Kammermusik

»Der Rosenkavalier« als Stummfilm

Ein Highlight für Cineasten und Opernliebhaber: Mitglieder der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Raphael Haeger begleiten die Aufführung von Robert Wienes Stummfilmfassung des »Rosenkavaliers« aus den Jahren 1925/1926. Wer glaubt, Richard Strauss’ Erfolgsoper als Film zu sehen, der irrt. Denn die filmische Adaption nach einer Idee des Dichters und Librettisten Hugo von Hofmannsthal ist ein Kunstwerk für sich.

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Raphael Haeger Dirigent

Der Rosenkavalier – Stummfilm von Robert Wiene (1925/1926), Musik von Richard Strauss in einer Fassung für Salonorchester

Termine und Karten

So, 24. Jan. 2016 18 Uhr

Philharmonie | Einführung: 17:00 Uhr

Aboserie Sonderkonzert Kammermusik

Programm

Ein Highlight für Cineasten und Opernliebhaber: Mitglieder der Berliner Philharmoniker unter Leitung von Raphael Haeger begleiten die Aufführung von Robert Wienes Stummfilmfassung des Rosenkavaliers aus den Jahren 1925/1926. Wer glaubt, Richard Strauss’ Erfolgsoper als Film zu sehen, der irrt. Denn die filmische Adaption ist ein Kunstwerk für sich. Die Idee dazu kam von dem Dichter und Librettisten Hugo von Hofmannsthal, der ursprünglich einen Weg suchte, auch ein opernfremdes Publikum für den Rosenkavalier zu interessieren.

Er entwarf eine Vorgeschichte, die auf die Opernhandlung neugierig machen sollte. Doch Regisseur Robert Wiene ließ sich auf dieses Konzept nicht ein, er übernahm zwar einige Motive von Hofmannsthals Exposé, legte jedoch den Schwerpunkt auf die eigentliche Geschichte der Oper. Größte Herausforderung war, dass sich die Protagonisten nur gestisch und nicht gesanglich ausdrücken konnten. Die Figurencharakteristik konnte, anders als in der Oper, nur über das Schauspielerische gezeigt werden. Diesem Umstand trug Richard Strauss Rechnung, als er die Filmmusik nach Themen der Oper komponierte. Robert Wiene habe – so Strauss - »schon bei der Inszenierung auf das Musikalische des Werks Rücksicht genommen, als er die einzelnen Szenen unter den Klängen der Rosenkavalier-Musik inszenierte, also gewissermaßen den Rhythmus der Musik auf den Rhythmus der Gesten übertrug.«

Um einer amerikanischen Rosenkavalier-Verfilmung nicht in die Quere zu kommen, wurden sämtliche Kopien des deutschen Films 1929 aus dem Verkehr gezogen. Seit seiner Wiederentdeckung und filmischen Rekonstruktion in den 1950er-Jahren ist der Rosenkavalier-Film ein eindrucksvolles und gleichzeitig spannendes Zeugnis für die Umsetzung von Musiktheater in ein anderes visuelles Medium.

Raphael Haeger und Gerhard Forck im Gespräch