Zum Spielplan 2012/2013

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Kammermusik

Berliner Barock Solisten

Daishin Kashimoto Violine und Leitung

Frank Peter Zimmermann Violine

Jonathan Kelly Oboe

Johann Sebastian Bach

Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo a-Moll BWV 1041

Johann Sebastian Bach

Fuge d-Dorisch für Streicher (Bearbeitung nach BWV 538 von Heribert Breuer)

Johann Sebastian Bach

Konzert für Violine, Oboe, Streicher und Basso continuo d-Moll BWV 1060 (Rekonstruktion)

Johann Sebastian Bach

Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo d-Moll BWV 1043

Johann Sebastian Bach

Fuge g-Moll für Oboe und Streicher (Bearbeitung nach BWV 542 von Heribert Breuer)

Johann Sebastian Bach

Konzert für Violine, Streicher und Basso continuo E-Dur BWV 1042

Termine

So, 16. Dez. 2012 20 Uhr

20:00 | Philharmonie

Programm

Ganz im Zeichen von Johann Sebastian Bach steht dieses Konzert zur Adventszeit, für das die Berliner Philharmoniker mit dem international renommierten deutschen Geiger Frank Peter Zimmermann und den Berliner Barock Solisten langjährige musikalische Freunde in den großen Saal ihres Stammhauses eingeladen haben. Außerdem mit von der Partie sind zwei Philharmoniker: der 1. Konzertmeister Daishin Kashimoto, der bei diesem Anlass in der Doppelfunktion als Dirigent und Solist zu erleben sein wird, und Solo-Oboist Jonathan Kelly.

Das Programm bietet einen ebenso erlesenen wie festlichen Querschnitt durch das Instrumentalschaffen des Komponisten, über den niemand anderes als Ludwig van Beethoven einmal gesagt haben soll: »Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen, wegen seines unendlichen, unerschöpflichen Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien.« Einen Beweis dieser These werden unter anderem die beiden Violinkonzerte und das Konzert für zwei Violinen aus den Köthener Jahren des Komponisten antreten sowie eine Rekonstruktion des Doppelkonzerts für Oboe und Violine, das nur in Bachs eigener Bearbeitung für zwei Cembali überliefert ist.

Neben diesen vier konzertanten Kompositionen werden auch noch zwei Orgelwerke aus Bachs Zeit als Thomaskantor in Leipzig zu erleben sein, die Heribert Breuer–- darin ganz einem Usus der Bachzeit folgend – für Orchester gesetzt hat.

Über die Musik

Die eigene und die andere Zeit

Musik von Johann Sebastian Bach

Wie alles anfängt

Der eindringlich nahe Ton der Violine muss für Johann Sebastian Bach ein musikalisches Urerlebnis gewesen sein, eine klare, unangreifbare Linie im vielstimmigen Konzert der Instrumente seiner Kindheit. Johann Ambrosius Bach, der Vater, stand an der Spitze der Eisenacher Ratsmusik, ein Universalist, der neben dem Zinken, der Trompete, der Posaune, der Flöte auch die Violine und die Gambe zu meistern verstand. Bei städtischen Festakten, Ratswandlungen, Rechtshandlungen, Empfängen und Jahrmärkten war Ambrosius Bach vielseitig gefordert, beim täglichen Turmblasen ebenso wie bei der Figuralmusik in der Georgenkirche. Obendrein trat er bei Hofe gemeinsam mit den Musikern der herzoglichen Kapelle auf. Wurde Johann Sebastian Bach von seinem Vater in die Anfangsgründe des Violinspiels eingeweiht? Es gibt für diese naheliegende Vermutung keinerlei Beweise. Aber es braucht auch nicht viel Fantasie, sich auszumalen, wie umfassend Bachs frühe Eisenacher Jahre von Musik erfüllt waren, wenn im Haus des Stadtpfeifers die Lehrlinge, die Gesellen ein- und ausgingen, Instrumente geprüft, Noten kopiert, Proben abgehalten, musikalische Fachfragen erörtert und fast rund um die Uhr gespielt und gesungen wurde.

