Zum Spielplan 2012/2013

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Musikfest Berlin

Staatskapelle Berlin

Daniel Barenboim Dirigent

Alisa Weilerstein Violoncello

In memoriam Kurt Sanderling

Max Bruch

Kol Nidrei op. 47

Elliott Carter

Concerto for cello and orchestra

Anton Bruckner

Symphonie Nr. 9 d-Moll

Eine Veranstaltung der Staatsoper Unter den Linden in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Termine

So, 16. Sep. 2012 11 Uhr

Konzerthaus Berlin

Einführung: 10:15

Di, 18. Sep. 2012 20 Uhr

Philharmonie

Einführung: 19:15

Programm

 

Vor über 40 Jahren beklagte er in einem Aufsatz das mangelnde Interesse an zeitgenössischer Orchestermusik in den USA: Nur »Masochisten mit einem großen Verlangen nach Selbstkasteiung« unter den Komponisten könnten sich auf das ungewisse Unternehmen eines Orchesterwerks einlassen. Mittlerweile dürfte die Konzertlandschaft der USA zumindest, was Elliott Carters Werke betrifft, offener für Zeitgenössisches geworden sein. Der Komponist hat in den letzten zehn Jahren eine ganze Reihe neuer Orchesterwerke geschaffen. Elliott Carter, 1908 in New York geboren, war schon in seinen 90ern, als er das Concerto for Cello and Orchestra (2001) schrieb. Noch heute komponiert er täglich – und beeindruckt durch seine Spannkraft und Energie, was ihm noch immer erlaubt, hochkomplexe Partituren hervorzubringen. »Er ist der große musikalische Poet Amerikas« hat ein amerikanischer Kritiker vor einiger Zeit über Elliott Carter geschrieben.

Anton Bruckner dagegen blieb für viele seiner Zeitgenossen zeitlebens widersprüchlich und rätselhaft. Die Kontraste und Ambivalenzen der drei gewaltigen Sätze seiner 9. Symphonie, an der er bis zu seinem Tod 1896 gearbeitet hat, wurden erst später verstanden. Doch der tiefreligiöse Bruckner hatte eine Vision seiner Musik, an der er trotz Anfeindungen festhielt: »Den Beethoven nannten sie seinerzeit das musikalische Schwein, er gehört ins Irrenhaus. Ich denke mir: nur hin, nur her, nur schreiben, nicht rechts, nicht links schauen (…) Die sollen schreien soviel sie wollen«, äußerte er einmal.

Max Bruch schuf mit Kol Nidrei op.47 ein Gegenstück zu seinem erfolgreichen Violinkonzert g-Moll op. 26, diesmal für Violoncello als Solopart. Für sein Stück hat Bruch jüdische Melodien herangezogen, darunter den traditionellen Bußgesang Kol Nidrei, der am Vorabend des Jom Kippur-Fests gesungen wird. »Beide Melodien lernte ich in Berlin kennen, wo ich bekanntlich im Verein viel mit den Kindern Israel zu thun hatte«, teilte Bruch einmal einem Freund mit.

Daniel Barenboim, der Elliott Carters Cellokonzert 2001 in Chicago uraufgeführt hat, widmet dieses Programm mit der Staatskapelle Berlin und der Cellistin Alisa Weilerstein dem Gedenken an Kurt Sanderling: Am 19. September 2012 ist der hundertste Geburtstag des großen Dirigenten, der im vergangenen Jahr in Berlin gestorben ist.

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