Berliner Philharmoniker

Zum Spielplan 2012/2013

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Kammermusik

Der philharmonische Salon

Maria Schrader Sprecherin

Philharmonia Quartett

Daniel Stabrawa Violine, Christian Stadelmann Violine, Neithard Resa Viola, Dietmar Schwalke Violoncello

Minetti Quartett (Wien)

Lena Neudauer Violine, Anna Knopp Violine, Milan Milojicic Viola, Leonhard Roczek Violoncello

Cordelia Höfer Klavier

Götz Teutsch Programmgestaltung

»Die ungeheure Macht der Musik« - Felix Mendelssohn Bartholdys erster Besuch bei Goethe

Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy

Texte von Johann Wolfgang von Goethe, Carl Friedrich Zelter, Ludwig Rellstab, Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy u. a.

Termine

So, 19. Mai 2013 16 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 15:00

So, 26. Mai 2013 16 Uhr

Kammermusiksaal

Einführung: 15:00

Programm

»Goethe«, schrieb Ludwig Rellstab in seiner Autobiografie Aus meinem Leben, »war ein großer Freund der Bach’schen Fugen […]. Es wurde also auch Felix Mendelssohn die Aufforderung gestellt, eine Fuge des hohen Altmeisters zu spielen. Zelter wählte aus dem Notenheft der Bach’schen Fugen, welches herbeigebracht wurde, und der Knabe spielte dieselbe völlig unvorbereitet, mit vollendeter Sicherheit.« 1821 war Felix Mendelssohn Bartholdy zum ersten Mal bei Johann Wolfgang von Goethe zu Besuch: Gemeinsam mit seinem Lehrer Carl Friedrich Zelter verbrachte der damals 12-Jährige mehr als zwei Wochen in Weimar – eine Zeit, aus der eine ungleiche Freundschaft erwuchs, die der 60 Jahre ältere Dichter bis zu seinem Tod aufrecht erhielt. »Ich spiele hier«, schrieb Mendelssohn in einem Brief vom 10. November 1821, »viel mehr als zu Hause, unter 4 Stunden selten, zuweilen 6, ja wohl gar 8 Stunden. Alle Nachmittage macht Göthe das Streicher’sche Instrument mit den Worten auf: ›Ich habe dich heute noch garnicht gehört, mache mir ein wenig Lärm vor‹, und dann pflegte er sich neben mich zu setzen […]. Sein Haar ist noch nicht weiß, sein Gang ist fest, seine Rede sanft.« In seinem philharmonischen Salon widmet sich Götz Teutsch jener Zeit, die Felix Mendelssohn Bartholdys gemeinsam mit dem Denker und Humanisten in Weimar verbracht hat – mit literarischen Zeugnissen von Carl Friedrich Zelter, Ludwig Rellstab sowie Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy, gelesen von Maria Schrader. Für den musikalischen Rahmen sorgen Philharmonia- und Minetti Quartett sowie Cordelia Höfer am Klavier.

Über die Musik

»Das ist eine Gelegenheit, die nicht verpasst werden darf!«

Der junge Felix Mendelssohn Bartholdy bei Johann Wolfgang von Goethe in Weimar

Lange schon kannten sich die Familien Goethe und Mendelssohn. Dabei waren Respekt, Hochachtung, ja Ehrfurcht die Basis, auf der die immer wieder neu geknüpfte, eher zart-distanzierte als vertrauliche Freundschaft bestand: Johann Wolfgang von Goethe selbst hatte enorme Hochachtung vor Moses Mendelssohn, auch wenn er ein intellektuell durchaus kritisches Verhältnis zu dessen Schriften pflegte (zumal er sich im sogenannten Spinozismus-Streit auf die Gegenseite von Mendelssohn geschlagen hatte). Persönlich sind sich die beiden – Zufall oder Ehrfurcht des jüngeren Dichters vor dem meinungsprägenden Philosophen? – vermutlich nie begegnet.