Nach dem Tod des Vaters kam Johann Sebastian in die Obhut seines ältesten Bruders, der den Schüler auf die berufliche Laufbahn eines Organisten vorbereitete. 1703, bei seiner ersten Anstellung in der Hofkapelle des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar, muss Bach gleichwohl neben seiner frühen Meisterschaft auf den Tasteninstrumenten auch auf der Violine sicher genug gewesen sein, um den Ansprüchen einer solchen Position genügt zu haben. Später, 1714, stieg er in Weimar sogar zum Konzertmeister auf. Und offenbar favorisierte der »Clavier-Virtuose« Bach noch als Hofkapellmeister im anhaltischen Köthen und sogar als Thomaskantor in Leipzig die Leitung der Ensembles vom Geigenpult aus. Unmissverständlich berichtet Carl Philipp Emanuel Bach über seinen Vater: »In seiner Jugend bis zum ziemlich herannahenden Alter spielte er die Violine rein u. durchdringend u. hielt dadurch das Orchester in einer größeren Ordnung, als er mit dem Flügel hätte ausrichten können. Er verstand die Möglichkeiten aller Geigeninstrumente vollkommen. Dies zeugen seine Soli für die Violine und für das Violoncell ohne Baß. Einer der größten Geiger sagte mir einmahl, daß er nichts vollkommneres, um ein guter Geiger zu werden, gesehen hätte u. nichts beßeres den Lehrbegierigen anrathen könnte, als obengenannte Violinsoli ohne Baß« – Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo.

Die Ehrlichkeit eines Geigers

»Er verstand die Möglichkeiten aller Geigeninstrumente vollkommen.« Diesem Urteil wird auch heute noch jeder Musiker beipflichten können – und mehr als dies: »Bach ist für mich immer der beste Prüfstein für die Ehrlichkeit eines Geigers«, erklärte Yehudi Menuhin. »Wenn ich höre, wie ein Geiger in romantischen Fingersätzen auf der G-Saite schwelgt, nur um des Klanges willen, die Stimmen ungeachtet ihrer kontrapunktischen Eigenheiten durcheinanderbringt und romantische Effekte hervorzaubert, die mit Bach nichts zu tun haben, dann weiß ich, dass er auf dem Holzweg ist, sei er technisch auch noch so perfekt. Wer das tut, nimmt der Musik ihre Eigentlichkeit; er unterwirft sie persönlichen Gefühlen und beraubt sie ihrer Allgemeingültigkeit.« Denn Bach schildere »keine persönlichen Leidenschaften und will auch keine persönlichen Überzeugungen übermitteln. Er spricht für das Menschliche und Zeitlose: Liebe, Seele sub specie aeternitatis. Bachs Geist lässt sich nur mit dem eines Einstein vergleichen.«

Auf die scheinbar einfache Frage, wie viele Violinkonzerte Johann Sebastian Bach einst schrieb, fällt die Antwort erstaunlich schwer. Lediglich zwei Solokonzerte sind »uns«, der unersättlichen Nachwelt, erhalten geblieben – die anderen existieren nur noch mittelbar und mutmaßlich in späteren Bearbeitungen und Zweitfassungen, da Bach diese wohl unwiederbringlich verlorenen Kompositionen bedarfsweise ganz unsentimental in Kantatensätze und Cembalokonzerte umgewandelt hat. Doch besteht zur Klage in Wahrheit gar kein Grund. »Die erhaltenen Konzerte für Violine und Orchester gehören zu den Werken Bachs, bei denen man von vornherein auf jede Analyse verzichten muß«, bemerkte Albert Schweitzer voller Ehrfurcht. »Das a-Moll-Konzert ist groß in seiner mehr herben Schönheit, das in E-Dur durch die unbesiegbare Lebensfreudigkeit, die in seinem ersten und letzten Satz ihr Triumphlied anstimmt.«

