wie dieser meinte, sei es, dass Furtwängler seinen Charme spielen ließ, der auf Damen eine starke Wirkung auszuüben pflegte – Walter ging leer aus und auf USA-Tournee, Furtwängler bekam den Job und behielt ihn, mit Unterbrechungen, bis zu seinem Tod 1954.

Was genau war geschehen? Versetzen wir uns einmal in jene schicksalhaften Tage Anfang 1922. Bruno Walter hat die Philharmoniker zuletzt im November 1921 dirigiert, Furtwängler Mitte Dezember und am 30. Januar 1922, genau eine Woche nach Nikischs Tod. Die Eindrücke, die er mit Beethovens Erster und Berlioz‘ Symphonie fantastique hinterlassen hat, sind frischer und tiefer als Walters Programm mit Mendelssohn und Schumann. So kommt es, dass ihn Louise Wolff bittet, auch das Gedenkkonzert für Nikisch am 6. Februar zu leiten. Er hatte bereits das Leipziger Gedenkkonzert am 26. Januar dirigiert und sich dadurch auch am Gewandhaus als Nachfolger Nikischs empfohlen. In Berlin wie in Leipzig verfängt dieselbe Taktik. Man könnte sie auch den römischen Ritus nennen. Denn im Vatikan wird gewöhnlich derjenige zum Papst gewählt, der bei der Totenmesse für den verstorbenen Pontifex die Predigt hält. Am Ende der vatikanischen Messe ertönt traditionell der Wechselgesang In Paradisum. Ungefähr dort dürfte sich auch Wilhelm Furtwängler gefühlt haben ...

Den entscheidenden Schritt in dieser Angelegenheit unternimmt Furtwängler selbst. Er stürmt eines Tages ins Büro von Louise Wolff und bietet sich ohne Umschweife als neuer philharmonischer Hausherr an. Der Agentin muss spontan auf sein Verhalten reagieren. Und sie reagiert richtig, indem sie nach seiner Verpflichtung an der Lindenoper fragt, wo er die Symphoniekonzerte leitet. Furtwängler erklärt, sich dort schnellstmöglich zurückziehen zu wollen. Daraufhin erteilt Louise Wolff ihr Plazet, und die Philharmoniker begrüßen die Entscheidung begeistert und einstimmig. Mit diesem kleinen Husarenritt hat Furtwängler die gesamte Konkurrenz überholt, Bruno Walter und Felix Weingartner, Fritz Busch, Otto Klemperer und Hans Pfitzner. Mit Ausnahme der Betroffenen wird kein Mensch diese Entscheidung jemals bedauern, weder damals noch später.

Das heißt, einer vielleicht doch. Aufgrund der neuen Berliner Aufgabe, in Verbund mit seiner Tätigkeit am Leipziger Gewandhaus, die er 1928 zugunsten der Wiener Philharmoniker aufgibt, kommt Furtwängler kaum noch zum Komponieren. Denn eigentlich ist er – wie Mendelssohn, Wagner und Mahler – ein dirigierender Komponist, kein Dirigent, der nebenher komponiert. Ausgehend von Beethoven, insbesondere von der Großen Fuge, aber auch von Bruckner und Schumann, schreibt Furtwängler in einem spätromantischen, zum Monumentalen neigenden Stil. Er versteht sich als Lordsiegelbewahrer der großen symphonischen Tradition des 19. Jahrhunderts und schätzt solche Zeitgenossen am meisten, die denselben Prinzipien folgen, allen voran Max Trapp, Paul Graener, Heinrich Kaminski, Günter Raphael und Arthur Honegger. Aber auch anders orientierte Kollegen setzt er wiederholt aufs Programm, Ottorino Respighi etwa, Igor Strawinsky, Sergej Prokofjew, Béla Bartók, Paul Hindemith. Er engagiert sich sogar für Arnold Schönberg, dessen Variationen für Orchesterop. 31 bei der Uraufführung 1928 einen veritablen Skandal verursachen. Insgesamt bringt Furtwängler weit über 100 zeitgenössische Tonsetzer zu Gehör.

