Berliner Philharmoniker

Ein Wunderkind?

»In Dankbarkeit für mein erstes Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter Herrn von Karajan«, schrieb die 13-jährige Anne-Sophie Mutter nach ihrem spektakulären Auftritt im Mai 1977 bei den Salzburger Pfingstfestspielen auf eine Grußkarte. Die Schrift wirkt noch sehr kindlich, nicht jedoch ihre Interpretation von Wolfang Amadeus Mozarts G-Dur-Violinkonzert. »Sie spielte es hinreißend, und vor allem: sie spielte es ganz und gar nicht wunderkindlich. Ihre Technik ist voll ausgereift«, schwärmte der Rezensent der Welt. Im folgenden Jahr präsentierte sie das Werk in der Berliner Philharmonie und auch dort begeisterte sie. Trotz allem Lob überlegte so mancher Kritiker, ob sie das Wunderkind-Image wohl ablegen könnte.

1977: Anne Sophie Mutter - Herbert von Karajan (Deutsche Grammophon)

(© Tina Tahir/DG)

Künstlerische Übereinstimmung

Sie konnte. Das bewies sie bereits kurz darauf, als die 16-Jährige 1980 unter Karajans Leitung mit den Berliner Philharmonikern Beethovens Violinkonzert aufführte. Die Presse reagierte begeistert: Sie spiele »mit sanglichem Ton und reifer Empfindlichkeit« (Der Abend). Man staunte über die besondere Verbindung, die künstlerische Übereinstimmung, die sich zwischen Solistin, Dirigent und Orchester einstellte – egal, welches der großen Violinkonzerte auf dem Programm stand. Anne-Sophie Mutter gelang eine beispiellose Weltkarriere. Ein besonderes Anliegen der Künstlerin ist die Neue Musik, viele zeitgenössische Komponisten schrieben Werke für sie: Witold Lutosławski, Krzysztof Penderecki, Henri Dutilleux, Wolfgang Rihm und Sofia Gubaidulina, deren Werk In Tempus praesens Anne-Sophie Mutter 2007 zusammen mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle uraufführte.

»Verschwenderisches Talent der Ausdruckskunst«

Ein besonderes Highlight in der Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern war das Geburtstagskonzert zum 100. Geburtstag Herbert von Karajans, das Seiji Ozawa dirigierte. Nicht von ungefähr interpretierte die Geigerin das Violinkonzert von Beethoven, das Werk, das sie am häufigsten mit Karajan aufgeführt hat. »Anne-Sophie Mutter, ein wirklich verschwenderisches Talent der Ausdruckskunst, spielte Beethoven so, dass niemand unberührt bleiben konnte«, hieß es anschließend in der Berliner Zeitung. Und noch etwas sehr wesentliches Verbindet die Künstlerin mit den Berliner Philharmonikern: Der unermüdliche Einsatz für den künstlerischen Nachwuchs – wie das gemeinsame Konzert der Stipendiaten der Orchester-Akademie und der Anne-Sophie Mutter Stiftung e.V. im Juni 2012 deutlich macht. Die Geigerin ist in den philharmonischen Konzerten am 7., 8. und 9. Februar 2013 unter Leitung von Manfred Honeck mit Antonín Dvořáks Violinkonzert und Romanze für Violine und Orchester zu erleben.

Zum Konzert

Seiji Ozawa und Anne-Sophie Mutter 2008 in Salzburg (© Osterfestspiele Salzburg)

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