Zum Spielplan 2012/2013

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Kammermusik

Hagen Quartett:

Lukas Hagen Violine

Rainer Schmidt Violine

Veronika Hagen Viola

Clemens Hagen Violoncello

Ludwig van Beethoven

Streichquartett D-Dur op. 18 Nr. 3

Ludwig van Beethoven

Streichquartett A-Dur op. 18 Nr. 5

Ludwig van Beethoven

Streichquartett Es-Dur op. 127

Termine

Mi, 10. Okt. 2012 20 Uhr

20:00 | Kammermusiksaal

Programm

Als sich Ludwig van Beethoven um 1800 seinem ersten Streichquartettzyklus op. 18 widmete, war Haydns Quartettschaffen bis op. 76 fortgeschritten, und auch Mozarts zehn große Quartette lagen in gedruckter Form vor. Mit diesen Werken war das Streichquartett zum führenden Kammermusikgenre avanciert, das, so der Musikhistoriker Carl Ferdinand Pohl im ersten Band seiner 1875 erschienenen Haydn-Biografie, »mit den kleinsten Mitteln das Höchste leistet«.

Dass sich Beethoven zunächst über Umwege dem anspruchsvollen Projekt annäherte, ist angesichts des verpflichtenden Erbes kaum verwunderlich. Das Ergebnis konnte sich allerdings sehen lassen. Denn mit Opus 18 gelang es ihm nicht nur, eine bereits arrivierte Gattung in direkter Auseinandersetzung mit den historischen Vorbildern kongenial weiterzuführen, sondern ihr in experimenteller Weise neue Impulse zu geben. Dennoch legte Beethoven, was die kompositorischen Neuerungen angeht, von seinem ersten Quartettzyklus bis hin zu dem Es-Dur-Quartett op. 127 noch einen weiten Weg zurück.

Die Zeitgenossen überraschten vor allem die sanften Lyrismen, die das 1824/1825 entstandene Werk verströmt. Nach einer ersten Aufführung durch das Schuppanzigh-Quartett am 6. März 1825, die wegen ungenügender Vorbereitung missglückte, stießen die von Beethoven eingeforderten Folgeaufführungen auf positive Resonanz: Der Rezensent der Wiener Allgemeinen Theaterzeitung lobte nicht nur den kunstvollen Vortrag des »wunderbare[n] Quartett[s]« sondern konstatierte: »die Nebeldecke schwand und das herrliche Kunstgebilde« erstrahlte »in blendender Glorie«.

Über die Musik

»Grosse, erhabene, vielumfassende Werke«

Streichquartette von Ludwig van Beethoven

Gewiss, schon zu oft ist der Eintrag in Beethovens Stammbuch zitiert worden. Am 29. Oktober 1792 gab Graf Waldstein dem damals fast 22-jährigen Beethoven bei seiner Abreise aus Bonn nach Wien die Prophezeiung mit auf den Weg: »Durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie: Mozarts Geist aus Haydns Händen.« In keiner anderen musikalischen Gattung – außer vielleicht in der Symphonie – hat Beethoven diese Voraussage so umfassend erfüllt wie in seinen Streichquartetten.

Neben Luigi Boccherini gilt Joseph Haydn als »Erfinder« des Zusammenspiels von vier gleichberechtigt miteinander musizierenden Streichinstrumenten. Mit seinen sechs Quartetten op. 33 legt er 1781 mustergültige Beispiele der noch jungen Gattung vor. Mozart antwortet auf diese Herausforderung mit seinen sechs selbstverständlich nun Haydn gewidmeten Streichquartetten KV 387, 421, 428, 458, 464 und 465. Drei Jahre hatte der schöpferische Prozess gedauert, in dem Mozart s e i n e Idee des musikalischen Diskurses zwischen den vier gleichwertigen Partnern formuliert. Die sechs Werke seien »è vero il frutto di una lunga, e laboriosa fatica«, wahrhaftig die Frucht einer langen und beschwerlichen Arbeit, heißt es in der Widmungsvorrede des Zyklus. 1785 erscheinen die sechs Quartettkompositionen als Opus X beim Artaria-Verlag in Wien. Beethoven wiederum fertigt 1793/1794 sowohl von Haydns Es-Dur-Quartett op. 20 Nr. 1 als auch von Mozarts im Stimmendruck erschienenen Quartetten KV 387 und KV 464 Partiturabschriften an.

