Vokalhelden-Chorprojekt

»Zum Mond und zurück« von Andrew Norman

Was sind denn das für komische Gestalten?!
(Foto: Monika Rittershaus)

In der neuen Oper des amerikanischen Komponisten Andrew Norman, die den Titel Vom Mond und zurück trägt und im Juni 2017 in der Philharmonie im Rahmen des Education-Programms unter der Leitung von Sir Simon Rattle uraufgeführt wurde, geht es um eine Begegnung der besonderen Art: Das Team um den Wissenschaftler Professor Barbenfoullis reist zum Mond und trifft dort auf seltsame Mondmenschen.

Vom Umgang mit der Angst

Seltsam erscheint ihre Sprache, die nur aus Vokalen besteht, seltsam auch die enge Verbundenheit der Wesen untereinander. Die Mondbewohner wiederum beobachten die Ankömmlinge mit Argwohn. Können sie ihnen vertrauen oder führen sie Böses im Schilde? Sie laden die Astronomen zu einem Fest, wollen mit ihnen feiern. Doch als dann eines der Mondkinder verschwindet, glauben die Mondwesen, dass die Menschen daran schuld seien. Die Situation spitzt sich zu…


»Die Kinder stellen Fragen nach Identität und Verzicht: Wer bin ich ohne meinen Stab, und was passiert, wenn wir unsere Stäbe abgeben?«
Philipp Lossau, Regieassistent

»In der szenischen Arbeit mit dem Community Chor ist zu erkennen, dass die Probleme, die aufgrund des Aneinandergebundenseins durch die Schläuche entstehen, nur gemeinsam in der Gruppe gelöst werden können.«
Ela Baumann, Regisseurin


Komponist Andrew Norman ließ sich zu seiner neuen Oper Vom Mond und zurück von einem Stummfilm anregen: 1902 drehte der französische Filmpionier Georges Méliès den 10-minütigen Streifen Le voyage dans la Lune (Die Reise zum Mond), der heute als erster Science-Fiction der Filmgeschichte und als Klassiker gilt. Andrew Norman, seit Kindheit an ein großer Star-Wars-Fan, war sofort davon begeistert: »Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass sie aufzeigt, wie man mit seiner Angst vor fremden Menschen umgehen kann«.

Rettung durch Regenschirme und magische Klangstäbe

Natürlich geht am Ende der Oper alles gut aus: Denn nicht die Menschen, sondern ein Monster hat das Kind geraubt. Nachdem die Astronomen mit ihren Regenschirmen das Monster vertrieben haben, erhalten sie zum Dank von den Mondkindern die heiligen Mondstäbe, mit denen sie ihre Rakete reparieren und somit zur Erde zurückkehren können. Diese Mondstäbe haben eine besondere Bewandtnis: Sie sind magische Klangstäbe mit individueller Tonhöhe und weisen dem Kind, dem es gehört, einen bestimmten Platz in der Tonleiter und somit auch in der Gemeinschaft zu. Auf diese Weise hat Andrew Norman seine Musik mit der Geschichte vernetzt. Dass es von Vorteil ist, sich um Kommunikation zu bemühen, auch wenn man verschiedene Sprachen spricht und aus verschiedenen Welten kommt, zeigt der Komponist auch in den Begegnungen zwischen Georges und der Mondprinzessin Eoa. Die beiden verlieben sich ineinander und werden zum Mittler zwischen den Gesellschaften.


Das künstlerische Team:

Künstlerische Leitung:
Sir Simon Rattle
Künstlerische Leitung Chöre:
Simon Halsey
Einstudierung Orchester:
Raphael Haeger
Einstudierung Chöre:
Tobias Walenciak
Regie:
Ela Baumann


Live und kostenlos: die Oper in der Digital Concert Hall
Die Mondkinder mit ihren magischen Klangstäben
(Foto: Monika Rittershaus)
Die Mondwache passt auf − und ihre heulenden Whirlies sind immer dabei.
(Foto: Monika Rittershaus)
Die Mondwesen − eine vernetzte Gesellschaft
(Foto: Monika Rittershaus)
Führt Ihr was im Schilde?
(Foto: Monika Rittershaus)
Seite an Seite: Ein philharmonischer Geiger und eine junge Musikerin
(Foto: Monika Rittershaus)
Regisseurin Ela Baumann erklärt, wie sich die Mondbewohner bewegen.
(Foto: Monika Rittershaus)
Eine pfiffige Truppe: die Astronomen
(Foto: Monika Rittershaus)
Mondkönigin, Mondprinzessin und George
(Foto: Martin Walz)