Bach komponierte diese beiden Violinkonzerte vermutlich 1718 (E-Dur BWV 1042) und 1719/1720 (a-Moll BWV 1041) in seinen Jahren als Hofkapellmeister in Köthen, und der Gedanke drängt sich auf, dass er auch der erste Solist seiner Konzerte war – der erste in einer respektgebietenden Ahnengalerie epochaler Geiger und legendärer Virtuosen. Mit dem regierenden Fürsten Leopold diente Bach damals einem »gnädigen und Music so wohl liebenden als kennenden« Aristokraten, der selbst die Violine, die Gambe und das Cembalo spielte und, wie es heißt, mit schöner Bassstimme sang. Überdies war es ihm gelungen, bedeutende Musiker der ehemaligen Berliner Hofkapelle zu engagieren, die der von anderen Prioritäten ausgehende »Soldatenkönig« Friedrich Wilhelm I. aufgelöst hatte. Im anhaltischen Köthen blieb Bach bis 1723, als er in das Amt des Leipziger Thomaskantors wechselte und sich in den »Spielmann Gottes« und »fünften Evangelisten« verwandelte (jedenfalls nach dem rückblickenden Urteil der Nachwelt). Die evangelisch-reformierte Konfession des Landesherrn gönnte der Kirchenmusik am Köthener Hof keinen Entfaltungsspielraum, und so schuf der Kapellmeister Bach dort ein reiches »weltliches« Repertoire für seine Instrumentalisten: Suiten, Partiten, Sonaten und vor allem Konzerte in wechselnden, erlesenen und symbolträchtigen Besetzungen.

Zwischen Billardtisch und leeren Gläsern

Ebenfalls in Köthen noch schrieb Bach eine (verschollene) Triosonate für zwei Violinen und Basso continuo, die er um 1730 in Leipzig zu einem Orchesterwerk umfunktionierte, dem berühmten Doppelkonzert d-Moll BWV 1043. Und dieses Concerto musizierte er alsbald – wie offenkundig auch die älteren Solokonzerte – mit seinem Bachischen Collegium musicum, einem aus Studenten, Stadtpfeifern und reisenden Instrumentalisten gemischten Ensemble, das allwöchentlich in dem eleganten Lokal des Cafetiers Zimmermann in der Leipziger Catharinenstraße auftrat. Welch befremdliche Vorstellung: Bachs »heilige Musik« im Kaffeehaus? Doch wollen wir annehmen oder zumindest doch hoffen, dass die Gäste den Billardtisch räumten, die Tabakpfeife erkalten ließen und konzentriert lauschend vor leeren Gläsern saßen, wenn Johann Sebastian Bach zur Violine griff oder sich ans Cembalo setzte. Immerhin konnte ein Zeitzeuge aus Leipzig berichten, im Kaffeehaus seien bei den Konzerten des Collegium musicum »mehrentheils solche Zuhörer vorhanden, die den Werth eines geschickten Musici zu beurtheilen wissen«.

»Geradezu faszinierend wirken auf das moderne Publikum die zwei Adagiosätze, in denen die Violine über einem Basso ostinato dahinzieht«, schrieb Albert Schweitzer über die beiden Konzerte für Violine solo. »Unwillkürlich denken wir uns irgend etwas, das mit der Idee des Schicksals zusammenhängt, hinzu.« Und Schweitzer vermochte sich kaum vorzustellen, dass es einen musikliebenden Menschen gäbe, der nicht von dem »wunderbaren Frieden« des Largo ma non tanto aus dem Konzert für zwei Violinen ergriffen wäre. Yehudi Menuhin sprach von einem der größten Augenblicke seines Lebens, dieses Doppelkonzert gemeinsam mit seinem verehrten Lehrer, dem rumänischen Komponisten George Enescu, musiziert zu haben: »Als ich dieses Werk zusammen mit Enescu spielte, wurde mir klar, dass ich nicht tief genug gelebt hatte, um der Intensität und dem Charakter seines Ausdrucks nahezukommen.«

