Kammermusik

Philharmonischer Salon mit dem Philharmonia Quartett

Wohl die wenigsten bringen den finnischen Komponisten Jean Sibelius mit Berlin in Verbindung. Dabei verlebte dieser als Student zwischen Herbst 1889 und Sommer 1890 einige inspirierende Monate in der deutschen Metropole. Der zweite Philharmonische Salon dieser Saison, der unter dem Motto »Sibelius in Berlin« steht, widmet sich dieser für den angehenden Komponisten so spannenden Zeit. Musik von Sibelius liefert das Philharmonia Quartett, dazu gibt es Texte von Aleksis Kivi, Juhani Aho, Erik Tawaststjerna und anderen.

Heikko Deutschmann Sprecher

Philharmonia Quartett:

Daniel Stabrawa Violine

Christian Stadelmann Violine

Neithard Resa Viola

Dietmar Schwalke Violoncello

Ludwig Quandt Violoncello

Cordelia Höfer Klavier

Götz Teutsch Programmgestaltung

Die Töne leuchten – Sibelius in Berlin

Musik von Jean Sibelius und Johann Sebastian Bach/Ferruccio Busoni

Texte aus dem Kalevala sowie von Aleksis Kivi, August Strindberg, Erik Tawaststjerna, Volker Tarnow, Tomi Mäkelä, Adolf Paul u. a.

Termine und Karten

Programm

Als 23-Jähriger kam Jean Sibelius Ende September 1889 nach Berlin, um bei Albert Becker (einem erfahrenen Pädagogen im Umfeld von Franz Xaver Scharwenkas Konservatorium) in die Lehre zu gehen. Zwischen dem jungen Radikalen und dem alten Akademiker kam es allerdings bald zu Unstimmigkeiten, da Becker einen Querstand – einen auf zwei Stimmen verteilten Tritonusschritt – bemängelte, den Sibelius bewusst als »Klangeffekt« eingesetzt hatte. Ebenso wichtig wie die Übungen im strengen Satz war für Sibelius das reichhaltige Berliner Musikleben: Gleich am ersten Abend hörte er an der Kroll-Oper Mozarts Don Giovanni mit Francesco d’Andrade in der Titelpartie.

Später besuchte er Aufführungen von Wagner-Opern, erlebte am 31. Januar 1890 die Berliner Erstaufführung von Richard Strauss’ Tondichtung Don Juan unter der Leitung Hans von Bülows und war von den Beethoven- und Schubert-Abenden des Joachim-Quartetts beeindruckt. Eine Aufführung von Robert Kajanus’ Aino-Symphonie inspirierte ihn dazu, das finnische Nationalepos Kalevala zu studieren. Da der schwedischsprachig aufgewachsene Komponist (Finnland hatte bis 1809 zu Schweden gehört) hierfür zunächst finnisch lernen musste, ging es hierbei allerdings nicht um das Auffinden eigener regionaler Wurzeln, sondern darum, sich exotische und fremde Literatur zu erschließen …

Im zweiten Philharmonischen Salon dieser Spielzeit widmet sich Götz Teutsch Sibelius in Berlin. Für den musikalischen Rahmen mit Werken von Sibelius sorgt das Philharmonia Quartett, dazu gibt es Texte von Aleksis Kivi, Juhani Aho, Erik Tawaststjerna und anderen.