Kammermusik

Hommage an Dmitri Schostakowitsch

In diesem Kammerkonzert mit Musikern der Berliner Philharmoniker stehen sich zwei Werke des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch gegenüber: das 1944 entstandene Zweite Streichquartett op. 68 und die vom Komponisten autorisierte Bearbeitung seiner letzten Symphonie op. 141. Nicht nur weil beide Werke in derselben Tonart stehen, macht diese Kombination Sinn. Beide Werke weisen – wenn auch auf ganz unterschiedliche Art – eine Nähe zur Oper auf.

Cornelia Gartemann Violine

Christoph von der Nahmer Violine

Julia Gartemann Viola

Knut Weber Violoncello

Heike Gneiting Klavier und Celesta

Simon Rössler Schlagzeug

Franz Schindlbeck Schlagzeug

Jan Schlichte Schlagzeug

Dmitri Schostakowitsch

Streichquartett Nr. 2 A-Dur op. 68

Dmitri Schostakowitsch

Symphonie Nr. 15 A-Dur op. 141 (Bearbeitung für Violine, Violoncello, Klavier, Celesta und 13 Schlaginstrumente von Viktor Derewianko)

Termine und Karten

Programm

15 Symphonien und ebenso viele Streichquartette hat Dmitri Schostakowitsch geschrieben. Im Gesamtwerk des Komponisten spielten diese Gattungsbeiträge indes unterschiedliche Rollen: Die Entstehung der 15 Symphonien erstreckte sich kontinuierlich über das halbe Jahrhundert von Schostakowitschs Schaffen. Seine Streichquartette entstanden mit Ausnahme des 1938 komponierten ersten hingegen alle nach dem Zweiten Weltkrieg; mehr als die Hälfte von ihnen schrieb der Komponist erst in den letzten 15 Jahren seines Lebens.

Zu diesem Zeitpunkt war Schostakowitsch bereits mehrfach ins Fadenkreuz der Kritik von sowjetischer Kulturpolitik und gleichgeschalteter Presse geraten, hatte sich zunehmend auf den schmalen Pfad zwischen gesellschaftlicher Anpassung und künstlerischer Integrität begeben müssen – eine demütigende Erfahrung, die nicht ohne Spuren für sein Selbstverständnis als Komponist blieb.

Die in diesem Konzert von Musikern der Berliner Philharmoniker programmierte Gegenüberstellung von Schostakowitschs 1944 entstandenem Zweiten Streichquartett op. 68 mit einer vom Komponisten autorisierten Bearbeitung seiner letzten Symphonie op. 141 macht nicht nur Sinn, weil beide Werke in derselben Tonart stehen. Mit Satzüberschriften wie »Ouvertüre«, »Rezitativ und Romanze« oder »Walzer« sucht das nach Aussage des Komponisten »in Blitzeseile« komponierte Zweite Streichquartett die Nähe zur Oper und bildet damit ein denkwürdiges Gegenstück zur 15. Symphonie, in die Schostakowitsch u. a. Motive aus Gioacchino Rossinis Guillaume Tell sowie aus Richard Wagners Walküre und Tristan montierte.

(c) Timm Koelln