Das »hohe Holz« des Fechtmeisters

Auch die Oboe mag Johann Sebastian Bach schon in seiner Eisenacher Kindheit zu Ohren gekommen sein: ein neuer, irritierend schöner Ton im pracht- und machtvollen Klangtableau der zeremoniellen Hofmusik. Nach dem in allen Stilfragen maßgeblichen Vorbild des französischen Sonnenkönigs gönnte sich auch der Herzog von Sachsen-Eisenach ein repräsentatives »Hautboistenkorps«, eine reine Bläserformation mit Oboen verschiedener Größe und Stimmung sowie Fagotten als Bass-Instrument, die im Schloss und unter freiem Himmel, beim Lever, zur Tafelmusik oder Parade aufspielte. »Hautbois«, das laute, hohe Holz: ein Doppelrohrblattinstrument, wie der sperrige Terminus lautet; historisch betrachtet eine verbesserte, stufenweise zur erstrebten Vollkommenheit entwickelte Schalmei, anpassungsfähig und ausdrucksstark, im Feldgeschrei nicht weniger am Platze als beim Gotteslob, beim idyllischen Schäferspiel oder bei der höfischen Feierstunde. Kaum ein deutscher Herzog oder Fürst wollte sie fortan noch entbehren, die Oboe, die im ausgehenden 17. Jahrhundert, als der junge Bach den rasanten Siegeszug des »Hautbois« erlebte, aus Buchsbaum, Ebenholz, Elfenbein oder Kirsche gefertigt und mit Beschlägen aus Silber oder Messing verziert wurde.

Als Hofkapellmeister in Köthen schuf Bach gleich mehrere Konzerte für die Oboe oder die Oboe d’amore, doch auch sie sind, wenn überhaupt, bloß durch Umarbeitungen und Neubesetzungen bekannt. Zu den aus Berlin in das Fürstentum Anhalt-Köthen eingewanderten Hofmusikern zählte Johann Ludwig Rose, der nicht nur die Oboe spielte, sondern obendrein als Erzieher der Pagen und Fechtmeister der adligen Zöglinge seinen Dienst versah. Im Laufe des Jahres 1719 oder spätestens 1720 schuf Bach für ihn und für den Konzertmeister Joseph Spieß (noch ein Ex-Berliner) das Doppelkonzert d-Moll, das freilich nur in der Leipziger Version als Konzert für zwei Cembali BWV 1060 überliefert ist. Wer gleichwohl die Köthener Urfassung für Oboe und Violine musizieren will, muss unweigerlich auf einen der zahlreichen Rekonstruktionsversuche des unauffindbaren Originals zurückgreifen. Das zentrale Largo ovvero Adagio lässt sogar eine noch längere und kompliziertere Vorgeschichte erahnen, denn möglicherweise schrieb Bach den langsamen Satz zunächst für eine Triosonate mit zwei Violinen (oder Oboe und Violine) und ergänzte ihn später erst um die Partien des Ripieno zum »vollen« Orchester. So oder so – dieser instrumentale Zwiegesang scheint aller Welt unwandelbar entrückt. »Welch ein Unterschied zu romantischer Musik, die stets Kontraste fordert«, staunte Yehudi Menuhin. »Bach hält eine Stimmung einen ganzen Satz durch. Seine Musik hat ein eigenes Zeitmaß – wie die Volksmusik, die mittelalterliche Musik oder die Improvisationen klassischer indischer Musiker über einen Raga.«

