Kammermusik

Klavierabend mit Marc-André Hamelin

Marc-André Hamelin gilt nicht nur als Interpret von atemberaubend virtuoser Klaviermusik der Spätromantik, sondern auch als Spezialist für Repertoire-Außenseiter. Im Rahmen seines Klavierabends spielt er neben Kompositionen von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Alexander Skrjabin und Frédéric Chopin auch Klaviersonaten des russisch-jüdischen Pianisten und Komponisten Samuil Feinberg.

Marc-André Hamelin Klavier

Joseph Haydn

Klaviersonate C-Dur Hob. XVI:48

Samuil Feinberg

Klaviersonate Nr. 2 a-Moll op. 2

Samuil Feinberg

Klaviersonate Nr. 1 A-Dur op. 1

Ludwig van Beethoven

Klaviersonate f-Moll op. 57 »Appassionata«

Alexander Skrjabin

Klaviersonate Nr. 7 op. 64 »Weiße Messe«

Frédéric Chopin

Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 35

Termine und Karten

Programm

Nicht nur als Interpret von atemberaubend virtuoser Klaviermusik der Spätromantik, sondern auch als Spezialist für Repertoire-Außenseiter hat sich Marc-André Hamelin einen Namen als einer der interessantesten Pianisten unserer Tage geschaffen. Im Rahmen seines Klavierabends im Kammermusiksaal gibt der mit zahlreichen internationalen Preisen geehrte Frankokanadier eine Kostprobe seiner interpretatorischen Vielseitigkeit.

Neben Kompositionen von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven spielt Hamelin im ersten Teil des Programms zwei Klaviersonaten des 1962 verstorbenen russisch-jüdischen Pianisten und Komponisten Samuil Feinberg. Nachdem Feinberg in den 1920er-Jahren mit Konzerten, Rundfunkübertragungen und Einspielungen bei der Deutschen Grammophon in Berlin auf sein sensibles, technisch makelloses Klavierspiel aufmerksam gemacht hatte, ließen ihm strenge Reisebeschränkungen durch die stalinistische Kulturpolitik später keine Chance, seine Pianistenlaufbahn in Westeuropa fortzusetzen. Seine kompositorischen Arbeiten wurden auch in Feinbergs Heimat kaum rezipiert, entsprachen sie doch nicht dem von offizieller Seite propagierten Ideal des »Sozialistischen Realismus«.

Die zweite Konzerthälfte hebt mit Alexander Skrjabins mystischer Klaviersonate Nr. 7 an, die den Beinamen Weiße Messe trägt, dann steht Musik von Frédéric Chopin auf dem Programm: Seine vom dramatischen Gestus Ludwig van Beethovens inspirierte Zweite Klaviersonate in b-Moll. Dieses Werk wurde vor allem durch seinen dritten Satz berühmt, jenem suggestiven, düsteren Marche funèbre, der mit seiner Unerbittlichkeit und starren Rhythmik einen feierlichen Leichenzug imaginiert.

Über die Musik

Singuläres Spätwerk: Joseph Haydns Klaviersonate C-Dur Hob. XVI:48

»Die Fantasie spielt mich, als wäre ich ein Klavier«, erzählte Joseph Haydn seinem Biografen Albert Christoph Dies, als der ihn nach den Quellen seiner Inspiration fragte. Wie für zahlreiche Komponisten nach ihm, war auch für Haydn das Tasteninstrument essentiell.

Vermutlich über 60 Klaviersonaten hat der österreichische Komponist im Lauf seines Lebens ersonnen. Diese verschafften der Gattung eine Bedeutung, die nicht nur Zeitgenossen wie Mozart und vor allem Beethoven beeinflussen, sondern bis ins 20. Jahrhundert hineinreichen sollte. Die 1789 entstandene Sonate in C-Dur ist ein singuläres Werk aus Haydns letzter Schaffensphase; im Kleinen wie im Großen stellt sie einen geistreichen Balanceakt dar. Ihre lediglich zwei Sätze (ein Andante con espressione und ein Presto) führen in diametral entgegengesetzte Sphären – sowohl pianistisch als auch klanglich, in der Form wie emotional.

