Education

Familienkonzert – Der kleine Prinz

Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry und seine Freunde, die Schlange, die Rose und der Fuchs, haben bereits große und kleine Menschen über Generationen hinweg begeistert und sie vor allem eines gelehrt: die Welt und alles, was sie beherbergt, zu erkennen, zu lieben und zu erhalten. Im Rahmen des kreativen Projekts MusikPlus LITERATUR gestalteten Schüler und Schülerinnen der Humboldthain-Grundschule begleitet von Studierenden der grund_schule der künste ein Nachdenken über Kindsein, Freundschaft und Erwachsen¬werden.

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Schüler und Schülerinnen der Humboldthain-Grundschule

Matthew Hunter Künstlerische Leitung

Annika Vogt Leitung Szenisches Spiel

Janet Kirsten Leitung Bühnenbild und Kostüme

Nanami Komatsu Sopran

Inszeniertes Konzert nach der Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry Ein Kooperationsprojekt mit der grund_schule der künste (Universität der Künste Berlin) Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren

Zu allen Familienkonzerten bieten wir für die ganz kleinen Besucher ab 0 Jahren eine qualifizierte musikpädagogische Kleinkinderbetreuung an, die Sie vor und auch noch im Verlauf der Familienkonzerte wahrnehmen können. Fragen Sie einfach das Philharmonie-Personal nach dem Weg.

Termine und Karten

Sa, 16. Apr 2016, 14:30 Uhr

Kammermusiksaal

Sa, 16. Apr 2016, 17:00 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

»Man begreift gar nichts, wenn das Herz nicht dabei ist. Das, worauf es ankommt, ist mit bloßem Auge nicht zu sehen.« Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry und seine Freunde, die Schlange, die Blume und der Fuchs, haben bereits große und kleine Menschen über Generationen hinweg begeistert und sie vor allem eines gelehrt: die Welt und alles, was sie beherbergt, zu erkennen, zu lieben und zu erhalten. Dafür muss man jedoch achtsam sein und ganz genau hinschauen und hinhören.

Im Rahmen des kreativen Projekts MusikPlus LITERATUR arbeiteten 23 Kinder der Humboldthain-Grundschule mit Studierenden der grund_schule der künste (UdK Berlin) an der Gestaltung des Konzerts – unter der Leitung des Philharmonikers Matthew Hunter, der Regisseurin Annika Vogt (grund_schule der künste) und der Bühnenbildnerin Janet Kirsten. Gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker inszenieren sie dabei ein Nachdenken über Kindsein, Freundschaft und Erwachsenwerden wie auch über die Bedeutung des Zuhörens.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Der kleine Prinz

Eine musikalische Reise durch Raum und Zeit

Ein Buch geht um die Welt

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass die Erwachsenen denken, sie könnten alles besser als ihr? Ich kann euch versichern, dass das nicht stimmt. Denn ihr Kinder besitzt eine Gabe, die die meisten Erwachsenen im Lauf ihres Lebens einfach verloren haben: die Fantasie. Ihr könnt in manchen Dingen etwas sehen, das Erwachsene überhaupt nicht erkennen. Genau darum geht es in einem 1943 erstmals gedruckten Buch, das weltberühmt geworden ist und aus dem Französischen in 140 Sprachen übersetzt wurde: Der kleine Prinz gehört zu den erfolgreichsten Büchern aller Zeiten. Bestimmt habt auch ihr schon einmal ein Bild von dem blonden Jungen im grünen Anzug gesehen, oder?

Die Geschichte vom kleinen Prinzen ist eine abenteuerliche: Eigentlich lebt der kleine Prinz auf einem winzigen Asteroiden, »kaum größer als ein Haus«. Dort ist er vor allem damit beschäftigt, die Vulkane sauber zu halten und die ständig nachwachsenden Affenbrotbäume zu beseitigen, damit sie sein Zuhause nicht überwuchern. Ganz allein ist unser kleiner Titelheld jedoch nicht, denn bei ihm lebt eine sehr empfindliche Rose. Um diese Gefährtin muss er sich mit besonders viel Liebe und Verständnis kümmern, denn sie ist sehr anspruchsvoll und braucht Schutz, damit sie nicht verletzt wird. Deshalb deckt der kleine Prinz sie abends mit einer Glasglocke zu.

