Kammermusik

Romantisch, modern, avantgardistisch

Das Philharmonische Bläserquintett Berlin besticht durch eine Klangkultur, die ihresgleichen sucht – nuancenreich, ausdrucksstark und gleichzeitig wunderbar ausbalanciert. Mit diesem Programm stellt es wieder einmal seine Vielseitig unter Beweis: Neben Werken des Spätromantikers Paul Taffanel und des Neoklassizisten Henri Tomasi erklingt das für das Ensemble geschriebene Bläserquintett Nr. 2 von Kalevi Aho, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Finnlands.

Philharmonisches Bläserquintett Berlin:

Michael Hasel Flöte

Andreas Wittmann Oboe

Walter Seyfarth Klarinette

Fergus McWilliam Horn

Marion Reinhard Fagott

Kalevi Aho

Bläserquintett Nr. 2 Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker für das Philharmonische Bläserquintett

Henri Tomasi

Cinq Danses profanes et sacrées für Bläserquintett

Paul Taffanel

Bläserquintett g-Moll

Termine und Karten

Programm

Ende der 1870er-Jahre kam es im Land der Revolutionen zu einer glücklicherweise unblutig verlaufenden Revolte: »Die Blasinstrumente der Société des concerts«, hieß es im Februar 1879 in der Revue et gazette musicale de Paris, »haben das Banner des Aufstands gegen die Streicher gehisst, denen sie stets untergeben waren. Die Flöte ist der Streiterei mit ihnen müde; die Klarinette ist es leid, ihre melancholischen Klagen ins Leere anzustimmen; die Oboe wird nicht mehr stöhnen; und das Fagott erklärt, dass es lange genug gemurrt hat, ohne rechtmäßige Genugtuung zu erlangen …«

Paul Taffanel, erster Flötist der Société des concerts und einer der brillantesten Flötenvirtuosen seiner Zeit, hatte mit der Gründung der Société de musique de chambre pour instruments à vent zum »Aufstand« geblasen und dem Streichquartett als dominierende Form der Kammermusik in Frankreich den Kampf erklärt – mit Erfolg. Denn ihm gelang es, der lange in Vergessenheit geratenen Kammermusik für Bläser wieder Geltung zu verschaffen, auch, indem er eigene Werke wie das spätromantische Bläserquintett g-Moll komponierte.

Das Philharmonische Bläserquintett hat dieses Werk aufs Programm gesetzt – ebenso wie die Cinq Danses profanes et sacrées von Henri Fredien Tomasi, die den Interpreten höchste Virtuosität abverlangen (allen voran im frenetischen Fagottsolo des abschließenden Danse guerrière). Eingeleitet wird der Abend von einer willkommenen Erweiterung des Bläser-Repertoires: mit Kalevi Ahos Bläserquintett Nr. 2, dessen Premiere am 14. Juni 2015 beim Tag der offenen Tür in der Philharmonie erfolgt.