Seine epochalen Darstellungen Beethovens freilich führten dazu, dass dieser Aspekt seines Nach-Schaffens in den Hintergrund trat. Tatsächlich jedoch war Furtwängler weder konservativ noch progressiv und schon gar nicht »zeitgemäß«. Was er von Musik, explizit auch von moderner Musik erwartete, fasste er in einem kurzen Credo zusammen.
»Ich verlange von der modernen Musik: 1) dass sie für lebendige Menschen aus Fleisch und Blut geschrieben ist, nicht nur für Gehirn-Akrobaten; 2) dass sie deshalb den natürlichen Gesetzen aller organischen Formung, den Gesetzen der Spannung und Entspannung Rechnung trage; 3) dass sie sich an den Menschen von heute, nicht an den von morgen oder übermorgen wende, d. h. an einen wirklichen Menschen, nicht an einen gedachten oder bloß geforderten; 4) dass sie das, was sie zu sagen hat, mit der größtmöglichen Klarheit ausspreche. Wer etwas zu sagen hat, kann es riskieren, sich klar auszusprechen. Die gewerbsmäßige Verschleierungstechnik, ja Camouflage so vieler neuer Musik ist nicht ›Tiefe‹, sondern Unproduktivität.«

Das Musikleben Berlins entwickelte in den 1920er-Jahren ein international einmaliges Niveau. Dazu trug nicht nur der begnadete Dirigent Furtwängler bei, sondern auch die Phalanx großartiger Komponisten, deren Werke genau jener von ihm geforderten Ästhetik entsprachen. Spätere Zeiten konnten dieses Niveau nicht mehr erreichen – die überragenden Talente waren nur noch rar gesät, und die meisten Dirigenten verloren das Interesse an zeitgenössischer Musik. Die Ära Furtwängler römisch eins wurde zum Mythos. Er selbst lernte, sich seiner Stellung gemäß zu benehmen, machte nun auch auf dem diplomatischen Parkett eine passable Figur und erfreute sich durchaus einer ulkigen Feier zu seinem 47. Geburtstag, bei der Orchestermusiker, unterstützt von Paul Hindemith, Edwin Fischer und Georg Kulenkampff, in Karnevalskleidung die Ouvertüre zum Fliegenden Holländer so verhunzten, als würde sie eine »schlechte Kurkapelle morgens um sieben am Brunnen vom Blatt spielen«. Das waren Äußerlichkeiten. Der ganze großstädtische Zirkus berührte ihn nicht im Innersten. Berlin und all die anderen Metropolen ließen Furtwängler kalt. Er wohnte weitab, in der Fasanerie des Schlossparks Sanssouci, noch lieber unternahm er ausgedehnte Wanderungen durch das Badner Land und die Schweiz, lief Ski, stieg aufs Pferd. Oder versenkte sich stundenlang in den Anblick von Baumwipfeln, die der Wind schüttelte.

Ein anderer Wind wehte schon bald in Berlin. Fünf Tage nach Furtwänglers 47. Geburtstag wurde ein Verbrecher zum deutschen Reichskanzler ernannt, die braunen Horden marschierten grölend durchs Brandenburger Tor. Der Dirigent hielt sich raus aus der Politik, noch störte er sich nicht am aufflammenden Antisemitismus. Louise Wolff und ihre Firma gerieten dagegen ziemlich schnell in die ideologische Schusslinie, woran auch die Machenschaften eines konkurrierenden Agenten schuld trugen. Hermann Wolff war Jude gewesen, und seit dem Ersten Weltkrieg gehörte ein jüdischer Teilhaber, Erich Sachs, zum Unternehmen. Grund genug, der Agentur die Luft abzuschneiden. Viele Freunde und Mitarbeiter von Louise Wolff flüchteten ins Ausland, sie aber, »Königin Louise«, die Grande Dame des Berliner Westens, resignierte angesichts der Übermacht ihrer widerlichen Gegner. Bereits 1934 leitete sie das Liquidationsverfahren der Agentur Wolff ein, im Jahr darauf verstarb sie 80-jährig. Eine ihrer Töchter wurde ins Konzentrationslager verschleppt. Die gleichgeschaltete Reichsmusikkammer veranstaltete unverzüglich nach der Schließung einen Raubzug durch die Büroräume und requirierte kistenweise kostbare Dokumente und Autografe.