Eines Tages verlässt der kleine Prinz sein Zuhause, um Freunde zu finden, und macht sich auf eine Reise, in deren Verlauf er verschiedene Planeten besucht. Jeder von ihnen wird von einem seltsamen Erwachsenen bewohnt: Da gibt es einen Trunksüchtigen, der trinkt, um seine Trunksucht zu vergessen, einen Eitlen, der den kleinen Prinzen für einen Bewunderer hält, einen König ohne Untertanen, der sich einbildet, ein großes Reich zu beherrschen, und einen Geschäftsmann, der behauptet, ihm gehöre das ganze All. Ein Geograf, der sehr dicke Bücher schreibt, in denen jedoch alles wirklich Wichtige fehlt, wie der kleine Prinz findet, rät ihm, die Erde zu besuchen. So landet der Reisende mitten in der Wüste. Hier trifft er zuerst eine kluge Schlange und dann einen Fuchs, der ihm ein wichtiges Geheimnis verrät: »Man begreift gar nichts, wenn das Herz nicht dabei ist. Das, worauf es ankommt, ist mit dem bloßen Auge nicht zu sehen.Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« Nun weiß der kleine Prinz, warum er viele Dinge ganz anders sieht als die Erwachsenen.

Als nächstes trifft er auf einen notgelandeten Piloten, der sich Sorgen darum macht, wie er sein Flugzeug reparieren kann, um nach Hause zu fliegen. Sie freunden sich an und der kleine Prinz freut sich besonders darüber, wie schön der Pilot Schafe für ihn zeichnet. Am Ende kehren beide, der kleine mit dem Herzen sehende Prinz und der zeichnende Pilot, wieder in ihre Welten zurück – und das Buch, das diese Geschichte erzählt, geht um den ganzen Globus!

Post von einem Schriftsteller-Piloten

Liebe Kinder und liebe Eltern,

mein Name ist Antoine Marie Jean-Baptiste Roger Vicomte de Saint-Exupéry, aber das ist ja furchtbar umständlich, also nennt mich bitte einfach Antoine. Ich wurde 1900 in der französischen Stadt Lyon geboren. Aber bevor ich euch noch mehr über mich erzähle, möchte ich euch zuerst eine Frage stellen. Was ist das?

Aha, da haben eure Eltern etwas anderes gesehen als ihr, stimmt’s? Sehr gut! Ihr müsst nämlich wissen, dass ich in meinem Leben in Situationen gekommen bin, in denen ich etwas anders gesehen habe als andere. Für euch bin ich heute vor allem Schriftsteller, denn seit mein Buch Der Kleine Prinz erschienen ist, kennt alle Welt meinen Namen. Das ist besonders lustig, weil ich als junger Mann mehrfach durch eine wichtige Prüfung an einer Schule in Paris gefallen bin, da ich ausgerechnet im Fach Literatur schlechte Noten hatte! Doch ihr seht: Schlechte Noten müssen nicht bedeuten, dass man etwas nicht kann. Dennoch nenne ich mich selbst nicht Schriftsteller, sondern Pilot! Das Fliegen wurde meine große Leidenschaft, als ich mit zwölf Jahren in den Sommerferien erstmals in einem Flugzeug saß.

Meine erste richtige Arbeit als Pilot bestand darin, mit Touristen an Bord für eine Viertelstunde über Paris zu fliegen – zugegeben, das war wenig spannend. Der nächste Job war auch etwas seltsam. Ich wurde Chef eines völlig entlegenen Miniflughafens in Nordafrika – gähn. Dann wurde es aufregend, denn ich zog für eine Weile nach Argentinien, wo ich vor allem bei Nachtflügen Post und Waren transportierte. Das war bisweilen ganz schön gefährlich.

Spannend wurde es auch, als ich wieder nach Afrika kam und als Versuchspilot für Wasserflugzeuge arbeitete – einmal bin ich dabei fast ertrunken, aber zum Glück nur FAST! Noch knapper war es, als ich einmal auf einem langen Flug mitten in der Wüste notlanden musste. Ganze fünf Tage schleppte ich mich durstig durch die Hitze, bis mich eine Karawane fand und rettete. Ich muss einen Schutzengel (oder einen kleinen Prinzen?) gehabt haben, denn auch einen Flugzeugabsturz drei Jahre später überlebte ich, wenn auch mit schweren Verletzungen. Doch ich habe nie, wirklich NIE daran gedacht, die Fliegerei aufzugeben. Und das ist es, was ich euch eigentlich sagen möchte: Glaubt an euch selbst und folgt eurem Herzen, dann benennt man eines Tages vielleicht auch einen Asteroiden nach euch!

HERZlich, Euer Antoine.

