Startseite / Im Fokus: Johann Sebastian Bach
Wohl keine andere Musik unterstreicht die festlich-erwartungsfrohe Stimmung der Weihnachtszeit so gut wie die Musik des Barock, speziell die von Johann Sebastian Bach. Gleich drei Mal stehen im Dezember 2012 Kompositionen des Leipziger Thomaskantors auf den Programmen der philharmonischen Kammerkonzerte. Die Barock Solisten Berlin unter der Leitung von Daishin Kashimoto, Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, widmen ihr Adventskonzert dem konzertanten Schaffen des Meisters. Und sie haben dafür einen prominenten Gast eingeladen: den Geiger Frank Peter Zimmermann. Er ist der Solist der beiden Violinkonzerte, die Bach vermutlich in seiner Funktion als Hofkapellmeister in Köthen geschrieben hat. Zusammen mit Daishin Kashimoto und dem philharmonischen Solo-Oboisten Jonathan Kelly führt er außerdem das Konzert für zwei Violinen d-Moll sowie das Konzert für Oboe und Violine d-Moll auf. Des Weiteren präsentieren die Berliner Barock Solisten zwei Fugen für Orgel in einer Bearbeitung für Streichensemble.

Berliner Barock Solisten (© Karsten Schirmer)

Ensemble Berlin (© Timm Kölln)
Auch das Ensemble Berlin musiziert Bach in Bearbeitung: Es spielt eine der beliebtesten Kantaten des Komponisten, die Kantate Ich habe genug, im Arrangement für Oboe, Fagott und Streicher. Den ursprünglich für Bass geschriebenen Vokalpart übernimmt hier das Fagott und tritt mit der Oboe in ein konzertantes Gespräch. Ein Originalwerk für die Besetzung des Ensemble Berlin ist hingegen das Concerto Nr. 5 von Henry Hargrave, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts höchst erfolgreich als Komponist und Verleger in England wirkte. Und noch ein weitere Originalkomposition steht auf dem Programm: Andrew Normans Stück In Transition, das als Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker für das Ensemble Berlin entstand und an diesem Abend seine Uraufführung erfährt. Weitere Highlights des Konzerts sind die Gran Partita und Ausschnitte aus der Oper Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart, die ebenfalls in Bearbeitungen erklingen.
Der polnische Pianist Piotr Anderszewski wiederum stellt Bach als den großen Klaviermusikkomponisten seiner Zeit vor. Sowohl die Französischen und die Englischen Suiten als auch das Italienische Konzert gehören mit zu den bedeutendsten Werken des Meisters und geben einen Einblick in die stilistische Vielfalt seines Klavierschaffens: Da steht einerseits die tänzerische, sich an französischen Vorbildern orientierende Suite, andererseits das aus Italien kommende Prinzip des Concertos mit seinem Alternieren von Solo- und Tutti-Abschnitten. Doch egal, welcher Kompositionsprinzipien und -techniken sich Bach auch bediente, der Komponist wollte mit seiner Musik sein Publikum unterhalten. Nicht umsonst schreibt er im Titel zum »Concerto im Italienischen Gusto« er habe es Klavierliebhabern »zur Gemüths-Ergötzung verfertiget«.

Piotr Anderszewski (© Robert Workmann)

