Berliner Philharmoniker

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Das Waseda Symphony Orchestra Tokyo spielt Richard Strauss

Das hervorragende Orchester der Waseda-Universität von Tokio ist den Berliner Philharmonikern freundschaftlich verbunden, seit es 1978 bei einem Jugendorchester-Wettbewerb in Berlin mit der Herbert-von-Karajan-Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Sein Markenzeichen: eine stupende rhythmische Prägnanz, ein Faible für schwierige Werke und die Taiko-Trommler, die jedes Konzert mit einem virtuosen Trommelstück beschließen.

Waseda Symphony Orchestra Tokyo

Masahiko Tanaka Dirigent

Auf Einladung der Berliner Philharmoniker

Richard Strauss

Also sprach Zarathustra op. 30

Richard Strauss

Don Juan op. 20

Richard Strauss

Salomes Tanz aus der Oper Salome op. 54

Maki Ishii

Mono-Prism für japanische Trommeln und Orchester op. 29

Termine und Tickets

Verkaufshinweise

So, 08. Mär. 2015 11 Uhr

Philharmonie

Einführung: 10:00 Uhr

Sonderkonzert

im Internet

Programm

Das Waseda Symphony Orchestra zählt zu den besten Studentenorchestern der Welt. Sein Markenzeichen: eine stupende rhythmische Prägnanz, ein Faible für schwierige Werke und die Taiko-Trommler, die jedes Konzert mit einem virtuosen Trommelstück beschließen. Seine Mitglieder zeichnen sich durch hohes instrumentales Können, große Musikalität und eine bedingungslose Liebe zur Musik aus. Nur eines sind sie nicht: angehende Berufsmusiker. Vielmehr studieren sie an der renommierten japanischen Waseda- Universität Fächer wie Jura, Wirtschaftswissenschaften, Politik, Literatur- oder Sozialwissenschaften. Die Voraussetzungen, um in das Orchester aufgenommen zu werden, sind jedoch höchst professionell: Jedes Mitglied muss sich durch ein Probespiel qualifizieren und bereit sein, viel Zeit in die intensive Probenarbeit zu investieren.

Für das hohe künstlerische Niveau des Klangkörpers sorgt sein langjähriger Dirigent Masahiko Tanaka. Seit Mitte der 1970er-Jahre besteht eine Freundschaft zwischen dem Jugendorchester und den Berliner Philharmonikern, die über den ehemaligen philharmonischen Cellisten Rudolf Weinsheimer bis heute intensiv gepflegt wird. So ist es nur selbstverständlich, dass das Waseda Symphony Orchestra auf seinen Europatourneen auch immer Station in der Berliner Philharmonie macht. Das letzte Mal war es hier im März 2012 zu erleben. In dieser Saison kommt es mit Salomes Tanz aus der Oper Salome sowie den Tondichtungen Also sprach Zarathustra und Don Juan von Richard Strauss. Den Schluss- und Höhepunkt des Konzerts bildet Maki Ishiis Mono-Prism für japanische Trommeln und Orchester.

Über die Musik

Feuerpulse, Zauberkreise, offene Fragen und Gegensätze

Orchesterwerke von Richard Strauss und Maki Ishii

Also sprach Zarathustra

Die ersten Takte des Zarathustra, der Symphonischen Dichtung op. 30 von Richard Strauss, sind ein musikalisches Signet, das an Einprägsamkeit wohl nur noch mit dem Anfang von Beethovens Fünfter oder der Fanfare der Feuerwehr zu vergleichen ist: die aufsteigenden Trompeten-Intervalle C – G – C, Grundton – Quint – Oktave, mit mächtigem Crescendo. Ob Dur oder Moll, ob C oder H, bleibt in der Schwebe. Der Klang der Orgel gemahnt an Jenseitiges, Überirdisches. Sonnenaufgang. Zarathustra spricht. Seit dem Film 2001 – A Space Odyssey, den Stanley Kubrick 1968 drehte, hat auch die nicht konzertkundige Welt von Zarathustra gehört.

