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Was haben Sabine Meyer, Christian Tetzlaff, Tabea Zimmermann und Alban Gerhardt gemeinsam? Sie sind nicht nur international erfolgreiche Solisten, sondern alle vier auch ehemalige Mitglieder des Bundesjugendorchesters. Seit 1969 bietet dieser Klangkörper begabten Instrumentalisten zwischen 14 und 19 Jahren, meist Preisträger des Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert«, die Möglichkeit, erste Erfahrungen in einem Symphonieorchester zu sammeln – auf professionellem Niveau. Schon das Aufnahmeverfahren ist wie bei den »Großen«: Nur wer das Probespiel besteht, kann Mitglied werden. Drei Mal jährlich kommen die Jugendlichen zusammen, um unter Anleitung von erfahrenen Orchestermusikern und Dirigenten wie Gerd Albrecht, Heinz Holliger oder Kurt Masur ein Konzertprogramm zu erarbeiten, mit dem sie anschließend auf Tournee gehen.

Mitglieder des Bundesjugendorchester bei der Probe (© Steffen Kugler)

Mitglieder des Bundesjugendorchesters (© Steffen Kugler)
2008 gastierte das Bundesjugendorchester zum ersten Mal auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker im scharounschen Musentempel, zusammen mit Sabine Meyer als Solistin und Michael Boder als Dirigenten. Seither kommt es jährlich nach Berlin. Und stets überzeugt es durch die überbordende Musizierlust seiner jugendlichen Mitglieder. 2011 stand Sir Simon Rattle am Pult des Orchesters und schwärmte: »Welch’ große Freude, dieser wunderbaren, neuen Generation von Musikerkollegen zu begegnen.« Das Bundesjugendorchester gibt jährlich ca. 25 Konzerte, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Als musikalischer Botschafter Deutschlands konzertierte es u. a. in Venezuela, Amerika oder Polen. Am 8. April 2013 ist es das nächste Mal in der Philharmonie zu Gast – mit einem Programm, in dem sich die Musik des Orients und des Okzidents begegnen. Übrigens: Unter den Berliner Philharmonikern gibt es 18 ehemalige Mitglieder des Bundesjugendorchesters.
Während die Erfahrungen im Bundesjugendorchester oftmals dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen für eine Musikerlaufbahn entscheiden, sind die beruflichen Weichen für die Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie schon längst gestellt: Die Instrumentalisten im Alter von 18 bis 28 Jahren studieren bereits an deutschen Musikhochschulen und gehören mit zu den Besten ihres Fachs. Sie wollen Orchestermusiker werden und sich durch die Arbeit in diesem Klangkörper optimal auf ihren Beruf vorbereiten. Doch nicht nur das: Die 1974 gegründete Junge Deutsche Philharmonie versteht sich als Orchester, in dem die Mitglieder demokratisch an der Programmplanung sowie der Wahl der Dirigenten und Solisten beteiligt sind. Zeitgenössische Musik bildet einen wichtigen Schwerpunkt des Repertoires und darf in fast keinem Konzertprogramm fehlen.

Junge Deutsche Philharmonie (© Peter Adamik)

Junge Deutsche Philharmonie (© Achim Reissner)
Von der speziellen Programmkonzeption der Jungen Deutschen Philharmonie zeugen auch die Konzerte, die das Orchester in der Berliner Philharmonie gab. Beim ersten Auftritt auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker 2002 erklang neben Joseph Haydns Symphonie Nr. 45 und Ausschnitten aus Richard Wagners Tristan und Isolde auch Hans Werner Henzes Tristan Préludes. Im vergangenen Jahr gastierte die Junge Deutsche Philharmonie unter der Leitung von Kristjan Järvi mit Olivier Messiaens Turangalîla-Symphonie in Berlin, die sie – so der Kritiker des Tagesspiegel – mit Energie und Feuereifer interpretierten. Bei ihrem nächsten Berliner Konzert am 19. März spielen sie Gustav Mahlers Neunte Symphonie. Die Leitung hat Jonathan Nott, Chef der Bamberger Symphoniker. Was ihn an der Arbeit mit dem Studentenorchester reizt? »Die jungen Musiker haben immer eine ganz besondere Energie, und es ist für einen Dirigenten eine besondere Verantwortung, dieser Energie eine Struktur zu geben«, verriet er in einem Interview.

