Kammermusik

Unterwegs – in den Nahen Osten

Wegen Erkrankung musste Roger Willemsen die Moderation der Konzertreihe »Unterwegs« leider absagen. Die Veranstaltungen finden jedoch wie geplant statt. Wir informieren Sie hier an dieser Stelle, sobald feststeht, wer die Moderation übernimmt. Die musikalischen Gäste dieses Konzerts sind in mehrfacher Hinsicht Grenzgänger – zwischen östlichen und westlichen Kulturen ebenso wie zwischen alten und modernen Zeiten. Kamilya Jubran, Saad Thamir und ihre Ensembles sowie die libanesische Sängerin Ghada Shbeir verbinden arabische Musik mit stilistischen Elementen der westlichen, klassischen Musik und machen mit ihren Kompositionen und Improvisationen deutlich, wie alte, fast verlorengegangene Musiktraditionen mit neuem Leben erfüllt werden.

N. N. Moderation

Lagash:

Saad Thamir Gesang, Rahmentrommeln und Komposition

Bassem Hawar Djoze (Irakische Kniegeige) und Violine

Dietmar Fuhr Kontrabass

Christina Fuchs Klarinette und Bassklarinette

Jarry Singla Klavier

Ghada Shbeir Gesang

Ensemble Kamilya Jubran & Sarah Murcia:

Kamilya Jubran Oud, Gesang und künstlerische Leitung

Sarah Murcia Kontrabass

Régis Huby Violine

Guillaume Roy Viola

Atsushi Sakaï Violoncello

Teil 2: Unterwegs im Nahen Osten – Neue Stücke fast versunkener Musikkulturen

Termine und Karten

Programm

»Ich nehme einen uralten Stoff und nähe daraus ein neues Hemd.« Was auf den ersten Blick eher wie ein Modestatement erscheinen mag, ist das künstlerische Credo des irakischen Komponisten Saad Thamir. 2002 gründete er die Gruppe Lagash, ein Kammermusikensemble für zeitgenössische irakische Musik. Der Name nimmt Bezug auf die südmesopotamische Stadt Lagash, die vor 5000 Jahren ein wichtiges Zentrum der sumerischen Kultur war. Aber musikalisch gesehen ist die Formation alles andere als rückwärtsgewandt.

Die Mitglieder des Ensembles, zu denen neben den beiden irakischen Musikern Saad Thamir und Bassem Hawar die deutsche Klarinettistin Christina Fuchs und Dietmar Fuhr am Kontrabass sowie der deutsch-indische Pianist Jarry Singla gehören, kombinieren die Melodien und Rhythmen der arabischen Musik mit der westlichen, klassischen Musik und dem Jazz. Das Ergebnis: ein ganz eigener Stil, in dem sich arabische Tonskalen und Modi mit westlicher Harmonik mischen.

Als Grenzgängerin zwischen Orient und Okzident empfindet sich auch die Oud-Spielerin und Sängerin Kamilya Jubran. Die Tochter eines palästinensischen Instrumentenbauers und Musikpädagogen wurde hineingeboren in den Konflikt zwischen ihrem Volk und Israel. Gegen das Trauma dieses Kriegs gab es für sie vor allem die Musik: »Ich suche nach einer ehrlichen Musik. Ich will mich und mein Leben darstellen.« Heute lebt und arbeitet die Künstlerin in Paris und Bern. In der palästinensischen Musiktradition wurzelnd, experimentiert sie mit neuen, zeitgemäßen Sounds.

Kamilya Jubran, Saad Thamir und ihre Ensembles sowie die libanesische Sängerin Ghada Shbeir, eine Spezialistin für die Volksgesänge und religiösen Lieder des Nahen Ostens, sind in diesem Konzert die Gäste der Reihe Unterwegs und machen mit ihren Kompositionen und Improvisationen deutlich, wie alte, fast verlorengegangene Musiktraditionen mit neuem Leben erfüllt werden.