Berliner Philharmoniker

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker

Sir Simon Rattle Dirigent

Camilla Tilling Sopran

Nathalie Stutzmann Alt

Joseph Kaiser Tenor

Dimitry Ivashchenko Bass

Rundfunkchor Berlin

Simon Halsey Einstudierung

Christian Tetzlaff Violine

Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64

Ludwig van Beethoven

Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit dem Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude«

Termine

Sa, 22. Jun. 2013 20:15 Uhr

20:15 | Waldbühne Berlin

Programm

»Ein voller, runder Ton, als stünde – Oistrach auf dem Podium«, schwärmte der Kritiker des Tagesspiegels bei Christian Tetzlaffs philharmonischem Debüt im Juni 1995. Der junge Geiger hatte damals mit Bartóks Zweitem Violinkonzert beeindruckt. Wann immer Tetzlaff in den folgenden Jahren bei den Berliner Philharmonikern gastierte, war er der Mann für die Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts und der Neuen Musik: Béla Bartók, Alban Berg, Unsuk Chin. Doch diesmal gibt er sich romantisch. Das Violinkonzert e-Moll, das Felix Mendelssohn Bartholdy in den Jahren 1838 bis 1844 für den befreundeten Geiger Ferdinand David komponierte, besticht durch eine weitausgreifende und kantable Melodik sowie einen formalen Bau, der mit den Konventionen des klassischen Konzerts bricht.

Anschließend haben Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker beim Waldbühnenkonzert 2013 Beethovens Neunte Symphonie aufs Programm gesetzt, in deren berühmtem Chorfinale eine eindeutige Antwort auf die zuvor exponierten Konflikte gelingt: »Wie Dante uns in der Hölle grösste Tiefe hinabsteigen lässt, um uns zu der entzückenden Anschauung höchster Beseeligung im Paradiese zu erschwingen«, konnte man 1828 im 32. Heft der Zeitschrift Cäcilia lesen, »so beginnt hier Beethoven mit seiner poetischen Schilderung, die er bis zum feurigsten allgemeinen Hymnus der Freude steigert.« Der Rezensent der Berliner Allgemeinen Musikalischen Zeitung bemerkte ein Jahr zuvor (anlässlich einer Aufführung, in welcher der junge Mendelssohn »als Kombattant bei den ersten Violinen seinen Nachbarn Achtung abnöthigte«): »Was soll ich Ihnen von diesem genialen Riesenwerke des noch immer wachsenden Heroen der Töne sagen? Uns alle hat es mächtig ergriffen!«

Biographie

Sir Simon Rattle ist seit September 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und Künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie. Sein Repertoire als Konzert- und Operndirigent reicht vom Barock bis zur Neuen Musik. Er ist Erster Gastdirigent des Orchestra of the Age of Enlightenment und arbeitet mit den führenden Orchestern in Europa und den USA. Schon vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent verband ihn eine 15-jährige, regelmäßige Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern. Simon Rattle, 1955 in Liverpool geboren, studierte an der Royal Academy of Music in London. Von 1980 bis 1998 arbeitete er – zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und führte es an die internationale Spitze. Ein besonderes Anliegen Sir Simons ist es, jungen Menschen unterschiedlichster sozialer und kultureller Herkunft die Arbeit der Berliner Philharmoniker und deren Musik nahezubringen. Zu diesem Zweck hat er das Education-Programm der Berliner Philharmoniker ins Leben gerufen, mit dem das Orchester neue Wege der Musikvermittlung beschreitet. Für dieses Engagement sowie für seine künstlerische Arbeit wurde Simon Rattle vielfach ausgezeichnet. 1994 von der englischen Königin in den Ritterstand erhoben, erhielt er 2009 u. a. das Bundesverdienstkreuz; außerdem wurde er 2010 in den Ritterorden der französischen Ehrenlegion aufgenommen.

Christian Tetzlaff, in Hamburg geboren, ist einer der führenden Violinvirtuosen seiner Generation und begehrter Gast auf den Konzertpodien der interntionalen Musikmetropolen und Festivalorte – sei es als Solist berühmter Orchester, mit Violin-Recitals oder als ebenso leidenschaftlicher Kammermusiker. Herausragende Interpretationen der bachschen Solo-Suiten und -Sonaten wie auch der Violinkonzerte von Beethoven, Brahms, Tschaikowsky, Berg, Schönberg, Schostakowitsch und Ligeti sind beispielhaft für die Universalität des Repertoires und die künstlerische Meisterschaft Christian Tetzlaffs. Der Geiger gibt regelmäßig Duoabende mit Leif Ove Andsnes und Lars Vogt; mit seinem Quartett absolvierte er dieses Frühjahr eine Europatournee. In Konzerten der Berliner Philharmoniker war er seit seinem Debüt im Jahr 1995 mehrfach zu hören, zuletzt Ende Oktober 2012 unter der Leitung von Andris Nelsons als Solist im Violinkonzert von Jörg Widmann. Christian Tetzlaff spielt ein Instrument des in Bonn ansässigen Geigenbauers Stefan-Peter Greiner.