Die nachfolgende Mendelssohn-Generation, die Kinder von Moses Mendelssohn freilich entwickelten ein anderes Verhältnis zum Autor des Werther: Abraham Mendelssohn Bartholdy war Goethe in Frankfurt begegnet. Der junge Bankier stand dem bereits arrivierten Dichter mit großem Respekt gegenüber – und war umso erstaunter, mit welcher Hochachtung dieser von seinem Vater sprach: »Sind Sie ein Sohn von Mendelssohn? fragte er mich, und das war das erstemal, daß ich meinen Vater ohne Beiwort und so nennen hörte, wie ich es immer wünschte«, schrieb Abraham Mendelssohn an seinen Freund Carl Friedrich Zelter 1797. Geradezu hymnisch fügte er am folgenden Tag eine Charakterisierung Goethes an, die zum Grundtenor der Goethe-Verehrung in der Familie Mendelssohn werden sollte: »Den hat die Natur zum großen Mann gezeichnet, und in seinem Auge steht alles da, was er jemals Gutes und Großes gemacht hat; wenn man ihm gegenüber steht und ihm scharf ins Auge sieht, so erweitert sich der Raum zwischen ihm unmerklich und ganz ungeheuer, man hört ihn kaum mehr sprechen, und weiß doch ganz genau, was er gesagt hat.« Auch seine spätere Ehefrau Lea, literaturbegeistert ohnehin, brachte eine tiefe Goethe-Verehrung in die Ehe mit. Eng mit den literarischen Zirkeln Berlins verwoben, hegte sie besondere Vorliebe für Goethe, las rasch alles, was von ihm neu erschien, kannte ihn geradezu »in- und auswendig«, so dass sie immer wieder auch Goethe-Zitate in ihre Konversation einflocht: »mein Goethe hat Recht«. »Dieses Zitat«, so Hans-Günter Klein, »scheint für sie auch im täglichen familiären Umgang eine feste Redewendung geworden zu sein: der Sohn Felix flicht sie in seine Briefe aus Italien ein – nicht ohne einen ironischen, zweifelsohne gegen die Mutter gerichteten Unterton.«

Von einer generationsübergreifenden Goethe-Begeisterung durchdrungen: die Familie Mendelssohn

Vor allem aber waren es Abraham Mendelssohns Schwestern, Brendel (Dorothea) und Henriette, die in jungen Jahren von Goethes Schriften begeistert, ja geradezu enthusiasmiert waren. Brendel – in erster Ehe mit dem Bankier Simon Veit verheiratet – trug in ihrem Berliner Salon (und hier auch im engen Austausch mit Rahel Levin und Henriette Herz) zur allgemeinen Goethe-Begeisterung bei und schrieb nach einer Begegnung mit Goethe 1799 in Jena euphorisch an Rahel Levin: »Ein heller Punkt in meinem Lebenslauf. Goethe habe ich gesehen! und nicht blos gesehen […] [Er] hat mich mit einem auszeichnenden Blick gegrüsst, als mein Name genannt wurde, und sich freundlich und ungezwungen mit mir unterhalten. Er hat einen grossen und unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht; diesen Gott so sichtbar und in Menschengestalt neben mir, mit mir unmittelbar beschäftigt zu wissen, es war für mich ein grosser, ein ewig dauernder Moment!« Auch wenn sich Dorothea nach ihrer Heirat mit Friedrich Schlegel deutlich von Goethe distanzierte – der Dichter blieb eine literarische Ausnahmefigur und intellektuelle Lichtgestalt in der Familie Mendelssohn, und wurde als solche auch in die nachfolgende Generation überliefert.