Den Kopfsatz des Werks gestaltet Haydn als eine freie Fantasie. Ihre Ausdrucksstärke, Sprachähnlichkeit und teils sprunghaft wirkende Kleinteiligkeit erinnern stark an den empfindsamen Stil Carl Philipp Emanuel Bachs, dessen Instrumentalmusik Haydn schon als junger Mann verehrte. Das freie und manchmal geradezu improvisiert wirkende Parlieren findet seinen äußeren Halt in mehreren Variationen, die – für Haydn typisch – reizvoll zwischen Dur und Moll oszillieren. Einen starken Kontrast zu dieser Erhabenheit und emotionalen Tiefe bildet das stürmische Rondo. Sein konsequentes Vorwärtstreiben erinnert an die Virtuosität des frühen Beethoven – »quasi come un capriccio«entsteht ein fast ununterbrochener Musikstrom. Das tänzerische, humorvoll-quirlige Thema erhält durch Oktavierungen, Trommelbässe und Klangwolken aus Akkordbrechungen bisweilen regelrecht orchestrale Charakterzüge.

Rauschhafte Trümmermusik: Samuil Feinbergs Klaviersonaten op. 1 und op. 2

Auch wenn Haydns Sonaten im Vergleich zu seinen Streichquartetten oder Symphonien selten aufgeführt werden, so zählen viele von ihnen doch zum pianistischen Repertoire. Die Werke des russisch-jüdischen Komponisten Samuil Feinberg finden dagegen heute nur noch wenig Beachtung, obwohl ihr Schöpfer eine bedeutende Stellung im Musikleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts innehatte. 1890 in Odessa geboren, kam der hoch begabte Künstler bereits als 15-Jähriger ans Moskauer Konservatorium. Hier stellte er nicht nur sein phänomenales Gedächtnis unter Beweis, sondern entwickelte auch eine filigrane, differenzierte pianistische Technik. Als Absolvent beherrschte er das gesamte Wohltemperierte Klavier Johann Sebastian Bachs auswendig. Es folgte eine europaweite Karriere als Pianist, in deren Verlauf es Feinberg besonders nach Deutschland zog. Stationen waren Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München und Berlin, wo er 1929 seine ersten Schallplatten aufnahm. 1946 erhielt Feinberg mit dem Stalin-Preis die höchsten zivilen Ehren der UdSSR, doch schon zwei Jahre später fiel er in Ungnade. Nach Beschlüssen des Zentralkomitees der KPdSU wurden Aufführungen seines Dritten Klavierkonzerts untersagt, er selbst erhielt ein anderthalbjähriges Auftrittsverbot. Von diesem Schlag durch das System spürbar gezeichnet, konnte Feinberg an die vormaligen internationalen Erfolge als Virtuose und Komponist nicht mehr anknüpfen. Ein gleichwohl in seiner Heimat hoch geschätzter Klavierpädagoge, starb er 1962 in Moskau.

In seinem Schaffen hatte sich Feinberg in jungen Jahren vorrangig dem Lied zugewandt. Den Ersten Weltkrieg überlebte er nach einer Typhuserkrankung bloß um Haaresbreite, und nun konzentrierte er sich stärker auf das Klavier. Ein Vorbild war für ihn Alexander Skrjabin, den er als genialischen Künstler bewunderte und dem er nacheiferte. Was die Klaviersonate betraf, hatte Skrjabin deren Form und Gehalt in der Nachfolge Franz Liszts zur pianistisch und geistig höchst anspruchsvollen Einsätzigkeit komprimiert. Feinbergs Sonaten op. 1 und op. 2, die wahrscheinlich als Reaktion auf den überraschenden Tod Skrjabins im April 1915 entstanden, knüpfen an diese kompositorische Entwicklung unmittelbar an. Zugleich lassen die Werke Spuren des Stils Nikolaj Medtners und der virtuosen Pianistik Sergej Rachmaninows erkennen.