Der Traum vom Fliegen

Der Mensch, so sollte man doch meinen,

steht recht gut auf seinen Beinen.

Doch schon vor hunderten von Jahren

wollte er zu gern erfahren,

wie ein Vogel fliegen kann

und sah ihn ganz genau sich an.

Da Vinci hieß der Leonardo,

diesem weisen Manne war so,

als müsste man doch fliegen lernen,

durch die Luft und zu den Sternen.

Pläne machte er gar viele,

doch da Vincis Fliegerziele

ließen Kritiker erzürnen –

er solle nicht den Himmel stürmen.

Viele Jahre später dann

Nähertʼ man dem Ziel sich an:

Ballons flogen mit heißem Gas

und Menschen rannten übers Gras,

um voller Schwung mit einem Gleiter

in der Luft zu fliegen weiter.

Viele Tests und viel Ausloten –

unzählige Bruchpiloten!

Dann kam Otto Lilienthal,

der flog erfolgreich ein paar Mal.

Denn er hatte ja entdeckt,

dass Luft ein Flugzeug dann nur trägt,

wenn es auch kräftig Antrieb hat.

Das brachtʼ die Brüder Wright auf Trab!

Sie bauten nun Motoren an –

ein wirklich großartiger Plan!

Expertin wohl für feste Nähte

erfand dann bald die Paulus-Käthe

einen Fallschirm für Piloten,

die oft abzustürzen drohten.

Hoch in der Luft fällt’s Atmen schwer,

es musstʼ ein Atemgerät her!

Und als das dann erfunden war,

da wurdʼ die Luftfahrt wunderbar.

Bald flogen Menschen, Güter, Post

von Nord nach Süd, von West nach Ost.

Gut 50 Jahre ist es her,

da wollte einer noch viel mehr:

Den Russen Juri Gagarin,

den zog es zu den Sternen hin.

Nagelneu war die Rakete,

in der er eine Runde drehte

um den riesengroßen Erdball –

absolut phänomenal!

Im All da herrscht das Vakuum,

den Raumanzug braucht man darum,

um hier im schwerelosen Raum,

den echten Astronautentraum

zu leben und spazierʼn zu gehn,

wo andere nur Sterne sehn.

Für ihn hat sich das sehr gelohnt:

Neil Armstrong reiste auf den Mond!

(Und wenn er mit dem Herzen sah,

war wohl der kleine Prinz auch da ...)

Berliner Zeitung

+ + + Eilmeldung + + + Hoher Besuch aus dem All!

Berlin. Der Rentner Erwin Koslowski war der Erste, der die Presse anrief und berichtete, er habe eine Schar von kleinen Prinzen und Prinzessinnen über den Potsdamer Platz eilen sehen. Seinen Angaben zufolge trugen sie »galaktisch anmutende« Kleidung, woraus er schlussfolgerte, dass sie direkt aus dem All gekommen sein mussten. »Sie schienen aufgeregt zu sein«, erklärte er gegenüber der Berliner Zeitung. Nach umfangreichen Recherchen konnten wir weitere Erkenntnisse über den rätselhaften Vorfall gewinnen: Es handelt sich offenbar um die Klasse 5a der Humboldthain-Grundschule. Einer der Prinzen behauptete in einem Interview, die Berliner Philharmoniker und Mitarbeiter der Universität der Künste hätten sie vor gut einem halben Jahr in der Schule besucht und eingeladen, bei einem Projekt über einen gewissen »Kleinen Prinzen« mitzumachen. Sie sollten eigene Ideen zu dieser Geschichte entwickeln und überlegen, warum Kinder anders denken als Erwachsene. »Aber das verstehst du als Erwachsener sowieso nicht!«, sagte der Prinz zum Schluss und ließ unseren Reporter einfach stehen. Immer noch ist unklar, ob die galaktischen Prinzen und Prinzessinnen tatsächlich aus dem Humboldthain kamen oder doch von einem anderen Planeten. Sicher ist jedoch, dass sie sich zurzeit im Kammermusiksaal der Philharmonie verstecken. Der Pförtner verriet uns, dass sie zusammen mit einem gewissen Musiker namens Matthew, einer Theaterlehrerin namens Annika und einer Bühnenbildnerin namens Janet irgendetwas aushecken würden, das am 16. April der Welt vorgeführt werden solle. Weitere Details konnten wir bislang leider nicht in Erfahrung bringen. Es wird jedoch aus gegebenem Anlass allen Erwachsenen empfohlen, jeder Art von Riesenschlangen, Schafen und Füchsen mit Vorsicht zu begegnen, da diese möglicherweise erhebliche Verwirrungen auslösen könnten.

