Berliner Philharmoniker

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Musikfest Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Tugan Sokhiev Dirigent

Susan Graham Mezzosopran

Igor Strawinsky

Pulcinella-Suite

Aaron Copland

Eight Poems of Emily Dickinson für Stimme und Kammerorchester

Leonard Bernstein

Piccolo Serenata

George Gershwin

The Man I Love

George Gershwin

Fascinating Rhythm

Sergej Rachmaninow

Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 44

Eine Veranstaltung des DSO Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin

Termine

Fr, 07. Sep. 2012 20 Uhr

20:00 | Philharmonie

Programm

In seiner Ballettmusik Pulcinella (1919/20) reizte Strawinsky die kreative Auseinandersetzung mit der Vergangenheit: Die damals alle dem Barockkomponisten Giovanni Battista Pergolesi zugeschriebenen Vorlagen benutzte Strawinsky so spielerisch wie respektlos als Bausteine für etwas Neues. Er schärfte die Konturen, stauchte, verschob und montierte neu zusammen. Im amerikanischen Exil hat Igor Strawinsky viele ältere Werke noch einmal überarbeitet, auch Pulcinella. Dabei wurde allerdings nur wenig verändert. Es ging dem Komponisten, der eine große Familie zu ernähren hatte, vielmehr darum, die Autorenrechte der Werke weiterhin zu sichern.

Emily Dickinson lebte im 19. Jahrhundert in Massachusetts. Die menschenscheue Dichterin, die nie ihre Heimatregion verlassen hat, schuf einen eigenen Kosmos in ihren 1775 Gedichten. Sie wurden erst posthum veröffentlicht und weisen überraschend zukunftweisende Züge auf: freie Formen, Gedankensprünge und eine aufgebrochene Syntax. Aaron Copland hat zwölf der Gedichte für seinen Liederzyklus Eight Poems ausgewählt und sich ihnen musikalisch überaus sensibel angenähert: »Die Gedichte haben kein gemeinsames Thema, sondern sie handeln von den Dingen, die Fräulein Dickinson besonders nahe waren: Natur, Tod, Leben, Ewigkeit«, erklärte Copland. Durch seine musikalische Gestaltung habe er jedoch, so hoffe er, eine Entsprechung zur einzigartigen Persönlichkeit der Dichterin geschaffen und somit eine zyklische Klammer. Was der uneitle Komponist diskret verschweigt, ist, dass seine Lieder mithalfen, die lange Zeit viel zu wenig beachtete Autorin überhaupt bekannt zu machen.

Sergej Rachmaninow, einer der gefragtesten Pianisten seiner Zeit, wurde bei Konzerten in den USA gefeiert. Seine Klaviermusik, vor allem immer wieder sein populäres Prélude und die Klavierkonzerte, die er oft selbst spielte, euphorisierten das Publikum. Doch bei seiner dritten Sinfonie, mit der er neue Aspekte in die Gattung bringt, zeigten ihm die Amerikaner bei der Uraufführung 1936 in Philadelphia die kalte Schulter. An einen Moskauer Freund schrieb er später: »Die Aufnahme bei Publikum und Kritik war sauer. Ich prägte mir schmerzlich eine Parole ein: in mir, d.h. in Rachmaninow, wird es mehr als die dritte Symphonie nicht geben. Persönlich bin ich fest überzeugt, dass dieses Stück gut ist. Aber … manchmal irren auch Autoren! Wie dem auch sei, an meiner Meinung halte ich bis jetzt fest.«

Mit dem Konzert, bei dem die Mezzosopranistin Susan Graham die Lieder Aaron Coplands interpretiert, tritt Tugan Sokhiev offiziell sein Amt als neuer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin an.

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