Die Sonate op. 2 hebt an wie eine unwirkliche, nachtschwarze Barcarole. Ihr seufzend niedersinkendes Hauptthema im 9/8-Takt wird von chromatischen Figurationen sowie auf- und absteigenden Tonleitermotiven sukzessive umspült. Der Klang gewinnt espressivo an Fülle, nur um sich wenige Augenblicke später wieder ins dreifache Piano zurückzunehmen. Ein mit drammatico überschriebener Abschnitt kombiniert die nun übereinandergeschichteten Tonleiterfiguren mit dissonanten, in Oktaven gesetzten Motiven. In einer leidenschaftlichen, immer leiser werdenden Reprise des Hauptthemas klingt das Stück aus.

Wie in dieser Sonate, so manifestiert sich auch im nur wenig älteren Schwesterwerk op. 1 die Vorliebe Feinbergs für weite Intervalle, verschachtelte Rhythmen, plötzliche harte Dissonanzen und das effektvolle Übergreifen der Hände. Dem kantablen Beginn folgen ein von herabsinkenden Sechzehntelfiguren bestimmtes Andante und eine akkordische, murmelnde Scherzo-Passage. Der alle Bereiche der Klaviatur ausnutzende Schlussabschnitt endet unter nervös-flirrenden Akkordbrechungen triumphal.

Leidenschaftlichkeit in stürmischen Dimensionen: Ludwig van Beethovens Appassionata

Orientierte sich Feinberg in seinem Schaffen stark an den Werken zeitgenössischer Kollegen, so galt seine Vorliebe als Interpret der Musik früherer Epochen. Vor allem Kompositionen von Bach, aber auch von Mozart, Schumann oder Chopin zählten zu seinem Repertoire. Ähnlich wie er Bachs Wohltemperiertes Klavier als Ganzes in sein Programm aufnahm, widmete er sich auch sämtlichen 32 Klaviersonaten Beethovens, die er in der Saison 1938/1939 erstmals im Moskauer Konservatorium zyklisch aufführte und später auch für die Schallplatte einspielte.

Unbestritten nimmt die Klaviersonate f-Moll op. 57 mit dem Beinamen Appassionata unter Beethovens Sonaten eine Schlüsselrolle ein. Gemeinsam mit der kurz zuvor entstandenen Waldsteinsonate eröffnet das 1807 in Wien gedruckte Werk dieser Gattung neue Dimensionen: Die Klaviersonate als solche wächst über ihre bis dahin bekannten Grenzen hinaus. Das gilt für rein physische Parameter wie Kraft und Kondition; besonders aber fordert der ins Titanenhafte gesteigerte geistige Anspruch eine, wie der Beethoven-Biograf Lewis Lockwood schreibt, »unleugbare psychische Energie«.

Die »Leidenschaftlichkeit« dieser Sonate, auf welche der allerdings erst 1838 von dem Hamburger Verleger Cranz erfundene Beiname Appassionata hinweist, hat deren Schöpfer in einen Kosmos an Affekten aufgefächert: Die Bandbreite reicht von der düsteren Bitterkeit des Anfangs über ruhige Traurigkeit im Mittelsatz bis zum wilden Trotz am Schluss. Beethoven nutzt die vollen Register- und Lautstärkemöglichkeiten des Tasteninstruments in orchestraler Weise aus. Extreme Lagenwechsel, rauschhafte Akkordkaskaden und das Spiel im Unisono werden mit dicht aufeinanderfolgenden dynamischen Kontrasten und groß angelegten Steigerungen kombiniert.

Mit dem zweiten Satz kehrt eine beschaulichere Stimmung ein; die Variation als eher zirkuläre, auf Verklungenes zurückdeutende Idee ermöglicht neue Ausdrucksbereiche. Dem ruhigen Beginn in Tenor- und Basslage folgen ein konsequenter Aufstieg des Themas in den Diskant und eine simultane Beschleunigung durch Sechzehntel- und Zweiunddreißigtelfiguren. Allʼ das zeugt vom Willen zur Entwicklung; die feurige Bedingungslosigkeit des Kopfsatzes ist nun allerdings einem kantablen Duktus gewichen, der an die Bagatellen op. 33 erinnert.