Als sich mehr als 20 Jahre später Araham Mendelssohns 12-jähriger Sohn auf den Weg machte, den inzwischen 72-jährigen Goethe in Weimar zu besuchen, hatte er daher nicht nur Kleidung, Zeichenutensilien und Noten mit im Reisegepäck, sondern auch die ganze komplexe Beziehungsgeschichte seiner Familie zu dem Dichterfürsten. Lebhaft lässt sich vorstellen, mit wie viel Sorgfalt zuvor die in Berlin zurückbleibenden Eltern Abraham und Lea den jungen Felix auf diese Begegnung vorbereiteten: »Pass auf, dass Du nicht …« – »Achte immer schön auf …« – »Dass Du uns ja nicht, …«.

Tatsächlich hatte die Ehrfurcht, von der Eltern-Generation behutsam auf die Kinder zu übertragen, schon zarte Wurzeln geschlagen: Felix’ gut drei Jahre ältere Schwester Fanny hatte 1821 bereits mehrere Goethe-Texte vertont (darunter Erster Verlust), und dass sowohl sie als auch ihr jüngerer Bruder beim Goethe-Freund Carl Friedrich Zelter Unterricht bekamen, mochte ebenfalls die enge Verbundenheit zum Dichter bekräftigen.

Zelter war denn auch der »Mittler«, der den jungen Felix mit nach Weimar nahm – und die gesamte Familie Mendelssohn fieberte diesem Ereignis entgegen: »Denk Dir«, so Mutter Lea an ihre Schwägerin Henriette, »daß dem kleinen Schlingel das Glück winkt mit Zelter auf kurze Zeit nach Weimar zu gehen. Er wünscht ihn Goethe zu zeigen und nimmt ihn künftig mit dorthin. […] Das ist eine Gelegenheit, die nicht verpaßt werden darf.« Und Henriette reagierte, nachdem Lea ihr einige Briefe von Felix aus Weimar zugesandt hatte, mit jener Goethe-Begeisterung, die die Mendelssohn-Geschwister in jungen Jahren bewegt hatte: »Wenn Gott diesen Knaben erhält, so werden nach langen, langen Jahren seine Briefe einst Epoche machen, bewahren Sie sie wie ein Heiligtum, sie sind ja schon jetzt durch den Ausdruck des kindlichsten, reinsten Gemütes heilig. – Wie muß es schön gewesen sein, den Knaben so offen und zutulich mit dem edlen Greise, dem Altvater Goethe, zu sehen. Was wir in unsrer Jugend so oft träumten, wie erfreulich es sein müßte, in Goethes Nähe zu leben, das ist nun an Felix in Erfüllung gegangen…«

Der Dichterfürst Goethe und das junge Multitalent Mendelssohn – eine Beziehung gegenseitiger Hochachtung und Vertrautheit

Der junge Felix Mendelssohn scheint eine sehr eigene, neue Beziehung zu Goethe geknüpft zu haben, eine, die sich von der Distanz gebietenden Ehrfurcht abhob, eine Vertrautheit erkennen ließ, der die Eltern aus der Ferne mit Staunen zusahen: »Der ›kleine Berliner‹«, so Norbert Miller, »wusste sich schnell und heiter in die aus Ehrfurcht und entspannter Familiarität wunderlich gemischte Situation zu finden. Er reihte sich unbefangen in die Gruppe der jüngeren Familienmitglieder ein, spielte mit Goethes beiden Enkeln, nutzte die Mußestunden zum Lesen und Zeichnen, […] und war stets bereit, sich nach Goethes Wunsch behutsam am Gespräch zu beteiligen oder am Klavier seine Kunst hören zu lassen.«

Tatsächlich war rasch ein reger Austausch zwischen Goethe und Mendelssohn entstanden. Kurz nachdem Zelter seinen Muster-Schüler eingeführt hatte, gehörte es zum fast täglichen Ritual, dass dieser buchstäblich stundenlang auf dem Klavier vorspielte: Im Brief an die Eltern schrieb Felix schon am 10. und 12. November 1821: »Und nun spielte ich von 11 Uhr mit Unterbrechung von 2 Stunden bis 10 Uhr des Abends und die Fantasie von Hummel machte den Beschluß.« Und zwei Tage später: »Nicht wahr, wenn Göthe mir sagt, mein Kleiner, morgen ist Gesellschaft um 11, da musst auch du uns was spielen, so kann ich nicht sagen, Nein!« Felix sagte tatsächlich nie Nein, spielte, wenn Goethe es wollte, und dieser genoss es, das »Wunderkind« den zahlreichen Besuchern seines Salons zu präsentieren.