In der ersten Hälfte seines Lebens zog Strauss kampflustig gegen bürgerliches Philistertum und bigotte Christlichkeit zu Felde, in seinen Symphonischen Dichtungen und auch noch in den frühen Opern. Als er sich – knapp über 30 – in den Bann von Nietzsches Zarathustra ziehen ließ, war es vielleicht weniger die Philosophie als die Dichtung mit der dithyrambischen Sprache, die seinen Genius mitriss. In Nietzsche glaubte er jedenfalls einen Kampfgefährten gegen saturiertes Bürgertum gefunden zu haben. Für das, was er in Sachen Zarathustra ins Musikalische zu übertragen hatte, bot der junge Komponist, wie üblich, ein überdimensionales Orchester auf, in dem außer der Orgel auch ein Glockenspiel und Röhrenglocken nicht fehlen durften. Er folgte den Spuren Zarathustras auf seinem Gang hinab zu den Menschen, den »Hinterweltlern«, die zwar an einen Gott glauben, aber im Zwiespalt zwischen Gut und Böse gefangen sind. Zarathustra sehnt sich nach vergangenen Erlebnissen zurück, er träumt von den Freuden und Leidenschaften. Ihm bleibt unter den Menschen nicht erspart, was auch dem »Helden« Richard Strauss in seinem Heldenleben op. 40 noch widerfahren würde: Pedanterie und staubtrockene Gelehrsamkeit bereiten ihm Überdruss bis zum Ekel. Eine zwölftönige Fuge Von der Wissenschaft sagt eine musikgeschichtliche Wende voraus, die sich erst Jahre später durchsetzen sollte. Straussʼ Alter Ego Zarathustra bricht unter der Last eines leeren Intervalls, fortissimo C – G, zusammen. Generalpause – und dann sammelt er neue Kräfte. Ein Walzer in C-Dur heißt den Genesenen willkommen, ein Tanzlied feiert seine Rückbesinnung auf die außermenschliche »Natur«. In einer von Strauss hinzuerfundenen Episode, dem Nachtwandlerlied, schlägt die Mitternachtsglocke Zwölf. Die Musik verhallt in Frieden, aber unentschieden zwischen C-Dur in den hohen und H-Dur in den tiefen Instrumenten, zwischen den Bereichen »Natur« und »Mensch«, und beide Tonarten bleiben übereinander geschichtet liegen. Ein offener Schluss, den Strauss salopp kommentierte: »Der Mensch (H-Dur) fragte: Wann? – Wann? und die Natur antwortete tief unten in ihrem C-Dur: Nie – nie – wird’s schönes Wetter!« Er selber leitete die Weltpremiere am 27. November 1896 in Frankfurt am Main.

Don Juan

Als Großherzoglich-Weimarischer Hofkapellmeister durfte Strauss ungewöhnlich viel dirigieren und sogar seinen Don Juan op. 20 zur Uraufführung bringen, letzteres am 11. November 1889, im Alter von etwas über 25 Jahren. Sein Amt als 3. Kapellmeister in seiner Vaterstadt München und überhaupt der Münchner Theaterklüngel war ihm zuwider geworden, er litt an Krankheiten und Depressionen und wollte weg, egal wohin. Erst einmal suchte er aber Rekreation des Gemüts in Italien, im Reisegepäck führte er Nikolaus Lenaus dramatisches Gedicht Don Juan mit sich. In Bologna erlebte er die italienische Erstaufführung von Wagners Tristan und Isolde, in der Landessprache, unter der Leitung des Brahms-Apologeten Giuseppe Martinucci, und er fand, das sei »die prachtvollste Belcanto-Oper«. In Padua setzte er die Lektüre des Don Juan fort, im Kloster des Stadtheiligen San Antonio formte seine Inspiration, angeregt durch die Verse »Hinaus und fort nach immer neuen Siegen, solang der Jugend Feuerpulse fliegen«, die ersten Motive zu einer neuen Symphonischen Dichtung. Der ewig ungeduldige und auf Beschäftigung drängende Strauss war auf das passende Motto gestoßen.

