Zum Spielplan 2012/2013

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Education

1. Familienkonzert – Vom Duett zum Sextett

Philharmonisches Capriccio Berlin

Eva-Maria Tomasi Violine, Alessandro Cappone Violine, Ulrich Knörzer Viola, Joaquín Riquelme García Viola, Solène Kermarrec Violoncello, Esko Laine Kontrabass

Béla Bartók

Polster-Tanz, Nr. 14 aus 44 Duos für zwei Violinen Sz 98

Zoltán Kodály

Serenade für zwei Violinen und Viola op. 12 (1. Satz: Allegramente – Sostenuto ma non troppo)

Wolfgang Amadeus Mozart

Serenade G-Dur KV 525 »Eine kleine Nachtmusik« (1. Satz: Allegro)

Scott Joplin

The Entertainer (Bearbeitung für Streichquartett und Kontrabass)

Peter Tschaikowsky

Streichsextett d-Moll op. 70 »Souvenir de Florence« (1. Satz: Allegro con spirito)

Empfohlen ab 6 Jahren. Bei unseren Familienkonzerten ist die ganze Familie willkommen! Für die ganz kleinen Besucher bieten wir während des Konzerts eine qualifizierte musikpädagogische Betreuung an, die Sie auch noch im Verlauf des Konzerts wahrnehmen können. Karten können online nur zum Normalpreis gekauft werden. Ein nachträglicher Umtausch in ermäßigte Karten für Kinder (4€) ist nicht möglich.

Termine

So, 28. Okt. 2012 14 Uhr

Kammermusiksaal

So, 28. Okt. 2012 16 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Was ist das Besondere an Kammermusik? Diese Frage wird das Philharmonische Capriccio Berlin in diesem Konzert für die ganze Familie beantworten. Gemeinsam mit Grundschülern aus Berlin werden die Musiker ihrer Begeisterung für das Musizieren in kleinerer Besetzung nachgehen und kammermusikalische Werke vom Duett bis zum Sextett u. a. von Wolfgang Amadeus Mozart, Peter Tschaikowsky, Zoltán Kodály und Scott Joplin spielerisch vorstellen. Das Konzert wird von den Musikern des Ensembles auch moderiert.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem möglichst breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Liebe kleine und große Musikfreunde!

Es ist uns eine besondere Freude, euch hier im Kammermusiksaal der Philharmonie zum Familienkonzert begrüßen zu dürfen.

Heute wird es um unsere musikalische Herzensangelegenheit gehen: die Kammermusik. Im Unterschied zur Orchestermusik spielen bei der Kammermusik meistens zwischen zwei und neun, manchmal aber auch bis 20 Musiker gemeinsam ein Werk. In unserem heutigen Konzert stellen wir euch einige Kompositionen für Streichinstrumente vor, und Ihr werdet dabei nie mehr als sechs Musiker auf der Bühne sehen.

Kammermusik ist eine Musik, die fast immer ohne einen Dirigenten auskommt, bei der die Musiker ganz besonders gut aufeinander hören müssen. Weil nicht so viele Spieler mitmachen kann Kammermusik natürlich nie so gewaltig und laut klingen wie zum Beispiel eine Symphonie, doch dafür ist sie oft sehr fein und intensiv. Für uns Musiker ist das eine schöne und anspruchsvolle Ergänzung zu unseren Orchesterkonzerten.

Normalerweise braucht man für ein Kammermusik-Konzert auch gar nicht so einen großen Saal wie diesen hier, denn in einer Kammer oder einem Zimmer wäre vermutlich auch genug Platz. Und damit es etwas gemütlicher wird, haben die Kinder der Klasse 4c aus der Anne-Frank-Schule in Berlin-Moabit etwas für euch vorbereitet: Sie haben sich unsere Musik in den letzten Wochen schon angehört und dazu gemalt. Was, das werdet ihr gleich sehen.

Nun laden wir euch herzlich ein, unserer Kammermusik zu lauschen, Komponisten aus unterschiedlichen Jahrhunderten kennenzulernen und euch mit den Streichinstrumenten vertraut zu machen.