Es lohnt sich freilich der Frage weiter nachzugehen, wie der junge Felix es schaffte, aus der (relativ einseitigen) Goethe-Verehrung der Mendelssohns eine gegenseitige, »zutuliche« Hochachtung werden zu lassen. War es der Altersunterschied, der keinerlei künstlerische Konkurrenz aufkeimen ließ? War es die tiefe Vertrautheit des jungen Musikers mit dem literarischen Werk Goethes? Oder war es der Charme des Jungen, sein ungezwungener Umgang mit dem großväterlichen Dichterfürsten? Von alldem mag etwas dazu beigetragen haben. Hinzu aber kam, was in einem Bericht aus dem goetheschen Salon überliefert ist. Diese Erzählung von Ludwig Rellstab enthält einen Kern, der der Spur jener ungewöhnlichen Freundschaft nachzugehen hilft.

Die Initiation Mendelssohns als »Wunderkind« durch Goethe

Rellstab, der selbst ein großes Interesse daran gehabt haben mag, hier ein »gültiges«, in die Musikgeschichte einfließendes Zeugnis der Begegnung abzugeben, beschrieb die Szene ausführlich. Er, Rellstab, war zu einer »größeren Gesellschaft« im Hause Goethes eingeladen, um einem großen Ereignis beizuwohnen. Die Inszenierungsmuster der »Wunderkind«-Präsentation folgen in seiner Erzählung auf dem Fuß: der schüchterne Auftritt Felix’, dann derjenige des Ehrfurcht gebietenden Goethe, der hier wie ein Zeremonienmeister erscheint. Dieser »Meister« leitet denn auch die Proben, denen das »Wunderkind« unterzogen wird: gestaffelt im Schwierigkeitsgrad und vielfältig, um nicht eine einseitige Begabung zu dokumentieren, sondern die Breite dieses Ausnahmetalents: Primavista-Spiel, Improvisation, Virtuosität und Komposition. Soweit wären die gängigen Ingredienzien einer »Wunderkind-Probe« genannt, doch Rellstab legt Wert auf einen weiteren Punkt, dem Entziffern von Autografen: »Er legte ein Blatt mit klar, aber klein geschriebenen Noten auf das Pult. Es war Mozarts Handschrift. Goethe, der Greis, der ein Manuskript Mozarts, des seit dreißig Jahren bestatteten, dem zu reichster Verheißung frisch aufblühenden Knaben vorlegt, um es vom Blatt zu spielen – wahrlich, diese Konstellation ist eine seltene zu nennen.« Nicht nur, dass diese »Konstellation« an jenen Eintrag erinnert, den der Graf Waldstein Ludwig van Beethoven 1792 ins Stammbuch geschrieben hatte – »Durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie: Mozarts Geist aus Haydns Händen« –, sondern sie setzt auch mit dem Hinweis auf die Altersstufen – Verstorbener, Greis, Knabe – eine kunstästhetische Genealogie in Szene, die Mozart, Goethe und Mendelssohn umfasst. Diese wird in Rellstabs Bericht übrigens komplettiert durch das zweite Autograf, das von Ludwig van Beethoven stammt. »Bei diesem Namen aber war Felix Mendelssohn« – hier nun mit vollem Namen genannt! – »plötzlich ernsthaft geworden, mehr als ernsthaft. Ein heiliges Staunen verriet sich in seinen Zügen; Goethe betrachtete ihn mit forschenden, freudestrahlenden Blicken.« Damit hatte Felix Mendelssohn im Bericht von Rellstab Goethes Feuertaufe bestanden: im Erkennen des Genies Beethoven.