Mit instabilen Sextakkorden und von Pausen unterbrochenen Sechzehntelmotiven zieht attacca das Finale wie ein drohendes Unwetter herauf. Die in sich kreisenden Figurationen bilden eine unwirkliche Folie, vor der sich ein in Terzen geführtes, schwärmerisches Hauptthema entwickelt. Mit ihren Wiederholungen – nicht die Exposition, wohl aber Durchführung und Reprise sollen zwei Mal gespielt werden – gleicht die Musik einem aussichtslosen Anrennen gegen den Wind. Eine Presto-Coda in Gestalt eines trotzigen Furiants bildet das letzte Kapitel der Appassionata. Wie zu Beginn des Satzes setzt nochmals die Sechzehntelbewegung ein, verebbt aber unter leidenschaftlichen f-Moll-Kaskaden.

Beschwörung und Exstase: Alexander Skrjabins Klaviersonate op. 64

Wie im Gesamtschaffen Beethovens nimmt auch im Werk von Alexander Skrjabin die Klaviersonate eine zentrale Stellung ein. Skrjabins insgesamt zehn Sonaten, von denen die letzten fünf Werke in den wenigen Jahren zwischen 1911 und 1913 entstanden, spiegeln nicht nur die kompositorische Kühnheit und einen bis ins Kleinste ausformulierten Gestaltungswillen, sondern auch den Intellekt seines Schöpfers wider. Skrjabin erhielt am Moskauer Konversatorium eine Ausbildung als Pianist, die er 1892 mit einer Goldmedaille abschloss. Nach einer seelischen Krise konzentrierte er sich auch als Interpret ausschließlich auf das eigene Werk. Dabei verfügte er nicht nur über eine frappante, individuelle Klaviertechnik, sondern besaß zudem eine umfangreiche literarisch-künstlerische Bildung; inbesondere beinflussten religionsphilosophische und esoterische Schriften des Fin de Siècle sein Selbstverständnis und sein Schaffen.

Der Siebten Sonate, die Skrjabin im Winter 1911/1912 in der Zurückgezogenheit einer Datscha in der russischen Provinz beendete, gab der Komponist selbst den Beinamen Weiße Messe. Der Titel lässt sich als Hinweis auf die kraftspendende Energie lesen, welche der Komponist dem Werk beimaß (der Beiname Schwarze Messe für die Neunte Sonate stammt hingegen nicht von ihm selbst). Zentrale Elemente seiner künstlerischen und geistigen Vorstellungen, besonders diejenigen von Beschwörung und Exstase, prägen in dem einsätzigen Werk drei thematische Stränge, die sich im Verlauf gegenseitig durchdringen: den Hauptgedanken voller Fanfaren und Glockenklänge, eine unscharf wirkende Kantilene und schließlich ein an Funkenflug erinnerndes Gewebe aus Trillern und kleinsten Notenwerten. Gerade durch dieses letztgenannte »geisterhafte« Element wirkt der Klang eher luzide als finster – auch wenn eine sublime Bedrohung (etwa durch dissonante »Glockenklänge« oder nervös wiederholte Strukturen) – stetig präsent bleibt. Den Gipfel der Dramaturgie erreicht die Sonate auf einem extastischen, aus 25 Noten bestehendenden Akkord. Wie der Schweif eines Kometen ziehen anschließend nur noch wenige Takte vorüber – die Beschwörung, scheint es, findet nach diesem Höhepunkt ein letztes Echo.

Visionen von radikaler Kühnheit: Frédéric Chopins Sonate b-Moll op. 35

Für den jungen Skrjabin war Frédéric Chopin das dominierende Vorbild gewesen; beide Künstler verband die Hingabe, mit der sie für Klavier komponierten. Auch melancholische, bisweilen obskure Züge lassen sich im Œuvre beider ausmachen.