Von einem anderen Stern – wie klingt eigentlich galaktische Musik?

»Weißt du wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?« Dieses Lied kennt ihr sicher alle. Habt ihr auch schon einmal versucht, abends die Sterne am Himmel zu zählen? Wahrscheinlich musstet ihr feststellen, dass es mehr sind, als ihr zählen könnt. Denn tatsächlich sind es – im wahrsten Sinne des Wortes – unzählige, und niemand weiß genau, wie viele es sind. Dabei sind die Sterne, die wir von der Erde aus am Himmel sehen, nur ein winzig kleiner Teil all derer, die es im unendlich weiten Weltall gibt! Das Universum ist so unglaublich riesig, dass man sich gut vorstellen kann, es könnte sich dort irgendwo auch noch ein weiterer Planet befinden, auf dem – wie auf der Erde – Lebewesen wohnen. Und die würden doch gern wissen, wie Erdenmusik klingt, meint ihr nicht? Aus diesem Grund haben Wissenschaftler vor etwa 40 Jahren ein Raumschiff ins All geschickt. An Bord hat es eine Art CD, auf der neben anderen Geräuschen und Musik auch ein Stück von Ludwig van Beethoven festgehalten ist. Wenn das Raumschiff irgendwann einmal einen Planeten erreicht, auf dem intelligente Wesen leben, könnten diese also Musik von der Erde hören.

Gut, Erdenmusik kennen wir. Wie aber klingt Musik von anderen Planeten? Vielleicht wie unsere, mit Gesang und Instrumenten, oder eher doch ganz anders? Wissen können wir das nicht, denn bislang hat uns noch keine CD aus dem Weltall erreicht. Dafür gibt es viele (Erden-)Komponisten, die Musik über Sterne geschrieben haben. Zum Beispiel der Amerikaner John Williams, der für Filme »Sternemusik« geschrieben hat, oder Gustav Holst aus England, der ein Stück für Orchester und Chor mit dem Titel Die Planeten komponiert hat. Wie sich echte galaktische Musik anhören könnte, werden wir wohl so schnell nicht erfahren. Oder doch? Spitzt mal die Ohren! Könnte das, was heute auf der Bühne erklingt, nicht tatsächlich Musik von einem anderen Stern sein?

Himmlisches Instrumentenlexikon

Celesta

Die Celesta ist ein wahres Überraschungsinstrument, denn von außen sieht sie aus wie ein Klavier: ein Kasten, oben eine Tastatur und unten ein Pedal. Aber wenn man sie spielt, dann klingt sie kein bisschen wie ein Klavier, sondern wie ein Glockenspiel! Und weil die Töne so süß und schön sind, die von einer Celesta hervorgebracht werden, bekam sie ihren Namen: Im Französischen heißt »céleste« nämlich »himmlisch« und damit passt sie hervorragend zu jeder Art von galaktischer Musik!

Das Innere einer Celesta sieht ziemlich kompliziert aus. Hier befinden sich Stahlplatten, die mit kleinen Hämmerchen angeschlagen werden, wenn man die Tasten der Klaviatur drückt. Damit der Klang schön weich wird, sind die Hämmerchen mit Filz überzogen. Unter den Stahlplatten sind sogenannte Resonatoren angebracht, das sind Holzkästen, durch die der Ton verstärkt wird, damit er auch laut genug ist. Ein ganz berühmtes Musikstück, in dem ihr eine Celesta hören könnt, ist der Tanz der Zuckerfee aus Peter Tschaikowskys Ballett Der Nussknacker – hier klingt sie besonders himmlisch!

Sopran

Sopran kommt von dem italienischen Wort »sopra«, das bedeutet »über«. So erkennt man gleich, dass der Sopran die höchste Stimmlage ist, also die Stimme, die im Chor über allen anderen singt. In der Oper beeindrucken Sopranistinnen oft mit schwindelerregenden Koloraturen, das sind schnelle und sehr schwierige Verzierungen im Gesang. Die Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte treibt das im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze! Andere Sopranistinnen zeichnen sich durch eine besonders mädchenhaft-leichte Stimme aus. Sie verkörpern dann gern lustige Rollen in Opern, die man Soubretten-Partien nennt. Auch Jungen können in dieser himmlischen Lage singen. In diesem Fall spricht man vom Knabensopran.