Bereits in Bonn, wo der zwölfeinhalbjährige Beethoven seit 1783 als Cembalist und später als Bratschist im kurfürstlichen Orchester angestellt ist, setzt er sich mit den Grundlagen des Tonsatzes auseinander. Sein Lehrer ist der Hoforganist Christian Gottlob Neefe. Der lässt das Magazin der Musik (2. März 1783) wissen, dass er den Knaben für ein vielversprechendes Talent halte und betont: Er »verdiente Unterstützung, daß er reisen könnte. Er würde gewiss ein zweyter Wolfgang Amadeus Mozart werden, wenn er so fortschritte, wie er angefangen.« Im Frühjahr 1787 ist es soweit: Der junge Beethoven fährt auf Empfehlung Neefes nach Wien. Doch kaum dort, muss er zurückkehren. Die Mutter, todkrank, stirbt im Juli, und Beethoven muss, da der Vater dazu nicht in der Lage ist, fortan die beiden jüngeren Brüder »kleiden, nähren und unterrichten lassen«. Zeitlebens wird er sich für sie verantwortlich fühlen.

Im November 1792 fährt der nunmehr fast 22-Jährige erneut nach Wien – und bleibt dort. Hier nimmt er bei Haydn Unterricht, ab 1793 ergänzt durch Unterweisungen im Gesang bei Antonio Salieri und ab 1794/1795 im Kontrapunkt bei Johann Georg Albrechtsberger. Zudem erhält Beethoven bei dem Geiger Ignaz Schuppanzigh, dessen Streichquartett später für sein eigenes Quartettschaffen eine wichtige Rolle spielen sollte, Violinunterricht. Bereits in Bonn hatte der junge Beethoven mit seinen pianistischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie seinen meisterhaften Improvisationen Staunen und Bewunderung erregt. In der neuen Heimat öffnet ihm dieses Talent ebenfalls die Türen zu den musikalisch im wahrsten Sinne des Wortes tonangebenden Adelssalons. So auch zum Palais des Fürsten Franz Joseph Maximilian Lobkowitz (1772 – 1816). Dieser, selbst ein guten Geiger, Cellist und Sänger, besitzt ein Privatorchester und veranstaltet eigene Akademien und Konzerte. Im März 1795 tritt Beethoven dort zum ersten Mal auf und reißt das Auditorium zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Lobkowitz, der sich gemeinsam mit Erzherzog Rudolph und Fürst Kinsky verpflichten sollte, Beethoven von 1809 an lebenslang eine Jahresrente auszuzahlen, schätzt auch dessen Werke außerordentlich. Der Komponist wiederum bedankt sich mit entsprechenden Zueignungen: neben den sechs Streichquartetten op. 18, den Symphonien Nr. 3, 5 und 6, dem Tripelkonzert op. 56 und dem Liederzyklus An die ferneGeliebte op. 98 ist Lobkowitz auch der Widmungsträger des Streichquartetts op. 74.

Die Anregung, sich der anspruchsvollen kammermusikalischen Gattung Streichquartett zu widmen, ging wahrscheinlich von Lobkowitz aus. Natürlich war Beethoven bereits in Bonn und danach in Wien auch als Komponist präsent. Sein Opus 1, drei Klaviertrios, erscheinen 1795. Vorausgegangen waren zahlreiche Studien in den unterschiedlichsten Genres, Präludien und Fugen, sogar ein Menuett für Streichquartett, aber eben kein vollständiger Gattungsbeitrag. Das sollte sich erst mit dem von 1798 bis 1800 niedergeschriebenen Opus 18 ändern. Die zahlreichen Revisionen, vor allem an den drei zuerst entstandenen Werken (Nr. 3, 1 und 2), zeigen, dass es sich tatsächlich um eine »lange und beschwerliche« Arbeit gehandelt hat, die keineswegs abgeschlossen war. So schenkte Beethoven zum Beispiel 1799 dem Freund, Theologen und Geiger Friedrich Amenda eine Abschrift des F-Dur-Quartetts (der späteren Nr. 1) als »kleines Denckmal unserer Freundschaft«, um ihn jedoch zwei Jahre später in einem Brief zu bitten: »dein Quartett gieb ja nicht weiter, weil ich es sehr umgeändert habe, indem ich erst jezt recht quartetten zu schreiben weiß«.