Die paradiesischen Zeiten des Berliner Musiklebens waren vorbei. Jetzt ging es unverzüglich in die Hölle. Wilhelm Furtwängler überstand sie, wenn auch nicht unbeschadet. Hermann und Louise Wolff gerieten fast vollständig in Vergessenheit. Nur die Berliner Philharmoniker halten die Erinnerung an sie wach.

Volker Tarnow

Biografie

Cordelia Höfer
Cordelia Höfer wurde in München geboren. Ihr Klavierstudium absolvierte sie mit höchsten Auszeichnungen an den Hochschulen in Salzburg (bei Hans Leygraf) und München (bei Klaus Schilde). In Salzburg studierte sie auch die Fächer Dirigieren und Kammermusik. Wichtige Lehrer waren Wilhelm Kempff, Tatjana Nikolajewa und Elisabeth Leonskaja. Eine umfangreiche Konzerttätigkeit führt Cordelia Höfer seit dem 15. Lebensjahr als Solistin und Kammermusikerin durch viele europäische Länder, die USA, Japan und Korea. Hierbei hat sie mit Sängerinnen wie Christine Schäfer, Juliane Banse und Anna Prohaska zusammengearbeitet. Im Rahmen ihrer langjährigen Unterrichtstätigkeit an der Universität »Mozarteum« in Salzburg war sie Künstlerkollegen wie Sándor Végh, Heinrich Schiff und Nikolaus Harnoncourt in intensiver Zusammenarbeit verbunden. Seit 2002 ist die Pianistin Professorin für Klavier und Kammermusik am »Mozarteum«. Cordelia Höfer ist seit vielen Jahren regelmäßig in den Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker zu erleben, insbesondere in den Philharmonischen Salons.

Rufus Beck
Rufus Beck, geboren in Heidelberg, ist Schauspieler und Sprecher, darüber hinaus auch Regisseur, Sänger und Produzent. Er studierte zunächst Islamistik, Philosophie und Ethnologie an der Universität Heidelberg, bevor er sich der Schauspielerei zuwandte. Nach ersten Engagements u. a. in Saarbrücken, Tübingen und Frankfurt, spielte er von 1988 bis 1994 am Bayerischen Staatsschauspiel in München. Seit 1994 ist er freischaffend und arbeitete als Gast u. a. an den Münchner Kammerspielen, dem Bayerischen Staatsschauspiel und dem Berliner Ensemble. Nach seinem Kinodebüt 1991 in Sönke Wortmanns Kleine Haie, gelang ihm 1994 der Durchbruch mit der Rolle der Waltraud in dem Film Der bewegte Mann. Dem jüngeren Publikum ist Rufus Beck vor allem aus den Kinofilmen Die Wilden Kerle und Der Räuber Hotzenplotz bekannt. Von den mehr als 60 TV-Produktionen, bei denen er mitwirkte, ist die Titelrolle in der TV-Krimi-Reihe Inspektor Rolle (2001 bis 2003) hervorzuheben. Als Sprecher und Regisseur für Hörbuchproduktionen ist Beck vor allem als die Stimme von Harry Potter bekannt und populär geworden, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Als Regisseur, Autor und Sänger wirkte er bei Peter Maffays Tabaluga-Produktionen mit. 2007 erschien sein Sachbuch Kinder lieben Märchen und entdecken Werte. Neben seinen Soloprojekten wandte sich Rufus Beck in den letzten Jahren wieder vermehrt dem Theater zu und spielte u. a. am Renaissance-Theater in Berlin, am Alten Schauspielhaus in Stuttgart, an den Hamburger Kammerspielen und bei den Festspielen in Bad Hersfeld. In Veranstaltungen der Stiftung Berliner Philharmoniker tritt er nun zum ersten Mal auf.

