Berliner Philharmoniker

»Das verdächtige Saxophon. ›Entartete Musik‹ im NS-Staat«

10.10.2007

Als »entartete Musik« hatten die Nationalsozialisten 1938 in einer Propaganda-Ausstellung »undeutsche« Werke von Komponisten wie Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky und Kurt Weill, »jüdische Operetten« und »Niggerjazz« an den Pranger gestellt. Vor fast zwanzig Jahren erinnerten der Musikwissenschaftler Albrecht Dümling und der ehemalige Philharmoniker-Intendant Peter Girth (damals Intendant der Düsseldorfer Symphoniker) mit einer kommentierten Rekonstruktion an diese vergessene Propaganda-Schau, die von der Düsseldorfer Tonhalle in verschiedene Orte weltweit reiste. Eine ebenfalls von Albrecht Dümling erarbeitete Neufassung dieser Ausstellung wird nun unter dem Titel »Das verdächtige Saxophon. ›Entartete Musik‹ im NS-Staat« im Foyer der Philharmonie gezeigt. Die vom Designbüro Drasdo gestaltete Ausstellung, zu der Audio-Guides, Videos, ein umfangreicher Katalog (12 Euro) sowie eine Tondokumentation (4 CDs) gehören, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Berliner Philharmoniker und der Tonhalle Düsseldorf. Die Ausstellung, ein Förderprojekt der Gesellschaft der Freunde der Berliner Philharmonie e. V. und des Ministerpräsidenten des Landes Nordhrein-Westfalen, wird am Samstag, den 3. November 2007 um 17.30 Uhr eröffnet und ist bis zum 31. Dezember 2007 im Foyer der Philharmonie zu sehen. Öffnungszeiten: Montag–Freitag 15–18 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11–14 Uhr sowie zu den Konzerten in der Philharmonie. Der Eintritt ist frei.

Die von den Nationalsozialisten als »entartet« bezeichnete Musik ist auch Thema der Matinee Verfemte Musik – Exil und Heimkehr, die die Gesellschaft der Freunde der Philharmonie am Sonntag, den 14. Oktober um 11 Uhr in der Philharmonie veranstaltet, und des Orchesterfests am 4. November. Den Spuren der Weintraubs Syncopators, der erfolgreichen Jazzband der 1920er-Jahre, die von Hitler mit Berufsverbot belegt wurde und daraufhin Deutschland verließ, folgt die Neuköllner Oper in ihrer neuen Musiktheaterproduktion. Diese wird auf Einladung der Berliner Philharmoniker am 11. November im Kammermusiksaal gezeigt.


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Plakat der nationalsozialistischen Propaganda-Ausstellung von 1938

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