Galaktisch kurz erklärt

Asteroid

Das Wort Asteroid kommt aus dem Griechischen und bedeutet »sternenähnlich«. Im Deutschen nennt man diese die Sonne umkreisenden Himmelskörper oft auch Kleinplaneten, obwohl sie – wissenschaftlich korrekt – keine echten Planeten sind. Anders als kugelförmige Planeten sind Asteroiden nämlich von unregelmäßiger Form (in etwa so, wie ein gekautes Kaugummi). Bereits vor 200 Jahren wurden die ersten Asteroiden am Himmel entdeckt. Selbst wenn man ein sehr stark vergrößerndes Teleskop benutzt, sind sie von der Erde aus nur als kleine Lichtpunkte zu erkennen. Doch mittlerweile gibt es von ihnen richtig gute Fotos, die im All aufgenommen wurden. Genau wie den Planeten hat man übrigens auch jedem entdeckten Asteroiden einen Namen gegeben, und einer von ihnen heißt seit 1975 Saint-Exupéry.

Vakuum

Dieses lustig aussehende Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet »Leere«. Ein Vakuum ist etwas Faszinierendes. Stellt euch vor, ihr habt ein Trinkpäckchen mit Strohhalm. Ihr trinkt es leer, saugt aber noch etwas länger am Strohhalm. Was geschieht? Genau, das Trinkpäckchen knautscht sich zusammen. Ihr habt ein leichtes Vakuum geschaffen, denn ein Vakuum entsteht immer dann, wenn Gas (hier die Luft) aus einem Behältnis (hier das Trinkpäckchen) herausgesaugt wird. Dadurch wird der Druck in dem Behältnis kleiner als der Druck der Umgebung. Je mehr Gas herausgesaugt wird, desto größer wird das Vakuum.

Nun stellt euch vor, ein Gas besteht aus unzähligen, winzig kleinen herumfliegenden Kügelchen. Wenn ihr an dem Strohhalm saugt, flitzen diese Kügelchen in euren Mund. Im All geschieht etwas ganz Ähnliches: Die Planeten haben eine starke Anziehungskraft, die bewirkt, dass fast alle kleinen Gaskügelchen zu ihnen hinfliegen – die Planeten saugen sie an. Dadurch entsteht in dem Raumzwischen den Planeten ein Vakuum. Auch unsere Luft auf der Erde besteht aus Gaskügelchen, die wir zum Atmen brauchen, und daher können wir im Vakuum nicht leben. Deshalb müssen Astronauten im All einen Raumanzug mit Helm tragen. In den Anzug wird Luft geleitet, damit der Astronaut normal atmen kann, wie auf der Erde. Allerdings muss er sofort zum Raumschiff zurück, wenn sein Luftvorrat zur Neige geht.

Galaktisch / Galaxie

Als Galaxie bezeichnet man eine große Ansammlung von Sternen, Planeten, Asteroiden und anderen Himmelskörpern. Sogenannte Gravitationskräfte halten sie wie unsichtbare Fäden zusammen. Eine Galaxie sieht ein bisschen aus wie ein strudelförmiger Nebel aus Milchschaum. Daher kommt auch ihr Name: In dem Wort Galaxie steckt sowohl das griechische Wort »gála«, als auch das lateinische Wort »lac« und beide bedeuten Milch. Unsere Galaxie, also die, in der sich die Erde bewegt, nennt man passenderweise »Milchstraße«. Wenn etwas galaktisch ist, stammt es aus einer Galaxie.

Susanne Ziese

Biografie

»Als ich noch ein Kind war, habe ich mir oft die Bücher meiner beiden älteren Brüder angeschaut. Je mehr Bilder darin waren, desto besser. Eines Tages entdeckte ich Den Kleinen Prinzen und war hingerissen von den schönen Zeichnungen darin. Allerdings fürchte ich mich seitdem ein wenig vor Affenbrot-Bäumen, und ich frage mich bis heute, ob es auch in Wirklichkeit Schlangen gibt, die so groß sind, dass sie einen Elefanten verschlucken können. Der Kleine Prinz, der sich auf seine abenteuerliche Reise begibt, ist für mich ein wahrer Held.«

Matthew Hunterkommt ausMassachusetts in den USA. Inzwischen kann man ihn aber fast als echten Berliner bezeichnen, denn er ist schon seit 20 Jahren Bratscher bei den Berliner Philharmonikern. Seinen musikalischen Werdegang startete Matthew mit der Violine, den ersten Unterricht erhielt er als Siebenjähriger. Zur Bratsche griff er erst nach seinem Musikstudium und gewann gleich einen wichtigen Wettbewerb für dieses Instrument. Heute ist Matthew ein vielseitiger Musiker, der zusätzlich zur Bratsche auch Gitarre spielt, Bearbeitungen schreibt und in mehreren philharmonischen Kammermusikensembles musiziert. Mit großem Engagement beteiligt er sich seit vielen Jahren an den Education-Projekten der Berliner Philharmoniker im In- und Ausland.