Die freundschaftlichen Vermittlerdienste Hans von Bülows verhalfen ihm zur Anstellung in Weimar, wo er zwar eine geringere Besoldung als in München in Kauf zu nehmen hatte, aber eben häufiger am Dirigentenpult stehen konnte. Der schon etwas amtsmüde Kapellmeister Eduard Lassen ließ ihm freie Hand, und das umso bereitwilliger, als Strauss seinem Vorgesetzten zu kulanten Bedingungen einen großzügigen Kredit bewährt hatte. Für die Einstudierung des Don Juan konnte er sogar eine beträchtliche Aufstockung des Orchesters durchsetzen, das er dann mit ungewohnt anstrengenden Eskapaden überforderte. Nach der Premiere stöhnte ein Hornist: »Du lieber Gott, was haben wir denn verbrochen, dass du uns diese Rute geschickt hast!« In Lenaus Gedicht nimmt der Titelheld sich vor: »Den Zauberkreis, den unermesslich weiten, von vielfach reizend schönen Weiblichkeiten möcht’ ich durchziehn im Sturme des Genusses.« Aus panischer Angst, einer Frau bei längerem Verweilen überdrüssig zu werden, begehrt er jeden Tag eine andere, eine neue. Die Reihe der Liebesspiele und Eroberungen reißt nicht ab – bis Don Juan selber die Monotonie der Abenteuer und der Siege nicht länger erträgt. Nach einem rauschenden Fastnachtsfest, in einem letzten Duell mit einem Rivalen überlässt er sich freiwillig dem Dolch des Gegners. Don Juan, die Symphonische Dichtung, ist das vor Vitalität berstende Bravourstück des Mittzwanzigers Richard Strauss. Urplötzlich, nach einem von vielen Höhepunkten, endet es im Zusammenbruch. Don Juans Welt verfällt und erstirbt im Aschgrau. Auch Triumphe können unerträglich werden.

Salomes Tanz

Bei Oscar Wilde lautet die Regieanweisung lakonisch: »Salome tanzt den Tanz der sieben Schleier«. Davor und danach je ein gesprochener Satz, aber kein Hinweis auf Musik oder die Anwesenheit von Musikern. Vielleicht ist der Tanz von Wilde als stumme Pantomime gedacht, vielleicht vernimmt Salome allein eine imaginäre Musik, die »aus ihr herauskommt«, wie Elektra sie bei ihrem Todestanz zu hören glaubt, in der nachfolgenden, zum Text von Hofmannsthal entstandenen Strauss-Oper. In dessen Oper nach Wilde (Premiere am 9. Dezember 1905 in Dresden) lässt Strauss das – ja ohnehin vorhandene – große symphonische Orchester auch zum Solo-Tanz aufspielen, zu einer regelrechten Tanzeinlage.

Was bezweckt Salome, Tochter der Herodias, Prinzessin von Judaea, mit ihrer Darbietung? Sie begehrt den Leib des asketischen Propheten Jochanaan, er aber hat sie verschmäht. Scheinbar der Begehrlichkeit ihres Stiefvaters Herodes zu Gefallen, tanzt sie ihm den »Tanz der sieben Schleier« vor und erpresst damit die Erfüllung ihres eigenen Verlangens: Wenn schon nicht seinen Leib, dann will sie den Kopf des Jochanaan haben, das abgeschlagene Haupt des rätselhaften Heiligen, um wenigstens dieses wehrlose Objekt küssen zu können. Der Tanz erscheint somit zum einen als konventionelle Ballett-Einlage, als die herauslösbare, symphonisch autonome Orchesternummer. Zum anderen kann man ihm einen dramaturgisch begründbaren Musizieranlass bestätigen, der auch in einem gesprochenen Drama – wie etwa der Salome von Wilde – eine Bühnenmusik gerechtfertigt hätte. Zum Dritten verlängert die von Strauss komponierte Tanzeinlage rückblickend und vorausschauend die psychologischen Perspektiven. Alles, was zuvor geschah und was noch geschehen wird, ist in der Musik des Tanzes wie in einem Akt psychologischer Alchemie miteinander verknüpft, so wie etwa aus der Zurückweisung der Salome durch den Propheten ihre Forderung nach seinem Kopf. resultiert. Ihr Tanz ist nicht so sehr eine choreografische Aufgabe als vielmehr die Suggestion eines Tanzes. So wie der »Salome«-Orient kein Exempel für Orientalisten ist, sondern eine späte Fantasieblüte des »Orientalismus«, jenes modischen Exotik-Kultes, mit dem sich das Abendland zum Fin de Siècle wieder einmal in morgenländische Trance versetzte. Strauss verbindet mühelos seine Vorstellungen von Musik-Orientalismus mit Anleihen beim Wiener Walzer im ¾-Takt. Die Entfernung zwischen dem Palast des Herodes in Galiläa und der kaiserlich-habsburgischen Hauptstadt Wien ist in der Musik von Strauss nicht so groß.