Einen unterhaltsamen Ohren- und Augenschmaus wünscht euch

Das Philharmonische Capriccio

Die Streichinstrumente

Vier Mitglieder zählt die Familie der Streichinstrumente: Die Violine (oder Geige genannt) ist die kleinste Vertreterin, gefolgt von der Viola, die ihr vielleicht auch als Bratsche kennt. Die Viola ist etwas größer als die Violine, und ihre Saiten sind fünf Töne (eine Quinte) tiefer gestimmt, daher klingt sie auch tiefer und samtiger. Das Violoncello wiederum ist wesentlich größer als die Viola und wird nicht zwischen Kinn und Schulter gespielt, sondern es steht auf einem Stachel zwischen den Beinen der Musikerin oder des Musikers. Das Cello, wie es auch kurz genannt wird, ist eine Oktave tiefer gestimmt als die Viola und besitzt eine äußerst reiche Klangfülle. Von sehr tiefen Tönen über eine wundervoll singende Mittellage bis ganz hoch in den »ewigen Schnee« kann dieses Instrument erklingen. (Der »ewige Schnee« befindet sich übrigens am Ende des Griffbretts, wo auf den Streichinstrumenten die höchsten Töne gegriffen werden, ganz in der Nähe der Stelle, an der mit dem Bogen gestrichen wird. Dort rieselt der weiße Kolophoniumstaub von den Bogenhaaren auf das Instrument, was dann so aussieht, als sei es mit zarten Schneeflocken gepudert.)

An Größe überboten wird das Cello nur noch vom Kontrabass. Dieses Instrument wird im Stehen oder auf einem Basshocker sitzend gespielt. Während die anderen Streichinstrumente in Quinten gestimmt sind, erklingen seine Saiten in Quart-Abständen (Vierton-Abständen). Wer den Kontrabass spielen möchte, der braucht, salopp gesagt, Muckis. Nicht nur, weil so ein Bass ganz schön schwer ist, sondern auch, weil eine Bass-Saite viermal so dick wie die einer Violine ist. Und wenn man sich die Fingerkuppen eines Bassisten ansieht, dann weiß man, wie viel Kraft dahinter steckt, ein solch großes Instrument zum Klingen zu bringen, denn die Fingerspitzen schützen sich mit einer dicken Hornhautschicht.

Die Streichinstrumente haben vier Saiten, die mit einem je nach Instrument unterschiedlich langen Bogen gestrichen oder auch mit den Fingern gezupft werden. Nur der große Kontrabass hat gerne auch einmal eine Saite mehr, also insgesamt fünf. Früher wurden die Saiten aus Schafdarm gefertigt, heute bestehen sie aber meistens aus Kunststoff oder Stahl. Am Bogen versteckt ist ein kleiner Frosch (der aber nicht grün ist). Ein gutes Streichinstrument wird von einem Geigenbauer mit viel Liebe und Zeit zusammengesetzt. Die drei berühmtesten Geigenbauerfamilien heißen Amati, Guarneri und Stradivari. Sie alle stammen aus Norditalien, genauer gesagt: aus dem schönen Städtchen Cremona. Bis heute werden ihre Instrumente, die weit über 400 Jahre alt sein können, von den begnadetsten Musikerinnen und Musikern unserer Zeit gespielt.

So entsteht ein Ton

Die Saiten der Streichinstrumente sind am Saitenhalter befestigt, laufen über den Steg und werden mit den Wirbeln gespannt. Wenn sie mit dem Bogen gestrichen werden, fangen sie an zu schwingen, und der Steg überträgt diese Bewegung auf das ganze Instrument, der Klang entsteht und wird im Inneren des Instruments verstärkt, sodass er für uns Menschen laut genug zu hören ist. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, den Streichinstrumenten die unterschiedlichsten Klänge zu entlocken: Spielt man zum Beispiel mit der oberen Bogenhälfte auf den Saiten, dann hört man wunderbar leise Töne. Die untere Bogenhälfte in der Nähe des Froschs ist vorzüglich für laute Töne geeignet. Streicht man die Saiten mit der hölzernen Bogenstange, klingt der Ton ziemlich scharf; man nennt das »col legno«. Zupft man die Saiten mit den Fingern, nennt man das »pizzikato«. Flötenähnliche, fast zirpende Töne ertönen, wenn man die Finger nicht fest auf das Griffbrett drückt, sondern die Saiten nur leicht berührt. Dann entsteht der sogenannte Flageolett-Ton. Ein Vibrato wird dann eingesetzt, wenn man besonders viel Gefühl und Betonung in die Musik legen möchte. Dabei vibriert man mit dem auf der Saite stehenden Finger ein wenig hin und her, was dazu führt, dass der gegriffene Ton in beide Richtungen etwas ausgeweitet wird. Man darf aber nicht zu sehr wackeln, denn dann würde sich die Tonhöhe verschieben.

