Jazz at Berlin Philharmonic


Der Romantiker

Jazz at Berlin Philharmonic – Unter diesem Motto startet die Stiftung Berliner Philharmoniker am 11. Dezember 2012 im Kammermusiksaal der Philharmonie eine neue Konzertreihe in loser Folge. Die Protagonisten des Abends, der zugunsten von UNICEF stattfindet, sind drei junge, unkonventionelle Jazz-Pianisten und drei Flügel, u. a. der »Alfred-Brendel-Flügel«, an denen die Musiker allein, zu zweit oder zu dritt musizieren. So unterschiedlich die Künstler von Charakter und Temperament auch sind, so eint sie doch Eines: alle drei wurzeln in der klassischen Musik. Der Pole Leszek Możdżer, der seit seinem fünften Lebensjahr Klavier spielt, entdeckte den Jazz im Alter von 18 Jahren. Doch dann verschrieb er sich ihm bedingungslos. Sein Ton vereine, laut einer Kritik des Tagesspiegel, »das ornamentale Glitzern seines polnischen Landsmannes Frédéric Chopin und die gestochene Schärfe von Chick Corea«. Die stilistische Bandbreite seines Spiels ist groß, er lässt sich von Death-Metal-Songs ebenso inspirieren wie von der Musik Witold Lutosławskis. Doch eines ist ihm zum Markenzeichen geworden: seine Improvisationen über Melodien von Frédéric Chopin. Nicht umsonst gilt er als der Romantiker unter den Jazzpianisten.

Leszek Możdżer (© Anna Woch)


Michael Wollny (© Grosse/Geldermann)

»Der vollkommene Klaviermeister«

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nennt seinen Namen in Zusammenhang mit Keith Jarrett, Herbie Hancock und Brad Mehldau: Michael Wollny, 1978 in Schweinfurt geboren, sei der »vollkommene Klaviermeister«. Klavierspielen bedeute für ihn, so der Pianist in einem Interview, um eine feste Achse zu tanzen. Von Anfang an verlief seine Ausbildung zweigleisig: Er lernte ganz klassisch Klavier und Geige und übte sich außerdem in Jazzimprovisation. Mit seiner Solo-CD Hexentanz, zu der der Horror- und Fantasy-Fan von Mary Shelleys Frankenstein angeregt wurde, machte er 2007 erstmals international auf sich aufmerksam. Inzwischen ist Michael Wollny sowohl als Solist wie auch als Ensemblemusiker sehr gefragt. Mit seinem Trio [em] tourt er im November 2012 durch Deutschland: Wasted & Wanted heißt das Programm, das Michael Wollny und seine Musiker präsentieren und das ihr momentanes Lebensgefühl widerspiegelt.


Das Naturereignis

Auch der finnische Pianist Iiro Rantala, der an der Sibelius-Akademie in Helsinki Jazzpiano und an der Manhattan School of Music klassisches Klavier studiert hat, lässt die Musikkritiker immer wieder ins Schwärmen geraten: Das Magazin Jazzthing nennt ihn ein »Naturereignis an den Tasten« und der Stern konstatiert: »Iiro Rantala besitzt im kleinen Finger so viel Engerie wie andere in zwei Händen.« 18 Jahre lang spielte der Finne im Trio Töykeät, jetzt widmet er sich seiner Solokarriere. 2011 legte er sein erstes Solo-Album Lost Heroes vor, eine musikalische Hommage an seine musikalischen Helden, zu denen der Komponist Jean Sibelius, der Sänger Luciano Pavarotti und der Pianist Esbjörn Svensson gehören. Sein neustes Album trägt den Titel My History of Jazz und ist eine ganz persönliche Auseinandersetzung Rantalas mit der Geschichte des Jazz.

Zum Konzert

Iiro Rantala (© Steven Haberland)


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