Die Szene scheint sich tatsächlich in Goethes Salon so zugetragen zu haben. Bei dem Beethoven-Manuskript handelte es sich um das Lied Wonne der Wehmut op. 83 Nr. 1 auf einen eigenen Text Goethes. Von diesem weidlich unleserlichen Manuskript fertigte Mendelssohn im Laufe seines Besuchs eine Abschrift für den Dichter an. Was aber in der Erzählung dieser Szene deutlich wird, ist, dass Goethe sich in diesem Moment als jene Instanz verstand, die das Signum des »Wunderkinds« begründete und entsprechend agierte: Er, der Mozart als »Wunderkind« erlebt hatte, damals aber – selbst noch jung – nicht jene Autorität darstellte, die als Initiator des »Wunderkind«-Narrativs auftreten konnte, nimmt nun die Gelegenheit war, als eine solche Instanz fungieren zu können. Er greift dabei zu den starken Insignien Mozart und Beethoven, ergänzt durch seine eigene Autorität als Mozart-Verehrer und Dichterfürst.

Mendelssohn seinerseits rechtfertigte diese Initiation aufs Prächtigste: Über die Präsentation seiner herausragenden musikalischen Fähigkeiten hinaus trat er just so in Erscheinung, wie es jene Genealogie erwarten ließ. Er war ungezwungen und fröhlich, wie es vom jungen Mozart überliefert war, und zeigte sich im nächsten Moment von »heiligem« Ernst durchdrungen, wie es das Beethoven-Bild imaginierte. Dass diese Melange bei den Besuchern des goetheschen Salons auf fruchtbaren Boden fiel, dass sie als solche erkannt wurde, zeigt ein Blick in Adele Schopenhauers Tagebuch. Sie, die ebenfalls im Haus des Dichters zu Besuch war, notierte noch am selben Abend: »Im ganzen verlebe ich eine poetische schöne Zeit, Goethen sehe ich recht viel, obendrein mit Zeltern, so auch den wunderbaren Felix Mendelssohn, der im zwölften Jahr nach Zelters eignem Ausspruche füglich Kapellmeister sein könnte. Das schöne, wunderbare Kind interessiert mich ungemein; er vereint zwei seltsam verschiedene Naturen in sich: die eines wilden, fröhlichen Knaben und die eines schon reifen Künstlers, der mit Bedacht Fugen, Opern, Quatuors schreibt und gründlich das Seine gelernt hat.« Die Initiation zum »Wunderkind« war damit geglückt.

Melanie Unseld

Biographie

Maria Schrader, in Hannover geboren, trat bereits während ihrer Schulzeit am Staatstheater der niedersächsischen Landeshauptstadt auf. Ihre Schauspielausbildung erhielt sie am Wiener Max-Reinhardt-Seminar, das sie jedoch aufgrund zahlreicher Theater- und Film-Engagements bereits nach zwei Jahren wieder verließ. Es folgte eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Dani Levy, bei der Filme wie RobbyKallePaul, Stille Nacht, Meschugge und Väter entstanden. Anschließend drehte Maria Schrader u. a. mit Doris Dörrie, Margarethe von Trotta und Peter Greenaway. Für ihre Mitwirkung in I was on Mars (Regie: Dani Levy) erhielt sie 1992 als beste Nachwuchsdarstellerin den Max-Ophüls-Preis; es folgten der Bayerische und der Hessische Filmpreis für Burning Life (Regie: Peter Welz) sowie der Bundesfilmpreis für Keiner liebt mich (Regie: Doris Dörrie). Weiterhin wurde Maria Schrader mit dem Filmband in Gold als beste Hauptdarstellerin in dem Drama Aimée und Jaguar (Regie: Max Farberböck) geehrt. Für ebendiese Leistung erhielt sie den Silbernen Bären bei der Berlinale 1999, bei der ihr zudem die Auszeichnung als »Shooting Star« des europäischen Films verliehen wurde. Maria Schrader gastierte an den renommierten Theaterbühnen in Wien, Bonn, Basel, Köln und Berlin; für ihre herausragende Darstellung der Medea in Karin Beyers Das goldene Vlies wurde ihr 2009 beim NRW-Theaterfestival der Erste Preis als beste Darstellerin zuerkannt. Im Herbst 2007 kam mit Liebesleben nach dem Roman von Zeruya Shalev Maria Schraders Debütfilm als Regisseurin in die deutschen Kinos. Drei Jahre später erhielt sie in der Kategorie »Beste Interpretin« für Geschichte einer Ehe (Autor: Andrew Sean Greer; Regie: Sabine Buss) den Deutschen Hörbuchpreis. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker ist Maria Schrader nun erstmals zu erleben.