Die Quartette Nr. 3 und Nr. 5 aus Opus 18

Auch wenn das D-Dur-Quartett innerhalb des Zyklus als die Nr. 3 gezählt wird, ist es als erstes der sechs Opera entstanden. Die Nr. 5 wiederum, das A-Dur-Quartett, nimmt im Entstehungsprozess den vierten Platz ein. Bei der Drucklegung 1801 durch den Wiener Verleger Tranquillo Mollo entscheidet sich Beethoven jedoch, die bis dahin gründlich revidierten Kompositionen nicht in der Reihenfolge zu veröffentlichen, in der sie entstanden sind (Nr. 3, 1, 2, 5, 4, 6). Auf diese Weise rückt das zuerst komponierte D-Dur-Quartett innerhalb des Zyklus an die dritte Position. Und das an vierter Stelle entstandene A-Dur-Quartett wird zur Nummer 5. Am 26. August 1801 heißt es in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung – nicht unbedingt werbewirksam –, die Streichquartette seien »sehr schwer aufzuführen und keineswegs populair«. Doch auch die Drucklegung scheint »sehr schwer« gewesen zu sein. So schreibt Beethoven am 8. April 1802 an den befreundeten Komponisten und Verleger Franz Anton Hoffmeister: »Hr. Mollo hat wieder neuerdings meine Quartetten sage: voller Fehler und Errata – in großer ‹Manier› und kleiner Manier [als Stimmendruck und in Partitur; I. A.] herausgegeben sie wimmeln wie die kleinen Fische im Wasser, d. h. ins unendliche.« Nach den notwendigen Korrekturen erschien bei Mollo 1808 eine weitere Ausgabe des Zyklus.

Was es für Beethoven heißt, »recht quartetten zu schreiben«, lassen die beiden Werke in D-Dur und A-Dur – genauso wie die anderen vier Kompositionen des Zyklus – deutlich erkennen. Auch wenn Beethoven bei Haydn und Mozart anknüpft, geht er doch – außer im A-Dur-Quartett, das Mozarts ebenfalls in A-Dur stehendem KV 464 ganz bewusst nachgebildet ist – betont eigene Wege. Er will die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten demonstrieren: bei der Wahl der Satzfolge, der Satztypen, bei den formalen und satztechnischen Lösungen, in der Anwendung der Sonatensatzform. Dementsprechend gleicht keines der sechs Quartette dem anderen. Der erste Satz Allegro des D-Dur-Werks beginnt mit einem weit ausschwingenden lyrischen Thema in der 1. Violine, dem Hauptgedanken. Er dominiert trotz markanter Nebengedanken die motivisch-thematische Arbeit. Selbst in der spannungsgeladenen Durchführung bleibt er bestimmend. In dem ruhig fließenden Andante con moto, dem dichtesten aller langsamen Sätze aus Opus 18, steht ein liedhafter, sanft dahinströmender Einfall einem graziös getupften Gedanken gegenüber. Als dritter Satz folgt ein lebhaftes Scherzo mit einem eingedunkelten Minore-Teil, während das Presto-Finale mit rhythmischen, dynamischen und harmonischen Überraschungen und kontrapunktischen Glanzlichtern wieder ins Helle führt. Einer lebhaften Tarantella nachgebildet, die in der melodischen Gestaltung an den Hauptgedanken aus dem ersten Satz erinnert, liegt diesem Satz ebenfalls die Sonatenform zugrunde. Doch wie im Eröffnungs-Allegro erhält das Seitenthema auch hier selbst in der Durchführung kaum Gelegenheit, sich zu entfalten. Dafür glänzt der tänzerische Hauptgedanke umso mehr und bestätigt am Schluss jubelnd seine Dominanz. Der Musikwissenschaftler Hugo Riemann war der Meinung, das D-Dur-Quartett überrage »an Kühnheit der Konzeption und Ungezwungenheit der Entwicklung die fünf andern [Quartette] des Werks [op.18] ganz bedeutend.«