Scharoun Ensemble Berlin
Das Scharoun Ensemble Berlin wurde 1983 gegründet und gehört mit innovativer Programmgestaltung, ausgefeilter Klangkultur und lebendigen Interpretationen zu den profiliertesten Kammermusikformationen Deutschlands. Das Ensemble besteht aus neun ständigen Mitgliedern: Wolfram Brandl (Violine,), Rachel Schmidt (Violine), Christophe Horak (Violine), Micha Afkham (Viola), Richard Duven (Violoncello), Peter Riegelbauer (Kontrabass), Alexander Bader (Klarinette), Markus Weidmann (Fagott) und Stefan de Leval Jezierski (Horn). Außer dem ehemaligen Philharmoniker Wolfram Brandl, der seit 2011 erster Konzertmeister der Staatskapelle Berlin ist, sind alle anderen Mitglieder der Berliner Philharmoniker. Die klassische Oktettbesetzung wird immer wieder auch um weitere Instrumentalisten erweitert. Das Ensemble hat dabei auch mit namhaften Dirigenten wie Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Daniel Barenboim oder Pierre Boulez zusammengearbeitet und musizierte mit Sängerinnen und Sängern wie Stella Doufexis, Barbara Hannigan, Simon Keenlyside und Thomas Quasthoff. Mit ihrer Orientierung am Vermächtnis Hans Scharouns, des visionären Architekten der Berliner Philharmonie, bringen die Musiker ein künstlerisches Selbstverständnis zum Ausdruck, das sich dem Erbe der Vergangenheit und den Herausforderungen der Gegenwart gleichermaßen verpflichtet fühlt. Die Vermittlung zwischen Tradition und Moderne bildet daher auch den künstlerischen Schwerpunkt des Scharoun Ensembles, das Werke von György Ligeti, Hans Werner Henze, Pierre Boulez, György Kurtág, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann und Matthias Pintscher initiiert und uraufgeführt hat. In Ergänzung zu einer regen internationalen Konzerttätigkeit engagiert sich die Formation bei dem 2005 gegründeten und künstlerisch von ihm gestalteten Zermatt Festival. Hier finden neben hochkarätig besetzten Konzerten jeden Sommer auch musikalische Workshops statt, die jungen Musikerinnen und Musikern die Chance bieten, mit den Mitgliedern des Scharoun Ensembles zusammenzuarbeiten.

Gäste des Ensembles sind im heutigen Konzert der philharmonische Kollege Mathieu Dufour (Flöte), die Akademisten Leandra Brehm (Klarinette) und Ivo Dudler (Horn, am 7.05.) sowie Claudio Bohórquez (Professor an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler«) am Cello.

Götz Teutsch
Götz Teutsch stammt aus Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen, Rumänien. Er wurde zunächst in Bukarest von Radu Aldulescu ausgebildet und setzte sein Violoncello-Studium nach der Ausreise aus Rumänien 1968 bei Enrico Mainardi und Karl Richter fort. Zudem hat er sich eingehend mit der Aufführungspraxis Alter Musik befasst sowie Viola da gamba studiert. Den Berliner Philharmonikern gehörte Götz Teutsch von 1970 bis 2006 an, davon zwei Jahrzehnte als Solo-Cellist unter den Chefdirigenten Herbert von Karajan und Claudio Abbado; als Konzertsolist des Orchesters war er u. a. mit Cellokonzerten von Monn/Schönberg und Schostakowitsch zu erleben. Götz Teutsch, der als Kammermusiker und Solist weltweit auftritt, war zudem eines der Gründungsmitglieder der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Im November 2000 gestaltete der Literaturliebhaber den ersten Philharmonischen Salon. Diese Idee entwickelte sich schnell zu einer höchst erfolgreichen Reihe, deren letzte Veranstaltungen im Februar 2017 der Musik in London um 1800 gewidmet waren.

(c) Monika Rittershaus