Im Dienste von Bach

Klavierabende mit Pierre-Laurent Aimard, Kit Armstrong
und Evgeni Koroliov

Drei große Künstler, ein genialer Komponist – die Kammermusikreihe Klavier steht in dieser Saison ganz im Zeichen von Johann Sebastian Bach. Bach war selbst ein phänomenaler »Clavierspieler«, der experimentierfreudig und fantasievoll die Möglichkeiten der damaligen Tasteninstrumente auszureizen wusste. Seine Klavierwerke gehören mit zu den großen pianistischen Herausforderungen. Generationen von Pianisten dienten und dienen sie zum Studium wie zur Erbauung – als eine unerschöpfliche Quelle der Inspirationen. Pierre-Laurent Aimard, Kit Armstrong und Evgeni Koroliov kommen in dieser Saison in den Kammermusiksaal, um ihre Sichtweise auf das bachsche Klavierwerk vorzustellen. So unterschiedlich die drei Pianisten auch sind, so verbindet sie doch eines: Nicht das künstlerische Ego oder das instrumentale Können steht bei ihnen im Vordergrund, sondern einzig und allein die Musik.

Ein Spätberufener

Als Bach-Interpret ist Pierre-Laurent Aimard erst sehr spät an die Öffentlichkeit getreten. Seinen Ruf als hervorragender Pianist begründete der Franzose, ein Schüler von Olivier Messiaens Ehefrau Yvonne Loriod, vor allem auf dem Gebiet der modernen und zeitgenössischen Musik. Auch im Rahmen der Konzerte der Berliner Philharmoniker, mit denen Aimard seit fast 15 Jahren künstlerisch zusammenarbeitet und deren Pianist in Residence er 2006/2007 war, erlebte ihn das Publikum in erster Linie als Interpreten von Neuer Musik. Bach ist für Aimard ein »ultimativer Komponist«, dem er mit künstlerischer Reife begegnen wollte. 2008, im Alter von 51 Jahren, wagte er sich an seine erste Bach-Einspielung: die Kunst der Fuge, für die er große Anerkennung erhielt. Nun folgt das Wohltemperierte Klavier, mit dem sich Aimard während einer Fellowship am Wissenschaftskolleg zu Berlin intensiv auseinandersetzte.

Das »Wunderkind«

In Kit Armstrongs junger Karriere waren die bachschen Kompositionen von Anfang an eine wichtige Säule seines Repertoires. Zum Klavier kam der gebürtige Amerikaner taiwanesischer Abstammung weil die Mutter ihrem mathematisch hochbegabten Sohn einen kreativen Ausgleich schafften wollte. Dass der damals Fünfjährige nicht nur ein mathematisches, sondern auch ein großes pianistisches Talent besitzt, konnte sie nicht ahnen. Seine Begabung für das Instrument erwies sich als so überragend, das Alfred Brendel sein Mentor wurde und den jungen Musiker unter seine Fittiche nahm. Im September 2013 erschien Armstrongs erste Solo-CD mit Choralvorspielen von Johann Sebastian Bach, György Ligetis Musica ricercata und einer eigenen Komposition, der Fantasie über B.A.C.H. Die Choralvorspiele und die Musica ricercata stehen auch auf dem Programm seines philharmonischen Debüt-Recitals. Ligetis Musik sei ¬– so Armstrong in einem Interview – intelligent, aber nicht »intellektuell im negativen Sinne« und würde daher bestens mit der Tonsprache des barocken Meister harmonieren.

Frühe Liebe

Ligeti wiederum zählte zu den großen Bewunderern des Pianisten Evgeni Koroliov, dessen Aufnahme von Bachs Kunst der Fuge der ungarische Komponist über alles schätzte. Koroliov, Schüler von Anna Artobolewskaya, Heinrich Neuhaus und Maria Judina, ist seit seinem siebten Lebensjahr von Johann Sebastian Bach fasziniert. Er gilt als einer der großen Bach-Interpreten unserer Zeit. Wie kaum ein anderer versteht er der komplexen Musik Bachs die verschiedensten Facetten abzugewinnen: tiefsinnig, innig, virtuos, brillant. »In Bachs Musik höre ich das Gesetz heraus, auf dem möglicherweise das Universum aufgebaut ist«, lautet sein Credo.

Aimard
Pierre-Laurent Aimard (Photo: Roger Mastoianni)
Armstrong
Kit Armstrong (Photo: Irene Zandel)
Levit
Evgeni Koroliov (Photo: Stephan Wallocha)

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