Berliner Philharmoniker

Gastdirigenten im Januar

Bychkov – Mehta – Gilbert

Das Jahr 2013 ließen die Berliner Philharmoniker in ihrem Silvesterkonzert unter der Leitung von Chefdirigent Sir Simon Rattle ausklingen. Für die Konzertserien im Januar 2014 haben sie drei ebenso großartige wie unterschiedliche Gastdirigenten eingeladen: Semyon Bychkov, Zubin Mehta und Alan Gilbert. Der russische Dirigent Semyon Bychkov, ein Zögling von Ilja Musin, begeisterte sich schon als Teenager für die Berliner Philharmoniker und verbrachte sogar eine Nacht in Polizeigewahrsam für den vergeblichen Versuch, sich bei einem St. Petersburger Gastspiel des Orchesters heimlich in das ausverkaufte Konzert zu schmuggeln. Seit er 1985 kurzfristig für den erkrankten Riccardo Muti einsprang und – wie die Presse feststellte – ein »Dirigentendebüt von beachtlichen Format ablegte«, gehört er zum festen Stamm der philharmonischen Gäste. Auch wenn er in den fast drei Jahrzehnten seines philharmonischen Wirkens ein vielseitiges Repertoire dirigierte, angefangen von Joseph Haydn bis Magnus Lindberg, liegt sein Schwerpunkt auf den Werken russischer Komponisten, vor allem Dmitri Schostakowitschs. So steht auch bei Bychkovs nächstem Auftritt wieder eine von Schostakowitschs Symphonien auf dem Programm: Nr. 11, die den Beinamen Das Jahr 1905 trägt und die Ereignisse des »Petersburger Blutsonntags« schildert. Den musikalischen Gegenpol zu diesem düsteren Werk setzt Bychkov mit Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert G-Dur KV 453. Solist ist Menahem Pressler, Gründer und Pianist des Beaux Arts Trio, der 90-jährig zum ersten Mal bei den Berliner Philharmonikern zu erleben ist.

Der Grandsigneur

Noch länger als Semyon Bychkov ist Zubin Mehta mit dem Orchester verbunden. 1961 bei seinem philharmonischen Debüt wurde er von der Presse als »Entdeckung aus Indien« gefeiert, als der »kommende Mann seiner Altersklasse«. Welch’ prophetischen Worte! Kaum ein anderer Gastdirigent hat so lange, regelmäßig und beständig mit den Berliner Philharmonikern zusammengearbeitet wie er. Er bediente sämtliche Stilrichtungen und Genres: Klassik, Romantik, Moderne, Neue Musik, Symphonisches, Oper, Oratorium. Und dennoch gelingt es Zubin Mehta auch nach all den Jahren immer wieder mit Neuem zu überraschen: Bei seinen letzten Auftritt bei den Berliner Philharmonikern im März 2012 musizierte er erstmals gemeinsam mit dem Orchester Anton Bruckners Achte Symphonie. »Eine Aufführung, wie man sie wahrscheinlich nur alle Jubeljahre einmal zu hören bekommt«, schwärmte der Kritiker des Tagesspiegels. Dieses Mal geht es mit Bruckners Neunter weiter, einem Werk, das er zuletzt 1971 bei den Philharmonikern dirigiert hat. Und es folgt gleich noch eine weitere Konzertserie, in der die Sechs Stücke für Orchester von Anton Webern, Ein Heldenleben von Richard Strauss sowie Ludwig van Beethovens Fünftes Klavierkonzert mit Rudolf Buchbinder als Solist leitet.

Der Mann aus New York

Verglichen mit Semyon Bychkov und Zubin Mehta ist der gebürtige New Yorker Alan Gilbert noch ein philharmonischer »Newcomer«: Sein erster Auftritt bei den Berliner Philharmonikern liegt acht Jahre zurück. Als Einspringer für Bernard Haitink stand er erstmals im Februar 2006 am Pult des Orchesters. In den folgenden drei Konzertprogrammen, die er bei den Philharmonikern dirigierte, nahmen die Werke tschechischer Komponisten einen großen Raum ein: Antonín Dvořáks Symphonische Dichtung Die Mittagshexe und sein Cellokonzert, Bohuslav Martinůs Vierte Symphonie oder Leoš Janáčeks Violinkonzert Putování dušičky (Wanderung einer kleinen Seele). Letzteres führte er im Rahmen des Musikfests Berlin am Anfang dieser Saison gemeinsam mit Witold Lutosławskis Vierter Symphonie und Béla Bartóks Ballettmusik Der holzgeschnitzte Prinz auf. Ein Konzert, das Alan Gilbert, laut Urteil der Berliner Morgenpost, wie einen »strahlenden Gewinner« wirken ließ. Bei seinen Konzerten Ende Januar Anfang, Februar erklingt erneut das Cellokonzert von Dvořák mit Truls Mørk als Solisten, desweiteren das Orchesterwerk Kraft von Magnus Lindberg. Gilbert, seit 2009 Chef der New Yorker Philharmoniker, bezeichnet dieses großdimensionierte Stück als Meilenstein im Schaffen des finnischen Komponisten.

Bychkov
Semyon Bychkov (Foto: Thomas Kost)
Mehta
Zubin Mehta (Foto: Wilfried Hösl)
Gilbert
Alan Gilbert (Foto: Chris Lee)

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Semyon Bychkov dirigiert Waltons Erste Symphonie (2011)

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Alan Gilbert dirigiert Strawinskys Feuervogel (2011)

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Zubin Mehta dirigiert Bruckners Achte Symphonie (2012)

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