Mit dem A-Dur-Quartett op. 18 Nr. 5 verneigt sich Beethoven vor Mozart, dessen A-Dur-Quartett KV 464 in dem als Opus X veröffentlichten Zyklus ebenfalls an fünfter Stelle steht. Beethoven übernimmt Mozarts kompositorische Strategien und die architektonische Anlage der vier Sätze. Sogar die Satzfolge und zum Teil die Satzbezeichnungen sind in beiden Kompositionen identisch. So ist der erste Satz ein Allegro, bei Mozart im 3/4-, bei Beethoven im 6/8-Takt. An zweiter Stelle steht in beiden Werken ein Menuetto. Es folgt ein Andante-Variationensatz, bei Beethoven mit dem Zusatz cantabile. Während Mozart dem Thema sechs Variationen folgen lässt, begnügt sich Beethoven mit fünf Variationen. Dem abschließenden Allegro (non troppo verlangt Mozart) liegt in beiden Werken sowohl die Sonatenform als auch das gleiche Metrum zugrunde. Für den ersten Satz, das Allegro, hat Beethoven in dem A-Dur-Quartett die Sonatenform mit ihren zwei kontrastierenden Themen gewählt. Im Unterschied zum D-Dur-Quartett findet er jedoch hier einen anderen Ansatzpunkt: die Themen werden homofon vorgestellt und danach polyfon verarbeitet. Zudem spielt Beethoven mit dem Metrum, indem er zwischen 6/8-, 3/4- und mitunter sogar 3/2-Takt lustvoll wechselt. Auf das Menuetto mit seinem vollstimmigen Trio folgt der wunderschöne Variationen-Satz. Das gleichmäßig gebaute Cantabile-Thema wird fünf Mal in stets sich veränderndem Licht vorgeführt. Eine geniale Leistung! Der Final-Satz greift – wie im D-Dur-Quartett – eine Phrase aus dem ersten Satz auf und wiederholt sie mehrfach. Turbulent, in fast symphonischem Gestus, werfen sich die vier Instrumente die Gedanken zu, ehe piano der A-Dur-Schlussakkord erklingt.

Das Streichquartett Nr. 12 Es-Dur op. 127

Beethovens Opus 18 steht am Anfang seiner Beschäftigung mit dem Streichquartett. Mit Opus 127 dagegen, dem Es-Dur-Quartett, beginnt die Serie seiner letzten Kompositionen für die kammermusikalische Königsgattung. Gute 22 Jahre liegen zwischen diesen beiden für Beethovens Schaffen so wichtigen Daten. Jahre, in denen seine zunehmende Taubheit zur völligen Gehörlosigkeit führt und er unentwegt mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu tun hat; Jahre, in denen er ab 1815 um das alleinige Sorgerecht für den Neffen Karl kämpft und die sogenannte Neffen-Tragödie bis zu dessen Selbstmordversuch 1826 ihren verhängnisvollen Lauf nimmt. In diese Zeit fällt jedoch auch die stetig wachsende, weit über Österreich hinausgehende Anerkennung seines Schaffens. Der Steiermärkische Musikverein ernennt Beethoven zum Ehrenmitglied, die Kgl. Schwedische Akademie zum Mitglied und die Wiener Gesellschaft der Musikfreunde zum Ehrenmitglied. Bereits 1801 schreibt Beethoven seinem Freund Amenda, dass »der gute Abgang meiner Werke […] mich instand [setzt], ohne Nahrungssorgen zu leben«. Die erwähnte Leibrente tut ein Übriges. Zu Beginn der 1820er-Jahre ist Beethoven eine europäische Berühmtheit. So setzt sich z. B. der russische Fürst Galitzin (1794 – 1866) dafür ein, dass die Uraufführung der Missa solemnis op. 123 am 7. April 1824 in St. Petersburg stattfindet.