Wie alles aufhört

Wann Bach die Fuge g-Moll BWV 542 zu Papier brachte, ob bereits in Weimar oder später, lässt sich nicht mit Gewissheit beantworten. Vielleicht schrieb er sie erst nach 1720, nach einem Gast- und Probespiel an der Orgel der Hamburger Katharinenkirche. Dort hatte Bach zum Erstaunen der versammelten Honoratioren eine Fuge aus dem Stegreif dargeboten, noch dazu über ein niederländisches Tanzlied. Und diese Improvisation könnte er bald darauf schriftlich fixiert haben: in Form der besagten g-Moll-Fuge, der er nachträglich erst eine Fantasie voranstellte. Die vierstimmige Fuge d-Dorisch BWV 538 über ein Thema im stylus gravis der alten Kirchenmusik spielte Bach nachweislich 1732 in Kassel bei einer Orgelprobe in St. Martini. Doch hatte er das Werk (das in der ältesten handschriftlichen Quelle mit einer Toccata gekoppelt ist) offenbar schon 1714 erdacht: in seiner Zeit als Konzertmeister der Weimarer Hofkapelle. Am heutigen Abend allerdings erklingt diese wie die andere Fuge nicht auf der Orgel, sondern nach einer Bearbeitung aus unseren Tagen, die der Organist, Chorleiter und Gründer der Berliner Bach Akademie, Heribert Breuer, geschaffen hat.

»Es ist jetzt schwer zu leben, sehr schwer, aber diese Musik ist ewig, wir haben teil an ihr, sie geht durch uns durch«, schrieb Hermann Hesse 1933 in einem Brief über Johann Sebastian Bach. »Diese Musik ist Tao. Auch das nämlich ist eine der 1000 Erscheinungsformen des Tao: die vollkommene Form, die den ›Inhalt‹ verschluckt und aufgelöst hat und in sich selber schwebend nur noch atmet und schön ist.«

Wolfgang Stähr

Biographie

Die Berliner Barock Solisten wurden 1995 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und führenden Musikern der Alte-Musik-Szene Berlins mit dem Ziel gegründet, die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts auf künstlerisch höchstem Niveau aufzuführen. Dabei wollte man auf die reiche Erfahrung zurückgreifen, welche die Musikwelt in den vergangenen Jahrzehnten mit »authentischen« Aufführungen gemacht hat. Die bewusste Entscheidung für das Spiel auf modernen oder modernisierten alten Instrumenten steht dabei der Annäherung an eine »historische« Aufführungspraxis nicht entgegen. Art und Größe der Besetzung variieren mit Rücksicht auf die Werke der jeweiligen Konzertprogramme. Mit Rainer Kussmaul hatte das Ensemble von seiner Gründung bis 2009 einen besonders auf dem Gebiet der Barockmusik international erfahrenen Solisten als Künstlerischen Leiter. Seit Beginn des Jahres 2010 legen die Berliner Barock Solisten die Künstlerische Leitung in unterschiedliche Hände: Neben den von Bernhard Forck geleiteten Konzerten tritt das Ensemble auch mit Frank Peter Zimmermann, Daishin Kashimoto und Daniel Sepec an seiner Spitze auf. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Engagement für zu Unrecht vergessene Werke – insbesondere Georg Philipp Telemanns – sowie für Kompositionen unbekannter alter Meister. Zu den Gästen des Ensembles zählen so namhafte Sängerinnen und Sänger wie Christine Schäfer, Dorothea Röschmann und Michael Schade, Bläsersolisten wie etwa Emmanuel Pahud, Albrecht Mayer, Maurice Steger und Reinhold Friedrich sowie der Cembalist und Pianist Andreas Staier. Die Berliner Barock Solisten wurden bereits mehrfach mit renommierten Schallplattenpreisen ausgezeichnet. In Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker waren sie zuletzt Mitte März dieses Jahres zu erleben; auf dem Programm standen Werke von Purcell, Avison und Geminiani sowie Auszüge aus den Händel-Oratorien Samson und Jephta; Solist war der britische Tenor Mark Padmore.

