Claudio-Abbado-Kompositionspreis

Neben dem spendenfinanzierten gemeinnützigen Verein Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, der die Ausbildung junger hochbegabter Musikerinnen und Musiker durch Mitglieder der Berliner Philharmoniker ermöglicht, gibt es seit 2000 noch eine weitere Einrichtung: die Stiftung zur Förderung der Karajan-Akademie. Ihr einziges Ziel besteht darin, die von Herbert von Karajan gegründete Nachwuchsschmiede für exzellente Orchestermusikerinnen und -musikern dauerhaft zu unterstützen.

Claudio Abbado, Karajans Nachfolger und Chefdirigent der Berliner Philharmoniker von 1989 bis 2002, begünstigte die Akademie maßgeblich dadurch, dass er dieser Stiftung 2002 das Vermögen der Claudio-Abbado-Musikstiftung zukommen ließ. Dem großen Dirigenten zu Ehren vergibt die Karajan-Akademie in unregelmäßigen Abständen den Claudio-Abbado-Kompositionspreis. Gleichzeitig wird der oder die Ausgezeichnete beauftragt, ein Werk zu schreiben, das die Besetzungsmöglichkeiten der Stipendiatinnen und Stipendiaten berücksichtigt und auf ihre musikalisch-künstlerische Qualifikation eingeht. Das Werk wird vom Komponisten mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten einstudiert und im Rahmen eines Konzerts der Karajan-Akademie uraufgeführt. 

 

Preisträgerinnen und Preisträger
 

Claudio Abbado
(Foto: Cordula Groth)

2006: Jörg Widmann

Quintett für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier
Uraufführung am 10. November 2006

Im Spannungsfeld von kompositorischer Idee und spielerischer Praxis ist Jörg Widmann für die gemeinsame Arbeit mit Stipendiaten prädestiniert. Sich in die Diskussion mit jungen Musikern zu begeben, den eigenen ästhetischen Diskurs nahezubringen, indem er die Spieler in den Schaffensprozess einbezieht, zeichnet den Komponisten aus. Sein Verdienst ist es, im Verständnis der jungen Musiker die Brücke zur Neuen Musik zu festigen.

(Foto: Marco Borggreve)

2010: Bruno Mantovani

Concerto de chambre No. 1
Uraufführung am 16. Juni 2010

Das Denken und Schaffen Bruno Mantovanis verbindet geschichtliches Wissen mit dem Bewusstsein für die Herausforderungen der Zukunft; die Konsequenz daraus bedeutet für ihn, sich mit allen Sinnen der Gegenwart zu stellen und ihre unterschiedlichen musikalischen Formate einzubeziehen. Diese weltoffene lebensbejahende Musikalität macht ihn zu einem idealen Pendant für die jungen hochbegabten Musiker der Akademie.

(Foto: C.Daguet/Editions-Henry-Lemoine)

2014: Valerio Sannicandro

Aquae
Uraufführung am 9. November 2014

Valerio Sannicandros Klangsprache bewegt sich im Spannungsfeld zwischen kompositorischer Idee, einer ›Verräumlichung‹ der Musik, und spielerischer Herausforderung. AQUAE präsentiert dem Hörer bisweilen irreal wirkende Klangbilder, für deren Erzeugung die Instrumentalisten ihren gewohnten Instrumentalraum verlassen.
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(Foto: Stefano Candito)

2017: Vito Žuraj

Alavò
Uraufführung am 5. November 2017

Kraftvolle und minutiös ausgearbeitete Kompositionen, die häufig szenische Elemente und Raumklangkonzepte einbeziehen und den Musikern auf den Leib geschnitten sind, zeichnen den 1979 in Maribor geborenen Komponisten Vito Žuraj aus. Innerhalb kurzer Zeit setzten sich seine Werke im Konzertsaal und bei wichtigen Festivals durch, interpretiert unter anderem vom New York Philharmonic Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Ensemble Modern und dem RIAS Kammerchor.

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(Foto: Hans-Christian Schink)

2020: Milica Djordjević

Transfixed für Ensemble
Uraufführung am 22. September 2020

(Foto: Astrid Ackermann)