Der versierte Cellist und Quartettspieler Galitzin ist es dann auch, der Beethoven im November 1822 um »un, deux ou trois nouveaux quatuors«, um ein, zwei oder drei neue Quartette bittet. Zu diesem Zeitpunkt arbeitet Beethoven allerdings bereits an einem neuen Streichquartett. Doch die Endfassung der Neunten Symphonie op. 124 verzögert die kontinuierliche Beschäftigung mit dem neuen Werk. Erst Anfang 1825 kann Beethoven das Fürst Galitzin gewidmete Es-Dur-Streichquartett op. 127 beenden. Es wird am 6. März 1825 in Wien durch das Schuppanzigh-Quartett uraufgeführt – und wird ein Misserfolg. Technische Schwierigkeiten, vor allem aber der »neue Ton« hatten selbst die Musiker irritiert. Er wolle nur »seiner Kunst leben, und auch ohne Abhängigkeit vom Geschmack der gemeinen Menge, grosse, erhabene, vielumfassende Werke liefern«, hatte Beethoven bereits im Februar 1809 erklärt. Diesem Vorsatz entspricht das Es-Dur-Quartett. Zahlreiche Entwürfe und Skizzen dokumentieren die planvolle, aber auch hier sehr mühsame Arbeit. Es entsteht etwas völlig Neues! Ursprünglich plant Beethoven sechs Sätze. Letztlich hält er sich dann aber doch an die tradierten vier Sätze. Sie allerdings gestaltet er absolut unkonventionell. Sechs Maestoso-Takte eröffnen den ersten Satz. Die Akkordkette voller Doppelgriffe, forte und im 2/4-Takt zu spielen, fungiert gleichsam als Motto. Das anschließende, »sempre p e dolce« zu musizierende Allegro im 3/4-Takt bildet dazu einen reizvollen, doch seltsam spannungslosen Kontrast, der letztendlich in kontrapunktische Verflechtungen und fließende Bewegungen mündet. Ungewöhnlich ist auch der ausgedehnte langsame Variationensatz, dem ein auf vier Pizzikato-Akkorden aufgebautes Scherzo folgt. Im pastoralen Schluss-Satz kommt noch einmal die Grundidee dieses Streichquartetts zum Tragen. Statt des Kampfs der Gegensätze geht es Beethoven um die »Wandlung der Gestalten, den Wechsel der Bilder, die Metamorphosen in den Gefilden der ›klassischen Heiterkeit‹«. (Johannes Forner)

Ingeborg Allihn

Biographie

Das Hagen Quartett startete 1981 eine inzwischen mehr als drei Jahrzehnte dauernde Karriere, die ihresgleichen sucht. Die ersten Jahre, geprägt von Wettbewerbs- und Schallplattenerfolgen, galten der Erarbeitung eines schier grenzenlosen Quartettrepertoires, woraus sich das unverwechselbare Profil des Ensembles entwickelt hat. Seinen Mitgliedern Lukas Hagen und Rainer Schmidt (Violine), Veronika Hagen (Viola) und Clemens Hagen (Violoncello) ist die Zusammenarbeit mit Künstlerpersönlichkeiten wie Nikolaus Harnoncourt und György Kurtág ebenso wichtig wie gemeinsame Auftritte mit den Pianisten Maurizio Pollini, Mitsuko Uchida und Krystian Zimerman, dem Cellisten Heinrich Schiff oder dem Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann. Die Konzerte und die Einspielungen des Hagen Quartetts präsentieren reizvoll und intelligent kombinierte Programme, die aus der gesamten Streichquartett-Literatur von Haydn bis Kurtág schöpfen. Das Ensemble pflegt und vertieft den Kontakt mit Komponistinnen und Komponisten des aktuellen Quartettschaffens – sei es mit Interpretationen von bereits bestehenden oder mit der Bestellung und Uraufführung von neuen Werken. Für eine Vielzahl jüngerer Formationen ist das Hagen Quartett Vorbild in Bezug auf Klangqualität, stilistische Vielfalt, Zusammenspiel sowie die ernsthafte Auseinandersetzung mit den Stücken und Komponisten für diese Gattung. Als Lehrer und Mentoren am Salzburger Mozarteum, an der Hochschule Basel und bei internationalen Meisterkursen geben die vier Musiker ihren großen Erfahrungsschatz an die jüngeren Kollegen weiter. In Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker war das Hagen Quartett, dem in diesem Jahr die Ehrenmitgliedschaft des Wiener Konzerthauses verliehen wurde, zuletzt Anfang Dezember 2010 mit Werken von Lutosławski, Schumann und Beethoven zu erleben.

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