Der düstere Grundcharakter der b-Moll-Sonate, die Chopin zwischen 1837 und 1839 komponierte, war seinen Zeitgenossen noch nicht geheuer. Selbst enge Freunde wie Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy hatten Vorbehalte gegenüber diesem Werk – Schumann weigerte sich sogar, das Finale als Musik anzuerkennen. In seinem Trotz lässt der Kopfsatz Anklänge an Beethoven erahnen, auch wenn Chopin unzweifelhaft seine eigene Sprache spricht: Besonders in den chromatischen Verwandlungen und Steigerungen, die das Hauptthema über sich ergehen lassen muss, aber auch in der schwärmerischen Lyrik des Seitenthemas (sie erinnert an die beiden Klavierkonzerte) tritt der Personalstil des Romantikers deutlich hervor. Das Scherzo übertrifft den Furor des Beginns noch durch Akkordwiederholungen, weit ausholende Griffe und Sforzati; im »Auge des Orkans« allerdings steht ein innerlich erfüllter Ges-Dur-Gesang.

Den Trauermarsch (Marche funèbre) schuf Chopin vor allen anderen Sätzen. In ihm offenbart sich tiefschwarze Melancholie, deren hochkonzentrierte Prägnanz bis heute ihresgleichen sucht. Typisch chopinsche Klangeigenschaften wie Geschmeidigkeit und Bravour weichen in den Rahmenteilen des Marschs der starren, von monotonen Pendelbewegungen und punktierten Rhythmen geprägten Wiederholung. Dumpfe Basstriller lassen zudem an Trommelwirbel zur Begleitung eines pompösen Leichenzugs denken. Das murmelnde Finale fegt dann mit aberwitzigem Tempo in noch nicht einmal zwei Minuten alle vorher geschilderten Gefühlswelten hinweg: Freude und Melancholie, Starre und Extase verschwimmen – Chopin komponierte hier kein thriumphales Finale nach dem Weg »durch Nacht zum Licht«, sondern eine diffuse, aber mit radikaler Kühnheit artikulierte Vision in Tönen.

Felix Werthschulte

Biografie

Marc-André Hamelin begann im Alter von fünf Jahren unter der Anleitung seines Vaters Gilles mit dem Klavierspiel; bereits als Neunjähriger wurde er bei der Canadian Music Competition ausgezeichnet. Seine Ausbildung absolvierte der 1961 Geborene an der École Vincent d’Indy in seiner Heimatstadt Montreal sowie an der Temple University in Philadelphia, wo er u. a. von Yvonne Hubert, Harvey Wedeen und Russell Sherman unterrichtet wurde. In seinen Konzertprogrammen präsentiert Marc-André Hamelin immer wieder selten gespielte Werke wenig bekannter Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts: Musik von Alkan, Feinberg, Godowski, Kapustin, Medtner, Ornstein, Roslawez, Rzewski und Sorabji finden sich ebenso in seinem Repertoire wie Stücke von Bach, Barber, Beethoven, Debussy, Haydn, Ives, Liszt, Mozart, Schubert, Skrjabin und Rachmaninow. Der Pianist, der auch als Komponist und Bearbeiter sehr erfolgreich ist (seine Pavane variée entstand als Pflichtstück für den ARD-Musikwettbewerb 2014), gastiert regelmäßig bei bedeutenden Festivals und in international renommierten Konzerthäusern; als Konzertsolist arbeitet er z. B. mit dem New York Philharmonic, dem Chicago Symphony, dem Philadelphia Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra und dem Bayerischen Staatsorchester zuammen. Das für ihn geschriebene Klavierkonzert von Mark-Anthony Turnage brachte er 2013 mit dem Philharmonischen Orchesters Rotterdam brachte er zur Uraufführung (Dirigent: Yannick Nézet-Séguin). Für seine zahlreichen Einspielungen wurde Marc-André Hamelin vielfach ausgezeichnet; seine CD Études mit eigenen Werken erhielt 2011 den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. Der Künstler ist Mitglied der Royal Society of Canada; 2003 wurde er zum »Officer of the Order of Canada«, 2004 zum Ritter der Stadt Québec ernannt. Seit November 1998 auch in Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker zu erleben, gab Marc-André Hamelin auf deren Einladung zuletzt im Oktober 2013 einen Klavierabend mit Werken von Liszt, Janáček und Ravel sowie der eigenen Komposition Barcarole.

(Foto: Frank Kaufmann)