Mono-Prism

Aus den Gegensätzen und Übereinstimmungen, Spannungen und Analogien, die zwischen den Musiktraditionen der östlichen und der westlichen Hemisphäre bestehen, bezog Maki Ishii die Impulse für sein eigenes Schaffen. Als Sohn eines Choreografen 1936 in Tokyo geboren, kam er zwar früh mit der traditionellen japanischen Hofmusik in Berührung, aber »Komponieren« hieß für ihn zunächst nur, Musik nach westlichem Vorbild zu schreiben. Ende der 1950er-Jahre kam Ishii nach Berlin, wurde Schüler von Boris Blacher und Josef Rufer, machte sich mit den Methoden der Zwölftontechnik vertraut. Der Umweg über Europa ließ ihn zu seiner Überraschung die Wurzeln der alten japanischen Hofmusik erkennen, die auch in seinen eigenen Werken steckten. Die Traditionen der Musik Nippons, die ihn bisher gelangweilt hatte, weckten plötzlich sein Interesse, er kehrte der Avantgarde der westlichen Welt den Rücken und ging nach Japan zurück, um den Geheimnissen der Kultur seiner Heimat auf den Grund zu gehen.

»Taiko« heißt wörtlich »dicke Trommel«, die Taiko-Trommel ist ein fassförmiges Instrument, das mit Schlägeln traktiert wird. Seit Jahrhunderten wurde und wird es bei kultischen Ritualen, als Lärminstrument in der Kriegführung, als beschwörendes Verständigungsmittel im Verkehr mit den Göttern und als Musikinstrument für künstlerische Darbietungen verwendet. Vom asiatischen Festland, von China und Korea, gelangte es im kulturellen Austausch nach Japan. Von dort ausgehend hat die Kunst des Taiko-Trommelns auf der ganzen Welt eine feste Position im Musikbetrieb eingenommen. Für die berühmte, am Fuß des Fujiyama beheimatete Taiko-Gruppe Ondekoza (Trommeln des Dämons) schrieb Maki Ishii 1976 das halbstündige Orchesterstück Mono-Prismop. 29, das im selben Jahr beim Tanglewood Festival durch dieses Ensemble gemeinsam mit dem Boston Symphony Orchestra unter Seiji Ozawa zur Uraufführung gelangte. Der Titel bringt das Anliegen des Stücks bündig auf einen Nenner: Die monochrome Flächigkeit des Trommelns tritt der prismatisch gebrochenen Vielfarbigkeit europäischen Komponierens (etwa eines Maurice Ravel) gegenüber, Ost und West tarieren die Möglichkeiten des Verbindens, Verbündens und des Differenzierens auf Gegenseitigkeit aus: Einheit und Vielfalt im Dialog einvernehmlicher Polarität.

Karl Dietrich Gräwe

Biographie

Masahiko Tanaka, Ehrenpräsident und Dirigent des Waseda Symphony Orchestra, wurde 1935 in Tokio geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Waseda Universität und spielte als Kontrabassist im Waseda Symphony Orchestra. Später wurde er in das NHK Symphony Orchestra Tokyo aufgenommen und setzte nebenher seine Kontrabass-Ausbildung bei Rainer Zepperitz an der damaligen Hochschule der Künste in Berlin fort. Masahiko Tanaka war Dozent an der Toho-Gakuen Musikschule, Orchestervorstand des NHK Symphony Orchestra und Juror bei vielen internationalen Kontrabass-Wettbewerben. Als Solist und Kammermusiker hat er zahlreiche Schallplatten und CDs eingespielt. Seiner intensiven Arbeit und Vorbereitung auf den Internationalen Jugendorchester-Wettbewerb 1978 in Berlin ist es zu verdanken, dass das Waseda Symphony Orchestra mit der Herbert-von-Karajan-Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Karajan, seinerzeit Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, äußerte sich voller Hochachtung zu Tanakas Einsatz für das Jugendorchester, das in den Jahrzehnten seines Bestehens viel zum internationalen Kulturaustausch sowie zu Verständigung und Frieden in der Welt beigetragen hat. Masahiko Tanaka dirigierte das Waseda Symphony Orchestra auch bei seinem letzten Auftritt in der Philharmonie Anfang März 2012.

