Berliner Philharmoniker

Berliner Kulturinstitutionen protestieren gegen geplante Honorarordnung für Berliner Musikschullehrer

05.01.2012

Prof. Jürgen Flimm, Martin Hoffmann und Prof. Dr. Sebastian Nordmann, die Intendanten der Staatsoper Unter den Linden, der Stiftung Berliner Philharmoniker und des Konzerthaus Berlin, sowie Andreas Homoki, Chefregisseur und Intendant der Komischen Oper, Heinz-Dieter Sense, Geschäftsführer ROC GmbH Berlin, und Christoph Seuferle, kommissarischer Intendant der Deutschen Oper Berlin, unterzeichneten das folgende Protestschreiben, das an die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sandra Scheeres und den Senator für Inneres und Sport Frank Henkel gerichtet ist: 

Sehr geehrte Frau Senatorin Scheeres, sehr geehrter Herr Senator Henkel, 

Berlin kann sich auf Dauer als Kulturmetropole nur behaupten, wenn musikalische Bildung in den städtischen Musikschulen möglich bleibt. Mit der vom Senat geplanten neuen Honorarordnung (Stand September 2011) für Musikschullehrer lösen Sie nicht ein vermeintliches Problem der „Scheinselbständigkeit“, sondern Sie fügen den Musikschulen erheblichen Schaden zu und machen ein erfolgreiches Fortbestehen dieser Institution unmöglich. Die geplanten Regelungen führen zu finanziellen Einbußen bei den auf Honorarbasis angestellten Lehrern, die zunehmend ihre Schüler privat unterrichten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 

Es kann und darf aber nicht im Sinne des Berliner Senats sein, dass hoch motivierte Musikschullehrer gezwungen werden, ihre Arbeit an den Musikschulen aufzugeben. Je mehr der Musikunterricht zu einer Privatangelegenheit wird, desto weniger Möglichkeiten wird es für Kinder, Jugendliche und Eltern geben, Kontakte über das Ensemblespiel zu knüpfen. Gerade aber das Miteinander macht das Musizieren erst zu einer positiven Erfahrung. Die Verlagerung des Musikunterrichts in den privaten Raum bedeutet außerdem, dass sich einkommensschwache Familien diesen „Luxus“ nicht mehr leisten können. Die Musikschulen sind als Institution daher unerlässlich, um musikalische Bildung flächendeckend in allen Bezirken Berlins zu gewährleisten. Wenn Sie diese Honorarordnung verabschieden, ziehen Sie sich aus der Verantwortung Ihres Bildungs- und Kulturauftrags. 

Wir als Kulturinstitutionen Berlins schließen uns daher den Forderungen, die ver.di in dem beigefügten Protestbrief formuliert, vorbehaltlos an. Sorgen Sie dafür, dass die Lehre an den Musikschulen nicht noch stärker ausgedünnt und erschwert wird, sondern dass die Festanstellungen von Musikschullehrern wieder zunehmen.


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