Das Philharmonia Quartett hat sich schon bald nach seiner Gründung im Jahr 1985 als ein Maßstäbe setzendes, in aller Welt hochangesehenes Kammermusik-Ensemble etabliert. Weit über 100 Werke umfasst inzwischen das vielseitige und von Entdeckerfreude geprägte Repertoire der Formation, der ausnahmslos Musiker aus den Reihen der Berliner Philharmoniker angehören: die Geiger Daniel Stabrawa und Christian Stadelmann, der Bratscher Neithard Resa sowie der Cellist Dietmar Schwalke, der nach dem Tod des Gründungsmitglieds Jan Diesselhorst Anfang Februar 2009 in das Ensemble aufgenommen wurde. Das Philharmonia Quartett lebt zum einen von der unerschöpflichen künstlerischen Auseinandersetzung mit den Klassikern – auch jenen des 20. Jahrhunderts – und zum anderen vom Engagement für seltener zu hörende Streichquartette, etwa von Paul Hindemith, Max Reger, Erwin Schulhoff oder Karol Szymanowski. Das Ensemble, dem u. a. der Preis der argentinischen Musikkritik verliehen wurde, ist regelmäßig in renommierten Konzertsälen rund um den Globus zu Gast, beispielsweise in der New Yorker Carnegie Hall oder in der Londoner Wigmore Hall sowie bei internationalen Festivals wie den Salzburger Festspielen. Die CD-Einspielungen des Ensembles finden immer wieder sehr positive Resonanz. So erhielten drei CDs mit Werken von Reger, Schostakowitsch und Britten den »Deutschen Schallplattenpreis«, für die Einspielung von Beethovens Streichquartett op. 130 sowie der großen Fuge op. 133 wurde den Musikern der »ECHO-KLASSIK«-Preis verliehen. Im Rahmen der philharmonischen Kammerkonzerte führte das Philharmonia Quartett in der Saison 2003/2004 sämtliche Streichquartette Ludwig van Beethovens auf; die Spielzeiten 2005/2006 und 2006/2007 widmete es einem Schostakowitsch-Zyklus. Als Gast-Ensemble der Stiftung Berliner war das Philharmonia Quartett zuletzt in einem Philharmonischen Salon zu erleben, der Ende Oktober vergangenen Jahres unter dem Titel Annäherung an den Kammermusiksaal im Rahmendes 25-jährigen Bestehens dieses bedeutenden Konzertsaals stattfand.