Klingende Fundstücke

Als vor ein paar Tagen der kleine Junge von nebenan einen Fünf-Euro-Schein fand, zählte er überglücklich auf, was er sich dafür alles kaufen könne, vom Eis bis zum Riesenflummi. Sein Bruder war enttäuscht. Warum hatte er nicht auch einen Geldschein gefunden? Nachdem er eine Weile überlegt hatte, sagte er aber: »Geld zu finden ist einfach, das ist nichts Besonderes. Geld interessiert mich sowieso nicht. Ich möchte etwas finden, das man nicht mit Geld bezahlen, nicht anfassen und nicht sehen kann, sondern nur hören.« Zum Beispiel Musik!

Wie der ungarische Komponist Béla Bartók und sein Kollege Zoltán Kodály, als sie einen Phonographen einpackten, den Rucksack aufschnallten und übers Land zogen. Während ihrer musikalischen Wanderung entdeckten die beiden jede Menge Volksmusik, die sie in ihrer Einfachheit und Schönheit so bemerkenswert fanden, dass sie sie aufnahmen, in Noten aufschrieben und sogar in ihre eigenen Kompositionen einfließen ließen. Ein gutes Beispiel dafür sind die 44 Duos für zwei Violinen SZ 98 von Béla Bartók aus dem Jahr 1931, in denen er so manche der gesammelten Volksweisen aus Ungarn, Rumänien, Serbien und anderen Ländern eingearbeitet hat. Die melodische und rhythmische Vielfalt dieser Kompositionen ist so groß, dass jedes einzelne Stück zu einem unverwechselbaren Hörerlebnis gerät und bei Weitem mehr ist als nur Übungsmusik für den Violinunterricht. Gleiches gilt für Zoltán Kodálys Serenade für zwei Violinen und Viola op. 12: Dieser Komposition ist ebenfalls die gefundene, aufgenommene und notierte Musik beigemischt. Im Übrigen versteht man unter einer Serenade ein abendliches Ständchen; der musikalische Gattungsname stammt von sera, dem italienischen Wort für Abend.

In Wolfgang Amadeus Mozarts Serenade G-Dur KV 525 – die unter dem Titel Eine kleine Nachtmusik weithin bekannt wurde – hat der Komponist zwar keine von ihm gefundene Volksmusik mit eingebracht, aber er hat den heiteren Charakter und die Vielsätzigkeit der Serenade weiterentwickelt und wunderschöne Melodien erfunden. Wer der Auftraggeber für diese bezaubernde Gesellschaftsmusik war, ist leider bis heute unbekannt. Das ist schade, denn Serenaden wurden meistens bei den Komponisten in Auftrag gegeben, um eine hochstehende Persönlichkeit zu ehren und zu unterhalten. Zu gerne hätte man gewusst, zu wessen Erbauung in sommerlich-nächtlicher Stunde die Gebrauchskomposition aufgeführt wurde. Heute, am helllichten Nachmittag, werden dafür in jedem Fall unsere Familienkonzertbesucher mit der Kleinen Nachtmusik erfreut, und bestimmt findet so Mancher in der Musik bekannte Melodien wieder.

Peter Tschaikowsky, ein russischer Komponist, fand die wehmütige Musik zu seinem Streichsextett d-Moll op. 70 Souvenir de Florence – der Name verrät es – in Florenz. Die Melodien hat er zwar mit Hilfe seiner kompositorischen Fantasie in seinem Kopf gefunden, aber angeregt wurde er vielleicht von den Gemälden aus den berühmten Uffizien, dem dort ansässigen weltbekannten Museum. Zu Ende komponiert und aufgeschrieben hat Tschaikowsky das Werk aber erst nach seiner Rückkehr in seiner Heimatstadt Sankt Petersburg, und zwar auf Wunsch des dortigen Kammermusikvereins, dessen Mitglied er war.

