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Die nationalsozialistische Diktatur und der Krieg richten in der deutschen Kulturlandschaft irreparable Schäden an. Dies betrifft auch die Berliner Philharmoniker. Durch den Rassenwahn der Machthaber verlieren sie wertvolle Musiker und geraten im weltweiten Austausch von Solisten und Dirigenten in die Isolation. Gleichzeitig wird das deutsche Vorzeigeensemble für die offizielle Kulturpolitik instrumentalisiert. Dennoch gelingt es Furtwängler und dem Orchester, die künstlerische Substanz über den Krieg hinweg zu retten.
Die Philharmoniker geben unter Leo Borchard schon am 26. Mai 1945 im Titania-Palast, einem umgebauten Kino, ihr erstes Konzert nach dem Krieg, doch im August wird Borchard versehentlich von einem Besatzungssoldaten erschossen. Ein gänzlich unbekannter Nachwuchsdirigent, der Rumäne Sergiu Celibidache, wird praktisch von der Hochschule weg engagiert, und die Einschätzung des Orchesters erweist sich als richtig: Celibidache begeistert mit viel Temperament und großer Programmvielfalt. Wilhelm Furtwängler kann die Philharmoniker erst nach seiner Entnazifizierung 1947 wieder dirigieren. 1952 übernimmt er erneut als Chefdirigent die Leitung des Orchesters.

Die Ruine der alten Philharmonie, Foto von 1945