Das Minetti Quartett wurde 2003 gegründet und zählte bald zu den aussichtsreichsten Nachwuchs-Streichquartetten Österreichs. Seine Mitglieder Maria Ehmer (deren Position in diesem Konzert Lena Neudauer einnimmt), Anna Knopp, Milan Milojicic und Leonhard Roczek, studierten an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien bei den Mitgliedern des Alban Berg Quartetts. Weitere wichtige Mentoren waren Johannes Meissl und Hatto Beyerle; zudem erhielten die vier Musiker künstlerische Impulse vom Artemis Quartett sowie als Mitglieder der European Chamber Music Academy (ECMA) vom Amadeus Quartett, dem Quatuor Mosaïques und dem Hagen Quartett. In der Spielzeit 2008/2009 nominierten die beiden großen Wiener Musikinstitutionen Musikverein und Konzerthaus das Minetti Quartett für den Konzertzyklus Rising stars. Seitdem gastiert die Formation in den renommiertesten europäischen Konzerthäusern (Wigmore Hall London, Cité de la Musique Paris, Concertgebouw Amsterdam, Palau de la Música Barcelona, Konserthuset Stockholm, Wiener Konzerthaus, Wiener Musikverein). Zudem ist sie regelmäßig bei Kammermusikfestivals wie denjenigen in Mecklenburg-Vorpommern, in Schwarzenberg (Österreich), Aldeburgh, Aix-en-Provence und Kuhmo (Finnland) zu erleben. Das Minetti Quartett unternahm Konzertreisen nach Nord- und Südamerika sowie nach Australien, Japan und China. Es wurde in diverse Förderprogramme aufgenommen und ist Gewinner zahlreicher Wettbewerbe. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt das Ensemble nun sein Debüt.

Cordelia Höfer wurde in München geboren. Ihr Klavierstudium absolvierte sie mit höchsten Auszeichnungen an den Hochschulen in Salzburg (bei Hans Leygraf) und in München (bei Klaus Schilde). In Salzburg studierte sie auch die Fächer Dirigieren und Kammermusik. Wichtige Lehrer waren Wilhelm Kempff, Tatjana Nikolajewa und Elisabeth Leonskaja. Eine umfangreiche Konzerttätigkeit führt Cordelia Höfer seit dem 15. Lebensjahr als Solistin und Kammermusikerin durch viele europäische Länder, die USA, Japan und Korea. Hierbei hat sie mit Sängerinnen wie Christine Schäfer, Juliane Banse und Anna Prohaska zusammengearbeitet. Im Rahmen ihrer langjährigen Unterrichtstätigkeit an der Universität »Mozarteum« Salzburg war bzw. ist sie Künstlerkollegen wie Sándor Végh, Heinrich Schiff und Nikolaus Harnoncourt in intensiver Zusammenarbeit verbunden. 2002 wurde sie am »Mozarteum« auf eine Professur für Klavier und Kammermusik berufen. Cordelia Höfer tritt seit vielen Jahren regelmäßig in den Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker auf. In Philharmonischen Salons war sie zuletzt im Februar 2013 an den zwei Veranstaltungen mit dem Titel Giacomo Meyerbeer – Ein Berliner in Paris beteiligt.

Götz Teutsch, Jahrgang 1941, stammt aus Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen, Rumänien. Er wurde zunächst in Bukarest von Radu Aldulescu ausgebildet und setzte sein Violoncello-Studium nach der Ausreise aus Rumänien 1968 bei Enrico Mainardi und Karl Richter fort. Zudem hat er sich eingehend mit der Aufführungspraxis Alter Musik befasst sowie Viola da Gamba studiert. Den Berliner Philharmonikern gehörte Götz Teutsch von 1970 bis Sommer 2006 an, davon zwei Jahrzehnte als Solo-Cellist unter den Chefdirigenten Herbert von Karajan und Claudio Abbado; als Konzertsolist des Orchesters war er u. a. mit Cellokonzerten von Monn/Schönberg und Schostakowitsch zu erleben. Götz Teutsch, der als Kammermusiker und Solist weltweit auftritt, zählt zu den Gründungsmitgliedern der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Im November 2000 gestaltete der Literaturliebhaber den ersten Philharmonischen Salon. Diese Idee entwickelte sich schnell zu einer höchst erfolgreichen Reihe, deren letzte Veranstaltung im Februar dieses Jahres Giacomo Meyerbeergewidmet war.

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Video Preview

Ausblick: Götz Teutsch über die Philharmonischen Salons 2013/2014

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