Den Ragtime wiederum findet man für gewöhnlich weder in einem musikalischen Verein noch in der südöstlichen, europäischen Volksmusik, und schon gar nicht bei Musikern mit gepuderten Perücken. Für den Ragtime muss man über den Atlantik schippern und in den Süden der Vereinigten Staaten von Amerika reisen. Dort sollte man so tun, als ob die Zeit um 1900 stehen geblieben wäre und sich dann in Spelunken und sogenannten Honky Tonks, so hießen die dortigen Kneipen, begeben. Eben dort entstand diese großartige, allseits beliebte Musik, bei der man einfach nicht still sitzen kann. Eigentlich ist der Ragtime eine Fundsammelstelle aus Salonmusik, Militärmärschen, Tänzen und volkstümlichen Liedern; hinzu kommt noch der besondere Rhythmus, der einen unwiderstehlich wachrüttelt und begeistert. Der Ragtime erzählt aber auch von einem dunklen Kapitel in der Geschichte Nordamerikas, dem Sklavenhandel: Denn diesen Rhythmus brachten die Menschen aus Afrika und der Karibik aus ihrer Heimat mit, wo sie über Jahrhunderte hinweg gefangen und verkauft wurden – unter anderem nach Nordamerika.

Seine Verbreitung erfuhr der Ragtime zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch eine große Schar begabter dunkelhäutiger Pianisten, die sich gegenseitig anregten und beeinflussten. Unter ihnen war auch Scott Joplin, von dem sicherlich die bekanntesten und bemerkenswertesten Ragtimes stammen. So eingängig und mitreißend waren Joplins Stücke, dass zum Beispiel sein Ragtime The Entertainer die Filmmusik einer lustigsten der Komödien der Filmgeschichte wurde: von Der Clou. Darin gelingt es zwei Kleingangstern auf höchst raffinierte Weise, der Mafia auf der Nase herumzutanzen – woran die Musik einen nicht unerheblichen Anteil hat ...

Interview

Eva- Maria Tomasi ist Geigerin bei den Berliner Philharmonikern und Moderatorin des Familienkonzerts

Warum haben Sie die Kammermusikals Thema des heutigen Familienkonzerts ausgewählt?Haben Sie eine besondere Vorliebe für die Kammermusik?

Eva- Maria Tomasi:Ich bin mit Kammermusik aufgewachsen. In meiner Familie wurde sehr viel musiziert, und auch im Rahmen meines Studiums in Salzburg war es üblich, sich in den verschiedensten Kombinationen zusammenzutun und Kammermusik zu spielen. Das gehörte für mich dazu wie das Stimmen der Geige, es war wie selbstverständlich. Und für mich ist dies die ursprünglichste Art, Musik zu machen: im kleinen Rahmen miteinander zu spielen.

Was ist das Wichtigste beim gemeinsamen Musizieren?

E.-M. T:Ich finde, Blickkontakt ist wichtig, aber noch wichtiger ist ein bestimmtes Gespür füreinander. Oft muss man sich gar nicht richtig ansehen, sondern eher spüren, was der andere macht. Aber zwischendurch ist es beim Musizieren dann auch ein gutes Gefühl, sich einfach anzuschauen und zu wissen: Ah, gut! Wir sind ein gutes Team!

Wie unterscheidet sich das Musizieren in einem großen Orchester von dem in einem Kammerorchester oder zum Beispiel in einem Quartett?

E.-M. T:Im Idealfall ist für mich das Musizieren im großen Orchester genauso wie das Musizieren in kleiner Besetzung. Das heißt, dass ich mich selbst wahrnehme und sowohl mich als auch die anderen gut hören kann. Jedoch braucht man im großen Orchester den Dirigenten, der für die musikalische Führung verantwortlich ist. Dessen Wahrnehmung und Interpretation des Musikstücks ist dabei ausschlaggebend und nicht meine eigene. Das heißt, man muss ganz genau auf den Dirigenten achten und kann sich nicht allein auf das gemeinsame Musizieren verlassen.

Erinnern Sie sich, wie es sich angefühlt hat, als Sie das erste Mal eine Violine in der Hand hielten und darauf spielten?

E.-M. T:Ich habe nicht auf einer Geige angefangen, sondern auf einem schmalen Holzbrett, das ungefähr 3 cm breit war und in der Mitte eine Kerbe hatte. Im Bereich der Kerbe sollte ich dann streichen. Dabei hielt ich eine Holzstange als Bogenersatz in der Hand. Auf dieser stummen Geige habe ich das erste halbe Jahr verschiedene Rhythmen und Kinderlieder »gespielt« und dazu gesungen. So begann ich mit fünf Jahren zu musizieren. Aber dieses Instrument habe ich später nie mehr gesehen. Ich glaube, mein Geigenlehrer hat es von Kind zu Kind weitergereicht.

