Musik bewegt Bilder

La Bohème auf Xhosa: Lilien am Kap

Film: Boheme à l'africaine

»Lilien im Winter – La Bohème am Kap« ist eine filmische Version von Giacomo Puccinis Oper »La Bohème«, die der englische Theater- und Opernregisseur Mark Dornford-May nach Südafrika verlegt hat. Gesungen wird in der durch Klicklaute geprägten Lokalsprache Xhosa, außerdem verleiht eine neue Instrumentierung dem Werk eine afrikanische Färbung. Trotz des traurigen Sujets lassen viele poetische und komische Momente den Film nie zu düster und bedrückend erscheinen.

Film von Mark Dornford-May (Südafrika 2014)

Termine und Karten

Mi, 08. Jun. 2016 18 Uhr

Hermann-Wolff-Saal

Programm

Lilien im Winter – La Bohème am Kap (Originaltitel: Breathe Umphefumlo) ist eine filmische Version von Giacomo Puccinis Oper La Bohème. Dem englischen Theater- und Opernregisseur Mark Dornford-May sind Adaptionen von Werken des Musiktheaters nicht fremd. Er ist Gründer und Direktor des berühmten südafrikanischen Isango Ensembles. Seine Projekte beginnen oft als Theaterproduktionen und werden dann verfilmt. Dornford-Mays Version von Bizets Carmen (U-Carmen eKhayelitsha), bei der Berlinale 2005 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, haben wir in unserer Filmreihe Mitte April 2012 gezeigt.

Auch im Fall von La Bohème verlegt Dornford-May die Handlung ins gegenwärtige Südafrika. Die Oper wird in der durch Klicklaute geprägten Lokalsprache Xhosa gesungen und erhält eine neue Instrumentierung, der Marimbas und andere Perkussionsinstrumente eine afrikanische Färbung verleihen. Pauline Malefane, die Carmen-Interpretin seines früheren Films, übernahm zusammen mit Mandisi Dyantyis die musikalische Leitung und spielt in einer Nebenrolle Mimis Freundin Zoleka.

Das verliebte Paar, gespielt von Mhlekazi Mosiea (Rodolfo, alias Lungelo) und Busisiwe Ngejane (Mimi) kämpft ums Überleben im Milieu einer südafrikanischen Township. Der Geschichte wird durch Mimis Krankheit, der eine treibende Rolle in der Handlung zukommt, zusätzliche Aktualität und Brisanz verliehen. Ein sehr hoher Anteil der südafrikanischen Bevölkerung leidet an Tuberkulose. Bei allem Ernst lassen viele poetische und komische Momente den Film aber nie zu düster und bedrückend werden.

(c) Mark Engels

Trailer