Camilla Tilling stammt aus Linköping in Schweden. Sie studierte an der Universität in Göteborg sowie am Royal College of Music in London. Die Sopranistin hat bereits an vielen bedeutenden Opernhäusern in Europa und den USA sowie bei den Festivals in Glyndebourne, Drottningholm und Aix-en-Provence gesungen, wobei sie mit Dirigenten und Dirigentinnen wie Semyon Bychkov, Sir John Eliot Gardiner, Emmanuelle Haïm und Seiji Ozawa zusammengearbeitet hat. Ihr Opernrepertoire umfasst Partien von Händel, Mozart, Rossini, Verdi und Strauss ebenso wie Werke von Debussy und Britten. Im Konzertfach, aber auch mit Solo-Auftritten gastiert sie weltweit auf den bedeutendsten Bühnen, so bei den Promenadenkonzerten der BBC, in der Wigmore Hall in London und der Carnegie Hall in New York. Bei den Berliner Philharmonikern gab Camilla Tilling ihr Debüt im Dezember 2007 in Konzerten mit Händels Messiah (Leitung: William Christie); zuletzt war sie im Februar 2012 Solistin des Orchesters in Werken von Hugo Wolf und Gustav Mahler (Dirigent: Sir Simon Rattle).

Nathalie Stutzmann, in Paris geboren, studierte neben dem Fach Gesang auch das Klavier- und Fagottspiel sowie Dirigieren. Die Altistin pflegt ein breites Repertoire vom Barock bis zum 20. Jahrhunderts. Bekannt geworden vor allem als Liedinterpretin, ist Nathalie Stutzman gleichwohl auch in Konzerten vieler großer europäischer und amerikanischer Orchester aufgetreten, wobei sie mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Seiji Ozawa, Sir John Eliot Gardiner und Christoph von Dohnányi zusammengearbeitet hat. Sie leitet zudem das 2009 von ihr gegründete Ensemble Orfeo 55; als Gastdirigentin steht sie u. a. am Pult des Orchestre National de Lyon und der Kammerakademie Potsdam. Die mit dem Titel »Chevalier des Arts et des Lettres« ausgezeichnete Künstlerin gibt Meisterkurse und unterrichtet an der Musikhochschule in Genf. Als Solistin der Berliner Philharmoniker gab Nathalie Stutzmann ihr Debüt im September 2007; zuletzt gastierte sie bei ihnen unter der Leitung von Sir Simon Rattle im April 2013 als eine der Drei Damen in Mozarts Zauberflöte.

Joseph Kaiser stammt aus Kanada und studierte u. a. in Montreal sowie an der Chicago Lyric Opera. Der Tenor – Preisträger des Plácido Domingo Operalia Wettbewerbs 2005 – gastiert auf bedeutenden Bühnen in Europa und den USA (z. B. an der Metropolitan Opera New York, an Covent Garden in London, an der Pariser Oper, an der Bayerischen Staatsoper München, an der Deutschen Oper Berlin) und bei Festivals wie jenen in Salzburg und Aix-en-Provence. Auch als Konzertsolist ist Joseph Kaiser international tätig. Daniel Barenboim, James Conlon, Christoph Eschenbach und Marek Janowski zählen zu den Dirigenten, mit denen der Sänger zusammenarbeitet. Einem breiteren Publikum wurde Joseph Kaiser als Tamino in Kenneth Branaghs Filmadaption von Mozarts Zauberflöte(2007) bekannt. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er im Juni 2006 unter Sir Simon Rattles Leitung als Froh in einer konzertanten Aufführung von Wagners Rheingold; zuletzt war er im Mai 2008 bei ihnen im Requiem von Hector Berlioz zu hören (Dirigent: Donald Runnicles).

Dimitry Ivashchenko erhielt seine Gesangsausbildung in Nowosibirsk und an der Musikhochschule in Karlsruhe. Von 2000 bis 2004 gehörte er zum Ensemble des Stadttheaters Augsburg. Gast-Engagements führten ihn u. a. nach Berlin an die Deutsche Oper und die Komische Oper, an die Opéra National de Paris, nach Wien, Glasgow und Toulouse sowie zu den Festspielen in Salzburg und Baden-Baden. Sein Repertoire umfasst Partien wie Fürst Gremin (Eugen Onegin), Gurnemanz (Parsifal), Méphistophélès (Faust von Gounod), Wassermann (Rusalka) sowie die Titelpartie in Boris Godunow. Neben seinen Opern-Engagements ist der russische Bass auch als Konzertsänger tätig; so gastierte er z. B. in Schumanns Szenen aus Goethes Faust an der Mailänder Scala, in Janáčeks Glagolitischer Messe mit den Wiener Philharmonikern und in Schostakowitschs 14. Symphonie mit dem Orchestre de la Suisse Romande. In Konzerten der Berliner Philharmoniker debütierte Dimitry Ivashchenko im April dieses Jahres unter Sir Simon Rattles Leitung als Sarastro in Mozarts Zauberflöte.

Der Rundfunkchor Berlin, 1925 gegründet,ist ein gefragter Partner führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen bestehen mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. Seit 2001 leitet Simon Halsey den Rundfunkchor Berlin; eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Simon Halsey, der im Januar 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, initiierte außerdem zahlreiche Projekte des Chors im Bildungs- und Erziehungsbereich, die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Broadening the Scope of Choral Music sowie einmal im Jahr ein großes Mitsingkonzert. 2011 startete der Rundfunkchor Berlin das Pilotprojekt SING!, welches das Ziel verfolgt, in Berliner Grundschulen das Singen in allen Unterrichtsfächern zu etablieren. Mit den Berliner Philharmonikern war der Rundfunkchor Berlin erst kürzlich in Benjamin Brittens War Requiemzu hören, das Sir Simon Rattle dirigierte.

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Ausschnitt von der Waldbühne 2011 (© EuroArts)

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