Wie würden Sie Ihre Violine beschreiben?

E.-M. T:Eine Violine hat ja ein gewisses Alter und ist nicht nur einfach ein Stück Holz. Für mich ist es so, dass die Geige fast wie ein Lebewesen funktioniert. Das ist sehr erstaunlich. Sie reagiert zum Beispiel auf das Wetter: Ob es trocken oder feucht ist, heiß oder kalt – all diese Einflüsse machen sich in ihrem Klang bemerkbar. Und gerade, wenn ich viel reise und oft in klimatisierten Räumen unterwegs bin, merke ich das meiner Geige an: Ich muss dann sehr gefühlvoll und umsichtig mit ihr umgehen und kann nicht einfach grob drauflos spielen, sonst kann sie ziemlich »verschnupft« klingen. Streichinstrumente können nämlich ganz schön eigensinnig sein. Im Moment spiele ich eine sehr alte Geige aus dem Jahr 1628, eine Amati.

Verändern Sie sich, wenn Sie Violine spielen? Oder verändert sich womöglich die Violine?

E.-M. T:Musik machen ist ja eine tolle Sache. Wenn wir beide »gut drauf« sind, haben wir eine Menge Spaß. Und manchmal helfen wir uns gegenseitig, wieder gute Laune zu bekommen!

Christine Mellich

Biographie

DasPhilharmonische Capriccio Berlinwurde im Jahr 2002 von dem Geiger Alessandro Cappone gegründet. In Gemeinschaft mit seiner philharmonischen Kollegin Eva-Maria Tomasi entstand die Idee, Kammermusik in den verschiedensten Formationen auf die Bühne zu bringen. Die Gründungstournee mit Alessandro Carbonare, dem Solo-Klarinettisten des Orchesters der Accademia di Santa Cecilia in Rom, dem Bratscher Wolfram Christ und dem philharmonischen Solo-Cellisten Ludwig Quandt führte nach Italien. Es folgten weitere Konzerte in Deutschland, Österreich (u. a. bei den Salzburger Osterfestspielen), in der Schweiz und in Norwegen. Der Begriff »Capriccio« bezeichnet Musikstücke von freiem und meist scherzhaftem Charakter, die sich nur selten an vorgegebenen Gattungs- und Formtypen orientieren. Diese Freizügigkeit auf der kompositorischen Ebene spiegelt sich im Repertoire des Philharmonischen Capriccio wider, das Werke vom Duo bis zum Oktett sowie Kompositionen für gemischte Besetzungen mit Streichern, Bläsern und Klavier umfasst. Kammermusikpartner des variablen Ensembles waren neben Alessandro Carbonare die Klarinettisten Karl Leister und Andreas Ottensamer sowie die Pianisten Ian Brown, Love Derwinger und Alexander Lonquich.

Alessandro Cappone wurde als Sohn italienischer Eltern in Luxemburg geboren. Als Elfjähriger begann er mit dem Violinspiel; im Alter von 23 Jahren wurde er noch vor Abschluss seines Studiums bei Thomas Brandis an der Berliner Hochschule der Künste (heute: Universität der Künste) in die Gruppe der Ersten Violinen bei den Berliner Philharmonikern aufgenommen. In solistischer wie auch kammermusikalischer Tätigkeit, vor allem als Primarius des Scharoun Ensembles (1983 bis 2002), hat er in zahlreichen Ländern Europas sowie in den USA, in Russland, Japan, China und Australien konzertiert. Er ist Gründungsmitglied des Philharmonischen Capriccios Berlin und Konzertmeister der Philharmonischen Streichersolisten Berlin.

Joaquín Riquelme García erhielt als Achtjähriger den ersten Bratschenunterricht. Seine Ausbildung bei Emilio Mateu und Alan Kovacs am Real Conservatorio Superior de Música de Madrid schloss er später mit Auszeichnung ab. Von 2005 und 2008 folgte ein Aufbaustudium zum Konzertexamen bei Hartmut Rohde an der Universität der Künste Berlin. Darüber hinaus besuchte Joaquín Riquelme García Meisterkurse u. a. bei Jesse Levine und Jean Sulem. Seine Orchesterlaufbahn begann er als stellvertretender Stimmführer im Orquestra Simfònica de Barcelona. Von dieser Position wechselte er zu den Berliner Philharmonikern. Zudem ist der Bratschist immer wieder solistisch zu erleben, u. a. mit der Philharmonie Baden-Baden sowie dem Orquesta Sinfónica del Principado de Asturias. Kammermusikalisch arbeitete er mit verschiedenen Ensembles und Musikern zusammen, beispielsweise mit Christian Zacharias, Natalie Chee und Mikhail Kopelman.