Das Waseda Symphony OrchestraTokyo wurde 1913 an der Waseda-Universität Tokio gegründet, einer der ältesten und angesehensten Universitäten in Japan, die gleichwohl keine Musikfakultät besitzt. Die ca. 300 Mitglieder dieses groß besetzten Orchesters studieren Philosophie, Literatur, Jura oder Naturwissenschaften. Sie alle verbindet eins: die Liebe zur Musik. Das Waseda Symphony Orchestra Tokyo gehört zu den international besten Jugend- und Universitätsorchestern. 1978 wurde es beim Internationalen Jugendorchester-Wettbewerb in Berlin mit der Herbert-von-Karajan-Goldmedaille ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt Karajan, der den jungen Musikern sehr zugewandt war, die Ehrendoktorwürde der Universität und dirigierte anlässlich der Verleihung das Orchester in einer öffentlichen Probe in der Okuma-Halle der Waseda-Universität. Viele Dirigenten von Weltruf wie Seiji Ozawa, Kenichiro Kobayashi, Hiroyuki Iwaki, Leonard Slatkin und Giuseppe Sinopoli standen ebenfalls am Pult des Waseda Symphony Orchestra, das bislang 13 internationale Tourneen mit über 160 Konzerten unternommen hat. Auch in der Berliner Philharmonie war das Orchester bereits mehrfach zu Gast, zuletzt im März 2012 mit Werken von Richard Strauss und Kazuki Yutani; Dirigent war Masahiko Tanaka.

Eitetsu Hayashi & Eitetsu Fu-un no Kai

Eitetsu Hayashi, 1952 in Hiroshima geboren, begann 1971 seine Musikerlaufbahn als Gründungsmitglied und Primarius der bald international renommierten Taiko-Gruppen »Ondekoza« und »Kodo«. Als erster Taiko-Solist, der das traditionelle japanische Instrumentarium in der Art eines Drumsets anordnete, schuf er ab 1982 eine neue Art der Solo-Performance. Hierbei entwickelte er revolutionäre Drumtechniken und verband die traditionelle Taiko-Kunst mit Einflüssen aus Klassischer Musik, Jazz und Rock. 1984 trat Eitetsu Hayashi als der erste Taiko-Trommler überhaupt mit dem American Symphony Orchestra in der New Yorker Carnegie Hall auf. Seitdem unternahm er Tourneen durch die USA, Japan, Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien, bei denen er mit Künstlern wie dem afrikanischen Perkussionisten Mamady Keïta oder dem Jazzpianisten Yosuke Yamashita zusammengearbeitet hat. Zum 25-jährigen Jubiläum seiner Tätigkeit als Solospieler hat er 2007 ein Sonderprogramm konzipiert und aufgeführt, das ausschließlich aus Taiko-Konzerten bestand. Eitetsu Hayashi ist als Solist u. a. mit dem Boston Symphony Orchestra und – im Waldbühnenkonzert im Juni 2000 – mit den von Kent Nagano dirigierten Berliner Philharmonikern aufgetreten. 1997 wurde der Musiker, der auch als Produzent, Komponist, Dirigent und Pädagoge in Erscheinung tritt, mit dem japanischen »Ministry of Education Award« geehrt; 2001 erhielt er von der Japan Arts Foundation den »Award for Promotion of Traditional Japanese Culture«. Seit 2004 unterrichtet Eitetsu Hayashi als Gastprofessor an der Senzoku Gakuen College of Music in Kawasaki sowie seit 2005 an der Tokyo University of the Arts. 1995 gründete er die Taiko-Gruppe Eitetsu Fu-un no Kai, die ihn auf seinen Tourneen begleitet und als eigenständige Formation auch auf Festivals wie dem Japan-Korea Music Festival zu erleben ist.

Das Waseda Symphony Orchestra Tokyo spielt Richard Strauss

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