»Besonders beeindruckt mich immer wieder, wie der Fuchs dem Prinzen das Annähern beibringt. Dieses behutsame Vertrautwerden miteinander ist aktueller denn je. Und auch für unseren gemeinsamen Arbeitsprozess mit den Kindern war diese Erfahrung tragend.«

Annika Vogt ist eine leidenschaftliche Pädagogin mit besonderer Vorliebe für das Theater. Sie studierte in Köln und Berlin und unterrichtet heute selbst in der grund_schule der künste (Universität der Künste) in Berlin angehende Lehrer im Fach Spielleitung. Sie leitete bereits zahlreiche Kinder- und Jugendmusiktheaterprojekte an verschiedenen großen Theater- und Opernhäusern in Deutschland. Außerdem arbeitet sie als Regisseurin, zum Beispiel mit dem Performance-Kollektiv »ex defekt«.

»Die Wüste ist ein magischer Ort. Als ich einmal dort war und in den Nachthimmel sah, durchströmte mich ein prickelndes Gefühl von Unendlichkeit. In dieser weiten Stille hörte ich tatsächlich die Sterne klingen – mir fiel die wunderschöne Geschichte des Kleinen Prinzen ein. Seither halte ich oft inne, schaue in die Sterne und fühle ihre Magie.«

Janet Kirsten ist ein Allroundtalent: Schon als Schülerin beschäftige sie sich intensiv mit Kunst und Gestaltung. Nach dem Abitur studierte sie Kulturarbeit an der Fachhochschule in Potsdam, wo sie anschließend auch als Dozentin unterrichtet hat. Außerdem war sie viele Jahre Ausstatterin am Theater »Poetenpack« Potsdam. Seit 2006 ist sie freiberuflich als gefragte Kulturarbeiterin tätig. Sie entwirft sowohl Kostüme als auch Bühnenbilder und ist im Management sowie als Autorin und Regisseurin für Theater, Film und die Berliner Philharmonie tätig.

Die Berliner Philharmoniker

1882, also vor 134 Jahren, haben sich die Berliner Philharmoniker gegründet – heute ist es eins der besten Orchester auf der ganzen Welt. Die Musikerinnen und Musiker kommen aus 25 Nationen, sie sind allesamt herausragende Instrumentalisten. Chefdirigenten waren u. a. Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan und Claudio Abbado; heute ist Sir Simon Rattle der Künstlerische Leiter des Orchesters. Die Musikerinnen und Musiker haben viel zu tun: Sie spielen nicht nur in den zahlreichen Orchesterkonzerten in der Berliner Philharmonie, sondern gehen auch regelmäßig auf Reisen, um in den berühmtesten Konzertsälen der Welt zu gastieren. Außerdem treten die meisten Mitglieder der Berliner Philharmoniker regelmäßig in kleinen Besetzungen auf, im Berliner Kammermusiksaal sowie an anderen Orten der Welt. Weil die Berliner Philharmoniker ihr Können und ihre Musikbegeisterung gern an andere weitergeben, unterrichten viele als Professoren an Musikhochschulen oder als Dozenten an der eigenen Orchester-Akademie. Wer etwas Besonderes kann, sollte es schließlich nicht für sich behalten! Bei den Konzerten des philharmonischen Education-Programms dürfen die Streicher, Bläser und Schlagzeuger des Orchesters natürlich auch nicht fehlen, und nicht nur dort, schließlich müssen die Programme der verschiedenen Projekte auch einstudiert und betreut werden.

Im heutigen Konzert haben die Instrumentalisten einen besonderen Gast dabei: Die japanische Opernsängerin Nanami Komatsu ist neu in Berlin und stammt aus Kyoto, wo sie neben dem Gesang auch Tanz und Klavierspiel erlernte. Der Kleine Prinz ist auch in Japan ein Buch, das fast jeder kennt. Nanami gefällt besonders der Fuchs, weil er uns ein wichtiges Geheimnis verrät: »Man begreift gar nichts, wenn das Herz nicht dabei ist. Das, worauf es ankommt, ist mit dem bloßen Auge nicht zu sehen.«