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Musik bewegt Bilder

»Ludwig van«

Ein Bericht von Mauricio Kagel (Deutschland 1970) - Im Anschluss: Helge Grünewald im Gespräch mit Albrecht Dümling

Termine

Mi, 21. Nov. 2012 18 Uhr

18:00 | Hermann-Wolff-Saal

Programm

Der Komponist Mauricio Kagel realisierte diesen 90-minütigen Schwarz-Weiß-Film zum 200. Geburtstag Ludwig van Beethovens für das Westdeutsche Fernsehen. Im ersten Teil besucht Beethoven, dargestellt von einem Kameramann in historisch nachempfundener Kleidung, das Bonn der 1960er-Jahre. Er kommt schließlich zu Beethovens Geburtshaus, das inzwischen Museum und Gedenkstätte geworden ist. Kagel ließ für diesen Teil ein imaginäres Beethoven-Haus bauen, dessen Zimmer von prominenten Künstlern der Zeit wie Dieter Roth, Stefan Wewerka und Robert Filliou gestaltet wurden.

Kagel selbst entwarf das Musikzimmer, als Beethovens Küche fungierte das Düsseldorfer Atelier von Joseph Beuys. Der zweite Teil des Films besteht aus kurzen Sequenzen, in denen Kagel Kulturbeiträge, wissenschaftliche Sendungen und musikalische Auftritte im Fernsehen parodiert. Die Musik zu dem Film – der nicht zu verwechseln ist mit der Ludwig van-Komposition Kagels – stammt ausschließlich aus beethovenschen Werken. Als Quelle dienten Rundfunkaufnahmen, die elektronisch bearbeitet und zu einer Collage zusammengefügt wurden.

Kagel »legt den Schutt der Geschichte offen, der sich auf das Werk Beethovens getürmt hat und versucht, darunter den innersten Gehalt der Musik zu finden. Das Mittel dazu ist die Demontage […] Der ganze Film besteht aus surreal wirkenden Sequenzen […] Kein Stein des Sockels, auf den der Komponist gestellt worden ist, bleibt unangetastet. Kagel zerbröckelt den Geniekult und die unreflektierte Tradition, mit der Beethovens Werk rezipiert wurde«. (KlangZeit Münster, 2004)

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