Protest der Orchestervorstände gegen neue Honorarordnung für Musikschullehrer

15.02.2012

Anfang Januar 2012 protestierten die Intendanten der Berliner Kulturinstitutionen und die Gewerkschaft ver.di in Schreiben an die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sandra Scheeres und den Senator für Inneres und Sport Frank Henkel gegen die geplante neue Honorarordnung für Musikschullehrer.

Meldung vom 5. Januar 2012

Diesem Protest schlossen sich nun die Vorstände der Berliner Orchester an, indem sie gemeinsam den folgenden Brief unterzeichneten:

Sehr geehrte Frau Senatorin Scheeres, sehr geehrter Herr Senator Henkel,

die Berliner Orchester unterstützen hiermit die beigefügten Protestschreiben der ver.di und der Intendanten der Berliner Kulturinstitutionen.

Wir bitten sie eindringlich, die personelle und finanzielle Ausstattung der Musikschulen nicht noch stärker zu beschneiden. Die Bedingungen sollten vielmehr dahingehend verbessert werden, dass Berlin als Kulturstadt eine flächendeckende Versorgung mit Musikunterricht an den allgemeinbildenden Schulen und bezahlbaren Musikschulunterricht anbieten kann. Es geht dabei um mehr als die Nachwuchspflege und das Publikum von morgen: Musik ist ein Grundbestandteil unserer Kultur.

Deshalb sind zahlreiche institutionelle Musikvermittlungsprojekte initiiert worden, vom Education-Programm der Berliner Philharmoniker, über den Musikkindergarten Berlin bis zum JuniorKonzerthaus-Programm »Open your Ears«, von Komische Oper ´Jung bis KLASSIK IS' COOL! (Deutsche Oper), von Jugend Kreativ (RSB) bis »Open House« (DSO).

Eine Vielzahl der Musiker aus Berliner Orchestern engagiert sich auch privat in der musikalischen Bildung, von Laienorchestern bis zu sozialen Projekten in den Stadtteilen - oftmals ehrenamtlich. Auch dieses Engagement würde ad absurdum geführt, wenn ihm die Basis entzogen würde. Ein Austausch von Musikerziehung und Musikschaffenden, eine Grundbedingung für ein aktives Kulturleben, wäre nicht mehr gegeben.

Wir appellieren daher dringend an sie: Wenden Sie Schaden vom Berliner Kulturleben ab!

Für die Orchestervorstände zeichnen:
Stefan Dohr (Berliner Philharmoniker)
Rainer Döll (Deutsche Oper Berlin)
Michael Mücke (Deutsches Symphonie-Orchester)
Mario Kopf (Komische Oper Berlin)
Markolf Ehrig (Konzerthausorchester Berlin)
Rudolf Döbler (Rundfunk Sinfonieorchester Berlin)
Wolfgang Hinzpeter (Staatskapelle Berlin)


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