Daishin Kashimoto, in London geboren und in Japan, Deutschland sowie in den USA aufgewachsen, erhielt seinen ersten Violinunterricht bei Kumiko Etoh in Tokio. Bereits mit sieben Jahren kam er an das Pre-College der Juilliard School of Music in New York und 1990 zunächst als Jung-, später als Vollstudent an die Musikhochschule Lübeck zu Zakhar Bron. Von 1999 bis 2004 wurde er zudem von Rainer Kussmaul an der Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau unterrichtet. Daishin Kashimoto hat solistisch mit vielen internationalen Orchestern zusammengearbeitet, u. a. mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Orchestre National de France, den Symphonieorchestern des Bayerischen und des Hessischen Rundfunks, der Staatskapelle Dresden und den St. Petersburger Philharmonikern. Seit September 2009 ist er 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Als Solist war er in deren Symphoniekonzerten beispielsweise Ende Januar und Anfang Februar dieses Jahres unter der Leitung von Andris Nelsons mit dem Violin-Solo im Heldenleben op. 40 von Richard Strauss sowie am 24. Juni in der Waldbühne mit Werken von Peter Tschaikowsky zu erleben.

Jonathan Kelly wurde in der englischen Grafschaft Hampshire geboren. Zunächst studierte er Geschichte an der Universität Cambridge, später Oboe an der Royal Academy of Music in London und am Pariser Conservatoire national supérieur de musique et de danse. 1993 wurde er Solo-Oboist im City of Birmingham Symphony Orchestra, dem er bis 2003 angehörte. Während dieser Zeit gastierte Jonathan Kelly wiederholt beim Chamber Orchestra of Europe und spielte als Konzertsolist in Birmingham, Cardiff, Chicago, Helsinki und Wien. Er war auch Mitglied der Birmingham Contemporary Music Group, mit der er beispielsweise Thea Musgraves Oboenkonzert Helios gespielt und die Sonata da caccia von Thomas Adès uraufgeführt hat. Seit Herbst 2003 gehört Jonathan Kelly als Solo-Oboist den Berliner Philharmonikern an. Er engagiert sich als begeisterter Kammermusiker bei den Bläsern der Berliner Philharmoniker sowie in weiteren philharmonischen Kammerformationen; zudem ist er Mitglied im Bläserensemble Sabine Meyer.

Frank Peter Zimmermann, 1965 in Duisburg geboren, erhielt als Fünfjähriger den ersten Violinunterricht; im Alter von zehn Jahren debütierte er mit einem Violinkonzert von Mozart, 1977 gewann er den Wettbewerb »Jugend musiziert«. Nach Studien bei Valery Gradow, Saschko Gawriloff und Hermann Krebbers begann 1983 seine steile Karriere, die ihn als Solist mit Spitzenorchestern und renommierten Dirigenten zusammenführte. In der Saison 2010/2011 war er ArtistinResidence beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, in der folgenden Spielzeit wurde er für zwei weitere Residencies beim New York Philharmonic und bei den Bamberger Symphonikern engagiert. Drei Violinkonzerte brachte der Musiker bisher zur Uraufführung: Matthias Pintschers en sourdine mit den Berliner Philharmonikern (2003, Dirigent: Peter Eötvös), Brett Deans The Lost Art of Letter Writing mit dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam unter der Leitung des Komponisten (2007) und 2009 in Paris Juggler in Paradise von Augusta Read Thomas mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France (Dirigent: Andrey Boreyko). Zu den Kammermusikpartnern Frank Peter Zimmermanns zählen die Pianisten Enrico Pace, Emanuel Ax und Piotr Anderszewski; mit dem Bratschisten Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra gründete er 2007 das Trio Zimmermann, das Tourneen u. a. zu den Salzburger Festspielen, dem Edinburgh Festival, dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Rheingau Musik Festival führte. Der Geiger wurde mit dem Rheinischen Musikpreis (1994) und dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet (2002). Im Januar 2008 verlieh ihm die Bundesrepublik Deutschland das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Bei den Berliner Philharmonikern gastierte er seit 1986 wiederholt, zuletzt im Juni 2012 unter der Leitung von Mariss Jansons als Solist im Violinkonzert Nr. 2 von Bohuslav Martinů. Frank Peter Zimmermann spielt eine Stradivari aus dem Jahr 1711, die einst Fritz Kreisler gehörte und die ihm von der Portigon AG zur Verfügung gestellt wird.

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