Solène Kermarrec wurde 1983 in Brest (Frankreich) geboren. Sie absolvierte ihr Cellostudium an drei renommierten Institutionen: am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris bei Jean-Marie Gamard, an der Budapester Franz-Liszt-Akademie bei Miklos Perényi sowie an der Universität der Künste Berlin in der Klasse von Wolfgang Boettcher. Sie wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem im Jahr 2003 in Berlin mit dem Ersten Preis beim Gabrielli-Wettbewerb. Seit Januar 2007 ist Solène Kermarrec Mitglied der Cellogruppe der Berliner Philharmoniker und auch des weltweit erfolgreichen Ensembles der 12 Cellisten, sowie dem Philharmonischen Cappriccio Berlin.

Ulrich Knörzer erlernte zunächst das Geigenspiel; mit 12 Jahren wechselte er ins Bratschenfach. Von 1980 bis 1987 studierte er bei Rainer Moog an der Kölner Musikhochschule, 1988/1989 setzte er seine Ausbildung bei Karen Tuttle an der Juilliard School of Music in New York fort. Meisterkurse bei Max Rostal, Sándor Végh, Yuri Bashmet und anderen rundeten seine Ausbildung ab. 1990 wurde Ulrich Knörzer in die Bratschen-Gruppe der Berliner Philharmoniker aufgenommen. Von 1996 bis Februar 2010 gehörte er dem Personalrat an und war in dieser Funktion auch stellvertretendes Mitglied im Stiftungsrat; seit 2009 ist er Mitglied des Fünferrats. Ulrich Knörzer ist ein leidenschaftlicher Kammermusiker und engagierte sich z. B. in den Jahren 1992 bis 2006 im Scharoun Ensemble Berlin und bis heute im Concerto Melante; als Solist konzertiert er europaweit sowie in China. 1999 übernahm er eine Professur an der Universität der Künste Berlin.

Esko Laine wurde in Helsinki geboren. Er studierte am Konservatorium von Hyvinkää, wurde bereits mit 18 Jahren Mitglied im Finnischen Nationalopernorchester und trat als Solist mit dem Finnischen Rundfunk-Symphonieorchester auf. Es folgten weitere Studien an der Musikhochschule Frankfurt sowie am Genfer Konservatorium. Seit 1986 ist er Mitglied der Berliner Philharmoniker. Bereits in den Jahren 1999 – 2001 als Solobassist des Orchesters tätig, übernahm Esko Laine diese Position 2008 erneut. Er hat mehrere Orchesterkonzerte und Kammermusikwerke für Kontrabass uraufgeführt, die auf seine Anregung hin komponiert wurden. Esko Laine spielt zudem im Ensemble Die Berliner, seit 2002 im Philharmonischen Oktett und seit 2008 im Ensemble Bolero Berlin. Der begehrte Dozent für Meisterkurse und bei renommierten Nachwuchsorchestern unterrichtet seit 2000 auch an der philharmonischen Orchester-Akademie sowie als Gastprofessor an der Musikhochschule »Hanns Eisler« Berlin.

Eva-Maria Tomasi studierte am Salzburger Mozarteum bei Sandor Végh. In den Jahren 1981 bis 1986 gehörte sie der Camerata Academica Salzburg an, mit der sie auch mehrfach als Solistin konzertierte. Bevor Eva-Maria Tomasi 1990 als Mitglied der zweiten Violinen zu den Berliner Philharmonikern kam, vervollkommnete sie als Stipendiatin der philharmonischen Orchester-Akademie ihre Ausbildung bei Toru Yasunaga. Kammermusikalisch engagiert sich die Geigerin im Philharmonischen Capriccio und bei den Philharmonischen Streichersolisten.

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25 Jahre Kammermusiksaal

Die Saison 2012/2013 steht ganz im Zeichen des 25. Geburtstags des Kammermusiksaals. Entdecken Sie seine Geschichte, seine Musik und mehr.

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