Berliner Philharmoniker

Von Klassisch bis Zeitgenössisch

Kammermusik mit dem Arditti Quartet, Jerusalem Quartet, Minguet Quartett und Philharmonia Quartett

Das Streichquartett ist die Königsdisziplin der Kammermusik. Kein Komponist von Format konnte und kann sich der Faszination dieser Gattung entziehen, bei der es gilt, mit vier Streichinstrumenten – zwei Violinen, Viola und Violoncello – einen klanglichen Kosmos zu schaffen, in dem alle Stimmen gleichberechtigt einen musikalischen Dialog führen. Dementsprechend groß und vielseitig ist die Literatur für das Genre. Das spiegelt auch die philharmonische Konzertreihe Quartett wider, in der sich vier führende Ensembles präsentieren.

Erfolg mit Neuer Musik

Den Anfang macht das Arditti Quartet, das vor 40 Jahren von dem britischen Geiger Irvine Arditti gegründet wurde und bereits mehrfacher Gast dieser philharmonischen Konzertreihe war. Das Markenzeichen des Ensemble: die Fokussierung auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Triebfeder ihres Musizierens sei – so die Musiker des Quartetts – die beglückende Erfahrung, mit den großen Komponisten der Gegenwart zusammenzuarbeiten. Nahezu alle zeitgenössischen Komponisten schrieben Werke für das Arditti Quartet, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, u. a. dem Ernst von Siemens Musikpreis. Bei seinem Berliner Auftritt präsentiert das Ensemble bislang Ungehörtes: das Zweite Streichquartett von Julian Anderson, das seine deutsche Erstaufführung erfährt. Weitere Programmpunkte sind Stücke von James Clarke, Jonathan Harvey, György Kurtág und György Ligeti.

Junge Quartett-Generation

Zwei Streichquartette treten zum ersten Mal im Rahmen der Konzerte der Stiftung Berliner Philharmoniker auf: das Minguet Quartett und das Jerusalem Quartet, benannt nach der Stadt, in der seine Mitglieder wichtige und prägende Studienjahre verbracht haben. Seit der Gründung 1993 avancierte das Quartett, zu dessen Gründungsmitgliedern übrigens der philharmonische Solo-Bratscher Amihai Grosz zählt, zu einem international konzertierenden Ensemble. Im Januar 2014 veröffentlichte es eine von der Presse hoch gelobte CD mit Streichquartetten von Bedřich Smetana und Leoš Janáček. Das Ensemble habe – so ein Rezensent – die exaltierte Nervosität der rhythmischen Dynamik, die spezielle Eigenheit und die gesanglichen Qualitäten der Komposition auf großartige Weise herausgearbeitet. Mit Smetanas Quartett Aus meinem Leben und den Intimen Briefen von Janáček sowie dem Reiterquartett von Joseph Haydn gastiert das Jerusalem Quartet im Kammermusiksaal. Das 1988 gegründete Minguet Quartett, das sich den spanischen Schriftsteller und Philosophen Pablo Minguet e Yrol zum Namensgeber gewählt hat, besticht nicht nur durch sein inniges, ausdrucksstarkes Spiel sondern auch durch sein ebenso abwechslungsreiches wie ungewöhnliches Programm: Neben »Klassikern« der Streichquartettliteratur erklingen auch Werke unbekannter Meister und zeitgenössischer Komponisten. Bei seinem Berliner Konzert besteht die Mischung aus Stücken von Haydn, Brahms, Mahler, Suk und Ruzicka.

Heimspiel

Die letzte Kammermusikformation dieser Reihe gibt sozusagen ein »Heimspiel«: Die Musiker des Philharmonia Quartetts sind alle Mitglieder der Philharmoniker und somit bestens aufeinander eingespielt. Ein homogener und gleichzeitig transparenter Klang gilt den Streichern als Ideal. In der Vergangenheit hat das Philharmonia Quartett durch seinen Beethoven- und Schostakowitsch-Zyklus Aufsehen erregt. Nur verständlich, dass das Ensemble, das in dieser Saison seinen 30. Geburtstag feiert, beide Komponisten auf das Programm seines Jubiläumskonzerts gesetzt hat: Von dem russischen Komponisten führt das Philharmonia Quartett die Streichquartette Nr. 11 und 12 auf. In Letzterem verwendet Schostakowitsch erstmals die Zwölftontechnik Schönbergs, das Erste hingegen ist ein intimer Trauergesang auf den verstorbenen Geiger Wassili Schirinski, einen Freund des Komponisten. Von Beethoven gibt es dessen op. 127, mit dem die Reihe seiner großen, späten Quartette beginnt. Sie gelten als Höhepunkte der beethovenschen Quartettkunst, in denen der Komponist in neue musikalische Dimensionen vorstößt.

Arditti
Arditti Quartet (Photo: Philippe Gonthier)
Jerusalem
Jerusalem Quartet (Photo: Felix Broede)
Minguet
Minguet Quartett (Photo: Ruth Hommelsheim)
Philharmonia
Philharmonia Quartett (Photo: Stephan Röhl)

Nächste Konzerte

Dienstag

20

Januar
2015

Kammermusiksaal

20:00

Jerusalem Quartet
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Kammermusik | Aboserie: T - Quartett

Jerusalem Quartet

Werke von Joseph Haydn, Leoš Janáček und Bedřich Smetana

Mittwoch

25

Februar
2015

Kammermusiksaal

20:00

Minguet Quartett
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Kammermusik | Aboserie: T - Quartett

Minguet Quartett

Werke von Joseph Haydn, Josef Suk, Peter Ruzicka, Gustav Mahler und Johannes Brahms

Dienstag

12

Mai
2015

Kammermusiksaal

20:00

Happy Birthday, Philharmonia Quartett
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Kammermusik | Aboserie: T - Quartett

Philharmonia Quartett

Daniel Stabrawa

Christian Stadelmann

Neithard Resa

Dietmar Schwalke

Werke von Dmitri Schostakowitsch und Ludwig van Beethoven

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