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Musikfest Berlin

Konzerthausorchester Berlin

Emilio Pomarico Dirigent

Isabelle Faust Violine

Franz Schubert

Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 »Unvollendete«

Morton Feldman

Violin and Orchestra

Eine Veranstaltung des Konzerthauses Berlin in Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Termine

So, 09. Sep. 2012 20 Uhr

20:00 | Konzerthaus Berlin

Einführung: 18:30

Programm

 

Ein langes Ringen mit Hindernissen und Rückschlägen war Franz Schuberts Auseinandersetzung mit der großen Orchesterform Symphonie. In mehreren Anläufen versuchte er, mit innovativen Lösungen aus dem übermächtigen Schatten Ludwig van Beethovens herauszutreten. 1822 begann Schubert ein neues Symphonie-Projekt in der für die Gattung seltenen »dunklen« Tonart h-Moll: Die später als »Unvollendete« berühmt gewordene Symphonie wurde zum genialen Gegenentwurf zur Symphonik Beethovens.

Morton Feldman schätzte Schubert außerordentlich, vor allem wegen der Kraft des Atmosphärischen in dessen Musik. Von den formalen Zwängen und Dogmen sowohl der Tradition als auch der Neuen Musik befreit sich Feldman konsequent. Ihm ist der reine Klang wichtig: »Ich begann zu spüren, dass die Klänge sich nicht um meine Ideen von Symmetrie und Form kümmerten. Sie wollten leben (…)« hat er einmal gesagt. Morton Feldman findet eine eigene, ganz neue Herangehensweise, wie diese Klänge im Zeitverlauf verbunden werden.

Er benötige eine gewisse Intimität, um seine langen Stücke zusammenzuhalten, hat er einmal geäußert. Dies gelingt ihm durch feinste Detailarbeit in vielen kleinen kammermusikalischen Zellen, die in unterschiedlichsten Kombinationen der Orchesterinstrumente präzise angeordnet werden. Und – als exzellenter Kenner von Orientteppichen – baut er überraschende Abweichungen als bewusste Webfehler ein. »Mit anderen Worten, wenn ich ein langes Stück schreibe, mache ich manche merkwürdigen Züge, aber nur für einen Moment«, erklärte er. Morton Feldmans Violin and Orchestra, 1979 entstanden, ist mit über einer Stunde Dauer das längste Orchesterstück, das er je geschrieben hat. Er betrachtete Violin and Orchestra als »eine Vorlesung darüber, wie man ein Stück durch die Variation sämtlicher Parameter in Gang hält.«

Isabelle Faust, eine der herausragenden Geigerinnen unserer Zeit, ist gleichermaßen in der Neuen Musik wie auch im klassisch-romantischen Repertoire Zuhause. Violin and Orchestra kennt sie so gut wie nur wenige Solisten: Bereits 2001 hat sie das Stück auf den großen europäischen Konzertbühnen aufgeführt und auf CD eingespielt. Ihre Partner sind beim Musikfest Berlin 2012 das Konzerthausorchester und der Dirigent Emilio Pomárico.

2012-09-09 Isabelle Faust (c) Felix Broede.jpg

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