Liederabende mit Elīna Garanča, Anne Sofie von Otter, Ian Bostridge und Ferruccio Furlanetto

Umsungen – Die Welt der Vokalmusik

Kein Instrument berührt so tief und innig wie die menschliche Stimme, noch dazu, wenn die Sängerinnen und Sänger zu den ersten ihrer Zunft gehören. Vier internationale Gesangstars entführen in der Konzertreihe Umsungen in ganz unterschiedliche Welten der Vokalmusik. Da wäre als erstes der Engländer Ian Bostridge. Wenn er auf Einladung der Berliner Philharmoniker kommt, dann meist entweder als Tenor für Passions- und Oratorienaufführungen – oder als Interpret der Werke Benjamin Brittens. Als letzterer wird er sich auch in seinem Liederabend am 22. November 2013 präsentieren. Der Anlass: Die Musikwelt feiert in diesem Jahr den 100. Geburtstag des englischen Tonschöpfers. Bostridge, der seine Liebe zu dessen Œuvre bereits als Schuljunge entdeckt hat, gilt heute als würdiger Nachfolger von Peter Pears, dem großen Britten-Sänger. Das Konzert bietet jedoch nicht nur Vokalmusik, sondern dank der Mitwirkung von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auch Instrumentalwerke des Komponisten.

Italiener mit Vorliebe für russische Musik

Ferruccio Furlanetto steht häufiger auf den großen Opernbühnen der Welt als im Konzertsaal. Seine Glanzpartie ist derzeit der Philipp in Verdis Don Carlo, mit dem er u. a. Erfolge an der Metropolitan Opera New York und am Covent Garden in London feierte. Seine starke, voluminöse und dunkle Bass-Stimme prädestiniert ihn aber auch für Modest Mussorgskys Titelhelden in Boris Godunow. Als erster Italiener sang er die Partie am St. Petersburger Mariinski-Theater und am Moskauer Bolschoi-Theater. Wie überzeugend er diese Figur gestaltet, bewies er auch dem Publikum der Berliner Philharmoniker, als er im Juni 2011 für den erkrankten Orlin Anastassov einsprang und mit der »Krönungsszene« und dem »Tod des Boris« brillierte. Kein Wunder, dass sich der Italiener in seinem Lieder-Recital russisch gibt, mit Werken von Sergej Rachmaninow und Modest Mussorgsky. Die Lieder dieser beiden Komponisten zeichnen sich dadurch aus, dass sie die dunklen, abgründigen Seiten des menschlichen Seins schonungslos ausleuchten. Sein Begleiter am Klavier ist der ukrainische Pianist Igor Tchetuev.

Zwei Mezzos der Extraklasse

Von der Vielseitigkeit Anne Sofie von Otters kann sich das philharmonische Publikum immer wieder überzeugen. Die Berliner Philharmoniker schätzen die schwedische Mezzosopranistin seit 1988 als überragende Interpretin der Werke Gustav Mahlers, Alban Bergs, Arnold Schönbergs, Béla Bartóks und Johann Sebastian Bachs. In ihrem Liederabend offenbart sie, unterstützt vom Ensemble Berlin, mit Werken von Francis Poulenc, Joseph Canteloube, Kurt Weill, Friedrich Hollaender und Hanns Eisler wieder ganz neue künstlerische Seiten. Denn neben ihrem wohlbekannten warmen, lyrischen Timbre, das sie in den Stücken der französischen Komponisten zur Geltung bringt, darf sie sich in den Chansons von Weill, Hollaender und Eisler auch keck und frivol geben. Ähnliches gilt für die Mezzosopranistin Elīna Garanča, die in den Medien vor allem als strahlende Operndiva und als Gaststar glamouröser Musikgalas wahrgenommen wird. Bei den Berliner Philharmoniker war sie zuletzt 2010 Solistin des Silvesterkonzerts, in dem sie mit Bravourarien aus französischen Opern das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss. Diesmal geht es hingegen sehr verinnerlicht zu: Bei ihrem ersten Liederabend im Rahmen der Konzerte der Stiftung Berliner Philharmoniker singt sie Werke von Robert Schumann und Richard Strauss und zeigt, wie überzeugend sie auch die kleine, intime Form des Lieds beherrscht.

 

Garanca
Elīna Garanča (Foto: Kasskara/DG)
Bostridge
Ian Bostridge (Foto: Sheila Rock/EMI)
Otter
Anne Sofie von Otter (Foto: Mats Bäcker)
Furlanetto
Ferruccio Furlanetto (Foto: Igor Sakharov)

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Sonntag

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2014

Philharmonie

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Elīna Garanča Mezzosopran

Roger Vignoles Klavier

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