Kammermusik

Philharmonisches Debüt: Pavel Haas Quartett

Es gibt viele junge Streichquartette von Weltruhm. Doch das Pavel Haas Quartett, das die große tschechische Streichquartetttradition fortsetzt, ragt durch intensiv-plastisches und sinnliches Spiel unter ihnen hervor. Bei ihrem Debüt in den Konzerten der Berliner Philharmoniker präsentiert das Pavel Haas Quartett Beethovens Opus 95, außerdem Dmitri Schostakowitschs Achtes und Béla Bartóks Fünftes Streichquartett.

Pavel Haas Quartet:

Veronika Jarůšková Violine

Marek Zwiebel Violine

Pavel Nikl Viola

Peter Jarůšek Violoncello

Ludwig van Beethoven

Streichquartett f-Moll op. 95 »Quartetto serioso«

Dmitri Schostakowitsch

Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110

Béla Bartók

Streichquartett Nr. 5 Sz 102

Termine und Karten

Programm

Es gibt viele junge Streichquartette von Weltruhm. Doch das Pavel Haas Quartett, das die große tschechische Streichquartetttradition fortsetzt, ragt durch intensiv-plastisches und sinnliches Spiel unter ihnen hervor. Das in Prag ansässige Ensemble hat bei führenden Persönlichkeiten der Streichquartettwelt studiert, u. a. bei Milan Škampa, dem legendären Bratschisten des Smetana Quartetts, sowie bei Walter Levin, dem langjährigen Primarius vom LaSalle Quartet.

Bei ihrem Debüt in den Konzerten der Berliner Philharmoniker präsentiert das Pavel Haas Quartett Beethovens Streichquartett f-Moll op. 95, das im Manuskript als »Quartetto serioso« überschrieben ist – bereits mit dem auffahrenden Hauptgedanken des Kopfsatzes wird der ganze Ernst dieser Musik überdeutlich. Mit Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 folgt dann ein Werk von bekenntnishaft-persönlichem Charakter, denn alle fünf Sätze dieser bisweilen verzweifelte Züge annehmenden Musik durchziehen das auskomponierte Monogramm D[mitri]-eS-c-h[ostakowitsch]; laut Isaak Glikman hatte Schostakowitsch unmittelbar vor der Komposition des Quartetts unter erzwungenem Alkoholeinfluss auf einer Parteiversammlung »wie ein Papagei« sein Beitrittsgesuch zur Kommunistischen Partei verlesen müssen …

Abschließend erklingt Béla Bartóks Fünftes Streichquartett, auf dessen rhythmisch-energetisches Allegro ein schattenhaftes Adagio, ein bewegtes Scherzo sowie ein fantastisch-leidenschaftliches Andante folgt. Den Abschluss bildet ein wie entfesselt dahinrasendes Finale, das thematisch auf den Kopfsatz bezogen ist.

(c) Marco Borggreve