Berliner Philharmoniker

Schiller-Sonderpreis der Stadt Mannheim für »Sacre«-Tanzprojekt der Berliner Philharmoniker

11.05.2005

erstellt von Alexander McWilliam

Das Education-Projekt »Le Sacre du printemps« der Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle und dem Choreografen Royston Maldoom ist mit dem Schiller-Sonderpreis der Stadt Mannheim ausgezeichnet worden. Die Stadt Mannheim verlieh die Auszeichnung am 9. Mai, Schillers 200. Todestag, im Mannheimer Nationaltheater in Anwesenheit Royston Maldooms einem »in seiner Form und Dimension bis dahin einmaligen Projekt, dem es beispielhaft gelungen ist, Kunst zur Persönlichkeitsbildung junger Menschen zu nutzen«. Das Projekt biete Anknüpfungspunkte an den schillerschen Gedanken zur ästhetischen Erziehung, deren Grundform der Dichter zum ersten Mal anlässlich seines Vortrags über das Theater als moralische Anstalt in Mannheim geäußert hat.

Die Choreografin und Regisseurin Reinhild Hoffmann betonte in ihrer Laudatio, im »Sacre«-Projekt sei Schillers Grundgedanke der Öffnung des Menschen, des spielerischen Sich-selbst-findens in der Kunst beeindruckend umgesetzt worden: »Jugendliche, die nie in ihrem Leben mit Strawinsky, einer Bühne oder mit dem Tanz in Berührung gekommen wären, wurden zusammengeführt. Ein nicht immer einfacher Weg, für den es solch einfühlsame Künstler wie den Choreografen Royston Maldoom braucht. Menschen, die verstehen, dass es nicht einfach ist, im pubertären Alter ungewohnte, nicht dem Gruppenzwang entsprungene Wege zu gehen; Menschen, die verstehen, dass Offenheit und persönlicher Ausdruck, die wahre Kunst ausmachen, für manche Jugendliche die Entblößung ihrer Seele bedeutet... Sir Simon Rattle, Royston Maldoom, die Berliner Philharmoniker und das ganze Produktionsteam haben sich mit dem »Sacre«-Projekt in ein unwägbares Fahrwasser begeben und haben auf die Kraft der Kunst gesetzt.«

Der Schillerpreis der Stadt Mannheim wird seit 1954 alle vier Jahre an herausragende Persönlichkeiten aus Kunst und Gesellschaft verliehen. Preisträger waren u. a. Mary Wigman (1954), Friedrich Dürrenmatt (1959), Golo Mann (1964), Peter Handke (1972) und Alfred Grosser (1994).


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